Pfand und MwSt

  • Hallo,


    ich dachte, ich hätte das mit dem Pfand und der MwSt mittlerweile vestanden, aber ich fürchte, ich stehe immer noch auf dem Schlauch.


    Laut der Umsatzsteuerrichtlinien (UStR Abschnitt 149 Absatz 8 ) zählt das Pfand bei Warenumschließungen (Honigglas) zum Entgelt und wird mit dem gleichen Steuersatz wie die umschlossene Ware (Honig) versteuert - bei Regelbesteuerung also mit 7 %.


    Bezahle ich Pfand für rückgegebene Gläser aus, liegt eine Entgeltminderung vor und ich muss weniger Umsatzsteuer abführen.


    Angenommen, ich erhebe 50 Cent Pfand pro Glas. Wenn ich ein Glas zurückbekomme, zahle ich diese 50 Cent wieder aus.

    Die 50 Cent würden sowohl bei der Erhebung als auch bei der Auszahlung 7 % MwSt enthalten, oder?

    Und bei der Entgeltminderung müßte ich von den 50 Cent 7 % MwSt abziehen. Das Entgelt würde also nicht um 50 Cent, sondern nur um ca. 47 Cent gemindert, da das Entgelt ja nur den Nettoanteil des Pfands miteinschließt, richtig?


    Wie würde ich den Pfand auf Rechnungen für Wiederverkäufer steuerrechtlich korrekt ausweisen?


    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand von Euch hier weiterhelfen könnte, vielen Dank!

  • Die UStR gelten seit 2010 nicht mehr.

    Im UStAE steht aber eigentlich alles recht klar.

    Pfandglas und Honig werden steuerlich gleich behandelt.

    "Dabei wird es nicht beanstandet, wenn der Unternehmer die ausgezahlten Pfandgelder für Leergut unabhängig von dem Umfang der Vollgutlieferungen des jeweiligen Besteuerungszeitraums als Entgeltminderungen behandelt."


    Wie würde ich den Pfand auf Rechnungen für Wiederverkäufer steuerrechtlich korrekt ausweisen?

    Na einfach netto zzgl. Umsatzsteuer.

    Bei Rückgabe wie eine Gutschrift.


    Aber mal eine grundsätzliche Frage: Warum verzichtest Du auf die Durchschnittssatzbesteuerung? Da wäre das alles kein Thema.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,


    danke für Deine Antwort.


    Habe damals zur Regelbesteuerung optiert, weil ich investiert hab. Werde nach Ablauf der 5 Jahre aber auch Durchschnittssatzbesteuerung machen.

  • Was ich noch nicht versteh ist, warum Großhändler auf die 25 Cent bei Pfandflaschen noch 5 Cent MwSt draufschlagen und insgesamt 30 Cent Pfand erheben (und auch ausbezahlen), während der Einzelhandel das nicht tut und nur 25 Cent Pfand berechnet.

    Dadurch entsteht ja diese berühmte Gesetzeslücke, die Flaschensammler-Clans ausnutzen, die die 5 Cent extra bei der Leergutrückgabe im Großhandel einstreichen. Das kostet den Fiskus angeblich 40 Mio pro Jahr.

    Wäre das Pfand bei Honigverkäufen an Geschäfte also doch anders zu behandeln als an Endkunden?

  • Habe damals zur Regelbesteuerung optiert, weil ich investiert hab.

    Ich sehe gerade, dass ich einen Denkfehler gemacht habe: Der Pfandausweis wäre ja gegenüber Unternehmern (Wiederverkäufern) auch bei der Durchschnittssatzbesteuerung nicht anders. Aber es ist ja so oder so im Grunde nicht kompliziert.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Als ich auf Pfandgläsper umgestellt habe hat mir das auch reichlich Kopfzerbrechen bereite:

    Ich liefere Honig im Pfandglas an einen Wiederverkäufer und berechne 15 cent brutto (inkl. 10,7%) Pfand pro Glas.

    Später hole ich die zurückgegebenen Pfandgläser im Laden wieder ab (z.B. ohne gerade neu zu liefern). Jetzt zahle ich dem Ladner wieder 15 cent brutto pro Glas zurück. Aber der kann ja nur 7% (oder 19%) ausweisen, 10,7% jedenfalls nicht. Da ergibt sich doch eine Differenz?

    Die möglichen Umsatzsteuerfehlsummen sind aber wohl so klein, dass ich das Thema dann nicht weiter verfolgt habe.


    Grüße,


    Thomas

  • Die möglichen Umsatzsteuerfehlsummen sind aber wohl so klein, dass ich das Thema dann nicht weiter verfolgt habe.

    Deswegen sagt die Finanzverwaltung ja ausdrücklich, dass "es nicht beanstandet (wird), wenn der Unternehmer die ausgezahlten Pfandgelder für Leergut unabhängig von dem Umfang der Vollgutlieferungen des jeweiligen Besteuerungszeitraums als Entgeltminderungen behandelt."

    D.h. es ist immer eine Entgeltminderung, auch wenn gerade kein Entgelt gezahlt wird, also nur Pfandgläser zurückgehen und kein neuer Honig geliefert wird. Entsprechend wird besteuert.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)