Ein Bienenkistenimker

  • Hallo, gestern auf dem Markt kam ein "Imker" an den Stand, er wollte einen Schwarm....... Ihm sei das eine Volk in der Bienenkiste eingegangen und er wollte sie neu besiedeln. Habe dann gemeint, er soll vernünftige Magazine kaufen und nicht die Bienen quälen. Ne wir würden die Bienen quälen, ........ nur in der Bienenkiste ging es ihnen gut. Habe dann gemeint, dass von meinen 50 Völker nur 2 den Winter nicht überlebt hätten und bei ihm wären 100% kaputt gegangen. Er hätte nur Pech und ich Glück gehabt, er würde die Bienen gut pflegen und ist abgedüst......

    Die Weltretter....

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Wir wollen die Bienenkistenimker nicht alle verurteilen. Es gibt sehr wohl welche, die das hinkriegen.

    Das Problem ist nur, dass die Anfänger glauben, mit der Bienenkiste ließe sich einfach imkern, nur weil die Kiste einfach konstruiert ist.

    Wahrscheinlich wären dem genannten Bienenhalter die Bienen aber auch im Magazin zugrundegegangen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • So oder anders:

    Wahrscheinlich wären dem genannten Bienenhalter die Bienen aber auch im Magazin zugrundegegangen.

    Merkmal ideologisch geprägter Zeitgenossen ist die Resistenz gegenüber Fakten, insbesondere was die Unzulänglichkeit der vertretenen "Fan(a)tasie" betrifft. Ein Phänomen, was man aktuell auch in anderen Lebensbereichen antrifft.

  • Freilich ist "der Krieg" wohl mit der Ansage eröffnet worden, der BiKi-Betreiber würde Bienen quälen.

    Das war weder überzeugend noch helfend.

    Nein, das ist zu schematisch!


    In einem Hohlraum von ca. 40 L Volumen kann ein Bienenvolk bauen und leben. Ob es gut gegen Varroa behandelt werden kann oder ob andere Eingriffe im Vgl. zum Mobilbau mit Zargen und Rähmchen gut gelingen, ist ggf. entscheidend für das Überleben des Volkes.


    Nicht eigefangene Schwärme überleben bestenfalls auch nur einen Winter; eine ganz ähnliche Situation. Denn zur Philosophie der Bienenkiste gehört aus meiner (vlt. falschen) Sicht, dass die Bienen es schon alleine richten werden. Damit ist der Betreuungslevel m. E. auf ein Minimum limitiert.


    Und das ist für unsere modernen Bienen nicht ausreichend; macht aber wenig Arbeit...

  • Hier wurde ja mal wieder voll in die Kiste der gängigen Vorurteile gegriffen. Nicht alle Magazinler haben die Weisheit mit Löffeln gefressen und nicht alle Bienenkistenbetreiber sind esoterische Spinner.

    Find ich immer besonders klasse, wenn man zur jeweils anderen Betriebsart nur theoretisch was beitragen kann. Die Bienenkiste klappt, mit allem drum und dran (Varroabehandlung etc). Gut, Königinnenzucht fällt weg. ;)


    So gewinnt man auch bestimmt neue Vereinsmitglieder... um evtl. neuen BienenVerlusten entgegenzuwirken. :rolleyes:

  • Freilich ist "der Krieg" wohl mit der Ansage eröffnet worden, der BiKi-Betreiber würde Bienen quälen.

    Das war weder überzeugend noch helfend.

    Ich erlebe es andersrum. Ich als Normalimker quäle die Bienen, nutze sie aus und soweiter.

    Zitat

    So gewinnt man auch bestimmt neue Vereinsmitglieder... um evtl. neuen BienenVerlusten entgegenzuwirken. :rolleyes:

    Wer will denn das!? Und für den der ordentlich imkert, sind die Verluste der anderen der Markt für die eigenen Ableger. Bei der Übergabe hör ich mir gerne an, was ich alles besser machen könnte. Zur Not auch im Folgejahr ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase : Du Schuft! ;)^^


    Marcus Göbel : das was Du dem Menschen sagen wolltest, war ja richtig. Das was Du ihm gesagt hast, war vielleicht auch richtig, aber schwer anzunehmen. Mit der Ansage auf Einsicht zu hoffen, ist schon etwas, naja, optimistisch. Vielleicht trefft Ihr Euch ja nochmal für einen zweiten Versuch...


    LG

    Roland

  • Ich erlebe es andersrum. Ich als Normalimker quäle die Bienen, nutze sie aus und soweiter.

