Beute streichen während sie schon in Gebrauch ist?

  • Wir haben letzte Woche einen Schwarm eingefangen, der so riesengroß war, dass er den Ablegerkasten fast gesprengt hat, in dem ich sie notdürftig erstmal unterbringen wollte. Mein Mann hat daher umgehend eine Fahrt zum Imkereibedarf gemacht und eine neue Beute geholt, in die wir die Damen dann umgepackt haben. (Ich hatte bis dahin nur zwei Völker und hatte aus finanziellen Gründen auch eigentlich nicht vor, mich in diesem Jahr zu vergrößern, daher habe ich nicht einfach so weitere Beuten irgendwo gelagert.)

    Der sinnvollste Weg wäre jetzt, eine weitere Beute zu holen, diese zu streichen und die Bienen nochmal umzutopfen, aber eigentlich ist mir das im Moment zu teuer und deshalb überlege ich jetzt, ob ich die im Einsatz befindliche neue Beute nicht auch einfach so streichen kann (ich mache das nur mit Leinölfirnis) da sie ja ohnehin nur von außen gestrichen wird.

    Meine Überlegung ist, sie abends zu streichen, wenn die Bienen bei diesem Wetter schon wieder alle in der Beute sind und morgens dann, bevor sie wieder losfliegen zumindest um den Flugschlitz herum das überschüssige Öl abzureiben.

    Schadet das den Bienen? Werden die durch den ungewohnten Geruch irritiert - oder sonstwie beeinflusst? Oder meint ihr, ich kann das so machen?

  • Na, freuen werden sie sich nicht darüber.

    Warum läßt du die Beuten nicht einfach ungestrichen?


    Zum imkern braucht man 3 Sachen: Wissen, Zeit und Geld.

    Wenn es schon am Kauf einer einzigen Beute/Zarge hapert.....

  • Danke für eure Antworten. Ich werde sie wohl erst einmal wirklich ungestrichen lassen und dann eine weitere holen, wenn das Geld dafür wieder da ist. Bis dahin wird die, die jetzt im Garten steht schon nicht vergammeln ;) - dann kann ich sie sicherlich immer noch zum Streichen austauschen.

    Wenn es schon am Kauf einer einzigen Beute/Zarge hapert.....

    Ich hab viel Zeit, viel Lernen und jede Menge Geld in die Bienen investiert - und bin damit auch noch lange nicht fertig. Es hapert an Euronen nicht generell, sondern gerade im Moment. Ich gratuliere dir sehr, wenn du finanziell noch nie in der Klemme warst - bei mir ist es derzeit leider so.

  • in einem Buch wurde mal eine Bananenkiste mit Tragleisten versehen, darf nur nicht nass werden

    Geht's noch?!

    Was soll falsch daran sein, die jetzt in der ungestrichenen Kiste zu lassen?

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo Satia,


    ich würde die nicht noch mal umpacken. Mach es so, wie wald&wiese geschrieben hat. Es stört die Bienen wirklich nicht, wenn Du es abends nach dem Flug machst. Du kannst das Flugloch auch während der Arbeit mit Schaumstoff verschliessen, falls einige neugierig werden.

    Wenn es dann richtig dunkel ist, entfernst Du den Schaumstoff wieder. Am Besten Termin ins Handy.

  • . Es hapert an Euronen nicht generell, sondern gerade im Moment. Ich gratuliere dir sehr, wenn du finanziell noch nie in der Klemme warst - bei mir ist es derzeit leider so.

    Dann spar dir das Geld für die Farbe und streiche die Kästen nicht. Die halten auch ungestrichen 10-20 Jahre tadellos.

  • Ich hab viel Zeit, viel Lernen und jede Menge Geld in die Bienen investiert

    Manche Grundkurse sind unvollkommen.

    Hier in Thür. gab und gibt es erst eine Förderung für Jungimker, wenn der Kurs erfolgreich abgeschlossen wurde. Da ist die erste Saison aber bereits gelaufen. Wir haben uns damals darüber aufgeregt. Im Nachhinein bin ich froh, denn das Abwarten bis zum nächsten Jahr und der Zwang, so einfach und sparsam wie möglich zu beginnen und nicht zuletzt das quasi abgenötigte Kooperationsinteresse mit anderen Imkern war nachhaltiger als so mancher gutgemeinte Ratschlag im Grundkurs. Das erzwungene Abwarten und die in Kooperation vermittelten imkerlichen Erfahrungen haben einerseits vor manch unüberlegtem Einkauf bewahrt und andererseits zu reiflicherer Abwägung des eigenen, wirklichen Investitionsbedarfes geführt.

    Auf Deinen Fall angewendet: Wozu ein separater Ablegerkasten? Es genügt für Deine Verhältnisse ein 3er-Ablegerboden. Den kann man notfalls auch als normalen Beutenboden einsetzen (seitliche Fluglöcher verschließen). Eine gebräuchliche Zarge auf einem solchen Boden läßt sich in 2 bzw. 3 Abteile aufteilen mit bienendichten Sperrholzschieden und man hat genügend Zeit, ein bis 3 Ableger darin zu halten - zumindest für einige Wochen, bis man auch als Jungimker deren Leistungsfähigkeit beurteilen kann. Zu jedem Volk gehört als Grundausstattung ein Brutraum und Honigräume für eine große Honigernte (nebst Reserve für den Fall, daß man nicht zeitnah schleudern kann) UND eine Komplettbeute für den jährlichen Ableger UND eine Reserve, um einen oder mehrere Schwarmabgänge (v.a. in der Anfängerzeit) auffangen zu können. Die Vermittlung solch elementarer Grundsätze muß man von einem Grundkurs verlangen, wenn er seiner Bezeichnung gerecht werden will.

  • Ich denke, dass mein Start in die Imkerei ein sehr guter war. Ich habe mein erstes Jahr dadurch absolviert, dass ein befreundeter Imker mir ein Volk in meinen Garten gestellt hat, und ich ihn das ganze Jahr über dabei begleiten konnte, was es an Arbeiten daran zu tun gab und er mich unter Aufsicht schon viel hat selber machen lassen. Erst im Jahr danach habe ich meinen ersten eigenen Ableger bekommen, und war dabei nach wie vor immer noch in sehr guten Händen durch meinen Paten.

    Dass ich noch eine Ersatzbeute für einen etwaigen Ableger oder Schwarm benötigen würde war mir natürlich klar, ich hatte sie einfach nur aus den schon genannten Gründen noch nicht gekauft. Ich bin halt gerade einigermaßen pleite, was so garantiert nicht geplant war. Ich hatte lediglich die Möglichkeit zumindest einen Ablegerkasten zu bekommen, den ich für den Notfall bereit hatte und hatte geglaubt, ich könne mich damit über den Engpass hinweg retten. Das war leider eine Fehleinschätzung weil der Schwarm einfach zu groß war.