Schiffer Tree

  • Warum beschäftigst Du dich mit solchen Beuten( die ja keine sind)?

    Du kommst doch mit deinen Bienen ohne Behandlung so schon zurecht.

    Weil mich alles im zusammenhang zu den Bienen interessiert.


    Und für all die Dinge, welche ich als "sinnvoll" halte werden dann auch Versuche und Tests in der Praxis umgesetzt.


    Ich gebe mich (noch) nicht mit der einfachen Lösung des nicht Behandelns zufrieden, und versuche immer wieder etwas "neues".


    lg sulz.

  • Die Verluste beziehen sich auf Bienen in echten Baumhöhlen in einem Reservat am Ural.

    Mit solchen Zahlen würde ich aber rechnen.

    Das ist hart. Oder die Bienen sind schon weiter und überraschen uns mit besseren Werten.

    Und hier bekomme ich eben Daten, welche mich darauf hinweisen, diese Form der Beuten nicht mehr durch Versuche, oder Tests zu verfolgen.


    Bei den "Standartbeuten", sind die Verluste deutlich geringer.


    Ich gehe dabei davon aus, dass eben diese Zahlen aus dem Ural, auch so stimmen........Dies macht mir eine Entscheidung auch viel einfacher.


    lg Sulz.

  • Hier werden mehrere Themen vermischt.

    Ich bin der Meinung, das die Art der Behausung die Überlebensrate maximal in einer bis 1%Stelle beeinflussen würde, niemals in einer 10er Stelle.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Guten Morgen ihr Lieben!



    - Für das Flugloch, würde ich einen senkrechten Schlitz machen, welcher ca 30-40cm Hoch , und 7-8mm Breit wäre.

    -Ein genügend grossen Raum, in dem sich der Bien voll entwickeln kann (Brutnest), und auch reichlich Raum für die (Not) Vorräte zur Verfügung stehen.

    Je nach Standort, schätze ich diese Raumgrösse, zwischen 60-200Liter.

    Spannend dazu sind die Untersuchungen von Thomas D. Seeley. Er beobachtet wilde Bienenvölker ja bereits seit Jahrzehnten wissenschaftlich und hat Naturschwärmen verschiedene Arten von Kästen angeboten und die "freie Wahl" der Bienen untersucht. Heraus kamen folgende Ergebnisse:

    Vorliebe für...

    "die Größe des Eingang: 13cm²
    die Richtung des Eingang: Süden
    die Höhe des Eingang über den Boden: 4,50m
    Lage des Eingangs: Unten im Hohlraum
    Form des Eingangs: Rund und Spalte gleich
    Volumen: 40l
    Form der Höhle: Würfel und senkrechter Quader gleich
    Trockenheit der Höhle: trocken und feucht gleich
    Luftzug: zugig und dicht gleich"

    Aus "Auf der Spur der wilden Bienen", Thomas D. Seeley, Seite 178


    Der Schiffer-Tree wäre in Zeiten zunehmender AFB Ausbrüche sachlich betrachtet ein großes Problem.


    Die Zahlen auf amtliche Feststellung sinken seit Jahren kontinuierlich in D. Waren es 1997 bundesweit 482 Feststellungen, 2007 noch 257 und 2018 136 Feststellungen.

    Allerdings kann man manchmal durch die zunehmende Vernetzung der Imkerschaft den Eindruck gewinnen, dass es an allen Ecken und Enden nach AFB schreit, kann die Aussage also nachvollziehen.

    Aber das gilt ja für viele Dinge, bei denen man das Gefühl hat, dass es mehr als "früher" ist, weil man im Internet einfach mehr davon mitbekommt.


    liebste Grüße aus dem Rheinland

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Die Zahlen auf amtliche Feststellung sinken seit Jahren kontinuierlich in D. Waren es 1997 bundesweit 482 Feststellungen, 2007 noch 257 und 2018 136 Feststellungen.

    Einverstanden, danke für diese Zahlen!

    Es ist dann hoffentlich ausgeschlossen, dass die Zahlen nur deswegen sinken, weil sich immer mehr Imker etwaigen Kontrollen entziehen.


    Was aber in jedem Fall ein sachliches Problem ist: Wenn der AmtsVet eine Untersuchung anordnet, dann kann der Imker dem nicht nachkommen, bzw. nur mit Problemen.

    In keinem Fall wird ein Imker mit dem SchifferTree freiwillig Futterkranzproben einschicken, wobei genau das eine selbstverständliche Praxis sein sollte.

    Und das der SchifferTree sich auch vom Marketing an jene richtet, die eigentlich gar keine Imker sein wollen, ist an sich schon problematisch. Aber das habe ich in diesem Faden bestimmt schon mal irgendwo geschrieben.

  • Ich gaube, wenn man vernünftig in einer Art runden Behausung imkern könnte, da dies der natürlichen Behausung des Bien am nächsten kommt, würden wir, die Imker, das tun.

    Warum hat sich die Bienenkugel nicht durchgesetzt? Gleiches Prinzip wie der Schiffer Tree, aber modularer. Der Preis spielt da wohl auch eine Rolle.

