Der Rhein Sieg Kreis am Bettelstab...und die Imker sollen`s richten

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    Guten Morgen allerseits.

    Ich muss voranstellen, dass ich doch noch immer und immer wieder so doof bin, dem zu glauben, was "man" in Amtsstuben so von sich gibt, wenn es darum geht, Schaden abzuwenden.

    Konkret geht es mir um die Eindämmung der Faulbrut. Brav wie ich bin, habe ich, um meine letzten Völker verkaufen zu können, die Probennahme durch einen BSV und den Antrag aufs Zeugnis in die Wege geleitet.

    Die Schwierigkeit, überhaupt einen BSV an die Stände zu bekommen, war eines. Erst die vierte war dann wirklich bemüht und machte es möglich. Anderes, seitenfüllendes Thema.

    Nun gut, da nicht im Monitoring, Analyse selbst zu zahlen.

    Dazu kommen nun die Gebühren vom Amtsvet. Haben sich mal eben seit 31.12.18 verdreifacht.

    Auf telefonische Nachfrage wurde mir mitgeteilt, das sei eben so. Ach ja, ich wäre nicht die einzige, die sich bereits darüber beschwert hätte. Wer das entschieden habe? Das seien Vorgaben des Landes NRW. Ich fragte nach den Spielräumen, die die Kommunen da ja wohl hätten. Das Vetamt wollte, konnte mir nichts darüber sagen und verwies mich an eine Frau L. im Kreishaus, welche die Finanzen regele. Leider, leider, ooooh, wie schade!!! Sei die Dame für 4 Wochen nicht erreichbar. Sie hat auch keinen Stellvertreter!!!

    So möchte man meinen Unmut ausbremsen, verstehe schon.

    Meine Argumentation, dass auf diese Art und Weise die Imker, die nur wenige Völker haben oder (vermeintlich?) sich eine Beprobung nicht erlauben können, still und geheim die Faulbrutvermehrer der Zukunft sein werden, das ist dem Rhein Sieg Kreis, der sich den Insektenschutz riesengross auf seine Fahnen schreibt, ja völlig egal.

    Schon jetzt ist die Lage so, dass immer wieder Sanierungen dort durchgeführt werden müssen, wo Imker auf völlig unbekanntem Stellplatz Völker in unbekannter Zahl halten. Die BSV, die bei mir Proben nahm, hatte grad in der Vorwoche wieder so einen Fall. Und das ist lt ihrem Bericht Dauerzustand. Sie selbst sucht mit Spürnase und geht Hinweisen nach, um immer wieder entsetzt hygienische Katastrophenstände zu entdecken.

    Diese BSV tut, was sie kann, und ist dabei, ganz ehrlich, sehr human und verständnisvoll. Die hat im Laufe des Lebens festgestellt, dass man Fehlverhalten durch Aufklärung und Dranbleiben schon verbessern kann.

    Ich bin nicht nur sauer über die unverhältnismässige Gebührenerhöhung, die leider bewirkt, dass meine Völker nun je 25 Euro teurer werden, sondern um die Dreistigkeit, die damit einhergeht.

    Wir können mehr Geld nehmen? Jaaaaa! Dann tun wir es auch! Danke, Rhein Sieg Kreis. Wenn dieses Geld dann wenigstens den BSV zugute käme, nicht, nichts hätte ich gesagt.

    Aber wie praktisch, dass die so dumm sind, das im Ehrenamt zu tun. Klasse!

  • Aber wie praktisch, dass die so dumm sind, das im Ehrenamt zu tun. Klasse!

    Dann zeig wenigstens du dich, bei ihr erkenntlich. Ein Danke ist hier sicherlich angebracht. Und vielleicht machst du ja mal eine Ausbildung und hilfst ihr. BSV scheinen ja eher rar, bei euch in der Gegend.


    Gruß
    Ludger

  • BSV Ausbildung an den Wochenenden und mit Prüfung irgendwann im Mai 😂 - da hab ich dann davon Abstand genommen. Richtet sich eher an Imker ohne Bienen. Bei uns im Kreis gibt es noch ~zwei. Gefühlt weniger. Völliger Katastrophe. Aber mit dem AmtsVet läuft's. Zum Glück.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Als BSV muss man dann aber auch vom Amtsvet anerkannt werden. Hier leistet sich der Kreis ein paar Wenige, die anderen Ausgebildeten gucken in die Röhre.


    Landpomeranze : Gebührenerhöhung in dem Mass, in so kurzem Zeitraum, entspricht nicht dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Ggf wäre eine Überprüfung nach §114 VwGO angesagt.

  • Danke für Euer Interesse und die Vorschläge.

    Ich halte seit Jahren engen Kontakt zu einigen BSV und weiss deren Arbeit mehr als zu schätzen. Die haben, bis auf wenige Ausnahmen, ein sehr fundiertes Fachwissen, von dem ich als Imker immens profitiert habe. Man bekommt quasi umsonst jede Menge Infos, und Ludger, noch nie ist ein BSV umsonst zu mir gekommen. Ich hole den/die auf eigene Kosten ab oder gebe Benzinkosten und einen Obulus oder zumindest brauchbare Geschenke, das ist Minimum! Ich habe mich auch zur Mitarbeit angeboten, natürlich! Gerade und auch zur Faulbrutsanierung, ich lerne ja selbst dabei am meisten.

    Was mich wirklich am allermeisten aufregt an der Sache ist, dass die Imker zum einen weder über die Vereine, noch sonst irgendwelche Organe über derlei Gebührenveränderungen aufgeklärt werden/wurden, man bekommt einfach lapidar die Rechnung geschickt.

    Zum anderen, und das ist der wichtigste Punkt, bringt mich die totale Konzeptionslosigkeit auf die Palme.

    Die Kommunen/Kreise sind doch an der Basis, am Bürger. Wir sollen ja grad auch mal wieder wählen und lassen uns die plötzliche Präsenz am Samstag in den Einkaufszentren "gefallen". Mh. Wo kommen sie plötzlich hervorgekrabbelt, die Politiker...

    Jedenfalls gehört doch zum Umweltschutz inkl. Landwirte, Imker usw usf mal ein ganzheitlicher Ansatz hin. Das fängt doch im Kleinen an, oder nicht?

    Hiesse zB, registrierte Imker werden gefördert durch: erstens, zweitens, drittens. Jedem Imker wird mitgeteilt, ob über elektronischen Weg oder seinen Verein, wie sich im Fall a, b, c zu verhalten ist. Die Gebühren seitens der Behörden werden gestaffelt nach Aufwand und Anzahl Völker.

    Und da tröstet es mich wenig, dass ich den gleichen Preis gezahlt hätte,wäre es die 3fache Menge an Völkern gewesen.

    Berggeist, wo gibt es 4€ pro Volk für eine Beprobung? In Mayen jedenfalls nicht.

    Hat sich bald eh erledigt, wenn die Völker erfolgreich veräussert sind.

    Euch allen eine gute Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen.

  • Berggeist, wo gibt es 4€ pro Volk für eine Beprobung? In Mayen jedenfalls nicht.

    Doch. Sammelprobe 6 Völker für gut 20 Euro. Irgendwas unter 25. Genau müsste ich nachkucken. Reicht für ein Gesundheitszeugnis aus. Zumindest hier. Gibt Bundesländer, da darf man bis zu 10 in der Sammelprobe haben.

    Aber was wollte der Amtsvet denn nun für das Zeugnis haben? Red doch nicht hier so um den heißen Brei.

  • Das schöne ist, dass gemäss Wahlprognose unsere Volksparteien einen richtigen Tritt in den ....bekommen.

    Das mit zweierlei Maß gemessen wird, habe ich selbst erlebt.

    Ich musste meine Bienen nach Kommunen separat melden. Bei Vereinsimkern braucht das nicht gemacht zu werden.

    Auf die Frage hin, ob ich auch selber eine Probe ziehen kann, wurde mir mitgeteilt, dass nur Bienensachverständige das machen dürfen. Diese werden ja nur vom DIB ausgebildet.

    Also lasse ich keine mehr ziehen, es sei denn, es wird angeordnet.

    Ableger gebe ich auch keine mehr ab. Auch nicht zum verschenken.

    Viele der sogenannten Kleinimker haben keine Lust mehr auf Verwaltungsaufwand und Zusatzkosten. Nur um mal den ein oder anderen Ableger abzugeben,lohnt es sich nicht.

    Zudem geistert das Gespenst durch die Imkerschaft, dass durch das neue Untersuchungsverfahren auch kleinste Mengen an Sporen/Stäbchen aufgedeckt werden.

    Das wäre zumindest eine Begründung, warum auf einmal überall Nachweise erbracht werden.

    Der Aufruf eines Grossimkers und Züchters in der Nähe, die AFB aus der Seuchenliste zu nehmen, habe ich damals mit Kopfschütteln quittiert.

    Langsam frage ich mich, ob die AFB nur noch der Vorwand für den Ring zum Knechten ist.

    Mit dem Gedanken tue ich mich noch sehr schwer, da die AFB nichts mit dem Zwang zu tun hat. Es ist nur das System was falsch ist.

    Die meisten Länder leben ja auch ohne.

    Als nächstes kommt noch der Imkerführerschein und die Glaslizens dann ist das Monopol perfekt. Dann wird wieder wie zu Opas Zeiten in alten Gurkengläsern etc abgefüllt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich bin zwar nicht angesprochen, aber so, wie es bei uns angeboten wir, ist es meiner Ansicht nach ziemlich elegant und zugleich kulant ohne Zwang geregelt:

    Jeder Teilverein des lokalen KIV bekommt jedes Jahr ein Kontingent an kostenfreien FKP im Rahmen des AFB-Monitorings zugesprochen, an denen sich die Mitglieder der Teilvereine nach eigenem ermessen betiligen können. Sind die Proben wegen Verunreinigung (Pollen oder Brutbestandteile) nicht verwertbar, sind sie raus, sind sie befundfrei, hört man nichts mehr, wird etweas gefunden, bekommt man Infopost.


