Bio-Zertifizierung

  • Man kann sogar jährlich 10% konventionelle Königinnen und Schwärme zukaufen.

    In einem Vortrag hat ein Bio Imker erzählt, dass man heutzutage auch die Bienen neu kaufen muss. Stimmt das?

    Muß man dann seine nicht Bio-Genetik auch entsorgen und sich Biokorrekte Königinnen besorgen? Von bio-zertifizierten Belegstellen?

    :thumbup::D:D:D

    Warum lachst du da, wenn du vorher doch geschrieben hast, dass es genau so ist?

    Na weil ich hoffe, dass das von rase ein Scherz war ;)

    Hab ich so nicht geschrieben. Du kannst NACH der Umstellung auch 10 % konventionell jährlich einweiseln oder Schwärme zukaufen. Weggeschmissen oder entsorgt wird da garnix - deswegen Umstellung. Außerdem gibts doch überhaupt keine bio-zertifizierten Belegstellen ;)

  • Dann ist es noch eine Preisfrage ob es sich bei mir rentiert. Ich habe eine Kundin bei der dürfte ich den Honig dann mit in den Laden stellen, wenn ich wenigstens EU Bio hätte.

    Das ist für mich der wichtigste Grund für die Zertifizierung: Man erschließt sich neue Absatzwege, die konventionellen Imkereien verschlossen sind.

    Ich hadere gerade auch mit der Zertifizierung, weil der Zertifizierer dieses Jahr wieder einmal die Preise erhöht, aber mein wichtigster Abnehmer nimmt nur Biohonig.

    Die Mehrkosten lassen sich leicht kalkulieren. Wenn man nicht die Beuten austauschen muss, weil sie aus Kunststoff sind, sind das praktisch nur das Futter und die Kosten der Zertifizierung. Einen eigenen Wachskreislauf setzte ich bei einer Bioimkerei voraus. Der Verwaltungsmehraufwand ist überschaubar, bzw. geht über ein ohnehin sinnvolles (nicht nur finanzielles) Controlling kaum hinaus.

    Um die Kosten mal zu konkretisieren: Die Zertifizierung hat letztes Jahr 404 Euro gekostet. Das ist von der Größe der Imkerei weitgehend unabhängig, weil der Zertifizierer einen Pauschale für Imkereien und einen Stundensatz für die Prüfung berechnet.

    Dafür war der Preis für Biozucker so niedrig wie noch nie: 1.290 Euro die Tonne (für Sackware!).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Dafür war der Preis für Biozucker so niedrig wie noch nie:

    Hallo, aber du sollst doch eigentlich nur Biozucker aus dem eigenen Verband kaufen ? Oder bin ich da falsch informiert ?

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Hallo, aber du sollst doch eigentlich nur Biozucker aus dem eigenen Verband kaufen?

    Ich bin nicht verbandlich, sondern nur EU-zertifiziert. Die Preise z.B. für Bioland-Zucker liegen natürlich höher, aber auch nicht so dramatisch (da wo ich gekauft habe, kostet die Tonne Bioland-Zucker aktuell 1.650 Euro).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Demeter-Imker sind laut Homepage nich an Demeter-Zucker gebunden, Hauptsache öko.

    Das ist aber nicht konsequent, wenn ich mich doch als der über Bioverband darstelle, dann würde ich auch nicht bei "schlechteren" Bioverbänden kaufen.

    Bis bald

    Marcus, der ohne Bio, den gleichen Preis im gleichen Laden bekommt.

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Demeter-Imker sind laut Homepage nich an Demeter-Zucker gebunden, Hauptsache öko.

    Das ist aber nicht konsequent, wenn ich mich doch als der über Bioverband darstelle, dann würde ich auch nicht bei "schlechteren" Bioverbänden kaufen.

    Bis bald

    Marcus, der ohne Bio, den gleichen Preis im gleichen Laden bekommt.

    Ich glaube v.a. Außenstehende sehen Demeter als Über-Bioverband, weil die meist die höchsten Preise nehmen.


    Im Übrigen ist das ganze Leben inkonsequent und keiner bleibt sich so richtig treu. Wir sind alle Landwirtsfreunde, kaufen Milch und Co. aber beim Discounter, wohl wissend, dass die durch ihre Preispolitik den Bauern das Leben schwer machen. ;)

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Die kaufen woanders Zucker, weil es bei den Demeter Bauern nicht genug Zucker gibt, damit man seine Bienen auf vorwiegend Honig überwintern kann. Oder nicht genug, damit er günstig genug ist?

  • Die kaufen woanders Zucker, weil es bei den Demeter Bauern nicht genug Zucker gibt, damit man seine Bienen auf vorwiegend Honig überwintern kann. Oder nicht genug, damit er günstig genug ist?

    Irgendwie ist der erste Satz komisch. Ich denke mal, es gibt generell zu wenig Demeter Zuckerrübenflächen.


    Unter dem Strich ist der Unterschied im Pflanzenbau zwischen den Verbänden laut meiner Kenntnis nicht sonderlich groß. Demeter bringt halt die Präparate aus.


    Zum Teil große Unterschiede gibt es bei den Tierhaltungsstandards.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • weil der Zertifizierer dieses Jahr wieder einmal die Preise erhöht,


    Die Mehrkosten lassen sich leicht kalkulieren. (...) sind das praktisch nur das Futter und die Kosten der Zertifizierung.(...) Der Verwaltungsmehraufwand ist überschaubar, bzw. geht über ein ohnehin sinnvolles (nicht nur finanzielles) Controlling kaum hinaus.

    Um die Kosten mal zu konkretisieren: Die Zertifizierung hat letztes Jahr 404 Euro gekostet. Das ist von der Größe der Imkerei weitgehend unabhängig, weil der Zertifizierer einen Pauschale für Imkereien und einen Stundensatz für die Prüfung berechnet.

    Das alles hängt aber von dem Zertifizierer und vielleicht auch vom Bundesland ab. Offenbar bei allen gilt aber, dass die Preise regelmäßig und konsequent jährlich oder zweijährlich erhöht werden und bisher bei mir sogar immer weit über die allgemeine Inflationsrate hinaus - sind halt schlauer als die meisten Imker ;)

    Begründet wird es mit mehr Bürokratie, steigenden Anforderungen, mehr Mitarbeitern und natürlich wie immer durch "hohe Energiekosten" (Fahrten!)


    Die Kosten sind auch unter Garantie nicht bei jedem Zertifizierer unabhängig von der Imkereigröße - meiner hat z.B. Staffelpreise je nach Imkereigröße. Je größer, desto teuerer, was aber fair ist, da der Aufwand auch viel größer ist.


    Und zu den fest kalkulierbaren Preisen kommen durchaus immer noch weitere, unregelmäßige Extra-Kosten dazu, die nicht immer so einfach überprüfbar sind, z.B. Büroaufawand, Stichprobenanalysen, unangemeldete Kontrollbesuche außer der Reihe, besonders eifriger Kontrolleur mit besonders langen und damit teueren Besuchen etc.


    Ich meine, dass die Mehrkosten wenn überhaupt, nur bei größeren Imkereien durch höhere Preise beim Honig halbwegs wieder reingeholt oder übertroffen werden können. Ansonsten ist es halt nur eine ideologische oder strategische Entscheidung.


    Und gerade bei der Imkerei wird der BIO-Zusatz im Gegensatz zu Obst und Gemüse von den Kunden oft kritisch beäugt, da selbt den meisten Laien sofort klar ist, dass die Bienen doch überall hinfliegen, nicht nur auf Bioflächen, was soll da also so Bio sein, wird sehr oft misstrauisch gefragt.