Ein Bienenkistenimker

  • Man soll grundsätzlich nicht der Versuchung erliegen, die Welt und das Leben vom Tierleid her zu erklären.


    Hühnerzuchtbetriebe sind angetreten um Hühnereiweiß zu produzieren, wirtschaftlich und tierschutzkonform.

    In welchen Alter das Hühnereiweiß geerntet wird, ist nebensächlich.

    In der Regel wird dabei das Huhntier getötet.


    Imker sind angetreten um Honig, Wachs, Bestäubungsleistung ... zu produzieren.

    Dabei sind ebenfalls Lebens- und Todesprozesse selbstverständlich.


    Das ist die sachliche Seite, die kräftig unterstrichen gehört!


    Wenn vom Kindchenschema der Küken, und von der Massentierhaltung der Bienen, und dem Tierhalter als Tierquäler her argumentiert wird, ist das Ideologie vom allerfeinsten.

    Grundsätzliche Gedanken über Leben und Tod und den Platz des Menschen auf dieser Welt, werden dringend empfohlen.

  • Freilich ist "der Krieg" wohl mit der Ansage eröffnet worden, der BiKi-Betreiber würde Bienen quälen.

    Das war weder überzeugend noch helfend.

    Ich erlebe es andersrum. Ich als Normalimker quäle die Bienen, nutze sie aus und soweiter.

    Man schafft sich oft seine Weltsicht selber. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du dauernd mit solchen Vorwürfen konfrontiert wirst. Ich bin ja im Bienenkistennetzwerk vertreten und kann Dir berichten, dass solche Vorwürfe gegen die "normalen" Imker dort kein Thema sind.

    (Facebook nehme ich mal aus, die sind für mich kein Massstab. Da treiben sich manchmal wirklich aggressive Verbesserer rum. Das hat dort aber u.U. ganz andere Ursachen - je aggressiver, umso mehr Klicks aquiriert man etc.)

  • Wenn die Vereine es sich leisten können, von mir aus. Wer allerdings meint, der Zuwachs der beim DIB gemeldeten Imker, in den letzten Jahren, sei einzig dessem aktiven und offenen Wirken ;)zuzuschreiben, ist vielleicht ein bisschen auf dem Holzweg.

  • Ich glaube schon, dass es Imker gibt, die mit der Bienenkiste zurechtkommen. Die beschäftigen sich aber mit ihren Bienen und kümmern sich. Diejenigen, die mit der Bienenkiste die Welt retten wollen, würden auch mit jeder anderen Beute scheitern.

    Die Bienenkiste war mein Einstieg in die Imkerei. Genauer gesagt, eine Sendung im TV, in der die Bienenkiste vorgestellt wurde. Und wie einfach die Bienenhaltung ist. Warscheinlich ist genau dies das Hauptproblem. Es wird so getan, als wäre Imkerei in wenigen Minuten und ohne besonderes Wissen machbar. Dazu noch das Sendungsbewusstsein der Weltenretter. Eine unschöne Kombination.

    Ich bin jedenfalls meinem Imkerpaten dankbar, dass ich mit Zander und 2 sehr sanftmütigen Völkern anfangen konnte.

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Und wenn ein Verein von Vornherein so verschlossen gegenüber Neuem ist, verliert er dann eben auch mich. Es sind ja nicht nur die Bienenkisten... das nächste sind dann die Stadtimker, ganz allgemein, oder - wie bei uns geschehen - Imker, die aus einem bestimmten alternativen Künstlerviertel kommen, ohne dass deren Betriebsweise überhaupt angeschaut wird. Wenn ein Verein so sein will, gerne, aber dann bin ich schnell raus.

  • Am Ende ist die Bienenkiste ja „nur“ eine weitere Stabilbaubeute. Und wie in z.B. in Strohstülpern und Klotzbeuten kann man, wenn man die entsprechende Betriebsweise wählt, darin erfolgreich imkern. Hinzu kommt, dass die Betriebsweise der Bienenkiste durch Bücher, Videos, Website und Forum zentral und umfassend beschrieben wird. Absolut top!


