Jedes Jahr verdoppeln, oder: was mach ich mit Ablegern/Schwärmen?

  • Ich bin Hobbyimker und möchte das auch bleiben, da ich einen Job habe, der mich voll und ganz in Beschlag nimmt und die Arbeit an den Bienen der Entspannung dienen soll.

    Ich habe jetzt drei und möchte evtl. auf vier Völker aufstocken. Aber das soll es dann auch bleiben. Eigentlich würden mir zwei reichen, aber da es ja nunmal auch dem besten Imker passieren kann, dass ein Volk verstirbt und weil man ja ab und zu auch mal unter den Völkern hin und her basteln muss, erscheinen mir drei/vier einfach sinnvoller.

    Eine Freundin hatte bis vor wenigen Wochen zwei Völker, hat davon dann je einen Ableger gemacht und der Rest ist trotzdem geschwärmt, so dass sie nun plötzlich stolze Besitzerin von sechs Völkern ist ... Was macht ihr, wenn ihr nicht verdoppeln wollt? Kommt ihr durch perfekte Schwarmkontrolle irgendwie um Ableger herum? Lasst ihr abschwärmen und hofft, dass es in der Nachbarschaft keiner merkt? (das wäre definitiv nicht meine Methode) Wie schaffe ich es, bei der Völkerzahl zu bleiben, die ich jetzt habe?

    Für das nächste Jahr habe ich es so geregelt, dass ich meinem ehemaligen Paten gesagt habe, dass er sich ab jetzt von meinen Völkern jedes Jahr einen Ableger machen kann und mir wurscht ist, was er damit tut (selber benutzen, verkaufen etc.) - ich möchte selber keine Bienen verkaufen, weil ich einfach noch viel zu wenig Ahnung habe um garantieren zu können, dass dabei dann alles richtig läuft und die Summer auch ok sind.

  • Schwarmverhinderung ist eine der zentralen imkerlichen Handfertigkeiten - aber, wie gerade derzeit hier gut nachzulesen, ohne Garantie auf 100%igen Erfolg.


    Wenn Du ganz regulär Ableger im April/Anfang Mai machst, kann die Schwarmneigung gezielt vermindert werden.

    Über den Sommer machen die Ableger kaum Arbeit, und ist die Saison vorbei kannst Du entscheiden, mit wie vielen Völkern (und welchen!) Du über den Winter gehen willst. Entsprechend werden dann Völker/Ableger vereinigt.


    Viele scheuen aber auch die Arbeit und Investition in die Ableger nicht und gehen mit allen über den Winter, um dann im Frühjahr zu sehen, wer (in welcher Güteklasse) noch übrig ist - und vereinigen ggf. dann.


    Wege gibt es viele - das nennt sich eben Imkerei! :wink:


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hmmm.... stimmt - an die Option, die Völker zu vereinigen hab ich überhaupt noch nicht gedacht, obwohl ich das natürlich kenne. Daran merkt man, dass ich zwar mit Begeisterung dabei bin und mich gerne und viel weiterbilde, aber noch lange nicht wie eine Imkerin denke. Dazu fehlt mir einfach noch die Erfahrung und die Routine die damit kommt.

    Danke für deine Antwort.

  • Ja, gutes Material (Königin) ist ein guter Ansatz. Die Königin der Königin, dessen Tochter oder F3, F4, F5 kann manchmal kontraproduktiv sein. Auch ein Schwarm der als erstes Geschwärmt hat, kann im nächsten Jahr wieder der erste sein...

    Obwohl gutes Material kann dauern bis man es gefunden hat und manchmal ist auch eine Inselkönigin nicht so Top.

    Bleibt die Betriebsweise... Am Ende ist es wieder das Imkern...

    Lies dich in unterschiedliche Methoden ein:


    - Brechen der Schwarmzellen

    - Zwischenbodenableger z.B. nach Pfefferle

    - Schröpfen (Fegling, Flugling, Brutableger, Säugling, Sammelbrutableger)

    - Brutdistanzierung


    und noch so einige mehr.

  • Eine Inselkönigin braucht selber nicht top sein, aber deren Nachkommen. Eine Inselkönigin dient zur Vermehrung, nicht zur Wirtschaftskönigin. (OK - im Idealfall ist sie selber auch top...😉)

  • Wenn du den Platz hast und demnächst auch wieder genug Geld für weiteres Material, dann würde ich die Vermehrung und Verkauf der Überschüsse an deiner Stelle ernsthaft in Erwägung ziehen.

    Ableger (auch Königinnenableger bei massiver Schwarmstimmung) oder gefangene Schwärme falls was schief geht machen viel weniger Arbeit als Wirtschaftsvölker. Man muss viel weniger kontrollieren als bei Wirtschaftsvölkern und beim Einwintern fallen zwei oder drei Völker mehr von der Arbeit auch kaum ins Gewicht - lediglich die Futtermenge steigt linear. Dafür ist dann ein Volk Verlust im Frühjahr weniger problematisch und die Abgabe von allem, was du nicht behalten willst, geht meist auch ganz gut und bringt wieder Geld.


