Ein Bienenkistenimker

  • Wenn das meine Marke wäre,

    Verbindet Ihr und Eure Kunden das DIB-Logo mit irgendetwas nützlichem?

    Ich sehe viele Haupt- und Nebenerwerbsimker in meiner Region, die Honig mit eigenem Etikett und im Twistoff-Glas verkaufen. 1. Weil man damit deutlicher seine Imkerei in den Fokus stellen kann, 2. weil den Kunden die Bedeutung des DIB-Etiketts und der dazugehörigen Hintergründe nicht klar sind. Im Zweifel wird die Marke DIB als Hersteller/Abfüller gesehen (ähnich zu Langnese) weil die Kunden die Angaben des Imkers auf der Seite des Etiketts nicht wahrnehmen.


    Geht es Euch um den Claim "Echter deutscher Honig"?

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Um zum Faden zurück zu kommen ;) der Honig aus meiner Bienenkiste gilt im Dorf als der Besondere, weil er im Naturwabenbau erzeugt und ohne Schleudern gewonnen wird. Da ich nur eine BiKi habe, bekommt diesen Honig nur eine Familie und die anderen sind ein bisschen neidisch.

  • Um zum Faden zurück zu kommen ;) der Honig aus meiner Bienenkiste gilt im Dorf als der Besondere, weil er im Naturwabenbau erzeugt und ohne Schleudern gewonnen wird. Da ich nur eine BiKi habe, bekommt diesen Honig nur eine Familie und die anderen sind ein bisschen neidisch.

    Nur am Rande: Naturwabenbau und Tropfhoniggewinnung kann man ja unabhängig von der Beute immer praktizieren, dazu braucht es keine Bienenkiste. Trotzdem: Guten Appetit!

  • Was man vielleicht mal geraderücken muss ist der Eindruck der durch folgende Aufstellung auf der BiKi-Website https://www.bienenkiste.de/doku/betreuung/index.html entsteht. Neben einer Aufzählung von notwendigen Arbeiten, steht dort u.a.:


    Die Netto-Arbeitszeit pro Jahr bei einem Bienenvolk liegt bei schätzungsweise fünfzehn Stunden.


    Ähnliches ist auf der Bienenboxseite https://www.bienenbox.de/ zu lesen. Dort sind es angeblich 20 Stunden Betreuungsaufwand pro Volk und Jahr.


    Wer das als Laie liest, so wie ich vor Jahren, denkt dann: wenn das alles ist? Gar kein Problem.


    Die Angabe der Netto-Arbeitszeit pro Jahr sagt aber gar nichts aus. Eigentlich müsste da stehen:


    Bienenhaltung ist nicht einfach, sondern eine aufwändige und sehr zeitintensive Tätigkeit. Neben der eher geringen reinen Netto-Arbeitszeit pro Jahr und Volk müssen Sie sich, unabhängig von Beutensystem oder Völkerzahlen, intensiv mit der Biologie der Bienen und dem gesamten Thema Imkerei auseinandersetzen und sich mit anderen Imkern vernetzten. Das Erfassen der umfangreichen Materie wird gerade in den ersten Jahren hunderte Stunden an Selbststudium und Weiterbildungsveranstaltungen in Anspruch nehmen. Ohne die Bereitschaft sich tiefgründig und über Jahre auf das Thema einzulassen und sich stetig weiterzubilden, ist die Bienenhaltung nicht erfolgreich möglich.


    Wer einfach und schnell etwas für Bienen tun will, kann statt selbst zu imkern:

    - eine Blüh- oder Baumpatenschaft übernehmen

    - den eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten

    - ein Insektenhotel bauen

    - Honig vom örtlichen Imker erwerben

    - dem örtlichen Imker einen Stellplatz auf dem eigenen Grundstück anbieten

    - ...


    Mit so Text wäre der Laie schon mal vorgewarnt und würde ggf. ins Nachdenken kommen, ob er sich diesen Zeitfresser tatsächlich anlachen will.

  • Mit so Text wäre der Laie schon mal vorgewarnt und würde ggf. ins Nachdenken kommen, ob er sich diesen Zeitfresser tatsächlich anlachen will.

    Naja, es ist ein Hobby und Hobbys kosten auch Zeit. Und ein Hundehalter kommt auf mehr Nettoarbeitszeit, als ein Imker.

    Diese müssen ja täglich raus, auch im Winter und bei Regen. Und es gibt sicher mehr Hundehalter, als Imker.


    Nebenbei, der von Dir sicherlich treffend verfasste Text widerspricht dem Motto "Bienen - einfach und natürlich!"

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Mit so Text wäre der Laie schon mal vorgewarnt und würde ggf. ins Nachdenken kommen, ob er sich diesen Zeitfresser tatsächlich anlachen will.

    (...)

    Nebenbei, der von Dir sicherlich treffend verfasste Text widerspricht dem Motto "Bienen - einfach und natürlich!"

    Nicht der Text, sondern die Realität.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Genau!


    20Std pro Volk sind auch beim Magazin weit mehr als genug.


    Aber das ganze drumherum (Bienen verstehen lernen, Buchhaltung, Planung, Metrial besorgen, Verein, bis hin zum Imkerforum) benötigt ein Vielfaches dieser Zeit...

  • Dann ist diese Aussage ja unheimlich repräsentativ. Meine Mutti empfindet meinen Honig auch als den Besonderen und Besten ;)

    Meine Aussage ist überhaupt nicht repräsentativ - was soll der kluge Einwand? Sie sollte nur zeigen, dass der Betrieb einer Bienenkiste einen Grund haben kann. Sie ist also ein Beispiel.

    Dass Honig sich durch die imkerliche Behandlung (Schleudern) verändert, ist dagegen Grundwissen. Natürlich "schmecken" das die Nachbarn nicht, es wirkt, dass sie es wissen.

  • Meine Aussage ist überhaupt nicht repräsentativ - was soll der kluge Einwand? Sie sollte nur zeigen, dass der Betrieb einer Bienenkiste einen Grund haben kann. Sie ist also ein Beispiel.

    Dass Honig sich durch die imkerliche Behandlung (Schleudern) verändert, ist dagegen Grundwissen. Natürlich "schmecken" das die Nachbarn nicht, es wirkt, dass sie es wissen.

    Der kluge Einwand war vor allem der Versuch eines humorvollen Einwands, den ich mit dem Smiley eigentlich ausreichend gekennzeichnet wähnte ;) War einfach zu verlockend, wollte dir damit nicht auf die Füße treten, sorry.


    Übrigens, dass das Ernten von Tropfhonig/Presshonig eine Möglichkeit beim, aber kein Grund zum Betrieb einer Bienenkiste ist da es in Magazinbeuten auch geht, hat Master Tom im Beitrag darunter übrigens auch klar gestell. Grundwissen halt :P (war auch zu verlockend ;))