Puderzucker gegen Varroa?!?

  • Hallo, zusammen,
    in dieser Newsgroup, die ich unten erwähnt habe, ist ein interessanter Thread zur Varroabekämpfung mit Puderzucker! Es wird allerdings empfohlen, das nur gleichzeitig mit einer Umstellung auf das kleinzellige Mittelwandmaß(4,9mm) zu machen. Quelle dieses Threads sind die Lusbys, die ja so ziemlich als erste mit diesem Wabenmaß angefangen haben (siehe auf der Homepage http://www.die-oberpfalzwabe.de)
    Der Puderzucker scheint genauso zu wirken wie Oxalsäure, mehr physikalischer Effekt als chemischer.
    Könnte sich vielleicht mal jemand, der des Englischen mächtiger ist als ich, das mal ansehen? Und dann auch was dazu sagen?
    Vielen Dank im voraus!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Halle Sabi(e)ne,


    kannst Du mal bitten den Link auf die Nachricht mitteilen? Ich habe gerade auf der Index-Seite nachgeguckt, aber nach den Nachrichten von 4 Wochen habe ich die Suche erst mal aufgegeben :smile:


    Gruß
    Hedwig

  • Hallo zusammen!


    ich vermute sabiene meint nachfolgenden Artikel:


    http://entomology.unl.edu/beek…ngs/btid2000/btdjan00.htm
    "
    Using Powdered Sugar to Detect Varroa


    While seeking ways to recover varroa mites from bees for laboratory assays, Paula Macedo, a University of Nebraska Graduate Student, found a new way to check colonies for varroa that is more efficient than ether roll. In addition to being more efficient, it is not necessary to kill bees to conduct the test.


    You will need the following:


    A wide mouth canning jar (quart or pint) with two-piece lid.
    #8 mesh hardware cloth (or any other mesh that will retain the bees while letting varroa pass through).
    Window screen (or any other fine mesh hardware cloth that will let powdered sugar pass through but retain varroa.



     
    Retain the metal ring that comes with the two-piece lid, and discard the center portion. Cut a circle of #8 mesh hardware cloth to fit inside the ring. Collect 200-300 bees in a wide mouth pint or quart canning jar. Add powdered sugar to the jar through the #8 mesh lid (enough to coat the bees, 1 tsp. to 1 tbsp. should be adequate). Roll jar around to distribute the sugar. Allow the jar to sit for a few minutes while you collect additional samples. Then invert the jar and shake to recover the mites. The bees will remain in the jar, and the mites and sugar will pass through to a piece of paper. The sugar will make it difficult to count the mites. You can pour the sugar and mites into another jar with a fine mesh lid. Shake again and allow the sugar to escape. Then, dump the mites on a clean sheet of paper and count them. A brief shaking will usually recover 70% of the mites. If you persist a little longer you can recover 90%.


    We can think of three possible reasons for the efficacy of this technique:


    Varroa mite legs have a sticky pad called the empodium that helps them adhere to their host. The presence of powdered sugar could make it difficult for mites to adhere to their host.
    Powdered sugar stimulates the bees' grooming behavior.
    The powdered sugar on the mite's body stimulates mites to release from feeding to groom themselves. Let us know how it works for you. It may be a problem in a windy Nebraska bee yard, but it works well in a lab.


    Powdered sugar applied to a colony will dislodge a few mites from their host bees, but it is not highly efficient. Furthermore, the mites will eventually recover and return to their hosts. However, when bees are isolated from nest materials, the mite recovery from exposing them to powdered sugar is impressive. In fact, if you are willing to collect the adult population of a colony in jars and subject them to powdered sugar shaking, you can lower the mite infestation comparably to a chemical treatment. Continue shaking until mites cease to fall, and then return the bees to their colony unharmed. In future studies, we will examine the efficiency of the technique in bulk bee cages. One limitation to using this technique is that it is only efficient when brood is not present. When brood is present, 70 - 80% of the mites will be in sealed brood cells.


    We know that the method is a safe, inexpensive, and highly efficient way to check adult bees for mites. We hope that you will find creative ways to use the technique to lower varroa mite infestations and reduce the frequency of chemical treatments. Dare we even dream of eliminating them altogether.
    "
    Scheint für Laborzwecke geeignet zu sein.