    Ich arbeite momentan mit 4-6 Wirtschaftsvölkern und kann vom Material bis zu 15 Völker einwintern. Bisher hatte ich noch die Probleme im Frühjahr die Überschüsse zu verkaufen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ableger machen und überwintern, um mit ihnen die besseren Völker vor der Frühtracht (zu Beginn der Löwenzahnblüte) mit Brutwaben zu verstärken. Vor Ende der Frühtracht (spätestens bei Erscheinen der ersten Schwarmzellen) wieder Brutwaben entnehmen und den anderen, gemolkenen zur Verstärkung für die anstehende Sommertracht zurückgeben. Überschüssige, schlechtere Völker durch Aufsetzen über Zeitungspapier auf andere, gute Völker auflösen.

  • Verkaufen. Damit es immer mehr und mehr Imker gibt, und trotzdem weniger Importe aus bella Italia.


    Vermehren ist außerdem der beste Weg gegen die Varroa. Und der Bedarf ist ja da. Aber gönn Dir trotzdem anständige Königinnen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wie hier ein Imkerkollege immer schreibt: "Schwärme sind keine Naturkatastrophe". Sie sind vielmehr die natürliche Art der Völkervermehrung. Den Nachbarn ist es auch egal, wenn Deine Bienen schwärmen. Schwärme sind friedlich und spätestens am übernächsten Tag wieder weg.

    Wer als beruflich engagierter Hobbyimker keine Lust hat seine Zeit mit künstlichen Ablegern und wöchentlichen Schwarmverhinderungsmaßnahmen zu verplempern wird mit der Nutzung des Schwarmtriebs kein Problem haben, die Zahl seiner Völker in etwa konstant zu halten. Selbst dann wenn der eine oder andere Schwarm beim Nachbarimker oder in der Freiheit landet.

  • Im Herbst vereinigen:) Auf die Schlechten und Alten Queens den Daumen absenken.

    Nich viele Kisten mit Bienen, besser Kisten mit viel Bienen;)

    Viereckige Wintertrauben sind echt was feines.

    Du hast ein Luxusproblem.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Moin,

    mit 2 Völkern wird es schwer, beurteilen zu können, welches Volk besser oder schlechter ist.

    Ich würde da immer Richtung 4-6 Völker gehen, die lassen sich noch ganz gut behandeln und man merkt Unterschiede zwischen den Völkern.

    Such dir eine Kö aus der Umgebung, die gute Eigenschaften was Sanftmut, Wabensteigkeit und Schwarmträgheit angeht. Von der ziehst du nach oder besorgst dir aus der Umgebung Zuchtmaterial, von dem du nachziehst. Oder halt mehrere Kö's, können ja auch unbegattet sein, mit denen du deinen Stand aufbaust.

    Aber es dauert, bis du die richtige Balance gefunden hast und sich bei deinen Völkern die Eigenschaften herauskristallisieren, die du gerne haben möchtest.

    Kurz: Genetik ist ein Hauptpunkt für wenig Schwärme.

    Einen Schwarm im Baum des Nachbarn, das sollte so selten wie möglich passieren. Das macht der Nachbar mal mit, sollte aber nicht Dauerthema sein. Man will es sich ja auch nicht mit seinen Nachbarn versauen. Und wenn es dann mal passiert, dann ist es halt so.

    Meistens kann man es aber auch verhindern, indem man vorher die Richtigen Maßnahmen trifft.

    Wie oben schon geschrieben:

    1. Zellen Brechen

    2. Wenn wieder Weiselzellen angesetzt werden, Schröpfen oder Ableger bilden (Schwarmvorwegnahme). Auch hier ist man mit 4-6 Völkern besser dran, weil man die Bienen-Masse (Schröpfen) besser verteilen kann und immer ein Volk da ist, mit dem man Kö's nachziehen kann/könnte.

    Und, wenn man ein paar mehr Völker hat, tut es einem auch nicht so weh, wenn man vor dem Winter zwei Völker vereinigt, als wenn man nur 2 Völker hat. Da werden dann auch Mickerlinge durch den Winter gepäppelt, was unnötig ist, denn die Völker brechen als erstes zusammen und kommen im Frühjahr nicht in Schwung.

    Wie Wasi schon schrieb: Wenig Kisten, aber viele Bienen in den Kisten!

    Und wenn du im Frühjahr doch 1-2 Völker zu viel hast: Verkaufen! wie rase schon schrieb...Nachfrage ist weiterhin da und bitte keine italienischen Paketbienen puschen!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich habe gerade, weil die Beute sonst geplatzt wäre, einen dicken Ableger gemacht und eine liebe Bekannte hat ihn sich abgeholt und darüber gefreut.

    Mein Ziel sind mindestens drei, eher vier Völker - aber mehr halt nicht.

  • Warum?? nutzt du nicht die Kraft der 2 Herzen?


    Mann Mann, das Güne nach oben!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill