Schaden Hobby-Imker den Bienen?

  • Der Artikel ist doch inhaltlich Unsinn. Erst wird die jährliche Überwinterungsstatistik kurz erläutert und Herr Otten zitiert, dass die Verluste im normalen Rahmen liegen. Damit wäre ja eigentlich alles gesagt. Um die Sache etwas aufzupeppen wird dann irgendein an den Haaren herbeigezogener Sachverhalt ausgewalzt: hier ist es der Erfolg des Artenschutz-Volkbegehrens in Bayern und die dadurch angeblich ansteigende Varroenzahl verursacht durch unqualifizierte Hobbyimker.


    Alle die die Imkerei nicht mit Leib und Seele betreiben, werden nach 1 bis 2 Jahren und den entsprechenden Verlusten wieder aussteigen. Manchmal mag es da zum verschleppen von Milben kommen, aber daran geht doch kein Volk ein, dass ansonsten gut betreut wird. Langfristig werden ohnehin nur die "guten" Imker dabei bleiben. Und wer die "Guten" sind muss sich eben sortieren.


    Das ist doch aber bei jeder Sache so. Ob nun Segeln, Angeln, Briefmarkensammeln oder Hühnerhaltung. Die Menschen probieren sich aus und scheitern, oder haben Erfolg.


    Insgesamt finde ich die Entwicklung schön, dass sich viele Menschen fürs Imkern interessieren. Andersherum wäre es doch ein viel größeres Problem.

  • Ich lehne mich mal ein wenig aus dem Fenster - aber 15 % Völkerverlust kann ich für meine Region nicht bestätigen und finde die Zahl zu hoch.

    7/8 - und ja, selbst ver"schuldet", wenn auch nicht freiwillig. Und? Zufrieden? Ich gehe nicht damit hausieren, muss aber trotzdem damit klarkommen. Ich werfe deswegen nicht die Flinte ins Korn und kehre es auch nicht unter den Teppich. Dass hier im Emsmündungsgebiet mehrere Kollegen auch sehr hohe Verluste haben/hatten, macht es für mich weder besser, noch erträglicher oder harmloser.


    Ansonsten riechen mir solche Artikel immer nach gezielter Stimmungsmache, um ganz andere "geniale Ideen" aus der Schublade zu zaubern, für die sich genausoviele Fanboys finden lassen, wie für das Möbel- oder Brennholz, aus dem jetzt überteuertete Designerstücke hoffentlich stilgerecht und nachhaltig mundgebissen und rundgelutscht werden.


    Gruß Andreas


    Im Übrigen sollte man einne neue Notrufnummer einrichten, weil:

  • Jeder hat so seine persönlichen Ansichten zu den Umfragewerten, die Mayen jährlich einsammelt. Und dann kommt es darauf an, wen der Journalist dazu befragt. Der eine Verbandsvorsitzende versucht dabei, seine Grundkurse dadurch zu bewerben, daß er auf die Gefahren aufmerksam macht, die von ideologisierten Bienenrettern ohne Fachkenntnisse ausgehen und der andere betont, wie wichtig fachliche Fortbildung auch der Altimker ist:

    https://www.otz.de/web/suhl/st…enenvolk-stirbt-509732207

  • Sorry, wenn mein Beitrag bitter aufstieß. Nichts liegt mir ferner als das. Wir haben halt bei uns im Verein persönlich und ehrlich rumgefragt und dabei immer die Aussage bekommen, dass keine Verluste oder wenn dann geringe Verluste vorlagen. Und das halt von Mitgliedern, denen man diese Aussagen dann auch glauben darf.


    Ich will hier keinen zum Seelen-Striptease animieren a la "oh schaut her wie viel Völker mir eingegangen sind".


    Verzeihung wenns so rüber kam.

  • Der Bericht ist in so fern unsinnig, da alle Hobby Imker erstmal über einen Kamm geschoren werden. Zieht wohl besser.


    Was ist die hier angewadte Definiton des Hobby Imkers? Ich würde mich prinzipiell als solcher sehen. Nicht zuletzt weil es eben ein Hobby ist und nicht mein Beruf. Hobby heißt aber nicht automatisch, dass man es nicht ernst nimmt. Und daher möchte ich nicht in besagten Topf geworfen werden.


    Gruß, ein Hobby Imker.

  • Der Bericht ist in so fern unsinnig, da alle Hobby Imker erstmal über einen Kamm geschoren werden. Zieht wohl besser.

    Du kannst einfach nicht lesen.