    Grüsse
    Manfred




    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: MKraft am 2002-08-09 14:55 ]</font>

    mit freundlichem Imkergruss
    aus Bremen


    Manfred Kraft

  • Hallo, Manfred,
    nein, den meint Sabine nicht. Aber der würde erklären, wieso die BioImker überhaupt darauf kamen.
    In der mailing list sind -zig Beiträge dazu, und die Leute zuckern ihre Bienenstöcke ein, nicht Bienchen im Labor!
    Es scheint zu funktionieren. Allerdings ist nicht erklärt, wieso die abgefallenen Milben so schnell sterben...(andererseits ist das bei Oxalsäure auch noch nicht so ganz klar, also soll's uns egal sein)

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    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Puderzucker - wenn er denn wirkt - denselben Effekt hat wie das "Wite Mineral Oil" (Lebensmittelgerechtes Mineralöl)
    Ich denke die Varroen ersticken, weil ihre Atemöffnungen verstopft werden, so ist es jedenfalls bei der Öl-Anwendung. Den Bienen schadet es nicht, da ihre Atemöffnungen um ein vielfaches grösser sind.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Hallo, zusammen,
    ist jemand außer mir bereit, das in der brutfreien Zeit mal auszuprobieren und auch drüber zu diskutieren?
    Ich finde die Resonanz ehrlich gesagt etwas mager, weil ich der Meinung bin, daß jede Behandlung , die den Bienen absolut nicht schaden kann, es wert ist, ausprobiert zu werden. Wenn nicht genug Varroen fallen, kann man immer noch mit Oxalsäure nachbehandeln. Aber ich finde, wenn Vollprofis wie die Lusbys (und genug andere) diese Methode anwenden, ist das als Zeugnis gut genug...oder?
    Und sollten wir uns nicht alle wie die Geier auf absolut giftfreie Methoden stürzen?!?

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    könnte es nicht auch sein, dass die bepuderten Bienen zum Putzen animiert werden ?
    Eins scheint zumindest klar, der Puderzucker wirkt nicht in die Brut.
    Aber noch mal zu den Lusby-Brothers. Gibt’s von denen nicht ´ne e-mail-Adresse oder gar homepage ?
    Die Informationen über deren Aktivitäten erhält man anscheinend nur aus 2.Hand.
    Wäre auch interessant welche Biene sie halten, um dann abzuwägen ob es bei den eigenen Bienen auch klappen könnte. Also nicht gleich jeden Frosch küssen, nur wenige werden zum Prinzen.:smile:
    Habe gestern Abend mal den Artikel von Kober, über die Verwendung von kleinzelligen Mittelwände, bei unserer monatlichen Imkerversammlung zum besten gegeben.
    Revolution ! Man solle die Bienen nicht auf kleine Zellen „zwingen“. Tja, und die „Alten Hasen“ haben sich auch anschließend brav ihr Perizin abgeholt – wohl Bekommens !
    Bis demnächst.


    Gruß Matthias

  • Hallo, Matthias,
    eine direkte homepage habe ich auch noch nicht gefunden, aber über beesource.com findest du die emailadresse.....
    Da die Bienen vor hundert Jahren auf das größere Zellmaß gezwungen wurden, finde ich absolut nichts Verwerfliches dabei, sie jetzt wieder "zurück zur Natur" zu nötigen :wink: , und da ist mir egal, was andere Leute dazu sagen. :wink:)
    Wenn's besser gegen Varroa ist, und den Bienen nicht schadet, bin ich bereit, fast jeden Frosch zu küssen...
    Außerdem hatte ich dieses Jahr schon Bucki-Ableger, die auf Normalzellen gezogen wurden, bei mir dann auf kleinen MW untergebracht, die sie ohne jedes Problem ausgebaut haben. Die Carnies konnten das nicht...


    _________________
    Gruß aus dem Sauerland, Sabi(e)ne


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: sabi(e)ne am 2002-08-13 22:31 ]</font>

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    Bruce Springsteen

  • Eine hübsche Sache mit dem Puder, wenn es in der imkerlichen Praxis eine Anwendungsmethode dafür gibt.
    Ich habe es bei einem Altvolk getestet, mit Brut. Habe den Brutraum geteilt und alle Bienen in den Wabengassen und auch die Oberträger mit einem Sieb ordentlich bepudert. Kein erhöhter Milbenfall. Aufgrund der physikalischen Wirkung dürften wenigsten ein paar Milben von den Bienen abfallen. Im Labor werden die Bienen in einer Tüte mit dem Zucker geschüttelt und benetzen sich vollständig. Im Volk funktioniert so etwas wohl nicht (außer man bepudert alle bienenbesetzten Waben). Wenn die Völker schrumpfen erwischt man evtl. mehr Bienen? Vielleicht müsste man die Schüttelmethode mit einem Kunstschwarm ausprobieren :wink: Jedenfalls war das Volk ziemlich aufgeregt und unruhig nach dem Puderzucker. Oxalsäure ist evtl. doch bienenfreundlicher? Also ausprobieren und berichten?
    Sabine
    Warum haben deine Carnica Bienen kleine MW Zellen nicht ausgebaut? Wenn die Carnica bauen darf wie sie möchte, baut sie von sich aus kleinere Zellen. So ist es jedenfalls bei mir.
    Gruß SH




    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Simon Hummel am 2002-08-14 10:36 ]</font>