Hygiene im Honigraum - Rähmchen wie oft benutzen?

  • Für Dich persönlich lohnt sich das finanziell nie. Aber es gibt doch immer Anfänger im Verein, die mit ungestreckem Wachs starten müssen. Da muß dann das Vertrauen reichen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ob diese Anfänger freiwillig BR-Wachs nehmen? Wo sie doch in "Bienen+Natur" immer lesen dass man nur Deckelwachs verwenden darf?


    Dass sich das finanziell lohnen soll erwarte ich doch gar nicht. "Kostendeckend" habe ich geschrieben. Wenn die Analyse mehr kostet als ich für das Wachs bekomme, dann...

  • Ich weiß nicht mehr genau was mich die Wachsanalyse gekostet hat, etwa knapp 100 Euro. Ich habe kein Deckelwachs (entdeckeln mit Föhn) und habe seit mehr als 20 Jahren immer alles Wachs, Altwaben und Baurahmen, zusammen geworfen. Jetzt wollte ich das genau wissen was ist mit "sammelt sich im Wachs an", zumal ich jedes Jahr Rapshonig ernte. Also eine Probe untersuchen lassen und zwar, da ich meine MW seit über 30 Jahren selbst gieße, auf PSM, nicht auf Wachsverfälschungen.

    PSM waren alle unter der Nachweisgrenze. Knapp über der Nachweisgrenze war Brompropylat; und das habe ich selbst mit gebrauchten Beuten reingeholt. Und ich war noch stolz, als ich in den alten, leeren Beuten die Franko-Thymol-Rähmchen rausgeholt hatte. Das Brompropylat muss jetzt über die Jahre sich rausverdünnen, entfernen kann man das nicht. Und mein Wachs in den großen Topf der Umarbeiter geben (zwecks verdünnen) mag ich nicht, ich bin ziemlich sicher, dass ich anderen Müll zurück bekomme, da kann ich dann mit Brompropylat leben. Ich habe danach mal den Dr. Wallner getroffen und gefragt. Seine Antwort war: "wenn wir eine Zehnerpozenz genauer gingen wären auch die PSM zu finden".

    Was hab ich jetzt davon?? Hätte ich mir auch gut schenken können.

  • Ich machs so:

    Als Flachzargenimker hab ich nur ein Rähmchenmaß. Nach der letzten Ernte werden alle Waben mit Pollen aussortiert und als dritte Zarge den Völkern aufgesetzt und aufgefüttert.

    Die sauberen Waben lasse ich ausschlecken und lagere die ein. Hier peile ich an, für jedes Volk im Frühjahr den ersten Honigraum mit ausgebauten Waben aufsetzen zu können und zusätzlich drei saubere Honigräume für jedes Volk, das in die Robinie geht, zu haben.

    Im Frühjahr geht die unterste Zarge raus, die Völker sind dann wieder auf ihrem zweizargigen Brutnest, und alles ist eine Etage nach unten gerutscht.

    Zum Thema Wachsstrecke:

    Im Laufe der Saison fallen bei mir Entdecklungswachs, Bauwachs aus meinen Fangwaben, aber auch immer mal aussortierte alte Waben an. Dieses Wachs lasse ich mir umarbeiten zu Mittelwänden, da dürfte so eine Recyclingquote von 30% drin sein, also nicht nur Frischwachs. Ich hab aber noch nie Probleme mit Wachs bemerken können.

    Das Altwachs aus den Bruträumen im Frühjahr verkauf ich an meinen Umarbeiter, der daraus dann freiverkäufliche Biomittelwände macht.

    Wer jetzt geglaubt hat, dass die immer nur aus Entdecklungswachs sind, der mag mal ein bisschen rumrechnen, wie realistisch das zu bewerkstelligen wäre...

  • Die Frage nach der Anreicherung im Wachs ist nicht klar und eindeutig zu beantworten.

    Das hängt davon ab, womit behandelt wird und welcher Eintrag von welchen Trachten in die Völker.gelangt.

    Was ich aber eindeutig sehen kann, ist der Farbe des Wachses.

    Jeder der frisches Entdeckelungswachs und Drohnenwachs aus dem Dampfwachsschmelzer laufen und aushärten sehen hat, erkennt das an der hellgelben schönen Farbe.

    Ältere Waben haben schon eine goldgelbe bis dunkelgelbe Farbe im Wachs.

    Spätestens wenn das Wachs einen braunton erreicht, ist für mich Schluss.

    Umso unverständlicher finde ich dann die Farbe der Blöcke die man dann beim Wachsumarbeiter vorfindet. Diese Farben in graugelb bis hin, dass man keine gelbe Farbe mehr erkennen kann, sind mir unverständlich.

    Das schlimme ist, nach der Umarbeitung kann man durch Aufhellung des Wachses den Unterschied anhand der Mittelwände nicht mehr erkennen.

    Leider legt man seinen Wachs dann in die Hände vom Umarbeiter und hofft sein Wachs zurück zu bekommen.

    Eine eigene Wachsstrecke ist aber für den Hobbhimker unbezahlbar, insbesondere wenn der ja noch entseucht werden soll.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Das war auch nicht so zu verstehen.

    Belastungen mit Fremdstoffen wie Spritzmittel oder Behandlungsmittel erkennt man nicht. Das ist klar.

    Auch wird wie beschrieben mit aufhellern gearbeitet, so dass an den Mitelwänden kein Untersxhied mehr zu erkennen ist.

    Was ich aber an meinem eigenen Wachs erkennen kann, sind die feinen Stoffe im den Waben, die durch die grobe Filterung nicht aus dem Wachs rauskommen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Du wirst sehen, je öfter du durch ein Flies filterst und das Propolis so langsam raus ist, wird das Wachs auch heller. Das funktioniert natürlich nur bis zu dem Punkt, wo die ganzen Schwebstoffe nahezu raus sind.

    Und da reden wir jetzt nicht von Bleiche mittels Oxalsäure.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Das mit der Farbe ist reines Wunschdenken!

    Das kann ich dir mit etwas Filtern und 2x Aufkochen plus OS-Zugabe so machen wie "neu"...

    Ich bin Biolandzertifiziert und darf nur Endeckelungswachs benutzen. Alles was schon einmal eine MW war wird nach dem Ausschmelzen "Altwachs" und muss raus aus dem Kreislauf.

    Das ist oft nicht so einfach und geht nur mit einem hohen Anteil Naturbau. Aber es geht! Und es würde auch mit wenigen Völkern funktionieren! Man muss sich nur von dem Gedanken lösen, dass immer alle Waben wie im Bilderbuch aussehen müssen.

    Mir ist der Brutnestkern (z.B. 5W Dadant) wichtig, dahinter kann auch mal Murksbau oder Drohnenbau kommen. Diese Waben fliegen im Frühjahr beim Schieden wieder raus.


    Gruß Jörg

  • Jörg K. , was machst denn Du mit verpollten Honigwaben?

    Einschmelzen wirdst du die ja kaum wollen und können, deren Wachs wäre dann ja raus.

    Sauberpulen?

    Oder nutzt du irgendwelche Mittelchen, um die Wachsmotte fernzuhalten?

    Das ist wirklich ein Punkt, der mir bei Nutzung von ungleichem Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum nicht klar ist.

    Ich hab zwar auch schon länger so'n Dutzend Dadantvölker mitlaufen, um das Prinzip kennenzulernen, aber deren Honigwaben können ja rüber in meine Flachzargenvölker.

  • Die Pollennester schneide ich raus, sobald ich sie sehe (Speedking bei Ernte oder vor Wintereinlagerung).

    Ich benutze keine Wachsmottenmittelchen. Etwa 10% der Waben haben dann Gespinnste, die schneide/breche ich im Frühjahr aus.


    Gruß Jörg

  • Eine eigene Wachsstrecke ist aber für den Hobbhimker unbezahlbar, insbesondere wenn der ja noch entseucht werden soll.

    Inwieweit ist Entseuchung bei einer Wachstrecke im Hobbybereich nötig? Im Falle akuter Nosema oder AFB wird man das Wachs sowieso entsorgen. Was gehört zu einer eigenen Wachsstrecke: Schmelzen (Dampf,Sonne, Kessel), Klären, Gießen? Mit Tapetenlöser, Glühweinkessel ist eine Mittelwandgießanlage die einzige richtige Investition.