Zwei-Königinnen-Betriebsweise?

  • Hallo Reinhard,


    es geht gerade nicht um die Betriebsweise nach Farrar (übereinander mit innen liegenden HR), sondern angelehnt an Peschetz (Triomagazin in Halbzargen nebeneinander).

    Dabei sollte keine Spezialanfertigung eines Beutensystem, sondern vorwiegend Standardkomponenten zum Einsatz kommen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Bernhard Heuvel hat auf seinem Youtube-Kanal ein Video zu diesem Thema veröffentlicht (

    ). Inhaltlich ist es, wenn man das Video vom Weimarer Bienensymposium kennt (
    ), nicht viel Neues dabei. Andererseits ist es immer interessant bei einer Volksdurchsicht „mit dabei zu sein“.


    Grüße vom Apidät

  • Genau so müssen Bienenvölker aussehen und genau so müssen sie bearbeitet werden. :thumbup:Gut da sind jetzt zwei Königinnen drin, fast genau so klappt das in 1,5 DNM mit einer Königin.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Gut da sind jetzt zwei Königinnen drin, fast genau so klappt das in 1,5 DNM mit einer Königin.

    So ganz nicht. B.H. hat darauf hingewiesen, dass solche Völker, die regelmäßig aus zwei schwachen Einheiten gebildet werden, im Laufe der Saison zwingend geschröpft werden müssen. Andernfalls kommt Schwarmtrieb auf, der mit den üblichen Methoden nicht beherrscht werden kann. Damit bilden solche Einheiten Brut- und Bienenlieferanten über die gesamte Saison z. B. für Ableger, Kunstschwärme etc.


    Aber Du hast ja geschrieben, "fast genau so"...

    ;)

  • Also der Bernhard zählt ja wirklich allerhand Vorteile auf, aber da steht nicht das Schröpfen an erster Stelle, sondern der Honigertrag.


    Er stellt sich (uns) aber auch die Frage:


    Warum nicht alle Beuten mit 2 Königinnen betreiben?

    seine Antwort:

    -Verschwendung von guten Königinnen ohne Mehrwert

    -mehr Arbeit ohne Mehrwert

    -Bei normalen und starken Völkern lohnt sich die zwei Königinnenbetriebsweise nicht

    (siehe hier ab 21. Minute)


    Er geht in seinen Vortrag davon aus, das 20% der Völker am Stand Schwächlinge sind, die zusammengelegt aber jeweils Honig bringen wie ein starkes Volk.


    Wenn Drobi sagt, so sehen seine starken Völker auch fast aus, wozu also 2K-Betrieb ist das also völlig o.k., denn es wäre kontraproduktiv diese zusammen zu führen, es sei denn man hat Lust auf das Risiko von "unbeherschbaren Schwarmmaschinen, Bienenbomben"


    Die Frage ist also:

    -hat man Lust auf was neues und Risiko?=O

    -hat man sooo große Beuten, das man in denen auch zwei Völker überwintern könnte?

    (Im Sommer mit 2K fehlt dann aber der Leerraum - die "Honigautobahn" ...;))

    -hat man überhaupt schwache Völker, bei denen sich das evtl. lohnt?

    -wenn ja, erreicht man nicht mit einfachem Vereinigen fast genauso viel?

    -ist man ein "fauler Imker"...8) bzw. hat man nicht auch so schon genug zu tun?



  • Bruder Adam meinte mal, man solle sich hüten vor jedem Schnickschnack. Warum gleichte er wohl im Frühjahr die Volksstärken standweise aus und beweiselte ggf. neu mit überwinterten Königinnen? Steht so zumindest alles in seiner 'Broschüre'. Aber der hatte halt kein YouTube.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bruder Adam meinte mal, man solle sich hüten vor jedem Schnickschnack. Warum gleichte er wohl im Frühjahr die Volksstärken standweise aus und beweiselte ggf. neu mit überwinterten Königinnen? Steht so zumindest alles in seiner 'Broschüre'. Aber der hatte halt kein YouTube.

    Bei Bruder Adams Werken sollte man allerdings im Hinterkopf behalten, dass bei ihm die Frühtracht eher als Aufbautracht für die Spättracht diente.