    Wer will denn das!? Und für den der ordentlich imkert, sind die Verluste der anderen der Markt für die eigenen Ableger. Bei der Übergabe hör ich mir gerne an, was ich alles besser machen könnte. Zur Not auch im Folgejahr ;)

    Sicher nutzt du die Bienen aus und die Käufer deiner Ableger auch. ;)

    Mir persönlich ist es lieber, so ein vermeintlicher Weltverbesserer eignet sich ein bisschen Know-How im Verein an, als dem jedes Jahr neue Bienen zu verkaufen. Und Ableger verkaufe ich auch nicht an Jeden..., aber ich muss auch nicht.

  • Ein kleiner methodologischer Einwand:

    nur weil diesem Besucher 1 von 1 Volk, also 100% Prozent seiner Völker gestorben sind, reicht das nicht aus, dies zu verallgemeinern. Weder für den einen Imker noch für Bienenkisten-Imker überhaupt lässt sich hier etwas aussagen. Das ist eine statistische Anomalie, die hier den kleinen Fallzahlen geschuldet ist. Bei nur einem Volk kann eben nicht 15% der Völker sterben oder so. Ihm dies auf diese Art vorzuwerfen ist also ein sehr schwaches Argument.


    Ich will mich damit nicht über Vor- oder Nachteile der Bienenkiste äußern, dafür kenne ich mich zu wenig aus.


    Allerdings: auch ich erlebe die Imkervereine hier nicht sonderlich einstiegsfreundlich. Wenn Vorsitzende der Vereine jeden Vortrag dazu nutzen, um gegen alternative Modelle zu wettern (habe ich schon mehrfach so erlebt), dann würde ich mich als Neuimker nicht willkommen fühlen. Das widerspricht meinem Empfinden von Imkervereinsarbeit als inklusiv. Ich fände es schön, wenn wir niemanden ganz allgemein ausschließen und wegen seiner Anschauungen verdammen, sondern gemeinsam im Diskurs unser Wissen erweitern. Und dabei ist nichts sakrosant, und 'das haben wir immer so gemacht' kein guter Punkt.

  • Wir sind schon wieder beim "schubladen"...


    Die Imkerschule Segeberg, SH, hat sich dem Thema offen gewidmet und ca. 3 Jahre eine BiKi betreut. Urteil der Beteiligten - nicht brauchbar.


    Ergebnis eines Feldversuchs, und nicht um das zu beweisen. Vielmehr wollte man sich ein eigenes, begründetes Urteil bilden, um ggf. diese Betriebsweise ins Schulprogramm aufzunehmen, da "immer mal wieder gefragt wurde"...


    Nun lässt man es und das begründet.

  • Das Grundproblem bei dem Besucher ist nicht die Bienenkiste. Er (und mit ihm viele Bienenretter!) muss vielmehr verstehen, dass man sich nicht 1 Volk in den Garten stellen kann. Vielmehr muss man eine sogenannte "Imkerei" gründen, mit einer sinnvollen Population, die mindestens aus 3-4 Völkern bestehen muss.

  • Allerdings: auch ich erlebe die Imkervereine hier nicht sonderlich einstiegsfreundlich. Wenn Vorsitzende der Vereine jeden Vortrag dazu nutzen, um gegen alternative Modelle zu wettern (habe ich schon mehrfach so erlebt), dann würde ich mich als Neuimker nicht willkommen fühlen. Das widerspricht meinem Empfinden von Imkervereinsarbeit als inklusiv. Ich fände es schön, wenn wir niemanden ganz allgemein ausschließen und wegen seiner Anschauungen verdammen, sondern gemeinsam im Diskurs unser Wissen erweitern. Und dabei ist nichts sakrosant, und 'das haben wir immer so gemacht' kein guter Punkt.

    Hi,


    auch wenn ich mich damit ggf. sehr unbeliebt mache, vielleicht wollen die Vereine


    ja gar keine Bienenkistenimker. So wie jeder das Recht hat, sich einen Verein auszusuchen,


    so kann sich auch ein Verein seine Mitglieder aussuchen.


    Hierbei dürfte vor allem das Auftreten einiger weniger dieses Verhalten durchaus fördern.


    Wenn man jeden Schritt in der Versammlung dann jedesmal durchdiskutieren muss ob


    das Wesensgemäss ist oder ab man ggf. doch das Volk lieber unbehandelt lässt usw.


    kann ich das sogar nachvollziehen.


    Gruss Joachim

  • Die Imkerschule Segeberg, SH, hat sich dem Thema offen gewidmet und ca. 3 Jahre eine BiKi betreut. Urteil der Beteiligten - nicht brauchbar.

    Ich weiß nicht, ob die Imkerschule in Bad Segeberg wirklich offen testen kann. Die offiziellen Verlautbarungen gehen doch immer in Richtung Segeberger Styropor (vom richtigen Hersteller!): "So imkern wir in der Segeberger Kunststoff-Magazinbeute (Schundau)" und der darüber hinausgehende noch im April präsentierte Varroa-Ansatz war auch nicht so innovativ (AS-Pauschalbehandlung mit Schwammtuch, jetzt aber auch gerne 5x <X)