Schiffer Tree

  • Das Teil soll demnach gar nicht für Imker gedacht sein... Warum fühlen sich dann soviele hier mal wieder auf den Schlips getreten?

    Weil ich keinen Bock auf wesensgerechte Fraulbrutschleudern in den Speckgürteln der größeren Städten hab. Die Leute, die mich heute ideologisch belabern, ziehen dann nämlich zum nächsten Hobby weiter, während unsereins die Scherben aufkehrt. Scheiß Imkerboom, echt jetzt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Folgende Gedanken zu dem Thema:


    1. Den armen Herrn Schiffer bashen

    Bei jeder seiner PR Aktionen teilt er reichlich (und oft auch unsachlich) gegen herkömmlich arbeitende Imker aus, in einem Medium (Glotze), in dem die sich nicht wehren können.
    Er bettelt geradezu darum, in einem Imkerforum auseinander genommen zu werden. Und wer so austeilt, kann sicherlich auch ein wenig einstecken.


    2. Wesensgemäß und artgerecht löst alle Probleme!

    Das haben Leute wie Günter Friedmann schon lange selbstkritisch erkannt, dass das nicht funktioniert, dass diese These nicht stimmt.

    Herr Schiffer erklärt auch nicht, warum wesensgemäß oder artgerecht alle Probleme lösen sollte. Er behauptet das einfach so, macht Wärmebildaufnahmen und redet viel auf öffentlichen Podien. Würde er mal den Friedmann fragen, das wäre toll! Der hat da schon ein paar Jahrzehnte Erfahrung auf dem Buckel und kann viel darüber berichten, was da so funktioniert, und was nicht - und vor allem: warum es nicht funktioniert.


    3. Lauter tickende Zeitbomben

    Und hier werde ich immer wütend: Eine Beute bauen, die ausdrücklich den Imker aussperrt.

    Aus imkerlicher Sicht sind diese Völker nicht zu handhaben.

    Jede Beute, die verkauft wird, wird zu 100% eine tickende Varroabombe, und im schlimmsten Fall ein Faulbrutherd, den niemand findet.

    Das ist schlechtweg eine Katastrophe.

    Und das weiss der auch. Aber ihm scheint das völlig egal zu sein.

    Wenn ich dann in der Glotze sein selbstgerechtes Grinsen sehen muss, bekomme ich einfach nur Blutdruck.


    Mir ist völlig unklar, wie man so jemanden, der im besten Fall Wissenschaftspopulismus betreibt, auch nach als Revoluzzer romantisieren kann.

  • rall0r : Vollste Zustimmung.


    Allerdings ändern wir nichts daran, indem wir hier unter uns den Schiffer zerreissen.


    IMHO sollten wir uns mal die Mühe machen, die Falschaussagen zusammenzufassen und dem Produzenten (NDR) zukommen zu lassen.

  • Das Teil soll demnach gar nicht für Imker gedacht sein... Warum fühlen sich dann soviele hier mal wieder auf den Schlips getreten?

    Weil ich keinen Bock auf wesensgerechte Fraulbrutschleudern in den Speckgürteln der größeren Städten hab. Die Leute, die mich heute ideologisch belabern, ziehen dann nämlich zum nächsten Hobby weiter, während unsereins die Scherben aufkehrt. Scheiß Imkerboom, echt jetzt.

    Musst du mir nicht erzählen. Ich habe mich auf die Aussage bezogen, dass das Teil für Imker wegen schlechter, bis gar keine Ernte- und Behandlungsmöglichkeit nicht geeignet sei. Das soll es auch gar nicht, was man nachlesen kann, wenn man es denn lesen will. Wenn jemand sagt, er ist angepisst, wegen evtl. zunehmender Faulbrutschleudern, kann ich zustimmen, ist verständlich. Dieses Teil scheint demnach ja perfekt für Schwarzimker und beratungsresistente und renitente Umweltverbesserer designt worden zu sein.