    Zitat

    Josef Reithmeier: "Doch da ist oft so viel Unwissenheit bei Hobby-Imkern."

    Oft. Nicht: Immer.


    Und so isses doch. Ich könnte endlos Belege dafür zitieren :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bei uns hatte vor einem Jahr ein Hobby-Imker einen Totalausfall.


    Er hat seit Jahrzehnten Bienen, ist selbst BSV, ist in mehreren Vereinen aktiv tätig, veranstaltet auch Schulungen.


    Grössere Verluste können jeden treffen!

  • Sorry, wenn mein Beitrag bitter aufstieß. ...

    Nein, das ist nicht der Fall :S
    Nur dass der Titel im Stil der Blöd im Gedächtnis Vieler hängenbleibt und damit dann hausieren gegangen wird. Was im Inhalt steht, interessiert meist so oder so nur die, die praktisch involviert sind und es richtig verstehen können. Die breite Masse aber hört schnell zu lesen auf und merkt sich nur den Titel. Mit den Umfragedaten kann der Normalo ohne Bienen nichts anfangen.


    Daher sehe ich solche reisserischen Überschriften sehr kritisch, weil sich für mich oft ganz andere Intentionen dahinter verbergen, die im Inhalt nicht zwischen den Zeilen erkennbar sind. Das kommt dann leider meist erst im Nachgang in Salamitaktik, aber dann erinnert man sich plötzlich, dass da schon mal was im Zusammenhang war...

  • Falsch, es werden Hobby Imker verallgemeinert. Es steht da zwar nicht das die grundsätzlich alles falsch machen, aber: Hobby Imker = Hobby Imker. Da halte ich dagegen.

  • Nein, das ist nicht der Fall :S
    Nur dass der Titel im Stil der Blöd im Gedächtnis Vieler hängenbleibt und damit dann hausieren gegangen wird. Was im Inhalt steht, interessiert meist so oder so nur die, die praktisch involviert sind und es richtig verstehen können. Die breite Masse aber hört schnell zu lesen auf und merkt sich nur den Titel. Mit den Umfragedaten kann der Normalo ohne Bienen nichts anfangen.


    Daher sehe ich solche reisserischen Überschriften sehr kritisch, weil sich für mich oft ganz andere Intentionen dahinter verbergen, die im Inhalt nicht zwischen den Zeilen erkennbar sind. Das kommt dann leider meist erst im Nachgang in Salamitaktik, aber dann erinnert man sich plötzlich, dass da schon mal was im Zusammenhang war...


    Danke! Du hast es auf den Punkt gebracht.


    Um es noch zu verdeutlichen:


    Experte wirft Berliner Imkern Tierquälerei vor

    https://www.tagesspiegel.de/be…aelerei-vor/24304670.html


    ...ALLE Berliner Imker sind also Tierquäler!?!?

  • Nur, wenn sie auf dem Dach imkern ;)


    Tun ja nicht alle. Bei mir im Bezirk ist das tatsächlich eher die Ausnahme aber in Mitte/Kreuzberg mag das anders sein.


    Finde es nur tragisch, wenn dann irgendwelche Vereins-Verbandspräsidenten noch mal in die Kerbe hauen und dann nach mehr Regulation schreien - sei es Imker-Führerscheine oder Wanderbeschränkungen. Das schreckt in meinen Augen an Bienen interessierte eher ab als dass es Verein/Verband attraktiv macht. Manche Vereine wollen sogar auf keinen Fall wachsen und blocken Interessenten eher pauschal ab anstatt sie wenigstens zu anderen Vereinen/Organisationen zu schicken - das finde ich irgendwie unfein.


    Ehrlich und klar reden, sowie Pflichten, Aufgaben und Aufwand deutlich machen anstatt Massen mit Heilsversprechen und Business-Plan durch die Kurse schaufeln um sie dann unter virtueller Betreuung allein zu lassen - das ist in meinen Augen der bessere Weg.

    Die so "gesiebten" Leute imkern dann auch gerne und richtig - warum das nun pauschal auf dem Dach Tierquälerei sein soll aber nicht in merkwürdigsten Konstruktionen auf dem Boden, verstehe ich nun grad nicht... bin halt kein "Experte".


    M.

  • Jeder Imker darf an der Umfrage teilnehmen, keineswegs nur die in einem der DIB-Vereine organisierten. Allerdings werben die Mitglieder des DIB (= Landesverbände) und der DIB selbst dafür. Wer einmal beim Imker-Infobrief sich als Interessent hat registrieren lassen, der bekommt die Umfragen (2 x jährlich) unaufgefordert zugeschickt.