Immer noch dreizargige Völker

  • Und noch eine Frage:


    Bei uns ist keine nennenswerte Tracht mehr zu erwarten, aber die Mädels tragen fleissig Pollen ein. Bei der 'großen Völkerdurchsicht' mit unserem Imkerpaten vor ein paar Wochen hatte er aus den Wirtschaftsvölkern die Absperrgitter rausgenommen "die braucht ihr jetzt nicht mehr". Bei zwei Völkern haben die Königinnen die Chance propmt genutzt und ihr Brutnest bis in den dritten Raum ausgedehnt - und da sind sie immer noch.


    Beide Völker haben in allen drei Zargen noch Brutwaben. Alle anderen haben wir soweit abgeräumt. Können wir einfach abwarten, bis die Brut (hoffentlich in der unteren Zarge) ausgelaufen ist, oder sollen wir Rähmchen-wechselt-euch machen, um die Völker auf zwei Zargen zu bringen?


    Wir sind am auffüttern, aber die erste Varroa-Behandlung gestern habe ich dann für die beiden ausgesetzt.


    Danke vorab für eure Ratschläge,


    Hedwig

  • Hallo Hedwig,


    bitte das Absperrgitter auf max. 2. Zarge-
    die Königin runter und versuchen die Brut
    aus der 3. Zarge ebenfalls in die unteren
    beiden Zargen zu legen.
    Das ganze Jahr arbeite ich mit Absperrgitter-
    je nach Bedarf 1. oder 2. Zarge.
    Ist zwar etwas umständlich, aber bringt auch
    viele Vorteile.


    Viele Grüße Martin

  • Hallo Hedwig, Hallo Martin


    um das das Chaos zu komplettieren, nun meine Vorgehensweise, die sich seit Jahren bei mir bewährt hat. :smile: :smile:
    Völker, die drei Zargen füllen, lasse ich auf drei Zargen, füttere ein wie gewohnt und freu mich meines Lebens.
    Wenn die Königin in den dritten Raum hinein brütet, soll sies doch tun, ist ja ihr Reich.Wenn sie ihr Brutnest wieder zusammenzieht, füllen sie die freigewordenen Zellen flott mit Winterfutter.
    Ich überwintere auch auf den drei Zargen. Die untere Zarge wird im Spätherbst von den Bienen geräumt und alles, was ihnen wichtig ist, nehmen sie mit.Sie verbleibt im Winter als Kletterzarge für wärmere Tage, und nach den Reinigungsausflügen wird sie von mir entfernt. Sie enthält dann in der Regel nur leere Waben; und zwar die ältesten, die ja eh in den Schmelzer sollen.
    Martin, warum die Bienen hin und her räumen im Spätsommer oder Herbst, sie wissen m. E.sehr genau, wie sie sich einrichten sollen, meinst Du nicht auch ?


    Grüsse aus dem Saarland


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Miteinander,


    """"Martin, warum die Bienen hin und her räumen im Spätsommer oder
    Herbst, sie wissen m. E.sehr genau, wie sie sich einrichten sollen,
    meinst Du nicht auch ?"""""


    Ich möchte dem Michael voll und ganz beipflichten, die Bienen wissen genau, was Sie zu tun haben, besser als der noch so versierte Imker. Mir sträubten sich wieder einmal mehr die Haare, als ich am Freitag in der Imkereimonatsversammlung unseren Imkern zuhörte, da werden die Brutnester von Hinten nach der Mitte, von oben nach unten gerichtet, die Bienen werden grundsätzlich, wie unser alter Vereinsvorstand empfiehlt, in einer Zarge zusammengequetscht, weil Sie da besser überwintern - so einen Quatsch den Leuten erzählen, wie sagte der Dr. Liebig so treffend " Wenn sich die Bienen ihre Halter selbst aussuchen könnten, hätten wir wenig Imker in der BRD. In der freien Natur in einem hohlem Baum, können sie sich ja auch nicht einengen. Ich überwintere grundsätzlich in zwei Zargen, da habe ich keine Probleme mit der Bevorratung des Winterfutters und die paar kg Mehraufwand an Futter bei zwei - oder dreizargig ist mir meine Faulheit im Frühjahr wert, wenn ich mich nicht um die Bienen kümmern muss beim Thema - Soll ich jetzt aufsetzen oder nicht.
    Habt ihr heuer auch so viele Varroas?. Ich mache schon zm dritten Mal Stossbehandlung, die Windeln sehen aus, als ob jemand den Kaffefilter darauf ausgeleert hätte, aber heute bekommen die Nachbarn ihre Gifte, dann hängen sie ihre Bayvarolstreifen rein und ich bete jedes Jahr, das sie nochmal wirken werden, aber der Glaube versetzt Berge und meine Nachbarn versichern mir immer wieder, dass die Streifen absolut gut wirken, aber was eine Gemüllwindel ist, wissen Sie nicht.
    Guten Milbenabfall wünscht

  • Liebe Imkerfreunde,


    auch ich enge seit Jahren nicht mehr ein! Wer hat die Völker früher im Wald eingeengt?


    Gruss Friedhelm

  • Hallo Miteinander - Hallo Franz,


    ob ich auf 1, 2 oder 3 Zargen überwintere
    kommt doch immer auf die Völkerführung und
    das entsprechende Klima an.
    Was nützt es, wenn ich die Völker auf 4 Zargen sitzen habe und die Bienen spielen
    nachlaufen ?
    Zur Varroa:
    Ich habe bis jetzt 2 x mit AS behandelt -
    Höchstzahl der gefallenen Milben = 38 Stück
    p/Volk.
    Dabei muß natürlich berücksichtigt werden,
    daß wir im rauhen Westerwald sind und einige
    Brutperioden weniger haben als in anderen
    warmen Gegenden.
    Ich werde aber bei einigen Völker im Dezember
    nochmals einen Test mit Perzizin durchführen-
    kleine Menge ca. 20ml.
    Frage: Hat schon jemand Erfahrung gemacht
    mit den "Knappa-Streifen" ?


    Viele Grüße Martin

  • Hallo Martin,
    1, 2, 3 zargige Überwinterung hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Klima oder Völkerführung zu tun. Wir haben hier in Niederbayern mit Sicherheit ím Winter ein rauheres Klima, als z. B. in den Weinbaugebieten der BRD. Ich überwintere meine Völker im offenen Gitterboden und bei den Segebergern Beuten zusätzlich bei geöffnetem Deckelflugloch, das ist die beste Überwinterung, die es für den Bien gibt. Die Bienen gehen bald aus der Brut und fangen spät im nächsten Jahr zu brüten an, das ist das Non plus Ultra der Völkerführung - im Gegensatz zu meinen Nachbarn, die in ihren Bienenhäusern bei den Hinterbehandlungsbeuten ihre Völker in mehrere Decken einpacken, vielleicht hast du das mit Völkerführung gemeint. Natürlich zwinge ich einen Ableger, der jetzt schön auf einer Zarge sitzt, keine zweite mehr auf, aber meine heurigen Wirtschaftsvölker, gute Ableger und meine Buckfastkunstschwärme überwintern alle auf zwei Zargen. Ich habe 16 % einzargig und 84 % der Völker heuer in zweizargiger Überwinterung, wobei ich sagen muss, durch die eindeutigen Vorteile der Mehrraumüberwinterung, die ich in meinem vorherigen Beitrag schon anführte, mir eine zweizargige oder dreizargige Überwinterung viel lieber ist.

  • Hallo Martin,
    natürlich bekommt ein Volk nur soviel Raum, wie es besetzen kann, keine Frage. Aber eingeengt wird es nicht. Im Gegenteil : ich bin schon mal recht großzügig, was die Raumfrage angeht. Wenn ein Ableger ein –oder zweizargig überwintert werden kann, entscheide ich mich immer für letzteres.
    Selbstverständlich gibt’s im Westerwald noch richtige Winter, aber die Erfahrung lehrt, dass Kälte den Bienen nichts ausmacht, solange sie genügend Futter haben, nicht gestört werden und keine Feuchtigkeit auf sie einwirkt. Daher offene Böden, offene Fluglöcher und runter mit den Wolldecken , Kissen u.ä.


    Grüsse aus dem sommerlichen Saarland


    M.



    _________________
    http://www.imkerei-plein.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-08-15 09:53 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Fr.Xaver,
    normalerweise lege ich auf meine Varroawindeln eine durchsichtige Folie mit 2x2 cm Rastern, und dann schätze ich den Milbenfall. Gestern habe ich mal genau gezählt. Es waren bei einem Volk ziemlich genau 4000 Stück, ohne dass ich vorher in dem Volk verkrüppelte Bienen o.ä. gefunden hätte. Aber spätestens im Herbst wäre es natürlich vorbei gewesen.
    Gibts denn nicht schon eine großtechnische Verwendung für die Dinger, so vielleicht als Futterzusatz für die Putenmast oder so ? Ich würde sofort den Vertrieb übernehmen. :smile:
    Ach ja, schönen Feiertag !
    Ausser bei euch gibts den glaub ich, nur noch bei uns im Saarland.


    Grüsse


    M.


    _________________
    http://www.imkerei-plein.de


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-08-15 10:14 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael!


    Mit welcher Menge Ameisensäure und mit welcher Methode behandelst du Deine 3-Zargigen Völker gegen Varroa?


    Gruß Botze

  • Hallo Botze,


    ich nehme pro besetzte Zarge 25ml Ameisensäure 60% von oben mittels Schwammtuch.
    Dies mehrmals, je nach Milbenfall.


    Grüsse


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-