    Gruß Andreas

  • Arggghh...

    Bin gerade von einem Honigkäufer gestört worden und kann oben nicht mehr editieren oder Rechtschreibung korrigieren... :S


    Ich mache seit mehr als drei Jahren beim Monitoring mit und kann nichts Negatives berichten. FKP dürfen wir selbst ziehen, für Niedersachsen gibt es dazu eine allg. Anleitung, wie man vorgeht. Selbst wenn es nur der BSV aus dem Verein dürfte, wäre es kein Thema, man könnte es ggf. auch über den Verein abwickeln, was die Kosten betrifft.

    Was allerdings auch anderen teilnehmenden Vereinsmitgliedern schon aufgefallen ist, dass manche andere Mitglieder sehr schnell leise werden, wenn es ums Monitoring geht. Dabei ist das eigentlich eine feine Sache. Es geht ja nicht um "Bestrafung" für den Fall eines positiven Befunds, sondern um Vorbeugung eines Seuchenausbruchs und der Vermeidung von Sperrbezirken.


    Betrifft mich zwar nicht, aber "mein Revier" ausserhalb meines Flugkreises ist Rapsrevier und wird jedes Jahr von vielen auswärtigen Imkern angewandert, die wären dann auch aussen vor, wenn hier mal etwas quer läuft. Auch hiesige Imker wandern oder haben ihre Standplätze im Revier und sind an sauberen Völkern interessiert. So hat unser Verein die Möglichkeit, fast das gesamte Revier flächendeckend über das Monitoring sauber zu halten und rechtzeitig Sanierung in Zusammenarbeit z.B. mit Guido Eich durchzuführen.


    Gruß Andreas

  • Ich bin zwar nicht angesprochen

    Genau, denn dieses Verfahren gehört ja vielerorts zu dem üblichen Vorgehen. Bienen Ede empfindet das aber als Messen mit zweierlei Maß. Er möchte gerne nichts mit Vereinen zu tun haben, aber die Vorteile und Angebote der Vereine kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

    Darum meine Frage, wie er das System gerechter machen möchte?


    Es ist auch keineswegs verboten Futterkranzproben selber zu ziehen und zur Untersuchung einzusenden. Man bekommt auch ein Ergebnis dafür und eine Rechnung. Was man damit nicht bekommt, ist eine offizielle Seuchenfreiheitsbescheinigung. Das finde ich gut. Ich kenne keinen Bereich, in dem die freiwillige Selbstkontrolle flächendeckend zu hundert Prozent funktioniert.


    Das bisherige Verfahren ist stark mangelhaft, ohne Frage. Aber ich persönlich möchte es nicht noch mehr aufgeweicht haben. Und wenn irgendwer Untersuchungs- und Kontrollarbeiten erledigt oder auch Schulungen durchführt, muss er doch dafür auch Geld bekommen, oder nicht? Wenn das nicht von den Vereinen übernommen wird, muss es die Seuchenkasse machen. Da müsste es aber erst mal eine Vereinheitlichung geben, weil die Arbeitsweisen und Vorschriften noch erheblich unterschiedlicher und ungerechter sind. Das wird lustig, wenn die bayrischen Imker dann Geld in die Seuchenkasse einzahlen müssten, und wahrscheinlich nicht mal wenig. Insbesondere bei den Klein- und Kleinstimkern.


    Forderungen nach Leistungen sind leicht gestellt. Die Finanzierung sollen dann "die da oben" bitte regeln und gefälligst nicht bei mir irgendwas einfordern.

  • Aah OK, ich hatte den Beitrag, auf den du die Frage bezogen hattest zwar gelesen, aber nicht soweit nachvollzogen. Nee stimmt schon, über Verein bezahlt man das im Normalfall ja alles mit, von daher muss man das als Einzelkämpfer schon anders organisieren und finanzieren. Von nichts kommt nichts.


    Gruß Andreas

  • Wobei der Anstieg der Kosten auch für Vereinsimker relevant ist/wäre.

    Wir haben dieses Jahr ein Kontingent von nur 3 Proben bekommen. Will man (was mich dieses Jahr nicht betrifft) Ableger verkaufen und ist man keiner der 3 im Kontingent, muss man seine Probe / Gutachten selbst bezahlen. Und dann sind die Kosten für das Gutachten doch wieder relevant.

    Ich habe mich dieses Jahr nicht infromiert, aber ich meine aber, unser BSV darf die Proben auch außerhalb des Kontingentes ziehen und einreichen, aber welche Kosten dann vom VetA kommen, weiß ich grad nicht. Gibt es dafür eine Gebührenordnung für NRW, oder ist es Sache des Kreises?

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.