Zwei-Königinnen-Betriebsweise?

  • Hallo Remstalimker


    die nötige Tracht muß vorhanden sein,das ist der Knackpunkt, sonst nützt die ganze Mühe nicht. Ich bin aber zu der Erkenntnis gelangt, das man mit 10 großen Völkern mehr ernten kann, als mit 20 mittleren/kleinen Völkern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Don Krawallo,


    wie sahen denn deine Versuche genau aus? Wie überwintert, mit welchen Beuten, wann die Königinnen zugesetzt/entfernt, etc.?


    Danke,


    Bernhard

  • Hier kommt wieder Halbgares, unreifes Gedankengut. :wink: (Nur um die Gedanken einfach mal weiterzführen.)




    Entwicklung eines Volkes mit einer Königin:


    Zwei Königinnen, Entnahme der zweiten Königin am 1. Mai.


    Zwei Königinnen, Entnahme der zweiten Königin am 15. Mai.


    Zwei Königinnen, Entnahme der zweiten Königin am 15. Juni. Vier Wochen vor Trachtende gemäß Empfehlung von Farrar:


    Zwei Königinnen, Entnahme der zweiten Königin am 15. Juli - zum Trachtschluß.



    Ich mutmaße mal, daß so ein Zweiköniginnenvolk erst richtig gut wird, wenn es letztes Jahr aufgebaut wurde und wegen der Pollenreserven bereits im Winter über mehr Bienen verfügt. Und dann im zweiten Jahr eine zweite Königin dazu.

  • Ich hatte die sonderbarsten Erlebnisse mit 2 Kö Betriebsweise.
    Vorletztes Jahr ist mir so ein Zwilling geschwärmt, beide gleichzeitig! Ein Megaschwarm, zum Glück bloß 20m weit weg in 1m Höhe gesammelt ;-)), war glücklicher Weise zu Haus. Der Himmel hat sich regelrecht verdunkelt und die Nachbarn sind vor Ehrfurcht in die Häuser geflüchtet hehe.
    Interessant war, dass nur ein Volk eine Zelle hatte, im anderen war keine! Sind trotzdem beide geschwärmt. Ich denke das lag daran, dass die Bienen über die HR kommunizieren.
    Ertragstechnisch bringen meiner Meinung nach 1 BR Btrw. bessere und einfacher zu erreichende Erträge.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hier die Entwicklungen mal im direkten Vergleich - schön zu sehen, wie der Fächer Anzahl Bienen und Brut weiter auseinander geht:


    Ergibt in summa eine größere Anzahl freiwerdender Bienen, die dann zum Sammeln ausfliegen können. (Anzahl Bienen minus Anzahl Brut = "freie Bienen")



    http://www.immenfreunde.de/pics/12queenfreiB.jpg


    Über die Trachtzeit hinweg, kommt da ganz schön was zusammen.


    Scheint eher was für Juni/Juli-Trachten zu sein?


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Beehaed,
    das ist auch bei der Bruder Adam Begattungskiste so. Eine Zelle genügt und alle 4 hauen ab.


    Hallo Bernhard,
    meine Versuche fielen in Zeit der Umstellung auf 1 1/2 Zander, also über 20 Jahre her. Ich habe erst nach dem Einfüttern das zweite Volk aufgesetzt. Beides waren normale Zandervölker, unten 2 BR oben 1 BR (oben normales Spundloch. Ich habe sie mit Absperrgitter und Folie getrennt. Mit Oxalsäure habe ich damals erst Ende Februar behandelt. Nach Brutbeginn entnahm ich die Folie und trennte mit einer Zeitung. Ab Anfang Mai bekam ich Probleme mit dem Schwärmen und entnahm wöchentlich 2-3 BW. Der Ertrag war in der Rapsernte nicht höher als der meiner 1 1/2 Zander. Auf einer Schautafel habe ich heute noch ein Bild dieser Türme. Ich löse in den letzten Jahren das Schwarmüroblem mit Demaree. Das ist auch solch eine Zweivolkbetriebsweise. Allerdings habe ich da kein Schwarmproblem. Das mag am Abstand von 3 HR liegen oder weil im unteren BR gewaltig gebaut werden muss. Wenn die Spättracht besser vorhersehbar wäre, könnte man aus den beiden Volksteilenn ein Kraftvolk mit einer König und einen Umweislungsableger machen. Solche Riesentürme sind aber schlecht zu wandern. Mir waren die Zanderbeuten in der Frühtracht einfach zu hoch. Wie sich das Demareeverfahren auf die Honigleistung in der Frühtracht auswirkt, kann ich nicht exakt sagen, weil dieses Ereignis in das Ende der ersten Frühtracht fällt und ich diese Völker in die zweite Frühtracht nicht wandern kann.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Interessant war, dass nur ein Volk eine Zelle hatte, im anderen war keine! Sind trotzdem beide geschwärmt.


