Holz vs. Stroh

  • Es wird auf jeden Fall extensiv, ich finde es schön wenn die Bienen auf eigenem Honig überwintern können ...

    ... kommt immer auf den Honig an! Ob die Völker im Winter an der Ruhr/Nosema zugrunde gehen oder gut aus dem Winter kommen. Die Idee Freudensteins der Zuckerfütterung war aus der Erfahrung mit der Überwinterung auf Tauhonig entstanden. Und damit hat die Idee Freudensteins sehr viele Völker in allen Regionen Mitteleuropas über den Winter gerettet.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Ich finde Torben Schiffer, Roland Sachs und andere dieser Bienenhalterichtung sollten zwangsverpflichtet werden, solche Fragen hier alle zu beantworten. Und zwar jedes mal, wenn sie wieder auftauchen. Schließlich werden ja auch diese Ideen verbreitet. Dann sollte man auch die offenen Fragen beantworten und nicht andere diesen Job machen lassen. Roland, wie isses?

    Ansonsten mal direkt anschreiben und erklären lassen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Auüerdem kommen mir 6cm Isolation durch Holz auch nicht viel vor, haben die Bienen in Bäumen nicht eher ca 20-40cm?

    Ich will zwar keine Lanze für diese Beute brechen, aber: Vergiss es. Es gibt keine oder kaum Bäume in den aufgeräumten, forstlich bewirtschafteten Wäldern Mitteleuropas, die so dick sind, das rings um eine evtl. vorhandene Höhle mit ca. 20-30cm Durchmesser nochmal auf jeder Seite 20-40cm Holz ist, also gesamt 60-110cm Durchmesser. Vielleicht in irgendwelchen (Rest-)Urwäldern in Osteuropa oder der eine oder andere Stadtbaum. Hier werden Bäume in der Dimension genutzt, d.h. umgesägt und verarbeitet. Der Totholzanteil in dt. Wäldern ist verschwindend gering, gerade bei den grossen Dimensionen.

    Wenn mal allerdings die 6cm Holz mit der 2-2,5cm Wandstärke der gängigen Magazinbeuten (Dadant, Zander, DNM, ......) vergleicht, ist das ja richtig viel. Aber auch da drin leben Abermillionen von Bienen bei den normalen, nicht wesengemässen Imkern.

    Und wilde SChwärme ziehen komischerweise in alle möglichen und unmöglichen Höhlen, Mauerspalten, Wände, zwischen Fensterläden etc. ein, das man sich fragt, ob die nicht mal nen Kurs in wesensgemässer Bienenhaltung besuchen sollten. Oder wenigstens die Bücher der wesensgemässen Gurus lesen sollten. Und dann überleben die da drin auch noch. Unglaublich.


    augenzwinkernde, aber ernst gemeinte Grüsse, Robert

  • Viel Zynismus, wenig Antworten!

    Mal die Fragen im Eingangspost lesen und unvoreingenommen beantworten. Hier und da geschehen, aber nicht durchgängig.

    Vorschlag: Wer einen positiven Beitrag leisten kann, soll das tun. Wer nicht, soll’s dann einfach lassen.

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Eine Frage also an euch erfahrene Imker: Ich habe ein paar Artikel aus den Jahren 1847 aufwärts gefunden zu den ungünstigen klimatischen Verhältnissen in Holzbeuten, Probleme mit Feuchtigkeit und Kälte, wie sie heute ja auch noch da sind (ein Freund hat eine Einraumbeute von Mellifera, die war letzten Herbst extrem feucht obwohl sie trocken und aufgebockt steht und Styroporbeuten, die sind trotz der Isolierung feucht und schimmeln in den Ecken ein wenig).

    Habt ihr damit auch Probleme? Verbrauchen die Bienen in nicht isolierten Beuten mehr Honig im Winter (wäre ja logisch wenn sie heizen müssen)?

    Ich möchte mich nicht als erfahrenen Imker bezeichnen. Aber meine Erfahrung ist, kein Schimmel oder andere Probleme mit Feuchtigkeit und Kälte in den Beuten. Bei mir verbrauchen die Bienen Zucker im Winter, als Hobbyimker ist mir die Menge egal.


    Nach über 150 Jahren besteht noch keine Einigkeit über die Perfekte Beute. Da sollte man als Anfänger nicht zu viel Zeit mit der Suche nach dieser verbringen. Nimm eine Beute die in deinem Umfeld verbreitet ist, damit lernt man am besten imkern.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Viel Zynismus, wenig Antworten!