    Der große Verdienst des Konzeptes Bienenkiste, mit der o.g. Doku, ist viele Menschen ans Imkern herangeführt zu haben, die auf anderen Wegen nicht zur Bienenhaltung gekommen wären. Wirklich ausdauernd scheinen dabei mit der Bienenkiste nur die Wenigsten zu arbeiten, viele steigen mit der Zeit auf andere Beutensysteme um. Trotzdem wäre damit im Sinne der Imkerei, vor wenigen Jahren noch von Nachwuchssorgen geplagt, viel Gutes erreicht.


    Einen Vorwurf den man der Bienenkiste tatsächlich machen kann, ist das sie unter dem Label „Bienen halten - einfach und natürlich“ geführt wird. Besitzt man imkerliches Wissen (so wie der Erfinder der Bienenkiste), ist es tatsächlich relativ einfach in Bienenkisten zu imkern. Besitzt man dies Wissen nicht, steht man vor einer Art Blackbox. Man kann eben nicht so einfach in die Beute schauen und selbst erkennen was los ist, man muss es oft abstrahieren. Damit ist das Sehen und Begreifen sehr erschwert. Das ist eigentlich das Gegenteil eines anfängerfreundlichen Systems. Deshalb würde ich jedem Anfänger grundsätzlich zu einer Mobilbaubeute raten, auch wenn die Informationen dazu nicht so mundgerecht aufgearbeitet sind.

  • Menschen mit unterschiedlichen Meinungen scheinen nicht für ein friedliches und respektvolles Miteinander gemacht zu sein.


    Wie schön wäre es, wenn der Bienenkistenimker, nachdem er seine ersten Bienen in der Kiste (mangels besseren Wissens) gekillt hat, bei einer Vereinssitzung auftaucht, seine Geschichte erzählt, keiner ihn deswegen fertig macht, sondern der Vorsitzenden sagt: "Nächste Woche bringe ich Dir zwei Völker auf Zander, mit denen machst Du erst mal weiter... aber die Bienenkiste schauen wir auch nochmal an, das muss doch auch funktionieren." Dann gibt es noch einen Paten, dass nicht wieder was schief läuft. Und das alles in einem Verein, in dem viele Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und völlig unterschiedlichen Betriebsweisen, die meisten davon immer auch an dem anderen interessiert, sich regelmäßig und gewinnbringend für alle austauschen.


    Klingt nach Traum... ist aber so passiert... und das spannende ist...


    ES LIEGT AN UNS SELBST!


    Herzliche Grüße,
    Thanaidh

  • Menschen mit unterschiedlichen Meinungen scheinen nicht für ein friedliches und respektvolles Miteinander gemacht zu sein.

    Doch warum nicht. Hast du doch selbst beschrieben und wenn der Bienenkisteimker mit seiner Kiste zurechtkommt und trotzdem im Verein bleibt, weil er sich nicht jedes Mal das Gejammer über seine Art der Bienenhaltung anhören muss, ist das doch ein Beispiel für das Nebeneinander der Meinungen und Verfahrensweisen. Leben und Lebenlassen.

  • Die Imkerschule Segeberg, SH, hat sich dem Thema offen gewidmet und ca. 3 Jahre eine BiKi betreut. Urteil der Beteiligten - nicht brauchbar.

    Ich weiß nicht, ob die Imkerschule in Bad Segeberg wirklich offen testen kann. Die offiziellen Verlautbarungen gehen doch immer in Richtung Segeberger Styropor (vom richtigen Hersteller!): "So imkern wir in der Segeberger Kunststoff-Magazinbeute ...

    Doch, doch - das können sie - kannst Du schon glauben. Die off. Empfehlung beruht durchaus auf langjährigen Erfahrungen vieler Berufs- und Hobbyimker/innen.