    Siehe auch Punkt Umweiseln unter: http://www.immenfreunde.de/docs/2queen_farrar.pdf


    Dort ist zu lesen: >>Das Problem des stillen Umweiselns ist in den Doppelvölkern nicht größer als in Einzelvölkern, außer daß, wenn eine Königin versagt und Weiselzellen angesetzt werden, diese meistens im anderen Brutnest angelegt werden.<<


    Diese Beobachtung geht in eine ähnliche Richtung wie deine Beobachtung!


    Gruß
    Bernhard

  • Friedrich Karl Böttcher, Bienenzucht als Erwerb, ISBN: 3-431-02358-4, Seite 214


    Zweiköniginnenbetrieb


    >>In den USA hat man gute Erfahrungen mit dem Zweiköniginnenbetrieb gemacht. Der Gedanke ist, zu der im Juni beginnenden Haupttracht eine Höchstzahl an Sammelbienen zu haben. Also muß man 5-8 Wochen vorher, ab April bis 4 Wochen vor Trachtende, möglichst viele Eier ablegen lassen. Von zwei Königinnen aber in einem Volk erhält man zweifelslos mehr Eier als von einer!


    Im April, etwa 14 Tage vor Beginn der Blüte des Frühobstes, hängt man bei starken Völkern die Hälfte der Brutwaben, besonders die Waben mit gedeckelter Brut, in einen Aufsatz mit Flugloch um, der zunächst durch ein Brett mit einem vergitterten Ausschnitt vom unteren Volk getrennt bleibt, und setzt ihm eine aus dem Süden des Landes bezogene junge, begattete Königin zu. Wenn sich die Königin in 14 Tagen in voller Eilage befindet, tauscht man das trennende Brett gegen ein Absperrgitter aus.


    Ein einziges Absperrgitter genügt, um beide Königinnen voneinander fernzuhalten. Den übereinanderstehenden Volksteilen gibt man nach Bedarf weitere Räume. Jeder Teil erhält einen zweiten Brutraum, aber die Bruträume werden nach jeweils 7-10 Tagen umgewechselt: Der obere der beiden kommt nach unten und der untere nach oben. Wenn sich für das obere Brutnest die Gefahr des Verhonigens zeigt, tut man gut, es mit dem unteren zu vertauschen, d. h. die Brutnester sozusagen um das Absperrgitter herum zu drehen. Gegen Ende der Tracht entnimmt man das Absperrgitter. Es ist nicht notwendig, eine Königin auszufangen. Die obere soll gewöhnlich am Leben bleiben und die untere verschwinden.


    Das Verfahren bietet erhebliche Vorteile: Der Honigertrag ist etwa doppelt so groß wie beim Einköniginnenbetrieb. Arbeit hat man weniger! Insbesondere schwärmen so behandelte Völker nicht so oft. Die Völker gehen stärker in den Winter, mit viel mehr Pollen, und infolgedessen ist die Frühjahrsentwicklung besser.


    Wir sollten versuchen, diese Betriebsweise auf unsere Verhältnisse zu übertragen. Da sich bei uns so frühzeitig keine jungen Königinnen beschaffen lassen, müssen wir die erforderlichen zweiten Königinnen überwintern. Das geht z. B. in Dreiwabenvölkchen. Imkermeister Franz hat solche Völkchen Vollvölkern über Absperrgittern zugesetzt und gute Erfahrungen damit gemacht. Imkermeister R. Riedel überwintert zwei Königinnen in zwei übereinander stehenden, durch Fliegengitter getrennten Magazinen. Zur Zeit der Obstblüte wechselt er das Fliegengitter gegen ein Absperrgitter aus. Bald danach setzt er beide Königinnen jeweils mit einer Brut- und einer Drohnenwabe in zwei durch Absperrgitter voneinander getrennten Zargen unter die beiden Bruträume, welche auf diese Weise zu einem großen Honigraum werden.


    Nach 7-14 Tagen , während der Rapsblüte – gleich, ob Schwarmstimmung herrscht oder nicht – entweiselt er. Die jüngere Königin gibt er in einen Ableger über einem Geruchsgitter in die oberste inzwischen ausgeschleuderte Zarge. Die ältere scheidet er aus. Zur Wiederbeweiselung läßt er im untersten vom Absperrgitter überdeckten Raum eine der Schwarmzellen stehen oder setzt dort nach Entfernung der Nachschaffungszellen eine gesondert gezogene Weiselzelle zu. So kann er Ende des Sommers wieder zwei Königinnen übereinander einwintern.