    Dann prüf mal deine Antwort auf deine Kritikpunkte. Für die Ausgangsfragen erscheint er mir doch sehr hilfreich.


    Und was ist positiv? Pro Holzdickwandbeute, pro "Naturbaum", pro Stroh, oder pro sonstiges weitverbreitetes Beutensystem?

    Wenn man zu diesen Themen was lesen will, ist die Datenbank gut gefüllt, weil das alles ja schon x-mal beantwortet wurde, hier und anderswo. Wenn ein solcher Faden ausgiebig alle Möglichkeiten durchgekaut hat, wird promt der nächste zum gleichen Thema eröffnet, oder noch früher, weil ja grad irgendwo wieder ein Heilsbringer die übliche Imkerei angeprangert hat. Vielleicht ist es auch mal erlaubt, den Unmut über solches Verhalten auszudrücken und eben nicht zu schweigen.

    Wenn dann noch die "verbesserten" "Superklimabeuten" schon nicht mehr ausreichend sind, hab ich auch keine Antworten mehr. Dann bleibt mir nur der Rat es bei diesen Befürwortern zu versuchen und auf die Mängel direkt beim Erfinder hinzuweisen. Es kann doch nicht sein, dass wir hier die Vertriebsgespräche für die Superbeuten führen sollen (oder dagegen reden, aber das ist wohl der Kampf gegen Windmühlen).


    Vielleicht ist auch mal die Frage zur Recherche angebracht, warum wohl seit so vielen Jahrzehnten diese vermeindlich unbrauchbaren, schlechten Beutensysteme verwendet werden? Das halte ich für vernünftiger und zielführender.


    Wenn der ganze Holz- und Styrokram Mist ist, kann man in Strohkörben imkern. Das geht. Auch zu dieser Betriebsweise gibt es ausreichend Anleitungen.


    Aber ich halte meine Bienen nicht in Standardbeuten, weil ich sadistisch veranlagt bin, sondern weil ich sie für Mensch und Biene als passend erachte. Ich möchte auch nicht immer versteckte Vorwürfe für diese meine Entscheidung vernehmen.


    Ganz nebenbei halte ich es für eine Unverschämtheit von den Bienen, sobald es die Temperatur im Frühjahr zulässt, literweise Wasser in die Beute zu schleppen, das ich als Imker so mühsam versucht habe aus der Behausung zu halten. Frechheit sowas.


    Dass ausgerechnet Eva jetzt diesen Segen abbekommt, ist purer Zufall. Das gilt genau so für die bereits gestarteten und die wohl unvermeindlich noch kommenden Beiträge dieser Art.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Moin Eva,


    die Frage ob Holz oder Styropor ist eine Grundsatzfrage in der Imkerei. Man kann mit beiden Beutenmaterialien erfolgreich imkern. Im Allgemeinen sind Hartschaumbeuten in Norddeutschland oder auch Skandinavien weit verbreitet, im Süden setzt man eher auf Holz. Den Grund dafür sehe ich bei mir ganz gut: Sofern ich nicht alle 2-3 Jahre Beutenteile abschleife und neu öle fallen sie mir recht zügig auseinander, dass ist ein Aufwand den ich mit den Styro-Segebergern nicht habe. Da steht höchstens alle 5-6 Jahre ein neuer Anstrich an.

    Dann ist da noch die Sache mit dem Gewicht. Eine Holzzarge wiegt mehr als das doppelte einer Hartschaumzarge.

    Schließlich ist meine Erfahrung, dass die Völker in Styroporbeuten zur Auswinterung mehr Futter haben, eine höchst subjektive Einschätzung von mir ist auch, dass Völker in diesen Beuten etwas stärker aus dem Winter kommen.


    Die Überwinterung mit offenem Boden ist eine recht übliche Sache, Wärmeprobleme gibt es nicht. Das liegt auch daran, dass die Bienen sich im Winter kompakt zusammenziehen, und die Traube die meiste Zeit nur schwach heizen. Ich überwintere meine Völker auf 14-15Kg Futter, und in den Monaten Oktober bis Januar wird meist nicht mehr als ein Kg Futter pro Monat verbraucht. Der eigentliche Verbrauch beginnt mit dem Start des Brutgeschäftes so ab Februar.


    Da du von Honigverbrauch im Winter schreibst: Meine Völker haben im Wintervorrat nur den Honig, den sie nach der Abschleuderung im Juli sammeln, das sind geschätzt so 3-4 Kg. Das restliche Winterfutter gebe ich in Form von Zuckerwasser.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ach ja......alles keine Naturkatastropfe! Genau die, die Natur also, wird den "Natürlichen" schnellstens den Weg weisen! Die erbarmungslose Natur wird auslesen, schade nur um die armen Bienen!

