Wie werde ich Züchter?

  • Moin,

    Um bei Carnica Züchter zu werden benötige ich ein gekörtes Volk von den ich meine Zuchtlinie aufbauen kann um mich nach 6 Jahren als anerkannter Züchter eintragen zu lassen . Kein gekörtes Volk = keine Eintragung als Züchter möglich.

    Wie läuft das aber bei der Buckfastzucht? Dort gibt es ja keine gekörten Völker?

    Gruß

    Martin

  • Schreib einfach mal den Zuchtobmann deines Landesverbandes an!


    Und meines Wissens nach brauchst du für die C.-zucht auch kein eigenes gekörtes Volk, es reicht auch sich einfach Zuchtstoff von einem leistungsgeprüften Volk (mit Abstammungsnachweis) zu holen und damit zu beginnen. Kein gekörtes = kein Züchter, stimmt also im Grunde so nicht.


    Aber, wie gesagt, der Zuchtobmann ist da wohl der beste Ansprechpartner.

  • Hallo


    Du brauchst Zuchtstoff eines gekörten Volkes,
    der muss dann kontrolliert angepaart werden,
    auf Belegstelle, Insel oder Besamung,
    würde ja auch keinen Sinn machen mit unbekannter Herkunft herumzudoktern


    Die Königinnen mit denen man weiterzüchtet
    läßt man dann selbst kören


    Gruß Uwe

  • Hallo Martin,


    die Züchtertagung Buckfast NRW war im März. Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, Kontakt aufzunehmen - plan das schonmal fürs nächste Jahr ein... Bis zur Jahreshauptversammlung im November ist noch etwas hin.


    Vorher bietet es sich an, dass du zur Gebrauchsbelegstelle Rommerskirchen (Köln) fährst. Dort werden Termine angeboten, wo von geeignetem Buckfast-Zuchtstoff umgelarvt wird. Evtl ergeben sich darüber auch schon Kontakte, dass du die Königinnen zur Belegstelle bringst/ bzw. du die Tour nicht alleine machen musst.


    Alles andere ergib sich dann nach und nach.


    viel Erfolg

    Ludger

  • Moin,

    auf der Züchtertagung in Herten war ich gewesen. Wie man an guten oder wie auch immer sehr guten Zuchtstoff kommt, ist mir auch bekannt. Auch werde ich dieses Jahr vier Kö's nach Amelanie schicken und vier Kö's künstlich besamen lassen.

    Das wie man Kö's baut usw ist mir bekannt. Aber es ist eben ein Unterschied ob ich als Züchter bzw Vermehrer von Carnica oder Buckfast tätig sein möchte. Um mich als Vermehrungszüchter Carnica eintragen zu lassen, fehlt mir nur noch ein Kurs den ich besuchen muss. Aber ich würde ja gerne In die Buckfast Zucht einsteigen und da gibt es nun Mal keine Körung weil diese Art der Bewertung für Buckfast nicht vorgesehen ist (Beispiel Cubiltalindex)

    - Es gibt keine Beebreeds sondern Pedigrees.

    - Das Bewertungssystem für Carnica und Buckfast ist komplett anders

    - ich muss für Carnica min 20 Völker haben, bei Buckfast?

    - usw.

    Es kann ja nicht sein, das ich mit der Nutzung von Pedigrees, der Leistungsrüfung der Nachkommen und das meinetwegen mit insgesamt 10 Völker, ausreicht, um Buckfastzüchter zu werden.

    Sind dies Infos bei Buckfast so geheim das man diese nur über den Zuchtobmann oder wie auch immer bekommen kann? Es ist doch jetzt keine Biene die man nicht kennt oder von der man noch nichts gehört hat!


    Gruß

    Martin

  • Moin,


    Generell, egal ob Carnica oder Buckfast, sind 20 - 30 Völker das absolute Minimum, eher mehr.


    Königinnen vermehren oder züchten ist nicht die Arbeit, die eigentliche Arbeit ist es die Anpaarungen zu prüfen und zu selektieren.

    Jetzt geh mal von einer Prüfgruppe von 10-20 Königinnen aus. So viel Völker musst du haben plus Bienen für Begattungseinheiten + Völker für die Zucht + die Völker mit deinen Zuchtmüttern drin + Reserve falls mal irgendwas ist.


    Fang doch erst mal an für dich ein paar Kös von guten Müttern zu vermehren. Die kannste ja auf Belegstelle schicken, alles schick. Dann schaust einfach mal wo sich das für dich hinentwickelt, oder arbeite in einer Zuchtgruppe mit.


    Ein guter Züchter aus meiner Gegend sagte mal wer züchtet nur um sich Züchter zu nennen, sollte sich vielleicht lieber Hühner zulegen.