    Wenn aber Verständnislosigkeit oder Erklärbär gemimt wird, weil man nicht gelesen hat, worüber man urteilt, ist das was anderes - warst aber nicht du. Und wenn ich ich die Einleitung zu dem Textartikel richtig verstanden habe, scheint der Artikel von der "Konkurrenz" Schiffers über Schiffers neues Projekt zu stammen... Also Schüppkenklauer gegen Sandwerfer, wenn man so will.


    Mit meinen Worten ganz kurz und knapp:

    Bullshitbingo!

  • Hallo,

    wen störst denn?

    Keiner ist genötigt und die „Dinger“ werden nicht in Massen in der (imkerlichen) Nachbarschaft stehen.

    Wenn ich das richtig verstehe sind diese Beuten als Nistgelegenheiten für Schwärme gedacht, die eine Behausung suchen. D. h. im natürlichen Biotop der Biene = Wald aufgehängt werden KÖNNTE.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ein Seuchenvogel reicht ggf. in meinem Flugkreis. Was meinst Du, was mit einem Winterstand passiert, wo 50-60 Völker auf den Transport in die Bestäubung warten, aber nicht weg dürfen?


    Die Dinger kosten 600€, das richtet sich nicht an Leute in der Pampa, die Zielgruppe wohnt in Stadtnähe und kauft mit dem SUV im Biomarkt das gesunde Essen für die zwei hochbegabten Kinder. Bisserl Restgewissen bleibt und so kommt so'n Teil in den Garten. Inklusive dem Alleinstellungsmerkmal auf der nächsten Tupperparty. Und wenn's dann knallt, war's der Massenbienenhalter, und nicht umgekehrt. Beim Töpfern in der Toskana litten wenigstens nur die direkten Freunde & Verwandten.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

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  • Ein Seuchenvogel reicht ggf. in meinem Flugkreis. Was meinst Du, was mit einem Winterstand passiert, wo 50-60 Völker auf den Transport in die Bestäubung warten, aber nicht weg dürfen?


    Die Dinger kosten 600€, das richtet sich nicht an Leute in der Pampa, die Zielgruppe wohnt in Stadtnähe und kauft mit dem SUV im Biomarkt das gesunde Essen für die zwei hochbegabten Kinder. Bisserl Restgewissen bleibt und so kommt so'n Teil in den Garten.

    Also im Grunde für dieselbe "Modekundschaft", für die vor wenigen Jahren alle möglichen Mini- und Sonderbienenwohnungen mit/ohne Wendegetriebe für die Waben zur Ernte vor Ort für die Innenstadt und Balkon auf den Markt gebracht wurden. Nur in "edel" und gut besser. Ich nehme eher an, dass diese Gruppe "Diesel-SUV" nicht an solchen Sachen interessiert sein wird, obwohl das mit den Händen nicht schmutzig machen und posen schon passen könnte.


    Ich versuche übrigens immer noch, einer Person aus meinem Bekanntenkreis die Bienenhaltung auszureden. Es hat sich mittlerweile aber dahin geändert, dass sie sich angeblich bei einem der nächsten regionalen Imkerkurse angemeldet hat, was ich als kleinen Schritt in die richtige Richtung bewerte - ich werde das im Auge behalten... Meine Verluste vom Vorjahr bis in dieses Jahr habe ich als abschreckendes Beispiel vorgetragen, weil es auch mal extrem unrund laufen kann :cursing:


    Vllt. sollte man den Menschen, der den Imkerführerschein gefordert hat, auf Schiffer und sein Projekt ansetzen, vielleicht ist noch was zu retten... Möglicherweise sehen die Bienen das genauso und die verlassenen Baumstammbesitzer fordern ihr Geld zurück, wenn die Völker reihenweise abhauen. Vllt. freut sich auch der nächstgelegene Züchter/Imker über neue Kundschaft, denen er abgenutzte oder verschlissene Völker teuer verkaufen kann...

    Leider zieht ein Übel meist mindestens ein weiteres Übel nach sich, denn einfach verdientes Geld wird kaum jemand ablehnen...


