Hygiene im Honigraum - Rähmchen wie oft benutzen?

  • Ich kann nicht verstehen, dass man nicht genug eigenes Wachs haben kann um eigene Mittelwände zu machen. Vorausgesetzt man hat nicht regelmäßig doppelt so viele Völker wie im Jahr zuvor.

    Darfst halt auch nicht viele Ableger und Völker verkaufen. Was aber nötig wäre, um die unsäglichen KS aus Italien auszutrocknen. Zwickmühle.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nix, aber da sich viele Dinge die man nicht mag anreichern, ist es sicher nicht schlechter mit frischem Material zu arbeiten. Denn wenn die Bienen bauen dürfen, dann ist das Wachs nur für Mittelwände zu viel. Da macht es keinen Sinn, das ganz frisch geschwitzte Wachs zu entnehmen. Die evtl. eingetragenen Stoffe, kommen wohl eher über die intensivere Nutzung im Brutraum ins Wachs als im Wildbau oder Honigraum.

    Es geht ja nicht um böse oder gut. Aber es gibt wohl unbestritten ein Problem mit seit vielen Jahren zirkulierendem Wachs, das zudem gar nicht alles reines Bienenwachs ist. Wenn es auch, Gott sei Dank, nicht bei jedem und jeder Dosierung zur Katastrophe in den Völkern führt.

    Grüße Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Wir nehmen regelmäßig Drohnen raus und schmelzen das 1a frisch gebaute Wachs ein. Beim Schleudern werden die Waben großzügig zurückgeschnitten und das Wachs eingeschmolzen.

    Drohnenbrut schneide ich grundsätzlich nicht, somit fällt die hier weg.

    Ich entdeckele mit dem Messer, da bleibt schon was über, deckt den Bedarf aber bei weitem nicht.

    Zitat

    Jeder Wildbau wird gesammelt und kommt in den jeweiligen Wachstopf (jungfräulich oder bebrütet).

    Dito, nur fällt hier bei meinen Buckis nicht so viel Wildbau an. Nebenwirkungen von guter Genetik und Kisten die anständig gebaut sind. Mit meinen ersten geerbten Zanderkisten hätte das vielleicht funktioniert, die waren töp.

    Zitat

    Alle Honigwaben die nicht pikobello sind werden eingeschmolzen (lieber das Wachs im Block, als im Magen der Wachsmotte).

    Jo, oder spätestens nach 3-4 Jahren.

    Honigrähmchen sehen bei mir keine Brut, wenns schlecht läuft ein wenig Pollen, das macht die Sau aber auch nicht fett, kann man auch ausschneiden.

    Zitat

    Lasst die Bienen bauen wo es nur geht. Scheiß auf ein paar Pfund Honig die das kostet.


    Die Damen sind beschäftigt und machen weniger Blödsinn, das Umfeld ist für sie gesünder.

    Grundsätzlich bin ich bei dir, aber

    Im Frühjahr kannste das je nach Gegend vergessen. Ich stehe hier umzingelt von Obstgärten und Rapsfeldern. Wenn die Völker im Frühjahr trachtreif sind und oben ist kein Platz zum lagern muss ich mit der Leiter imkern. Irgendwo muss der Mist ja hin.


    Gruß Chris

  • Was ist denn an bebrütetem Wachs böser ?


    Grüße Ralf

    Ich denke, nichts.

    Mancher denkt, dass mit dem Alter das Wachs schlechter wird. Ich frage: Wo sammeln sich denn im Laufe der Zeit mehr "Fremdstoffe"? In einer Brutwabe, die 3 Jahre genutzt wird oder in einer Honigwabe, die die gleiche Zeit in Gebrauch ist? Ich kann es nicht sagen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Genau das meine ich.

    Panik ist keine gute Idee.

    Wenn von draußen nur Gift reinkommt, dürfte man auch keinen Honig verkaufen.

    Und Stearin oder Paraffin wird sich auch bei längerem Gebrauch von Waben nicht vermehren.

    Grüße Ralf

  • Alles was hier anfällt wird zu MW, ein Teil verläßt den Betrieb in den Ablegern/Völkern. Paraffin o.ä. kommt garnicht nicht erst dazu. Der Rest Grundrauschen wird in der Theorie immer leiser. Verdünnt sich halt bestenfalls alles.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hat ja mit Panik nichts zu tun.