    Um Naturfreund zu sein brauchst halt nur den Arm heben und zack.....(angeregt und bestärkt in ihrer Ahnungslosigkeit durch heilsbringende wanderpredigende Schweinepriester)

    Bienen brauchen heutzutage intensive Hilfe und gleich wohl die Möglichkeit ihnen helfen zu können...(Kiste!)

    Das verlangt Sachkunde!

    Jeder wird schlau!! Die einen früher die anderen später.....

    Anscheinend macht schaden nicht klug!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich überwintere mit offenen Böden.

    Die Schieber kommen nur rein, wenn ich auf Varroen kontrollieren will, oder ab Beginn des Brütens bis Ende März, je nach Witterung.

    Ich füttere ca 15-20 kg für den Winter (Zucker) pro Wirtschaftsvolk und kann bisher im Frühjahr immer noch einige Futterwaben für Ableger oder Notsituationen entnehmen.

    Unsicher bin ich jeden Winter, ob's Futter reichen wird....

    Die Gefahr des Melezithosehonigs zum Überwintern ist nicht zu unterschätzen.

    Ich schleudere nie alles, damit auch über den Sommer immer genügend Futter da ist.

    Meine Kisten haben nur einem Brutraum, da bleibt eh das was dort unten an Futter drinnen ist den Bienen.

    Meine Bienen stehen etwas geschützt im Hausgarten am Stadtrand.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ingrid ()

  • Hui hier geht es ja wieder gleich hoch her. Also so als Anfänger hat man eigentlich fast keine Lust zu fragen bzw. sich zu äußern, weil es immer wieder auf das Gleiche hinausläuft. Von außen betrachtet wirkt das manchmal so ein wenig wie Herr Lindners Ausspruch: "…Das ist eine Sache für Profis." Lernt ihr erstmal und dann dürft ihr mitreden. Meiner Meinung nach unnötig.


    Doch nun zurück zu deinen Fragen:

    Also ich habe mich für zwei Segeberger Beuten entschieden. Ich wohne in Ostholstein und dein Post ist sehr ähnlich zu meinen Gedanken. Die Links die du gefunden hast, habe ich auch schon durch ;-) Nach meinem ganzen Research hatte ich auch viele Ideen im Kopf, was ich im Bereich Beuten gerne alles ändern möchte. Aaaaber ich habe mich dazu entschieden jetzt erstmal mit dem hiesigen Standard zu imkern und die grundlegende "Arbeitsschritte" wirklich gut zu lernen. Danach werde ich anfangen die Sachen zu hinterfragen. Ich erhoffe mir davon, dass ich meine Veränderungen dann auch wirklich bewerten kann und auch besser verstehen werde, ob diese Veränderungen überhaupt einen positiven Effekt haben oder einfach nur anders sind.


    Da du ja Skandinavien erwähnst: Schau dir mal die dänische Trogbeute an. Eine isolierte Holzbeute.

    http://www.nordbiene.de/home/122.html?task=view

    Bei Youtube und Google nach Trugstader suchen. Da findest du noch mehr Bilder und auch eine Selbstbauanleitung.


    Ich persönlich könnte mir vorstellen, die in DNM umzubauen und die innere Holzisolierung gegen Schilfrohrplatten (wie bei der Schilfrohrbeute) auszutauschen. Man könnte somit weiter die verschiedenen Magazin Betriebsweisen verfolgen, man hätte natürliche Materialien und Isolierung, man könnte Herrn Schiffers Behauptungen zum Thema Bücherskorpion selber überprüfen und man hätte im Garten eine schicke Beute.


    Aber wie gesagt erstmal werde ich in Styropor mit offenen Boden und vielleicht noch einem Klimadeckel die ersten Jahre das Imkern lernen.


    Viel Erfolg und Grüße nach Bremen


    me.


  • Moin Peter,


    Vielen Dank für die Infos! 1kg/Monat ist deutlich weniger, als ich in den kalten Monaten erwartet hätte. Und dass die Holzbeuten irgendwann auseinander fallen hätte ich auch nicht gedacht, meine Eltern haben erst seit letztem Jahr Bienen (also auch noch nicht viel Erfahrung), da merkt man sowas ja noch nicht.

    Klingt aber auch sehr logisch, dass die Bienen in einer isolierten Beute weniger Energie verbrauchen und auch weniger Honig/Zuckerwasser, und dann im Frühling stärker sind...wird also was isoliertes werden, das passt zu allem was ich an anderer Stelle lese.

