Beuten verziehen sich

  • Ich bin hier weil ich mich mit euch über Bienen unterhalten wollte

    ... und sicherlich auch verstanden werden wolltest? Unterhaltungen sind nun mal ungemein einfacher, wenn sie verständlich sind und nicht einfach dahin gerotzt werden. Keiner erwartet 100 Prozent, aber wenigstens Mühe geben sollte man erwarten können.

    Sorryaberisso! :)

  • Panzertape ist ein muss am Bienenstand.

    Es hat oft geholfen.

    Einen Spalt zwischen den Eigenbaubeuten, wo Bienen durchpassen, habe ich eigentlich keine.

    Ich könnte das jetzt auf die billigen Leimholz Fichte Tanne Bretter oder auf meinen beiden linken Buchhalterhände schieben.

    Wichtig ist dass beim Zusammenbau die Teile glatt auf einer ebenen Fläche aufliegen.

    Am Anfang erreicht man das am besten mit Zwingen. Das habe ich dann auch als Schreibtischhengst geschafft.

    Schraubt man die Seitenteile ohne Fixierung, geht oft eine Seite automatisch hoch.

    Selbst wenn man die auf die Auflage beim nächsten Seiteneil presst, entsteht Spannung im Holz und die Zarge kann sich dann wie eine Zieharmonika verziehen.

    Dazu kann man sich etliche Videos im Internet ansehen.

    Nach ner Zeit hat man eine Gefühl dafür und kann sich das ganze sparen.

    Eigenbau ist nicht nur wesentlich preiswerter, sondern hat noch den Effekt, mehr über die Bienen zu erfahren.


    Viel Spass damit.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Eigenbau ist nicht nur wesentlich preiswerter, sondern hat noch den Effekt, mehr über die Bienen zu erfahren.

    Welche Erfahrungen über die Bienen sammelt man denn beim Eigenbau?


    Zum Beispiel, dass Völker viele und große Fluglöcher, die durch nicht fachgerechten Beutenbau entstanden sind, schlecht verteidigen können und dadurch Räuberei provoziert wird?


    Oder, dass im Bienenvolk zu große oder kleine Abstände zugebaut oder abgedichtet werden?


    Was sonst noch?


    Neugierige Grüße vom Apidät

  • Hallo,

    bei Ungenauigkeiten helfen Schilfhalme oder Seggenhalme.

    Ist ein altes Mittel der Böttcher.

    Winklig genau baut man auf einem Reststück einer Küchenarbeitsplatte.

    Dazu noch eine winklig geschnittene kleine Platte ( kleiner als das Kisteninner), an die auf zwei Seiten ein Plattenstück angeschraubt wird.

    Dort werden die ersten zwei Seiten der Kiste mit Zwingen fixiert und verleimt und verschraubt. U. s. w.

    So werden die Eigenbauten winklig und liegen Plan auf.

    Verzogene Zargen kenne ich nicht.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Natürlich lernt man auch die Kehrseite der Medaille kennen und man trifft für sich persönlich die Entscheidungen.

    Ist die Beute zu eng bekommt man die Rähmchen nach dem Winter nicht raus.

    Das ist nach den Originalplänen der Fall.

    Vor allem an der Stirnseite der Rähmchen wird alles Propolisiert.

    Ich habe mir hier 2-3mm mehr Luft gegönnt. Das nich nur zur Stirnseite sondern auch zur Längsseite. Als Konsequenz muss ich damit leben, das ich mit dem Stockmeissel hin und wieder mal ne Wachsbrücke entfernen muss. Dafür habe ich etwas mehr Spiel und muss nicht mit Gewalt die Rähmchen raushebeln. Ferner sind meine Fluglöcher grösser als den gekauften Beuten. Damit passen die Heizungsrohrisolierungen passgenau da rein.

    Gerade bei Haupttrachten habe ich weniger Stau am Flugloch.

    Ich persönlich habe auch das Flugbrett verkürzt. Die brauchen nicht so ein grosses Flugbrett.

    Damit ist die Hebelwirkung auf die Beute nicht so stark und die Sache ist stabiler.

    Auch der Abstand zwischen den Zargen habe ich marginal erhöht.

    Seit dem habe ich weniger Verbau.

    Man lernt, dass Unebenheiten im Holz nur den Imker stören. Die Bienen glätten eh alles.

    Auch ist es Bienen egal, ob die Beute aus Styropor oder Holz, aus teuersten Hölzern oder aus 3, 2 oder 1,8 cm dicken Brettern bestehen. Auch ein Spalt von wenigen mm wird von den Bienen glatt gezogen.


    Die Bienen haben mir beigebracht, dass sie wesentlich flexibler und anpassungfähiger sind, als die meisten Imker.

    Rähmchenmass und Beutentyp interessieren sie reichlich wenig.

    Natürlich müssen die Grundparameter eingehalten werden.

    Ach so. Im Deckel habe ich 5 cm Luft und somit ist mein Deckel höher als normal.

    Es ist immer genügend Platz um mal Futterteig aufzulegen. Stockmeissel, Kuli, Feger, Flachmann, Stockkarte haben hier immer Platz.

    Das ich beispielsweise nur in Hoffmann Rähmchen arbeite, liegt daran, dass ich mit einem einheilichen Rähmchen schneller arbeiten kann und die Waben immer die gleiche Dicke haben.

    Ich arbeite mit meinen Beuten jetzt unverändert seit fünf Jahren und bin sehr zufrieden damit.

    Persönlich finde ich sogar besser als Segeberger und Taunus.

    Auch klaut die keiner. Das Mass gibt es nur einmal.


    Also ich habe viel gelernt und wie beschrieben kann man auch mal mit einem Grasbüschel improvisieren.
    Vor allem habe ich gelernt, dass wir die Bienen nur unterstützen und lenken können.
    Das fordert von einem guten Imker, nach den Bienen zu handeln und nicht umgekehrt.

    Daher habe ich mit wesensgemässer Bienenhaltung, bienengemässes Imkern so meine Problem.


    Also Mut und ran an die Kiste.


    Freier Imker

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    Neutral und unbelastet.