    Nennt sich Wabenhygiene und nützt sicher mehr als es schadet. Es steht ja jedem frei wie er es selber macht. Es war als Anregung gedacht für die, die geschrieben haben, dass das Wachs für eigene Mittelwände nicht reicht. Wir machen das mit dem Wachs sicher intensiver als die meisten hier.

    Es kommt wohl dem Wesen der Bienen näher, als das Wachs zum X-ten mal durch den Kasten zu schleusen. Noch Näher ran, käme da nur noch der komplette Naturbau.

    Wir sehen uns da irgendwo in der Mitte dazwischen.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Und es ist auch so, dass nicht jeder eine MW-Presse betreiben kann oder möchte. Mit 4 bis 8 Völkern ist das so wie mit der Honigernte-Technik.

    Ich habe genug und denke, auch gutes Wachs. Aber MW presse ich trotzdem nicht.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Genau das meine ich.

    Panik ist keine gute Idee.

    Wenn von draußen nur Gift reinkommt, dürfte man auch keinen Honig verkaufen.

    Und Stearin oder Paraffin wird sich auch bei längerem Gebrauch von Waben nicht vermehren.

    Grüße Ralf

    Diese Stoffe sind ja auch nicht durch den langen Gebrauch von Waben in den Kreislauf gekommen.

    Mal abgesehen davon sagt auch niemand, dass von draußen nur Gift rein kommt. Aber was Lipophile Stoffe sind und was das in Zusammenhang mit Wachs bedeutet (wenn die Grundmenge sich nicht stark verändert) ist glaub ich bekannt und schon ausgiebig diskutiert worden.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Wie die Bienen nur 80 Millionen Jahre überlebt haben, ohne in den Genuss der neuen Wabenhygiene gekommen zu sein, ist sicher ein großes Geheimnis.


    Klar muss man drauf achten, dass die alten Waben rauskommen, aber übertreiben muss man auch nix. Gerade jetzt, gehen die Bienen nur wiederwillig auf unbebrütete Waben. Mit viel Futter kann man sie überreden.

    Ist das aber bienengemäss? Ich als Küchenbienenpsychologe vermute, dass ihnen die unbebrüteten Waben als weniger tragfähig erscheinen - wenn ich eine bebrütete Wabe in die Honigraumzarge hänge, sitzen dort die Bienen und da wird auch zuerst Futter / Honig eingetragen. Evtl. werden dann auch die benachbarten unbebrüteten Waben einbezogen.

    Man kann natürlich auch mit 5 Kilo Futter auf einmal kommen - dann haben sie keine Wahl und müssen.

    Soll der Bien aber müssen oder soll er wollen?

    Grüße Ralf

  • Seine eigene Wachsstrecke zu betreiben ist bestimmt möglich. Das bestreitet wohl kaum einer.

    Es besteht aber ein Bedarf an Mittelwänden auf dem freien Markt, die aus überschüssigem Wachs von sauber arbeitenden Imkereien erzeugt werden müssen. Jungimker, Schnell-Vergrößerer und auch alle jene Kleinimker, die ihre Altwaben aus Bequemlichkeit im Müll entsorgen (Die gibts!) müssen zukaufen.

    Im Biobereich sogar noch mehr: Wer umstellt, muss sein Wachs komplett durch eingekauftes Biowachs ersetzen, und jeder Kleinimker, der gern Biomittelwände kauft, schleust dieses Wachs aus dem zertifizierten Bereich, es ist also fortan kein Biowachs mehr.

    Wenn die Standards für Altwachs, das zur Umarbeitung geht, zu hoch gesetzt werden (nur Entdecklungswachs usw.), dann schaffen wir damit künstlich eine Marktverknappung, die wiederum kriminelle Energie puscht und so möglicherweise den nächsten Beimischungsskandal befördert.

  • Man müsste einzi Neubeimengungen in den Griff bekommen.

    Dies, da die alten Behandlungsmittel über die Jahre bereits ausgedünnt sind.

    Wobei meiner Meinung nach diese heute keine Rolle von der Konzentration mehr spielen sollten.

    Das Problem heutzutage ist die Gier und Verantwortungslosigkeit der Paraffinbeimenger.

    Wobei das allergrößte Verbrechen dabei dann noch das Stearin ist.

    Paraffin wird schlechter oder gar nicht angenommen, Stearin tötet Brut.

    UND ICH GEHE DAVON AUS DASS DIESE GELDGIERIGEN IDIOTEN, WELCHE DIES TUN HIER MITLESEN.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup: