Königinnenzucht im Schwarm?

  • Liebe Züchter,

    habe heuer einen recht ordentlichen Vorschwarm gefangen (denke, die drei Kilo hat er) aber der Fang war extrem aufwendig und das Wetter auch eher verhalten.

    Er hing sehr hoch und beim Versuch, ihn auf eine Bannwabe mit junger,. offener Brut steigen zu lassen, hob er ab - war aber ziemlich ziellos und landete chaotisch an verschiedenen Stellen auf dem Baum und in einzelnen Trauben auf der Strasse.

    Nach insgesamt 6 Stunden ist er nun samt der Bannwabe im Kasten und morgen werde ich wissen, ob er tatsächlich - wie ich vermute - weisellos ist und ob er Nachschaffungszellen auf der Bannwabe anzieht.

    Frage an die Experten: Da ich eh morgen Umlarven wollte kam mir der Gedanke, ob man den nicht gleich als Starter nutzen kann?

    Bannwabe raus, MWs/Futterwaben (bleibt ja wohl leider noch etwas ungemütlich, das Wetter) und Zuchtrahmen rein....die müssten dann doch voll motiviert sein!


    M.

  • Hallo Melanie,

    ein 3kg Schwarm - weisellos? Das wäre sehr ungewöhnlich, die ganze Flügelschneiderei basiert doch eben darauf, dass ein Vorschwarm ohne Königin nicht auszieht.

    Wenn das aber tatsächlich der Fall ist, es könnte ja ein Unfall passiert sein, sollte der Schwarm als Starter geeignet sein.

    Ein natürlicher Bienenschwarm hat eine gesunde Mischung Bienen aller Altersgruppen. Insbesondere werden auch junge Bienen mitgenommen. Immerhin muss ja nach Ankunft in der neuen Behausung sofort mit der Brutpflege begonnen werden können. Also sollte auch eine Königin gepflegt werden können.


    bin mal gespannt
    Ludger

  • Geht super. Auch die Königin beim Einlaufen rausfischen und dann Zuchtstoff geben. Dann aber unbedingt (!) 'ne Pollen und 'ne Futterwabe mit einhängen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Kleines Update: Der Schwarm hat keine Nachschaffungszellen angesetzt - kann aber natürlich auch nicht ausschließen, dass die Brut bei der mehrstündigen Aktion keinen Schaden genommen hat. Habe heute eine neue Wabe gegeben aber er sitzt eigentlich zu ruhig...das aufwendige Einsammeln war also offenbar doch dem widrigen Wetter geschuldet; in Kombination mit womöglich auch schon sehr erschöpften Bienen (sie hingen dort seit mindestens Samstag - also min. 2 Tage).


    Also doch keinen Zuchtversuch im Schwarm gestartet, sondern konventionell im weisellosen Volk. Mal sehen, ob das klappt - Witterungsmäßig alles etwas heikel und diese Umlarvnadel ist Mist... ich muss fast in die Wabe kriechen um da was zu sehen und dieses Ding ist viel zu lang - hätte ich die Lupenbrille nicht vor den Augen, dann hätte ich mir gleich ein Auge mitausgelöffelt :cursing:


    Vor einem Jahr ging das noch mit dem Abstand aber auf den Augen ist die Garantie abgelaufen - grmmpfff.... warte auf den China-Löffel und hoffe auf Besserung...


    M.

  • Vor einem Jahr ging das noch mit dem Abstand aber auf den Augen ist die Garantie abgelaufen - grmmpfff.... warte auf den China-Löffel und hoffe auf Besserung...

    Willkommen im Club der "Alten". In den letzten 4 Jahren ging es bei mir auch bergab und darf immer die Brille zum Umlarven runter nehmen.

    Mit dem Chinesen drück ich dir die Daumen, dass der was taugt. 99% davon sind ohne Nachbearbeitung ungeeignet. Am besten gleich ein paar bestellen, dann kannst an einem üben wie es mit dem Abziehen klappt (Cuttermesserklinge) und falls der dabei kaputt geht (man muss ihn sehr dünn runter schaben) dann kannst ja noch weiter testen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich sehe die Larven auch nicht mehr richtig. Darum verwende ich die Nicot Zuchtkasette und so brauche ich nur mehr umstecken. Die ist jetzt im dritten Jahr in Verwendung und es sind von 110 Näpfchen 65 Bestiftet gewesen und daraus wurden 56 umgesteckt und in 2 Sammelbrutableger gegeben. Davon wurden 45 angenommen. Brauchen werde ich 25 Königinnen.

    Da kann ich noch gut auswählen welche ich nehme.

  • Darum verwende ich die Nicot Zuchtkasette

    Bei mir liegt die nur noch rum... Entweder wollen meine Muttis die nicht bestiften oder die Stifte werden raus geräumt (das kann ich nicht sagen). Trotz ein paar Tage vorher einhängen mit Leerwabenumgebung. Zweimal wurde sogar Nektar eingelagert, als ich sie mitten ins Brutnest gehängt hatte.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Bei mir kommt die ungereinigt mit neuen Näpfchen eine Woche vorher mitten ins Brutnest, allerdings habe ich sie nicht an den Oberträger geschraubt, sondern tiefer gehängt. In Oberträgerhöhe gab es auch Honig in den Näpfen. Tiefer ist sie nicht im Bereich des Honigkranzes. Die Königin bleibt dann für 24 bis 30 Stunden in der Kasette. Anschließend wird sie frei gelassen und die Absperrgitterdeckplatte wird entfernt.

    Nach 3 Tagen, wenn die Larven aus dem Ei geschlüpft sind, stecke ich die Zellen um.

  • Habe heuer geprüft: Schwarm hat auch die neue Brutwabe unverändert gepflegt; sind also wirklich weiselrichtig. Also Essig mit Zucht darin - habe ein anderes Volk dafür genommen und die Queen an einen weisellosen Imker weiter gereicht (ja, auch das kommt vor ;)).

    Heute habe ich das Pflegevolk durchgeschaut und viele Nachschaffungsnäpfchen entfernt damit die Zuchtlatte mehr Aufmerksamkeit bekommt. 5 Zellen waren aber schon mal angepflegt; mal sehen, ob die nun die "nachgelarvten" Zellen auch noch annehmen.


    Der Chinese hat sich nicht bewährt, da arbeite ich zu sehr im Blindflug. Aber mit der halbierten Schweizer ging es dann eigentlich ganz flott und ganz ohne Attacke auf das Augenlicht. Beim nächsten Mal werde ich das aber mal mit einem Pinsel versuchen - das Abstreifen ist doch immer wieder etwas tricky...


    M.