    Den Seuchenvogel sollte man aber anstandsahlber nicht an der Art der Bienenbehausung festmachen, das ist in etwa genauso kurz gedacht, wie dass alle Bienendiebe von jenseits der Oder kämen... :whistling:


    Gruß Andreas

  • Natürlich muss man den an dieser Bienenbehausung festmachen. Ist doch alles schon hier geschrieben. Völker unter der Obhut des Menschen, die sich nicht einer Futterkranzprobe unterziehen lassen, gehören nicht hier her.

    Wie wenig gedacht wird, sieht man doch in dem Nachbarfaden, in dem nach Erfahrung mit einem Händler, der Paketbienen verkauft, wegen eines Königinnenkaufs, gefragt wird.


    Typisches Beispiel ist die Bienekiste für Neulinge. Steht 100 m von mir entfernt. Seit Monaten tot. Immerhin ist jetzt das Flugloch verschlossen. Einige male waren die Leute an meinem Stand, ich habe sie beraten, aber die wesensgemäße Bienenhaltung hat den Ausschlag gegeben. Wesensgemäß hat also mit unkontrolliertem Sterben zu tun.


    Wegen Hirnlosigkeit haben wir die AFB, die Varroa und bald auch diesen Käfer.

  • Also Faulbrut ist ja lt. Der obersten Veterinärvertreterin in Berlin gar kein Thema. Und das trotz zahlreicher wilder Völker in der Stadt, die wohnen nämlich in 500€-Beuten genauso gerne in 5.000 €-Beuten in Form eines Quadratmeters Dachkastens eines Altbaus.


    Genauso wesensgemäss sind ihnen asbestverseuchte Flachdächer, hohle Bäume und zugemauerte Fensterleibungen.


    Und da man in Berlin lieber gar nicht hinschaut und freiwilliges Hinschauen mit dem Abtöten gesunder Völker bestraft, wird die AFB auch weiterhin kein Thema sein. Da wird die SchifferTree-Beute nun auch nichts dran ändern. Frag mich nur was Veterinäre sagen wenn sie daraus eine Probe ziehen wollen.... ob der Eigentümer dann die Stichsäge holen muss? Oder aber: muss ich überhaupt Bienen anmelden, die in meinen Dachkasten eingezogen sind?


    M.

  • Die Berliner Veterinäre bestellte ich mal, um ein Gesundheitszeugnis zu erlangen, zu einer solchen Beute. Das Gesicht wäre mir schon fast die 600 Euro wert.:)

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Natürlich muss man den an dieser Bienenbehausung festmachen. ...

    Dann soll es auch entsprechend so formuliert werden! Und nicht allgemein. Ich will lieber nicht wissen, wieviele "angesehene" aber unerkannte Seuchenvögel vollkommen unbehelligt in gängigen und daher völlig unauffälligen Behausungen Völker halten und wieviele von denen sich regelmäßig sogar den kostenfreien Monitoringaktionen erfolgreich entziehen, nur weil sie in ihren Vereinen immer eine große Klappe haben... :!:


    Nochmal:

    Wenn durch diese neue Behausung der Ausbruch von Seuchen erwartet oder befürchtet wird, muss man auch dafür sorgen, dass die Besitzer dieser Behausung nicht von jedem Hinterhofzüchter mit Bienen verorgt werden oder ihre Bienen unbetreut halten können! Da greift ein Rad ins andere, dagegen hilft aber kein Jammern und Klagen. Es heißt nicht umsonst "jeden Morgen steht ein Dummer auf" Der Dumme allein richtet noch nicht unbedingt den großen Schaden an, denn für jeden Dummen muss auch ein Schlauer aufstehen, der sich den Dummen zu Nutze macht!

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  • Ich mach mal hier einen Anfang mit den Ungereimtheiten, die mir in diesen zwei Sendungen aufgefallen sind.