    Mit einer solchen Betriebsweise wird sich besonders gut auch eine Tracht ausnutzen lassen, die sich bis in den Spätsommer erstreckt. Die zwei Königinnen dürften die Gewähr dafür geben, daß die Völker trotz höchster Inanspruchnahme durch eine Waldtracht stark in die Spättracht kommen.<<

  • Hallo Bernhard,
    gesetzt den Fall, dass Zweikönginnenvölker den doppelten Ertrag haben würden, so ist doch der Zeitaufwand wesentlich größer. Rein theoretisch müsste aber der Erfolg weitaus größer sein. Ich halte da die Gravenhorstsche Betriebsweise der Kraftvölker für weitaus effektiver. Mich wundert allerdings, dass seine Beute nicht wieder Auferstehung feiert.


    Ein Berufsimker hat vor Jahren die Zweiköniginnenvölker propagiert, viele haben es kopiert, auch ich aber keiner hatte Erfolg. Er auch nicht, denn nach einem Jahr sprach er kein Wort mehr davon. Auch die sogenannte Wolkenkratzerbeute mit mehreren Königinnen hatte bei uns nur in Büchern und Zeitschriften große Resonanz gehabt, obwohl sie in Bioimkerkreisen nicht erlaubt ist.:lol:
    Ein leider früh verstorbener Imker, ein Pionier der Magazienimkerei in Süddeutschland, propagierte die Paternosterbetriebsweise für die Frühtrachtimkerei.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • So wie ich das zwischen den Zeilen lese, hat Böttcher das selbst nicht probiert. Deswegen die vorsichtige Formulierung.


    Rechnerisch liegt der Ertrag bei mehr als dem 2,3-fachen eines Einzelvolkes. Das bestätigen auch die vielen Erfahrungsberichte aus dem Amiland. Die haben ihre Ergebnisse dokumentiert und veröffentlicht. Aber: nicht jedes Jahr wurden diese Erträge erzielt In manchen Jahren werden die Zweiköniginnenvölker von Einzelvölkern übertroffen.


    Anscheinend ist das System sensibel, alles muß ineinander greifen. Wenn es dann hinhaut, kommt es zu enormen Erträgen.


    Ich stelle mir nur die Frage, wie sich das varraotechnisch auswirkt. Die Entnahme der Königin vor Trachtende führt zur Bruteinschränkung und damit zum vermehrten Abstieg der Varroen in die Zellen. Außerdem dürfte es im ersten Moment zu einer Verdünnung kommen, da wenige Varroen viel Brut gegenüberstehen. Positiv zu bewerten ist auch die hohe Verfügbarkeit von Pollen und Ammenbienen. Ich sehe aber auch Risiken.

  • Hallo Bernhard,
    in meinem Alter lernt man eigentlich nichts mehr, muss also weder Bücher noch Zeitschriften lesen oder sich ganztägig Vorträge anhören;-). Doch gestern habe ich doch schlaues gehört: Auch Farrar sieht einen Nachteil bei zu hohen Honigraumtürmen und möchte deshalb schnell nach Verdecklung schleudern. Er hat wohl nicht die Luftfeuchtigkeit unserer Gebiete oder ist das nur so rein theoretisch?
    Mit meinen Dickwaben hatte ich immer etwas Probleme mit dem Wassergehalt. Jetzt wurde ich in einem Gespräch, nicht Vortrag, darauf gestoßen: Zelle viel zu lang, Bienen bunkern in Massentracht sofort die Zellen voll und deckeln den kaum durchgearbeiteten Nektar/Honig. Also Honigraumwaben bis auf das Holz kürzen. Bienen müssen dann noch bauen. Honig ist anfänglich großflächiger und besser zu trocknen. Wachsertrag in Hülle und Fülle. Wachsstrecke möglich? Einen Versuch ist es wert.


    Das ist Arbeit aber ich könnte den Bau meiner Trockenanlage einstellen.


    Hallo Anfänger, ich presse gerade etwas die Zähne zusammen. Solltet ihr mit Pressing erst anfangen, könnte es mit dem ertsen Hr bei Volltracht Problem geben. Aber Ruhe, langsam. einige Experten werden jetzt sofort verkünden, dass in einer Nacht eh alles wieder gebaut ist.


    Gruß
    Remstalimker


    Hallo Holmi, Marion, Regina, Sylvia,
    sollte mal meine Frau bei einem Treffen das Fehlen ihres Elektromessers bemerken, bitte ich um Zurückhaltung.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Zitat

    Hallo Holmi, Marion, Regina, Sylvia,
    sollte mal meine Frau bei einem Treffen das Fehlen ihres Elektromessers bemerken, bitte ich um Zurückhaltung.


    Meinst Du, sie fragt uns danach? :lol: Dann hätte sie ja schon fast einen Verdacht.



    Aber wir sagen nix, sollten wir zum Thema kommen :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Also meine 2 Kö Völker machen mir mehr Arbeit und bringen nicht mehr Honig.
    Da Zeit für mich sehr kostbar ist und ich nur arbeite, wenn es unbedingt sein muss, lasse ich es und imkere mit 1ner Kö.
    Zudem sind große Türme für kleine Imker gefährlich.


    beehead

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