Hygiene im Honigraum - Rähmchen wie oft benutzen?

  • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil?

    Die Rähmchen werden alle 4-5 Jahre eingeschmolzen und abgeflammt.

    Drohnenrähmchen natürlich öfter, wobei die erst Ende des Jahres abgeflammt werden.

    Ich habe ca 1.400 Rähmchen im Einsatz.

    Bei den aktuelle Preisen und bei einm vier Jahres Rhytmus müsste ich mir jedes Jahr für 300 Euro Neue kaufen. Schnell verdientes Geld im Winter, wo eh nichts zu tun ist.

    Wenn man das dann noch im Team macht, hat man sogar noch Spass dabei.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Daher würde ich eine Nutzung der Waben nicht länger als drei Jahre empfehlen, egal ob HR oder BR.

    Da bin ich ja mit meiner Betriebsweise ja genau richtig. Ich führe die Völker im Sommer 1-zargig im Winter 2-zargig, Das Rähmchen geht mit MW in den oberen HR, aus dem oberen HR im Folgejahr in den unteren (1.) HR (der HR, der erst bei der letzten Schleuderung geschleudert wird) und der wird das im Frühjahr zum BR und dieser wird im 3. Jahr eingeschmolzen.


    Lediglich die weiteren HR-Rähmchen muss ich noch berücksichtigen.


    Ach und die Rähmchen aus dem BR, die ich für Ableger nutze, die machen auch noch ein 4. Jahr im Ableger.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Wenn man Kinder in Watte packt, werden sie krankheitsanfällig. Könnte doch mit Bienen genauso sein, oder?

    Wenn man auf Reinzucht setzt, verarmt der Genpool, was auch zu Krankheitsanfälligkeit führt, oder nicht?

    Bei Menschen sind die Schmuddelkinder gesünder als die behüteten Stadtkinder und schneiden bei Epidemien besser ab.

    Ich finde, der Hygienewahn kann nicht gesund sein, genauso wie eine Verarmung des Genpools.

  • Wenn man Kinder nicht pflegt, werden sie krank. Straßenkinder sind auch nicht gesünder als verhätschelte Kinder der Zivilisation. Beide Extreme führen also zu geringerer Vitalität.


    Vermutlich sind auch ständige Umweltgifte in kleiner Dosis etwas, das Immunsysteme bremst. Dieser Effekt ist schwer zu untersuchen und zu gewichten, wenn man Stadt- und Landkind vergleicht.


    Wenn man anstrebt, nur die zähesten durch Selektion übrig zu lassen, muss man auch mit hohen Verlusten leben.


    Mit gesundem Augenmaß lassen sich aber zwischen beiden Extremen auch gute Mittelwege finden, bei denen der gute Gesundheitszustand und ein halbwegs widerstandsfähiges Immunsystem rauskommen. Das wäre wohl für Kinder und Bienen ein sinnvoller Ansatz.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Oh, oh ManfredT : Du solltest Dich bitte näher mit den einschlägigen Bienenkrankheiten, deren Erregern, der Immunologie und nicht zuletzt den epidemiologischen Konsequenzen Deiner gefühlten "Wahrheit" v.a. für Nachbarimker befassen, bevor Du von Hygiene-"Wahn" sprichst und ihm einen Krankheitswert unterstellst. Auch der Ansteckungsweg von Bienenvolk zu Bienenvolk ist (abgesehen von evtl. imkerlicher Infektionsverbreitung) prinzipiell ein anderer als der, den man sonst bspw. aus dem Leben von uns Säugetieren kennt...

    Aber selbst die jüngere Geschichte der Humanmedizin widerlegt Deine Unterstellung - eines von vielen Beispielen gefällig? Bitte:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis

  • Na der alte Semmelweis hat sich aber nicht mit Bienen beschäftigt.

    Welche Infektionen sind den aus den Rähmchen zu befürchten?


    Mir fällt nur AFB ein. Und wenn keine vorhanden war, kann man auch nix damit infizieren.

    Alles Andere ist sowieso latent vorhanden, man kann dagegen nur vorgehen, indem man das Volk stark hält. Die durch Varroa übertragenen Krankheiten dürften im Rähmchen nicht ankommen.

    Wenn die Waben durch einen Dampfwachsschmelzer oder Sonnenwachssvhmelzer gehen, sollten die auch weitgehend keimfrei rauskommen.

    Bei mir gehen die Rähmchen mechanisch kaputt - dann werden die ersetzt. Nicht eher.


    Ein Bienenvolk weiß schon mit Keimen umzugehen - seit ca 80 Millionen Jahren.


    Grüße Ralf

  • Du solltest Dich bitte näher mit den einschlägigen Bienenkrankheiten, deren Erregern, der Immunologie und nicht zuletzt den epidemiologischen Konsequenzen Deiner gefühlten "Wahrheit" v.a. für Nachbarimker befassen, bevor Du von Hygiene-"Wahn" sprichst und ihm einen Krankheitswert unterstellst.

    Nun ja - bei den Kindern kann man ganz normal hygienisch arbeiten, also halt ganz normal putzen und sie anhalten, Hände zu waschen vor dem Essen etc., oder man kann ständig mit Desinfektionsmittel putzen und rumwedeln und sie davon abhalten, im Dreck zu spielen. Diese überzogen angewandte Hygiene fördert nach neueren Erkenntnissen Allergien.

    Im Fall von Geburten hilft es durchaus, Hände gründlich zu waschen und vor allem Geräte zu desinfizieren (auskochen!), das wurde damals nämlich auch nicht so in dem Ausmaß gemacht. Aber: viele Krankenhäuser haben wohl inzwischen Probleme mit Superinfektionen durch multi-resistente Keime, auch nicht so prickelnd.

    Ich scheine ManfredT s Post anders zu lesen als Du und sehe eher bei Dir eine Unterstellung.

    Wenn man das ganze auf Bienen überträgt, denke ich, dass da genauso putzen (also durchaus turnusmäßig entwachste Rähmchen waschen und ggf. aussondern) nicht schadet, muss ja im Normalfall nicht gerade mit Ätznatron sein, normales Soda tut es vielleicht auch. Die Vorstellung von Honig aus dunkelschwarzen Waben behagt mir irgendwie nicht so recht. Aber ständig alles desinfizieren wäre dann auch wieder etwas reichlich.


    Die gesunde Mitte wär's halt mal wieder.


    ralf_2 täusch Dich mal nicht mit dem Sonnenwachsschmelzer. Die darin erreichten Temperaturen reichen gerade, um das Wachs zu schmelzen, da kriegste so asslige Sachen wie Faulbrut oder Kalkbrut (halt dieses Sporenzeug) nicht wirklich raus.

  • wenn ich als Standimker seit Jahrzehnten negative FKP habe, reicht Dampfwachsschmelzer und der Waschkessel zur Reinigung. Da laufen die Rähmchen bis sie auseinander fallen oder wegen Löcher von Wachsmottenmaden die Leisten knicken. Wenn kein Anmachholz da ist, wird kritischer aussortiert.

    Wanderimker machen vorsorglich regelmäßig mit der Verkunstschwarmung der Wandervölker auch mit den Rähmchen AFB-Sanierung light , um aufgesammelten AFB-Sporen keine Chance zu geben.

  • [....äusch Dich mal nicht mit dem Sonnenwachsschmelzer. Die darin erreichten Temperaturen reichen gerade, um das Wachs zu schmelzen, da kriegste so asslige Sachen wie Faulbrut oder Kalkbrut (halt dieses Sporenzeug) nicht wirklich raus.

    ...was ist dass denn für eine Behauptung. Unser Sonnenwachsschmelzer macht z.B. bis 130 Grad. Die Waben sind dann so trocken, dass sie ähnlich wie ein Wespennest schnell brechen. Nur die Häutchen halten sie noch zusammen.

    Jonas

  • ...was ist dass denn für eine Behauptung

    AFB-Sporen sind wirklich sehr robust. V.a. trockene Hitze vertragen sie sehr gut. Die entkommen jedem Sonnenwachsschmelzer i.d.R. unbeschädigt.

    Nicht umsonst gelten strenge Regeln z.B.

    § 2 Abs. 2 Zf. 2 BienSeuchVO (Reinigung mit kochendem Wasser + 20 min. bei 240 Grad!)

    https://www.vetion.de/gesetze/…seuchen_VO.htm?mainPage=1

    oder Runderlaß Niedersachsen zur BienSeuchVO Zf. 4.1. zu § 2 BienSeuchVO (bei MW Herstellung:

    "Wachserhitzung mit gespanntem Wasserdampf auf ca. 130° C für ca. vier bis fünf Stunden mit anschließender Heißhaltung bei ca. 90° C für ca. acht bis zwölf Stunden"):

    https://www.ndstsk.de/index.php?bereich=6&topic_id=157