    Bitte ergänzen: vielleicht schaffen wir es ja, eine Zusammenfassung der Ungereimtheiten zu erstellen und dem Produzenten zukommen zu lassen.



    Sendung "Mein Nachmittag"


    2:15 Es gibt sehr wohl wissenschaftliche Abhandlungen über das natürliche Leben der Bienen. zB von Seeley


    4:09 Schimmelwaben kommen zwar vor. Das ist aber keineswegs der Normalfall. Vielmehr ist das der Ausnahmefall. Und welcher Imker lässt Schimmelwaben 6 Monate lang in der Kiste? Die werden doch bei erster Gelegenheit aussortiert.


    8:47 Bei welcher Rasse hat der Bienenforscher in Deutschland 80 Liter voll mit Brut gesehen? Würde mich echt mal interessieren.


    Auf die im Vorspann genannten Probleme (Pestizide und Monokulturen) wird gar nicht eingegangen




    Sendung "Unsere Bienen: Rettung in Sicht?"


    1:35 Es gibt sehr wohl wissenschafliche Abhandlungen über das natürliche Leben der Bienen. zB von Seeley (hatten wir oben ja auch bereits)


    2:00 Es gibt keine wild lebenden Bienen mehr wegen der stark wachsenden Hong-Nachfrage? Was liegt denn da für eine Logik zugrunde? Die Honig-Nachfrage mag im Mittelalter einen Einfluss auf die Population von wild lebenden Völkern gehabt haben, als der Zeidler noch wild lebende Völker abgeerntet hat.


    2:06 Wieso sollen die Imker daran schuld sein, dass in der Natur keine Bienen mehr leben? Diese Aussage steht im Übrigen im Widerspruch zu seiner eigenen Aussage, dass sehr wohl wild lebende Völker existieren.


    2:37 Das Hygieneverhalten bleibt bei der Zucht auf der Strecke? Bei der Tolleranzzucht wird gezielt auf Hygieneverhalten selektiert.


    3.14 "gängige Bienenstöcke aus Styropor". Bei uns in der Region kenne ich keinen einzigen Imker, der Styropor-Kisten verwendet


    4:10 Bienen haben Wehrhaftigkeit verloren und sind damit leichte Beute für den Hauptfeind Varroa. Hier wird suggeriert, dass Varroa ein natürlicher Feind wäre, und dass die Biene sich früher (mittels Stachel?) gegen die Varroa gewehrt hätte.


    5:07 Es gibt sehr wohl Methoden, ohne AS auszukommen. Da gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten als nur Puderzucker.


    5:30 Wieder die Behauptung, es gäbe keine Alternativen zur AS.


    6:50 Und schon wieder wird diese Behauptung wiederholt.


    7:10 Es GIBT chemiefreie Lösungen


    23:40 Künstliche Besamung wird als "Standard-Methode" dargestellt mit der Folge der genetischen Verarmung. Dem ist keineswegs so. Vielmehr ist künstliche Besamung der absolute Ausnahmefall. Der Durchschnittsimker macht doch Standbegattung.


    24:21 Das Tuch sieht doch so aus wie die vom Nassenheider Verdunster? Sind das wirklich zerbissene Milben? Oder sind das verätzte?


    24:50 Bienen zerbeissen Milben? Sicher, dass das nicht Ameisen (oder Skorpione ;-) waren? Wurde das Volk ohne Behandlung beobachtet?


    32:50 Der Skorpion läuft vollkommen desinteressiert an der ach so leckeren Milbe vorbei

  • Wahrscheinlich gab es in der Imkerei schon immer den Drang zu der neuen optimalen Beute. Die Welt des Internets in Verbindung mit social Marketing und Crowdfunding bringen spürbar Schwung in dieses Thema. Hier wird noch viel Geduld und Zeit nötig sein, um sehen ob einige neue Beuten eine Zukunft haben und man wird viele scheitern sehen.

    Die nächsten Kampagnen stehen schon in den Startlöchern:

    https://landing.beeing.it/de/staedtische-imkerei/

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive