Wiesenmahd und Bienen

  • Hallo in die Runde,


    nachdem es die Bienen bei uns dieses Jahr durch Futtermangel sowieso schwer haben liegt mir der Gedanke an Flugbienenverlust durch das Mähen der Wiesen etwas schwer im Magen.

    Bei uns im Ort sind etwa 150 ha Wiesen die größtenteils entweder im Landschaftsschutzgebiet oder als FFH -Mähwiesen geschützt sind. Es sind also keine toten Wirtschaftwiesen sonder da blüht tatsächlich was. Diese werden 2 mal im Jahr gemäht, und dieses leider fast zeitgleich innerhalb weniger Tage. Ich rede hier wohlgemerkt nicht vom Rasenmähen im Garten.

    Ich hatte jetzt überlegt den Bauern anzufragen, ob er mir am Abend vor der Mahd Bescheid sagen kann. Dann die Fluglöcher abends verschließen und wenn fertig gemäht ist wieder öffnen. Leider findet die Mahd naturgemäß bei schönem Wetter und gutem Flugbedingungen statt.

    Vom plötzlichen Trachteinbruch ganz zu schweigen, wobei dann 14 Tage später schön viel Klee hochkommt.

    Wäre das Verschließen eine Option oder besteht dann die Gefahr des Verbrausens ? Wohlgemerkt bei Liebig Beuten mit Gitterboden, und auch nur wenn es nicht zu heiß wird.


    Viele Grüße Meike


    für alle die gerne zu dem Thema Wiesenmahd und deren Auswirkungen auf die Fauna etwas lesen möchte wäre hier noch ein Link:

    https://www.anl.bayern.de/publ…_poel_et_al_2014_mahd.pdf

  • Hallo in die Runde,

    Hallo Meike,

    ökologisch ist das gleichzeitige Mähen großer Wiesenflächen eine Katastrophe für viele Wildinsekten. Deinen Honigbienen macht es bis auf den kurzzeitigen Nahrungsmangel wenig, die allermeisten werden den Mähbalken ausweichen. Etwas Anderes wäre es wenn gemulcht würde.

    Viele Grüße

    schritte

  • ...toten Wirtschaftwiesen....

    Was mag das denn wohl sein? Hast Du Sowas schon mal selbst gesehen? Oder mehr so vom Hörensagen? Oder weiß "man" einfach, daß das ja so ist?

    Tot und wirtschaftlich sein, schließt sich wechselseitig aus.

    Den meisten Weißklee findet man übrigens auf intensiv genutzten und besonders auf güllegedüngten Flächen. Gibt hier einige Tage nach der Mahd manchmal beachtlichen Eintrag.

  • Was mag das denn wohl sein?

    Nun es ist kein Geheimnis, dass da viele Grünflächen nichts mehr mit einer Wiese zu tun haben.

    Ausschließlich eine Sorte Gras, meistens nur eine Saison auf dem Feld. So richtig viel Leben ist auf diesen Flächen nicht mehr zu finden.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Bei mir fährt der Bauer beim mähhen mit dem Traktor am Bienenstand vorbei.

    Natürlich geht das ein andere Bienchen dabei drauf, aber das schadet gesunden Völkern nicht.

    Verbrausen tuen die Bienen aber auf keinen Fall.

    Ich habe gerade auch einen Sammelbrutableger in der Einfahrt stehen.

    Frisch gebildete Ablege, Fluglinge etc stehen bei mir auch drei Tage verschlossen rum, damit die Bienen eine Einheit bilden. Da verbraust nichts.

    Das gilt nicht für Bienen beim Transport. Da ist immer vorsicht geboten.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Was mag das denn wohl sein?

    Nun es ist kein Geheimnis, dass da viele Grünflächen nichts mehr mit einer Wiese zu tun haben.

    Ausschließlich eine Sorte Gras, meistens nur eine Saison auf dem Feld. So richtig viel Leben ist auf diesen Flächen nicht mehr zu finden.

    Was Du beschreibst ist Ackergras- das ist keine Wiese. Das ist nicht allzu verbreitet und nebenbei tlw. bestimmten Subventionsvorgaben geschuldet.

    Ansonsten empfehle ich mal auf den Boden zu schauen statt Klischees nachzuerzählen.

  • Tot und wirtschaftlich sein, schließt sich wechselseitig aus.

    Heutige Biogas-Silage-Wiesen sind vielfach nur noch grüne Wüsten. Außer dem Zielgras wächst und lebt da nix mehr. Und wenn, wird es mindestens 5x im Jahr gehäckselt und niedergemäht. Das ist nicht wegzudiskutieren oder schönzureden und durchaus mit "tote Wiesen" zu beschreiben.

    Bei mir fährt der Bauer beim mähhen mit dem Traktor am Bienenstand vorbei.

    Natürlich geht das ein andere Bienchen dabei drauf, aber das schadet gesunden Völkern nicht.

    Bei den "toten Wiesen" sicherlich nicht. Sobald aber eine blühende Fläche, und sei es nur Löwenzahn, Luzerne, Weißklee oder eine Zwischenfrucht betroffen ist, sogar ganz gewaltig. Leider weiß ich das aus eigener Erfahrung, aber es gibt auch genug Untersuchungen dazu.

    Bei einer Biene pro Quadratmeter - was bei einer attraktiven Blüte sehr wenig ist - sind 10.000 Bienen weg, weil keine einzige entkommt, dazu sind die Geräte zu schnell und effizient und es reicht ja, wenn die Biene verletzt wird.


    Die Mahd einer solchen Fläche bei Flugwetter kann an einem Bienenstand in der Nähe wie ein Spritzschaden wirken, mit dem Unterschied, dass die Toten nicht vor dem Flugloch liegen.

    Aber wer "Schäden" erst anerkennt, wenn ein Volk tot ist, glaubt natürlich weiterhin, dass so etwas den Bienen nicht schadet.


    Von anderen Insekten und Lebenwesen haben wir dabei noch gar nicht gesprochen, obwohl denen noch nicht mal ein Imker hilft wie den Bienen.

  • Jetzt lässt mal die Kirche im Dorf. Der Landwirt mäht seine wiesen und es kommen ein paar Bienen um. Da gibt es weitaus schlimmere Dingen, die er stattdessen machen könnte.

    Wenn euch das stört, könnt ihr noch gleich ein Tempolimit von 10 km/h vordern, sonnst kleben zu viele Insekten am Kühlergrill. Fliegenklatschen gehören verboten. Stellt euch vor, wenn im Sommer jeder Deutsche auch nur eine Fliege tötet. Wie viele das sind. Oder das Wandern im Wald. Was da an Ameisen sterben. Skandal. :huh:

  • Das ist nicht allzu verbreitet

    Vielleicht nicht auf den Hügellagen vor deiner Haustür. Ansonsten ist es seeehhr verbreitet. In vielen Regionen ist Dauergrünland ein seltenes Gut geworden.

    Und die Flächen sind nicht lebendiger als die Maisäcker, wenn eine Weile so gewirtschaftet wird.


    Die Menge an Bienen, die beim Mähen von blühenden Wiesen, insbesondere mit Aufbereiter für die Silage, ums Leben kommt, ist manchmal keine Kleinigkeit. Ohne Aufbereitung ist es wesentlich weniger.

    Aber ob das Fluglochverschließen eine gute Lösung ist, weiß ich nicht. Viele Bauern mähen auch schon außerhalb der Hauptblütezeit. Dann ist der Kollateralschaden erheblich geringer.

    Ich persönlich nehme das hin, weil vorher ja auch eine gute Futterquelle zur Verfügung steht und somit eine gute Entwicklung der Bienen gewährleistet ist. Manchmal kann man nicht alles auf einmal haben.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Verbrausen tuen die Bienen aber auf keinen Fall.

    Ich habe gerade auch einen Sammelbrutableger in der Einfahrt stehen.

    Frisch gebildete Ablege, Fluglinge etc stehen bei mir auch drei Tage verschlossen rum, damit die Bienen eine Einheit bilden. Da verbraust nichts.

    Das gilt nicht für Bienen beim Transport. Da ist immer vorsicht geboten.

    Das würde ich so nicht unterschreiben.

    Mir sind mal 2 Völker innerhalb von 3 Std verbraust, und das in der Nacht.

    Hängt natürlich von der Stärke der Völker ab, beim schwächeren der beiden Völker konnte ich noch einen Rest von Bienen aus dem Matsch retten.


    Gruß Jakob

  • Hallo Jakob,


    Ich habe in den letzten fünf Jahren locker über 70 Ableger gemacht in der unterschiedlichsten Ausgestaltung. Dabei waren die Bedingungen nicht immer optimal.

    Gerade bei den geschlossenen Trogbeuten ist mir nie ein Volk verbraust.

    Das es mir nicht passiert, heisst aber noch lange nicht, dass es nicht möglich ist.

    Dennoch sehe ich die Gefahr als gering an. Sonst würde ich es nicht empfehlen.

    Auch wenn mir beim Transport noch kein Volk verbraust ist, ist mir hier von Kollegen bekannt, dass die Gefahr wesentlich größer ist.

    So bin ich im Hochsommer schon etliche Kilometer mit Beuten durch Deutschland gefahren und habe die um drei Uhr morgens aufgestellt.

    Ich möchte nicht Wissen was die Nachbarn gedacht haben.

    Was tut man doch nicht alles für sein Hobby!


    Zudem verschliesse ich auch die Beuten bei verschiedenen Gelegenheiten wzB Spritzmitteleinsatz, Malerarbeiten, Mäharbeiten etc auch über mehrer Tage.


    Es war nie ein Problem.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.