    Und - das Eine hat mit dem Anderen (AS-Behandlungsempfehlung) erst einmal nichts zu tun; denn es ist nicht beutenabhängig zu werten.

  • da hat wohl jeder seine Religion,wie beim Hunde füttern, ich kann aber durchaus auch die Vereine verstehen ,die sich auf eine Richtung festlegen.sonst müssten ja zig Wege gelehrt werden,wer soll das machen? Ein Haufen Anfänger muss halt erstmal in Horde in eine Richtung laufen lernen. Sich weiterbilden nach eigenen Vorstellungen kann man dann ja immer noch.

    Ein wertschätzendes Nebeneinander wäre wünschenswert und bereichert dann ja auch die Vereinsarbeit.

    Bin ja mal gespannt was da auf mich zukommt in meinem Probeimkernkurs.

    Bin dann ja mit meinen Hinterbehandlungsbeuten wahrscheinlich auch eine extra Wurst

    Wobei ich heute von einer Arbeitskollegin,die auch imkern,und öfters fragt was meine Pläne machen, gesagt bekommen habe." Also wenn man schon anfängt dann mit ordentlichen Kästen,Dnm oder Zander"

    Es bleibt spannend....

  • Es gibt einfach Menschen die Bienenhaltung mit Weltrettung gleichsetzen. Grundsätzlich bin ich der Meinung man sollte diesen Menschen die Hand reichen und Ihnen Hilfe anbieten.


    Keine Ahnung was ihr da so denkt...

    Bienen sind vom Menschen kultivierte Tiere...

    Natürlich gibt es Bienen die in freier Wildbahn überleben. Aber selten in dieser Volksstärke wie wir sie ranzüchten und nutzen (ich lasse mich gerne aufklären, wenn das nicht stimmt).

    Ich meine ich setze auch kein Huhn allein im Wald aus und sage mir: das ist jetzt wesensgemäß - und wundere mich, dass es ein paar Tage später tot ist (vom Fuchs gefressen oder sonstwas). Die Bevölkerung hat da echt die Tendenz die Realität aus den Augen zu verlieren (zu viele Theoretiker - man könnte auch sagen Studenten und Studierte).


    Am Ende vom Tag ist Imkerei ein Gewerbe/Handwerk und kein Weltverbesserungshobby.


    Ja imkern ist rein von der Sache biologisch sinnvoll. Aber kaum einer von uns würde sich rein daran erfreuen Insektenhotels zu bauen, um die Artenvielfahrt der Bienen zu erhalten. Und das sollte man den Leuten auch so erklären, zumindest tu ich das.

    Aufklärung anstatt gegenseitiges Schuld zuweisen.

  • Die Bevölkerung hat da echt die Tendenz die Realität aus den Augen zu verlieren (zu viele Theoretiker - man könnte auch sagen Studenten und Studierte).


    Am Ende vom Tag ist Imkerei ein Gewerbe/Handwerk und kein Weltverbesserungshobby.


    Ja imkern ist rein von der Sache biologisch sinnvoll. Aber kaum einer von uns würde sich rein daran erfreuen Insektenhotels zu bauen, um die Artenvielfahrt der Bienen zu erhalten. Und das sollte man den Leuten auch so erklären, zumindest tu ich das.

    Aufklärung anstatt gegenseitiges Schuld zuweisen.

    Ich hoffe aber, dass zu deiner Aufklärung nicht gehört, dass die Studenten/Studierten alle weltfremd sind. Ist doch auch nicht angebracht, diese Wissenschaftsfeindlichkeit (und kenne ich bisher auch eher von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und der neuen alternativen 'Partei'). Man mag es kaum glauben, ich bin auch studiert und imkere trotzdem erfolgreich. Und ohne die Bienenforschung hättest auch du alle Bienen längst an die Varroa verloren.