    Und danke nochmal, für diese hilfreiche und nette Antwort!!


    Ansonsten werde ich mich hier mal wieder abmelden, das ist mir zu ungemütlich hier. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich in einem Schiffer Tree ohne Behandlung imkern und 5 Millionen Bienen mit Seuchen beglücken möchte, oder dass ich ohne einen Paten imkern oder sonst was verantwortungsloses tun will. Ich wollte einfach nur ein paar Erfahrungen von euch zu Feuchtigkeit in den Beuten und Schimmel, weil ich es letzten Herbst selber so gesehen habe, und man das so viel liest. Bestimmt steht es hier schon irgendwo, ich habe aber in dem Wust an Infos diese nicht direkt gefunden und wollte nicht tagelang 75 seitige Threads durchlesen, ich hoffe ihr verzeiht mir das.


    Vielen Dank an alle, die ihre Erfahrungen geteilt haben, sie haben mich ein gutes Stück weiter gebracht, ihr seid super!! <3

  • Oh, noch mehr liebe Menschen!! :love:

    Vielen Dank auch an Ingrid und me.


    Me, der Gedankengang gefällt mir. Ich hatte auch schon überlegt, eine Beute in Normalmaß selber zu bauen, Reet gibt es hier sehr günstig und Holz ist im Baumarkt ja auch nicht teuer. Sehr schick finde ich auch die dänischen Optimal Beuten, ebenfalls aus Schilf...das ist dann aber wieder eine Preisfrage. Vielleicht stelle ich einfach zwei Beuten auf, Styropor und Stroh, und guck mal was da jeweils drin passiert.


    Ingrid, vielen Dank für deine Erfahrungen! Dann scheinen sie in Richtung Stadt ja einiges zu futtern zu finden :)

    Ich bin schon sehr gespannt wie das wird, mit den Bienen :)

  • Moin Eva,


    der Ton ist hier mitunter etwas rau, aber ein besseres Forum zur Imkerei kenne ich nicht. Bleib ruhig angemeldet, hin und wieder ist auch sicherlich ganz hilfreich Fragen zu stellen (und sei es nur per persönlicher Nachricht). Der Informationsgehalt ist natürlich auch für den Gastleser hoch. Und für ein Internetforum sind wir hier nun wirklich ein Streichelzoo ;)


    Holz ist im Norden nicht so einfach, ich kenne im Verein aber auch einige die damit arbeiten und keine Probleme haben. Ich habe meine Holzbeutenteile von meiner Imkerpatin übernommen, fand es aber ganz gut, die beiden Materialien mehrere Jahre lang parallel zu nutzen (und es noch zu tun).


    Nochmal zum Winter: Bedenke, dass gesunde Bienenvölker im Spätherbst ihr Brutgeschäft beenden, und erst im Spätwinter wieder damit anfangen. In der Zwischenzeit wird kaum Futter benötigt. Solange wiege ich die Völker auch nur monatlich, aber ab Mitte Februar schon zweimal im Monat. Hier irgendwo im Forum wurde auch die recht genaue Daumenregel zum Verbrauch im Winter gepostet:


    Oktober-Januar jeweils 1 Kg

    Februar 2 Kg

    März 4 Kg

    April 4 Kg


    Das alles bei ungünstigem Wetter. Meine Erfahrung stimmt damit recht gut überein. Für einzargig geführte Völker.


    Einen guten Einstieg in die Imkerei und beste Grüße


    Peter

  • Die geteilten Erfahrungswerte sind schon reichlich, aber hier noch ungefragt meine 2 Cent.

    Die Ausgangsfrage geht davon aus, gewisse subjektive Erfahrungen (ERB nass, etc) als Grundlage für Entscheidungen heranzuziehen.

    Das trifft aber auf 99% der Beutensysteme zu, immer nur so gut, wie das entsprechende Handling durch den Imker.

    Was für den Einen und seinen Standort passt, kann für den Anderen eben so gar nicht gehen.

    Hier laufen seit Jahren Holz Bergwinkel und Segeberger parallel. Nicht als bewusste Entscheidung, hat sich so ergeben. Offene Böden, überwiegend auch in der Durchlenzung. Schimmel kein Thema. Feuchtigkeit etc. auch nicht. Die Winterfütterung bei Beiden gleich, Segeberger geht mit etwas mehr Futter aus dem Winter. Volksentwicklung im Frühjahr bisher unabhängig v. der Beute, d.h. sehr starke Völker schon in beiden Beuten ausgewintert.