    Und auch wenn es bei der Buckfast keine Körung gibt, ist die Zucht hier nicht weniger anspruchsvoll, ganz im Gegenteil.


    Gruß Chris

  • Chr!s Es geht mir nicht darum mich Züchter nennen zu dürfen. Wann und ob ich das jemals sein werde oder kann, steht auf einem anderen Blatt. Es geht mir einfach nur um die Unterschiede bei Carnica und Buckfast.

    Ich will auch ab morgen kein Züchter werden sondern ich möchte mich informieren um dann vielleicht irgendwann zu sagen: OK ich nehme die Herausforderung an und unterwerfe mich den Regularien der Zuchtordnung. Der Prozess ist ja nicht von heute auf morgen erledigt und sicherlich muss ich dafür auch noch einiges lernen aber es ist doch nicht verkehrt sich zu informieren wie etwas funktioniert.


    Gruß

    Martin

  • "Züchter" ist doch erst einmal vollkommen unabhängig von der Rasse oder Unterart der Biene!


    Was wollt ihr denn da immer mit Carnica oder Buckfast?


    Die Vererbungsgesetze von Mendel, Armbruster und Co. gelten doch für alle Bienen!


    Und sowohl C als auch B züchten doch in erster Linie auf Leistung.

    Dann kommt bei C eben noch dazu, dass die phänologischen Gesichtspunkte zusätzlich passen müssen. Das macht das ganze nicht unbedingt leichter meine ich...

    Und ob Du jetzt mit einem Index aus der Leistungsprüfung arbeitest oder mit einem Bewertungsschema 1 bis 4 oder 1 bis 6 ist doch egal.


    Schulnoten haben sowieso inflationäre Tendenzen!

    Welcher Züchter vergibt bei Buckfast schon gerne eine 3 in einer der Bewertungstabellen? Auch nach einer 4 musst Du da lange suchen!


    Das ist sicher bei der Carnica nicht anders. Frag mal den Uwe Eichholz!


    Letztendlich kommt es doch darauf an:


    Züchter zu sein, das bedeutet, dass Du dir Zuchtziele setzt!


    Züchter zu sein bedeutet, Deinen eigenen Weg zu gehen!


    Und wenn Du dann Bienen züchtest, die andere haben wollen, dann heißt das noch lange nicht, dass Du auf dem richtigen Weg bist.


    In der Bienenzucht bist Du ganz schnell ganz oben und auch ganz schnell wieder abgrundtief unten!


    Wichtig ist eine solide Zucht- und Selektionsbasis zu haben!


    Mit 5 besamten Königinnen einer Linie kommst Du da nicht sehr weit.


    Es gibt 2 hoch 16 verschiedene Variationen des Erbguts...


    Weitere Fragen?


    Dann lies mal bitte einige Bücher:


    Bruder Adam - Meine Betriebsweise

    Bruder Adam - Auf der Suche

    Bruder Adam - Züchtung der Honigbien

    Eigil Holm

    Bretschko

    Armbruster

    Tiesler/Koeniger

    ...


    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen!


    Und noch was: Es gibt auch Zuchtkurse / Züchterseminare für angehende Bienenzüchter. Nimm mal Tante Google zur Hand und fange an zu suchen.


    "Buckfast-Seminar"

    "Königinnenzuchtkurs"

    "Reinzuchtkurs"


    Und bitte pass auf von was wir wirklich sprechen:


    Sprechen wir über Bienenzucht als "Handwerk" oder über Bienenzucht mit "Theorie und Genetik".


    Das eine sagt dir was wie ich es machen soll.

    Das andere sagt Dir warum es so ist und wie ich die Theorie in die Praxis umsetze.


    Fang an dich selbst zu informieren!

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von luffi ()

  • Hallo


    er fragt ja schon mal nach


    Egal welche Rasse

    Man muß immer das absolute beste Ergebnis anstreben,
    dann wird das was, auch wenn es nicht leicht ist und Mühe kostet.


    Wenn man mit Mittelmaß zufrieden ist ,
    kommt meist Schrott dabei heraus.


    Richtige Zucht ist richte Arbeit


    Gruß Uwe

  • Warum gibt es bei der Buckfast keine Körung? So ganz stimmt das nicht.


    Die läuft nur ganz anders als bei der C. Bei der Buckfast zählen halt nur die Leistungswerte, nicht wie bei der C auch körperliche Merkmale.


    Züchter und Vermehrer ist fer wahre Unterschied, ein paar hundert Königinnen aufzuziehen, ist nicht die Kunst, anders sieht es dann aber aus aus 20 Inselköniginnen die beste/n zu Selektieren, Probezuchten zu machen und dann mit der richtigen weiterzumachen.

  • ich möchte mich informieren um dann vielleicht irgendwann zu sagen: OK ich nehme die Herausforderung an und unterwerfe mich den Regularien der Zuchtordnung.

    Hast du die acht Seiten von Reiners link denn überhaupt schon gelesen? Du machst gerade den Eindruck, als wäre das nicht der Fall.

    Es geht mir nicht darum mich Züchter nennen zu dürfen.

    Dann verstehe ich die Frage nicht. Es kann doch nur um die offizielle Anerkennung gehen.


    Die Zucht beginnt schon beim Drohnenschneiden und der Auswahl der (zukünftigen) Weiselzellen und Königinnen. Nach oben ist keine Grenze. Zur Zucht gehört für mich genaues Beobachten, Dokumentation und der daraus folgenden Selektion. Das kann und sollte man bereits beim ersten Volk beginnen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • luffi

    Ich habe den Kurs Königinnenzucht Theorie und Königinnenzucht Praktisch belegt. Zusätzlich noch einen Königinnenvermehrungskurs. In den Kursen wurden die Grundlagen der Königinnenzucht, der Mendelschen Regeln, Prüfvölker Leistungsprüfung, Beebree verstehen und schreiben usw. vermittelt. Waren in Summe 5 Tage a 8 Stunden. Das war aber auch nicht meine Frage!

    robirot

    Ok das kann ja sein, nur nennt es sich nicht so und ich habe auch bis dato noch kein gekörtes Buckfastvolk gesehen.


    Berggeist

    jepp habe ich und ich habe sie auch verstanden. Was aber Deiner Meinung nach habe ich nicht verstanden?

    Z.B.

    - Für die Anerkennung müssen Pedigrees min über drei Jahre geführt werden.

    Da fängt das eigentliche Problem ja schon an. und genau das sind ja auch die Fragen, die ich beantwortet haben möchte. Ich kann ja schlecht mir ein Wald und Wiesen-Pedigree zulegen und dieses drei Jahre lang führen.

    Nun der Weg zur offiziellen Anerkennung ist ja nun mal das, was ich wissen möchte, wie dieser funktioniert. Die Zuchtordnung reißt nur an was geleistet werden muss. Lässt einen aber im Unklaren wie genau das nun von statten geht.

    Sicherlich ist es ein Unterschied ob man sich Züchtern nennen darf oder wirklich sich mit der Zucht beschäftigt bzw. diese betreibt. Ob ich nun 5 Jahre für mich selbst den Weg gehe und selektiere, prüfe … oder aber ich auch diese 5 Jahre nutze, um in der Züchterliste aufgenommen zu werden, ist ein großer Unterschied. Ich fange eine Ausbildung ja auch nicht an indem ich mich Jahre vorher darum kümmere das Wissen außerhalb der Ausbildung zu erlangen, um dann zusätzlich den Nachweis der Sachkenntnis und Praktische Kenntnisse zu erhalten.

    Der Weg dahin sollte bekannt sein und das ist es auch was ich wissen möchte und da geht es mir nicht um Mendelsche Regeln, Selektion sondern das, was ich leisten muss, um das dann auf dem Papier steht, das ich mich Züchter nennen darf. Das was es ausmacht steht auf einem anderen Blatt.


    Gruß

    Martin

  • - Für die Anerkennung müssen Pedigrees min über drei Jahre geführt werden.

    Da fängt das eigentliche Problem ja schon an. und genau das sind ja auch die Fragen, die ich beantwortet haben möchte. Ich kann ja schlecht mir ein Wald und Wiesen-Pedigree zulegen und dieses drei Jahre lang führen.

    Das bedeutet ganz einfach drei Jahre Vermehrung mit kontrollierter Begattung und nachfolgender Auslese durch dich. Standbegattung ist generell keine Zucht (in diesem Falle).

    Ich habe den Eindruck, du siehst das ganze Thema etwas zu "bürokratisch". Im Buckfastumfeld bekommst du auch keine Urkunde als Reinzüchter o.ä. Den Eintrag in die offizielle Züchterliste lassen ja auch nur wenige machen. Fang doch einfach an mit den Nachzuchten einer Königin für die ein Pedigree existiert und mache weiter. So haben viele namhafte Züchter irgendwann mal begonnen.

    Wünsche dir viele Erfolg


    Gruß

    Reiner


    PS: Die Mendelschen Regeln haben in der Bienenzucht nur wenige Anwendungsmöglichkeiten. Meist bewegt man sich im Feld der quantitativen Genetik ...