    Wenn man Honig ernten möchte, und ich denke, dass das ein Grundprinzip des Imkerns ist, kommt man um eine eckige weil pratikable Lösung nicht herum. Honig ernten, weil sich nicht auf allen Honigen gut überwintern läßt (Raps, Melizitose, etc.).

    Der Schiffer Tree beruht auf Stabilbau, was auch nicht unbedingt einfach ist, siehe Bienenkiste und Co. Mit Warre hat man den Stabilbau einigermaßen im Griff, aber selbst Bernhard ist irgendwann von Warre weg. Ich mein, ich hab die Bienenkiste auch gehabt und die ersten 2 Jahre waren toll, bis alles zugebaut war. Und dann? Wie bekommt man die Altwaben aus der Kiste? Halt wie die Korbimer, aber wie schneiden? Wo schneiden? Und möglichst nicht die Kö verletzten. Alles Erfahrung, die man sich erst einmal erwerben muss!

    Vielleicht eine Kombi aus Warre und Schiffer Tree, Rund, aber modular aufgebaut, sprich mehr Scheiben und nicht nur ein Hauptkörper. Aber auch hier ist Wabenhygiene schwierig.

    Ansonsten bleibt nur das Magazin, da auch gern quadratisch. Aber wie Bernd schon geschrieben hat, hat die Art der Behausung nur einen untergeordneten Faktor, dass sich der Bien gut entwickelt.

    Zu glauben, man könne sich um gewisse Dinge drücken, weil man DIE Beute gefunden hat, ist fast schon sträflich.

    Varroamilbe, Viren, Nosema, AFB, die werden jetzt nicht einfach verschwinden, nur weil die Beute bienengerechter ist.

    Und dann greift das, was Ralf schon angemerkt hat: Will der Vet hier eine Probe, gibt es Probleme.

    Die Sorge, die mit dem Schiffer Tree einhergeht, ist doch, dass sich viele Bienenfreunde sich so ein Teil den Garten stellen und die Bienen machen lassen. Nach 2 Jahren ist alles vorbei, vielleicht einfach so, vielleicht, weil eine Krankheit sich da ausgebreitet hat. Und dann hat der Rest der Imkerschaft ein Problem!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die Schiffer-Tree verbreitet eine Krankheit nicht mehr als ein Dachkasten, eine Zwischendecke, oder ...

    Auch in solchen Quartieren wird nicht betreut oder gar behandelt.

    In Dachkästen, Zwischendecken oder ... werden aber nicht bewusst Bienenvölker angesiedelt, und für hunderte von Franken/Euronen kauft die dafür auch keiner, das ist doch wohl noch ein Unterschied...

  • Die Schiffer-Tree verbreitet eine Krankheit nicht mehr als ein Dachkasten, eine Zwischendecke, oder ...

    Auch in solchen Quartieren wird nicht betreut oder gar behandelt.

    In Dachkästen, Zwischendecken oder ... werden aber nicht bewusst Bienenvölker angesiedelt, und für hunderte von Franken/Euronen kauft die dafür auch keiner, das ist doch wohl noch ein Unterschied...

    Der Unterschied ist, dass die Schwärme eben nicht in den genannten Quartieren einziehen müssen.

    In den Beuten können sie sich ganz normal entwickeln.

    Nur auf diesen Unterschied wollte ich hinweisen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Guten Abend Marie.


    Da ich in den 80,90er Jahren, schon Versuche mit verschieden Hohlräumen mit Schwärmen gemacht habe, waren für mich die Untersuchungen von Herr Seeley am Anfang Interessant.

    Leider habe ich bis heute keine genaueren Angaben dazu bekommen, wie er diese Versuche angelegt hatte.


    Da ich zum Teil zu anderen Ergebnissen gekommen bin, wäre es für mich doch Interessant gewesen, den Grund für diese Unterschiede zu kennen.


    Lag es einfach nur an den Standorten?

    Oder eben an dem eventuell unterschiedlichem Versuchsaufbau?


    lg Sulz.

  • Um diese Schwärme von den genannten Quartieren "fern zu halten", sind aber Schwarmlockbeuten das geeignete Mittel zum Zweck.


    Aber nicht gestattet.


    lg Sulz.

  • Moin Sulz

    Zitat


    Leider habe ich bis heute keine genaueren Angaben dazu bekommen, wie er diese Versuche angelegt hatte.

    1.In seinen Büchern beschreibt er seine Versuchsaufbauten aber seeeehr penibel!

    Es gibt sie auch auf Deutsch, wenn es daran liegen sollte.


    2. du hättest ihn ja mal persönlich fragen können. 2015 war er in der Schweiz, vor kurzem in D und vor einigen Wochen erst in Österreich. Er gibt sehr gerne Auskunft, ich hab mich damals in Buchs im Aargau lange mit ihm unterhalten.


    Mag sein, daß er Dir als Wissenschaftler nicht das Wasser reichen kann, aber da muss man ab und zu mal großzügig sein.

  • Danke Michael.


    Bei apiline, habe ich es nicht gefunden. und dass es dies auch in Deutsch gibt wusste ich nicht.

    Von Seeley seinen Arbeiten, habe ich erst NACH seinem Besuch in der Schweiz aus der Bienenzeitung erfahren.


    Wenn ich ihn mal treffen sollte, dann werde ich versuchen "grosszügig" zu sein.


    lg Sulz.