    Für die Frühtracht sind schwach überwinterte Völker nahezu Totalausfälle hinsichtlich des Honigertrags und machen gleichzeitig Arbeit. Der Schnickschnack könnte für diese Völker eine Möglichkeit sein...


    Grüße vom Apidät

  • Bruder Adam war Züchter,

    der hätte sich mit solchem "Schnickschnack" blind gemacht, wie die natürliche Entwicklung der Völker ausgesehen hätte.

    Bei 20% Schwächlingen, hast du bei einer Betriebsgröße von 10 Völkern, nach der Zusammenlegung gerade mal einen solchen Zwilling am Stand. Bei 100 entsprechend 10. Das ist ein Stand, den man besonders im Auge behalten muss. Das mag je nach Gesamtsituation noch interessant sein. Es ist sicherlich nicht als Normalfall anzusehen.


    Gruß
    Ludger

  • Der war Spättrachtimker! Nennenswerte Frühtracht gabs bei ihm nicht. Focus lag bei ihm unbedingt auf spättrachtstarke Heidevölker. Das Ausgleichen/Umweiseln diente dazu möglichst gleichstarke Völker in der Schwarmzeit zu haben, was einerseits die Auslese auf Schwarmrägheit erleichtert/erst möglich macht, andererseits konnte er so alle Völker ziemlich gleich durch die Saison führen. Nach dem Motto:

    was der eine braucht tut dem anderen auch Not.

    Bruder Adam meinte mal, man solle sich hüten vor jedem Schnickschnack

    Stimmt, aber man sollte schon trennen können zwischen unnötigem villeicht sogar schädlichem Arbeitsaufwand und sinnvollem tun, zb. BR anpassen.

    Reizfütterung im Fj lehte er schon deshalb ab weil der Schwarmtieb daduch gefördet wird, und er von überstarken Völkern, für ihn zur Unzeit keinen Nutzen und statt dessen viel Arbeit, hatte. Er schätzte große Volkstärke zu Heidetracht, nicht übergroße zur Schwarmzeit, welche ja bei uns etwa Zeit der Haupttracht ist.

    Ich denke der Spuch ist auch hauptsächlich in Sachen Schwarmverhinderung gesagt worden.

    Kein Schnickschnack!, lässt die Dame den Unfug nicht, fliegt sie erbarmungslos raus.

    So lese ich das.

    LG Wasi

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Für die Frühtracht sind schwach überwinterte Völker nahezu Totalausfälle hinsichtlich des Honigertrags und machen gleichzeitig Arbeit. Der Schnickschnack könnte für diese Völker eine Möglichkeit sein...

    ich überwinter einfach 20% mehr und freu mich, immer genug Material zur Vermehrung zu haben, ohne an die WV zu müssen.

    Zitat

    Für die Frühtracht sind schwach überwinterte Völker nahezu Totalausfälle hinsichtlich des Honigertrags und machen gleichzeitig Arbeit.

    wenn Du ausgleichst, und in Schwächlinge 'ne gute frische, vorgeprüfte Königin steckst, dann hast Du den Fall nicht. Die 80% fangen die 20% auf und die neuen Königinnen ziehen sofort mit.


    Die richtige Biene (für Frühtracht geeignet) brauchst Du natürlich trotzdem.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zum Thema,

    Bernhard hats ja nu nich erfunden, ich kenn mehrere Imkers die 4 Zweizaregerminnis zum Block stellen und ein Absperrgitter mit HR aufsetzen... (schon laaange)

    Zwei 6er Aberlegerkästen nebeneinander mit entgegengesetzer Ausflugrichtung funzen genauso.

    Gibt halt viel Bienenfleisch und Brutwaben zum Bilden von Begattungseinheiten bzw. Ablegerbildung.

    Und noch ein paar Gläser Honig obendrauf.

    Ich würds jetzt nich gerade machen um starke Trachtvölker zu haben......

    Schwächlinge werden bei mir zeitig in Ableger aufgeteilt, so der Bestand von hinten aufgerollt und erneuert.

    Das macht für mich mehr Sinn und Gewinn.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione