Verschiedene Möglichkeiten der Oxalsäureanwendung

  • Hallo Xaver,
    ich dachte mir, eröffne mal ein neues Thema, damit unsere mitlesenden Anfänger in der Imkerei nicht ganz den Überblick verlieren und noch vielleicht glauben, wir lassen die Oxalsäure per Schwammtuch verdunsten.
    Ich benutze die Oxalsäure bisher nur in der 3% Lösung. Damit scheint ja , wenn man der Literatur glauben schenken darf, ein kaum schlechterer Behandlungserfolg erzielbar zu sein, bei besserer Bienenverträglichkeit. Für ein normalgroßes Volk genügen 50 ml, für kleinere entsprechend weniger.
    Einer meiner „Mitstreiter“ hat im letzten Jahr seine Bienenvölker mit dem Oxalsäureverdampfer nach der Methode Fischermühle behandelt. Ich war dabei und habe mitgeholfen, allerdings hat mir diese Sache nun gar nicht behagt. Der feine pulverförmige Nebel hat sich in seinem gesamten Bienenhaus ausgebreitet, so dass ich nach der Hälfte der Völker erstmal Reißaus genommen habe. Der Pulvernebel hat sich dann wie eine Staubschicht auf das ganze Inventar und auch auf die Bienen gelegt.
    Allerdings: er war mit dem Erfolg voll und ganz zufrieden und wird es auch in diesem Jahr wieder anwenden. Für mich persönlich hat diese Methode keine Zukunft,auch wegen der benutzerfeindlichkeit, die Pulverdämpfe sind mir zu gefährlch, ich verspreche mir mehr von den oxalsäuregetränkten Papiertüchern. Werde dieses Jahr mal damit experimentieren, bin mal gespannt.
    Was die Zulassung als Medikament angeht, Fr.-Xaver, gebe ich mich keinen Illusionen hin. Wer gibt schon zigtausende Euro für präklinische und klinische Studien usw. aus, wenn er danach wirtschaftlich nicht davon profitieren kann ?


    Grüsse M.



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-08-16 13:35 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael


    "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil"


    Das gilt insbesondere für die Anwendung des Varrox-Verdampfers.


    Das Gerät hat eine Bedienungsanleitung und es wäre für die Gesundheit Deines Freundes und auch die Deiner eigenen sehr förderlich, diese auch mal zu lesen und vor allem auch zu verstehen.


    >Der feine pulverförmige Nebel hat sich in seinem gesamten Bienenhaus ausgebreitet, ............ Der Pulvernebel hat sich dann wie eine Staubschicht auf das ganze Inventar und auch auf die Bienen gelegt.<


    Der Varrox darf NIE "IN" einem Bienenhaus verwendet werden. NIEMALS!!
    Das steht so auch ganz deutlich in der Betriebsanleitung.


    Das sich der OS-Nebel auf den Bienen absetzt ist richtig so und darauf beruht ein grossteil der Wirkung des Gerätes.


    Bei richtiger Anwendung liegt der Wirkungsgrad bei 97% bis 99%.


    Richtige Anwendung heißt:


    Die Beuten müssen abgedichtet sein. Also vor der Anwendung mindestens 1 Woche nicht öffnen, die Bienen dichten in der Zeit alle Ritzen mit Propolis ab.
    Während der Anwendung muß das Flugloch abgedichtet sein (Schaumstoffstreifen)


    Nach der Anwendung den Varrox entfernen und die Beute 10-15 Minuten verschlossen halten. In der Zeit kann man schon die nächsten 3 Völker behandeln.


    In den nächsten 2-3 Wochen das Flugloch klein halten und die Beute nicht öffnen. Damit erreicht man auch die Milben, die während der Behandlung in den verdeckelten Brutzellen waren und nun mit den Jungbienen schlüpfen. Eine Reinvasion in dieser Zeit ist praktisch ausgeschlossen, da jede Milbe die die kontaminierte Beute betritt, in wenigen Tagen stirbt.



    Noch ein Wort zur Anwendersicherheit. Der Umgang mit Ameisensäure oder gar flüssiger Oxalsäure ist wesentlich gefährlicher als die richtig durchgeführte Verdampfung.
    Meine Maske, die ich zum Gerät dazu erhielt, liegt immer noch orginalverpackt in einer Schrankecke herum. Man benötigt sie nicht, wenn man sich an ein paar Regeln hält. Dazu gehört, das ich grundsätzlich ein Verlängerungskabel benutze. Während der Verdampfung bin ich mindestens 10 Meter von der Beute entfernt. Selbst wenn mir der Wind genau entgegen wehen sollte, bin ich weit genug aus der Gefahrenzone weg. Ist die Beute richtig abgedichtet, einmal durch mich und zum anderen durch die Bienen ist es unmöglich, das auch nur Spuren von kristal. OS herauskommen können. Wartet man mindestens 15 Minuten ehe man das Gerät entfernt, hat sich der OS-Nebel längst auf Beuteninnenraum und Bienen abgesetzt und man kann das Gerät gefahrlos entnehmen. Hierbei sollte man allerdings Handschuhe tragen, da sich auf dem Vorderteil natürlich eine Staubschicht befindet.


    Das Gerät mag in der Anschaffung teuer sein, aber es ist jeden cent davon Wert. Wenn man die geringen Kosten von ca. 5 cent pro Behandlung betrachtet, relativieren sich die Kosten schon wieder. Und ich brauche nicht mit hochprozentiger AS hantieren, die dazu auch nicht gerade als Bienenfreundlich einzustufen ist. Auch meine Gesundheit setze ich nicht in Gefahr, wie bei der Träufel oder womöglich Sprühbehandlung mit OS, ganz davon abgesehen, das bei einem Behandlungsfehler besonders bei der OS-Behandlung ganze Völker ausgelöscht werden können.


    In diesem Sinne..... auf zum fröhlichen Milbenzählen.... --- Harry ---

  • Hallo Harry!


    Verstehe ich deinen Beitrag richtig? Man kann den Varrox-Verdampfer bereits jetzt einsetzten und ganz auf Ameisensäure verzichten? Das höhrt sich interessant an!


    Gruß Botze

  • Danke, Harry,


    auf die Idee mit dem Lesenkönnen wäre ich von alleine nicht gekommen, da seid ihr in NRW uns wahrscheinlich voraus. Seis drum.
    Ich habe geschildert, was ich letztes Jahr so um den 1. November herum erlebt habe, mehr nicht.
    Ach so, ja: der Kollege hat –um Missverständnisse deinerseits auszuschliessen- nicht das Bienenhaus begast, sondern schon die Beuten. Wenn der Varroxverdampfer für Bienenhausimker nicht einzusetzen ist, dann ist das ein Grund mehr , ihn wegzuschmeißen.
    Aber, lieber Harry, so ist das nun mal in Stammtischen, da darf jeder seine Meinung sagen, und sei er noch so dumm.



    Grüsse


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Mein lieber M.
    Du hast geschrieben, das sich eine OS-Pulverschicht „IM“ Bienenhaus und auf das Inventar abgesetzt hat und nicht ich. Dafür gibt es nur zwei Gründe. 1. Die Beuten waren nicht dicht oder 2. Ihr habt die Kästen von hinten „IM“ Bienenhaus behandelt. Beides ist falsch und Lebensgefährlich.
    Mit dem Lesen scheint es ja wirklich ein Problem zu geben.......:smile:)
    Ich habe nicht gesagt, das der Varrox von Imkern mit Bienenhäusern nicht einzusetzen ist! Der Varrox ist selbstverständlich auch von Bienenhausimkern zu nutzen, nur eben genauso wie bei freistehenden Magazinen wird auch durch das abgedichtete Flugloch von vorne und nur wirklich „dichte“ Beuten“ behandelt. „IM“ Bienenhaus hat der Varrox nichts verloren.
    Schöne Grüße --- Harry ---

  • Hallo Botze


    Wenn du die Bienen mit dem Varrox behandelst, benötigst du keine anderen Mittel mehr.
    Im Gegensatz zum Sprüh- und Träufelverfahren von OS hat der mikrokristalline OS-Nebel keine Nebenwirkungen auf die Bienen, so dass man den Varrox praktisch beliebig oft einsetzen kann. Auch gibt es keine temperaturabhängige Probleme. Du kannst ihn bei starkem Frost im Januar einsetzen um die Bienen in der Wintertraube zu bedampfen (zur Restentmilbung) oder auch im Hochsommer bei heißem Wetter zur Bildung von Kunstschwärmen und im Frühjahr bei der Ablegerbildung. Natürlich auch jetzt zur Hauptbehandlung vor der Einfütterung. Lediglich Völker die für die Trachtgewinnung vorgesehen sind sollte man nicht zu kurzfristig behandeln, sonst säuert der Honig auf. (Wie bei der AS) Also Völker, die in den Raps oder Obstblüte gehen, sollten schon bis ende Dezember/anfang Januar behandelt sein und nicht später.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Hallo Harry,


    der Kollege hat durch die Fluglöcher behandelt (Ich war nur passiver Zuschauer).
    Wahrscheinlich waren die Beuten einfach nicht dicht genug.
    Andererseits: bei meinen Beuten gehts eh nicht, da ich die offenen Böden nicht genug abdichten kann. Aber, wie gesagt, chacun a son gout.
    Wollen wir die Kabbelei beenden und die Friedenspfeife ausgraben ?


    M.


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-08-19 16:19 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, zusammen,
    kennt jemand eine preisgünstige Quelle für Oxalsäure?
    Der Preis von it-Technik (100g, als 1 gr Tablette 20 Euro) erscheint mir doch etwas hoch...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat


    Michael schrieb am 2002-08-16 13:34 :


    Einer meiner „Mitstreiter“ hat im letzten Jahr seine Bienenvölker mit dem Oxalsäureverdampfer nach der Methode Fischermühle behandelt. Ich war dabei und habe mitgeholfen, allerdings hat mir diese Sache nun gar nicht behagt. Der feine pulverförmige Nebel hat sich in seinem gesamten Bienenhaus ausgebreitet, so dass ich nach der Hälfte der Völker erstmal Reißaus genommen habe. Der Pulvernebel hat sich dann wie eine Staubschicht auf das ganze Inventar und auch auf die Bienen gelegt.


    Hallo Michael,


    bei dieser Beschreibung gehen bei mir alle Alarmglocken los. Gerade Oxalsäure ist bei falscher Anwendung hochgefährlich.


    Jegliche Aufnahme durch die Haut, die Lunge oder mit der Nahrung ist zu vermeiden, sonst drohen schwerste Erkrankungen. In so ein mit Oxalsäure "gepudertes" Bienenhaus würden mich keine zehn Pferde hineinbringen.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo Botze
    ich habe mir im Sommer einen Verdampfer von der kanadischen Firma schicken lassen und nach dem Schleudern meine Bienen behandelt. Folgendes Ergebnis von einem meiner Völker, bei dem ich im laufe der Behandlung jeweils nach 4 Tagen Wartezeit, die Milben ausgezählt habe.
    1. Behandlung 26.7.2002 = 121 Varroa / 4 waren noch am leben.
    2. Behandlung 2.8.2002 = 204 Varroa / 3 waren noch am leben.
    3. Behandlung 9.8.2002 = 80 Varroa / keine lebend
    Zu diesem Zeitpunkt hatte das Volk noch sehr viel verdeckelte Brut.
    4. Behandlung 23.8.2002 = 2.778 Varroa / 27 waren noch am leben.
    5. Behandlung 30.8.2002 = 712 Varroa / 15 waren noch am leben.
    6. Behandlung 6.9.2002 = 18 Varroa / keine lebend.


    Das Volk hat zur Zeit noch etwas Brut und ich werde im Dezember den Rest der „Biester“ schon erwischen!
    Ich kann nur sagen, daß ich mit dem Verdampfer (Preis ein drittel des Varrox) sehr zufrieden bin. Es ist ein JB700.
    Im letzten Jahr hatte ich ganz nach Vorschrift mit Perizin behandelt!!!!!!!


    Grüße Alfred


    Hier noch mal die Webseite; http://de.geocities.com/vaporizerklaus/ 
    http://www.members.shaw.ca/orioleln

  • Hallo, Alfred,
    was du machst, nennt man cross-posting, d.h., denselben Beitrag unter verschiedenen Rubriken eintragen. DAS MACHT MAN NICHT!!!
    Und außerdem, wenn du noch so begeistert von dem Ding bist, hier ist ein privates Forum ohne kommerzielle Interessen und das soll auch so bleiben!
    Ich nehme mal an, ich bin nicht die einzige, die auch eine email wg. dieses Verdunsters nach Hause gekriegt hat?
    Sowas ist absolut unerwünscht! Wer sich dafür interessiert, wird sich auch die Website ansehen, aber so aufdringlich kriegt man keine neue Kunden!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne


    hast recht mit Deiner Nachricht. Hier geht’s nicht um Kundenwerbung, sondern um den Ärger über den Varrox loszuwerden. Mein Freund aus Mainz hatte sich im letzten Jahr so ein Ding gekauft und es ist ihm nach kurzer Zeit durchgebrannt. Als er wegen Ersatz nachgefragt hatte wurde er kurzerhand mit einem bösen Brief abgewiesen. Die wollen nur ihren Einsatz für die Tests und Zulassung schnellstens herein bekommen und scheren sich den Teufel um die „angeschissenen Imker“. Das gleiche mit den Oxal Tabletten, die hatten mich im letzten Jahr 23 Euro fuer 200 gekostet und ich hatte sie von Herr
    Josef Greinöcker St. Marienkirchen / Österreich. Anschließend habe ich 500gr. Oxalsäure Dihydrat von Fa. Spürgin für DM 10.50 bekommen.


    Wenn man hier, anstatt auf andere Hersteller hinzuweisen, sich über die Praktiken der Vertreiber beschwert muß man damit rechnen, daß sie einem noch wegen Geschäftschädigung belangen.
    Das ist auch der Grund warum ich mir den aus Kanada habe schicken lassen.


    Gruß Alfred

  • Unter:
    http://www.imkereizentrum.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php3?mlay_id=10160&xmlval_ID_MENU[]=11050&xmlval_ID_HEAD[]=12331&xmlval_PARENT_KEY[]=62&xmlval_ID_KEY[]=73


    fand ich sehr viele wirklich wichtigen Informationen zur Oxalsäureanwendung.
    Was ich nicht gefunden habe sind die Karenzzeiten nach dem Verdampfen und nach dem Sprühen.


    Ich erhoffe mich von der Oxalsäure dass ich sie im laufe der ganzen Bienensaison, nach Bedarf, ähnlich wie Herr Meier, anwenden kann. Und nicht nur in der 100 % Brutfreierzeit.
    Nach dem Verdampfen gelang nur die Hälfte, d.h. ca. 0.7g, der Oxalsäure in die Beute. Die andere Hälfte wird durch die Hitze zersetzt. Die Zerfallprodukte beim Erhitzen sind unbedenklich: Sauerstoff, Kohlenstoffmonoxid und Wasser:
    HOOC-COOH ---schnelles Erhitzen---> CO2 + CO + H2O
    In der Beute geht die Zersetzung hoffentlich weiter. Nur etwas langsamer.


    Was geschieht eigentlich dabei?


    Seit mehr als 20 Jahren wird die Oxalsäure in der Bienenhaltung angewand!


    Mfg
    Imkerfreund