Varroabehandlung während der Tracht / Milbenzahl im Mai

  • Hallo Daniel!

    Bis Ende Mai, wenn deine Königinnen eintreffen, sind noch ca. 3 Wochen Zeit. Versuch den Termin doch auf genau 3 Wochen, also 4 Juni zu verschieben. Setz die alte Königin in einen Käfig, sodass sie nicht mehr stiften kann. Nach Auslaufen der Brut führe eine Oxalsäure Behandlung durch, entferne die alten Königinnen und setz die neuen rein.

    LG Mark-o

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Nichts mit rumtrödeln und warten und Differentialdiagnose...


    ... beide Völker sind deutlich über der Schadschwelle und gehören sofort behandelt bei so einer Fallzahl. Bei diesen Milbenmengen denke ich auch in Richtung KS-Verfahren, wies rase beschreibt, da die Brut aller Wahrscheinlichkeit sowieso total vermilbt und geschädigt ist.

  • Ich bin skeptisch, Daniel.

    Hast du überhaupt schon die Königinnennen der Völker gesehen? Bei so hohem Milbenfall, gehe ich davon aus, dass die Völker aus der Brut gehen.Das heisst. Derzeit Schlüpft nur Brut und damit auch Varroen und diese haben keine neue Brut zum reingehen, sondern sitzen dann auf den Bienen. Ich habe das mal mit dem Teilen und Behandeln von Liebig ausprobiert, und beim Brutling die Milben gezählt, Die Fallzahl ging bis knapp 100 pro Tag hoch. Dafür spricht auch die Aggressivität der Bienen, dass vielleicht Weiselzellen vorhanden sind. Dann könnte man bis zur Brutfreiheit warten und dann mit Milchsäure oder Oxalsäure behandeln.


    Natürlich kann es auch so einen hohen Befallen geben. Mein höchster bei Legende Königin war bei 17 /d, doch da brachen mir die Völker schon mit der Masse ein und ich rettete mit Kunstschwarm und Milchsäure. Das war Ende Juli und aus dreizargigen Völker wurden Völker auf 7-8 Waben.


    Daher kann ich mir jetzt um diese Zeit so eine Milbenzahl nur mit Brutpause erklären. Denn sonst würden die Völker sehr schnell sichtbar Masse verlieren.


    Ist nur eine Vermutung und ohne eigenes Sehen nicht verwertbar.


    Mir ist nur wichtig, dass hohe Milbenzahlen ein anderes Problem aufdecken können.

    Viel Erfolv.

  • Hallo zusammen, vielen Dank für eure vielfältigen hilfreichen Antworten! Ja, ich kann Milben von Gemüll unterscheiden (zumindest ausreichend genau) und ich denke auch die Zahlen sind so hoch, dass sie eine TBE mit Fangwabe rechtfertigen, dass werde ich nun angehen. Puderzucker-Methode habe ich noch nicht gemacht, das Ausprobieren hebe ich mir für eine entspanntere Situation auf. Werde versuchen die Brut mit Oxalsäure zu behandeln, Einschmelzen bringe ich nicht fertig fürchte ich.
    Night Shadow : Habe die Königinnen nicht gesehen aber Stifte und jüngste Brut - was mich irritiert und bewogen hat hier zu fragen ist dass die Völker nicht "angegriffen" wirken sondern eifrig sammeln und eher agil wirken. Aber ich bin Neuling im zweiten bzw. dritten Jahr und mir fehlt da auch der Vergleich.

  • ...Werde versuchen die Brut mit Oxalsäure zu behandeln, Einschmelzen bringe ich nicht fertig fürchte ich.

    1. Die Skrupel, lebende Brut abzutöten, sind nicht zum Fürchten, sondern durchaus einen Versuch wert. Bei mir klappt das mit den ebenfalls hoch vermilbten FangW des Brutsammlers. Es schlüpfen nach meiner Erfahrung immer noch genügend gesunde bzw. zumindest eine zeitlang lebensfähige und wenigstens für Innendienste geeignete Bienen aus hochvermilbten FangW. Sogar Flugbienen gibt es, auch wenn in den ersten Tagen nach Öffnung des Flugloches zugegebenermaßen viele sieche und verkrüppelte Bienen aus dem Stock krabbeln, um draußen zu sterben. Kein Grund also, hochvermilbte BrW in Bausch und Bogen zu verwerfen. Ich bekomme selbst im August hier aus mindestens 10 FangW immer noch ein überwinterungsfähiges Volk zusammen, was im Folgejahr den übrigen Wirtschaftsvölkern in nichts nachsteht und bisher auch mit zu den besten gehörte (Nachschaffung von Zuchtstoff des besten Standvolkes).

    Und: Nein, ich verstelle diesen Sammler vom Sammler nicht aus dem Flugkreis meiner bereits sanierten Bienenvölker (in den Flugkreis der Bienen eines Kollegen hinein). Er bleibt - ca. 20m abseits von den übrigen Standvölkern - am Stand und ich habe bisher noch nie Reinvasion beobachtet.


    2. OX wirkt bekanntlich nicht in die Brut. Ich gehe davon aus, daß Daniel! nicht die Brut, sondern die daraus geschlüpften erwachsenen Bienen mit OX behandeln will.

  • Du hast aber keine verdeckelte Brut? Stifte und jüngste Brut wären für eine Jungkönigin typisch, die jetzt ihr Brutnest erstmalig aufbaut. Dann sitzt die Mehrzahl der Milben noch auf den Bienen und fällt natürlich entsprechend. Dann stimmt die Rechnung nicht, die ist für ein Volk ohne Brutpause. TBE würde ich nicht machen, wenn ich dich da richtig verstehe mit Stiften und jüngster Brut und keine verdeckten Zellen. Dann hast du da schon alte Bienen für die jetzige Zeit drin. Die letzten jungbienen sind eine Woche nach Schlupf der Königin geschlüpft und jetzt mit Eilage sind die schon mehr als eine Woche alt. Die Masse ist also deutlich älter. Wenn du ihnen jetzt die nächste Generation raubst, wird die Brutpause mit Fangwabe noch um 3 Wochen verlängert. Die Qualität der Bienen nehmen ab. Ich würde ein schnelles Verfahren wählen, was zwar mir dann keinen Honig mehr bringt, aber sicher ist. Zum Beispiel oxalsäure behandeln. Bei nur offener Brut, geht dir zwar Brut verloren, aber das ist nach kurzer Zeit wieder aufgeholt. Auch ein Kunstschwarm mit anschließender Oxalsäurebehandlung wäre optimal, dann hat man sofort auch sauberes Wabenwerk. Die Milbe ist ja auch Cofaktor für viele Virale Erkrankungen.


    Ich bin gespannt, was da wirklich noch bei der Behandlung fällt. Ach ja, die Fangwabe müsstest du auch einschmelzen.


  • 2. OX wirkt bekanntlich nicht in die Brut. Ich gehe davon aus, daß Daniel! nicht die Brut, sondern die daraus geschlüpften erwachsenen Bienen mit OX behandeln will.

    ribes : Stimmt, ich meinte Brutsammler.


    Du hast aber keine verdeckelte Brut?

    Night Shadow : Doch, ich habe beim letzten Mal Brut in allen Stadien gesehen. Das wundert mich ja auch so, ich hätte bei der Milbenlast ein anderes Bild vom Volk erwartet.

  • Wie schon erwähnt kann man mit ein bisschen Erfahrung sehen, inwieweit die Bienen schon geschädigt sind. Eventuell haben sie sich die Milbe kürzlich von einem zusammenbrechenden Volk eingefangen und die meiste Brut ist noch OK. Ich würde:


    -nach Krüppelflügeln bei den schlüpfenden Bienen schauen

    -sind die Brutflächen löchrig oder geschlossen?

    -sind Milben auf den schlüpfenden Bienen zu sehen?

    -öffne die Drohnenbrut. Bei dem Befall sollten alle Zellen mindestens eine Milbe haben.


    Bei totaler Brutentnahme musst du aufpassen, dass die Altvölker nicht die Milben abbekommen. Normalerweise ist es besser, wenn die Brutsammler weiselrichtig sind.


    Wenn es doch nicht so schlimm sein sollte wie befürchtet, zumindest beim schwächer befallenen Volk, kannst du wie oben empfohlen die Königin käfigen, Nachschaffungszellen brechen und die Brut auslaufen lassen. Dann Honigräume entfernen und behandeln und eine neue Königin zusetzen oder die alte befreien. Damit könntest Du die Tracht weiter nutzen.


    Verloren geben würde ich die Völker nicht, im Mai kann noch vieles heilen. Mach dir aber bewusst, dass bei so einer hohen Vorbelastung jede Behandlung sitzen muss, und eventuell nachbehandelt werden muss, also weiter kontrollieren!


    Guten Gelingen!

    Jan

  • Das wundert mich ja auch so, ich hätte bei der Milbenlast ein anderes Bild vom Volk erwartet.

    Die Bienen brüten stark gegen die Varroaverluste an. Um diese Jahreszeit geht das noch. Deswegen muss man das Volk auch nicht verloren geben.

    ribes hat ja erklärt, was zu tun ist.

    Eventuell haben sie sich die Milbe kürzlich von einem zusammenbrechenden Volk eingefangen und die meiste Brut ist noch OK

    Diese Illusion scheint weit verbreitet. Um diese Jahreszeit ist das die unwahrscheinlichste Ursache.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ...Brutfreiheit böte dann Gelegenheit zur Sanierung mit OX. Nach ca. 2 Wochen neue Kö. einweiseln.
    Wenn neue Kö. in Eilage ist, Brutspender entweiseln, ebenfalls sanieren und rückvereinigen, falls noch/wieder Tracht herrscht....

    Vielen Dank noch einmal! Letzte Frage - vorerst: Nach der Behandlung mit OX sind die Völker ja auch definitv raus aus der Honigproduktion für dieses Jahr oder habe ich mir das falsch gemerkt?

  • Das Ausschließen aus der Honigproduktion wurde einst nur für die Applikationsform der OX-Träufelung (OX-Zuckersirup) gelehrt.

    Heute definiert die Fachinformation des jeweiligen OX-Präparates die Wartezeit für die jeweilige Applikationsform. Darüber hinaus kann etwas gesunder Menschenverstand nicht schaden, wenn man unbeschadet der Wartezeitregelung noch zusätzliche Vorsorge treffen will und sich überlegt, wo ggf. OX-reste sich befinden könnten, die die Bienen nicht wegputzen können.

    Ganz objektiv und unabhängig von der Zulassungssituation dürfte die Sublimation von OX nicht nur die bienenverträglichste, sondern auch die Applikationsform sein, bei der die geringsten Rückstandsrisiken bestehen, weil bspw. sublimierte OX nicht in Holz (Rä., Beutenwände) eindringt (im Gegensatz zu wässrigen OX-Lösungen).