Honigernte und Ox-Sommerbehandlung

  • Hallo in die Runde,


    in diesem kniffeligen Frühjahr sind meine Völker zu früh geschwärmt. Normalerweise kann ich auch aus den abgeschwärmten Völkern noch ausreichend ernten, jetzt würde der Raps erst noch kommen. Daher möchte ich folgendes versuchen:


    Abgeschwärmte Völker verstellen, Schwarm an deren Stelle und die Honigräume des Muttervolkes dem Schwarm aufsetzen. Da die Schwärme alle sehr stark sind, keiner unter 2,5 kg, denke ich, dass die jetzt noch gut eintragen, es gibt ja auch noch kaum Brut zu pflegen. Und sie haben Flug- und HR-Bienen des Muttervolkes. Aber ich möchte das Behandlungsfenster (Brutfreiheit) nicht verschenken.


    Laut Angaben beim Oxuvar zum Sprühen gibt es keine Wartezeit:



    Für den Honig korrekt behandelter Völker ist keine Ab­setzfrist nötig.

    Aus den restlichen Angaben ergibt sich als korrekte Behandlung, dass man nur brutfreie Völker (Schwärme, Ableger, brutfreie Wirtschaftsvölker) besprüht.


    Also würde ich die (bienenbesetzten) Honigräume über Bienenflucht aufsetzen, am nächsten Tag morgens Ox sprühen und die Honigräume ohne Flucht wieder draufpacken. Fällt das unter korrekte Behandlung? Ist der Honig dann verkehrsfähig?


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Genau diesen Gedanken hatte ich für mein geschwärmtes MV, welches bald brutfrei wird.

    (Leider war mein Schwarm übers Haus hinaus weitergezogen ;()

    Für die kompletten HR ist bei mir zu wenig Personal da, ich habe ihnen 2 1/2 gelassen, die restlichen zum Bearbeiten auf andere verteilt.

    Ich möchte auch gerne diese Chance zum Behandeln nutzen.

  • OX (wie auch AS und MS) geht in die Honigvorräte über, besonders gut und direkt, wenn sie in wässriger Lösung auf die (bienenbesetzten) Waben aufgesprüht wird. Einmal im Honig, gehen diese Substanzen nicht wieder raus - außer auf dem Wege der Verdauung von honigfressenden Lebewesen.

    Risiken sehe ich deshalb darin:

    - Umtragen kontaminierten Honigs in den HoR

    - Kontamination über OX-Reste auf Beuten-, Rä.- und Wabenmaterial, die sicherlich nicht innerhalb von Minuten vom Bienenvolk weggeputzt und aus dem Stock befördert werden. Die Fachinformation für Oxuvar spricht davon, daß der Milbenfall über 3 Wochen anhalte bzw. daß die Sprühbehandlung bei stark vermilbten Völkern nach 2 Wochen zu wiederholen sei.


    Man muß davon ausgehen, daß erhöhte OX-Werte mindestens 2 - 3 Wochen im Stock herrschen. Mindestens solange würde ich keinen HoR aufsetzen.


    Bei strenger Auslegung könnte die Lebensmittelüberwachung sogar zur Ansicht kommen, daß Honig von OX-behandlten Völkern im Behandlungsjahr generell nicht verkehrsfähig ist, denn die besprühten Waben kommen ja schließlich (auch) für die Honigproduktion zum Einsatz - wenn auch als BrW - Zitat aus der Fachinformation Zf. 4.5. Abs. 1:

    "Nicht auf Waben sprühen, die für die Honigproduktion im laufenden Jahr verwendet werden."

    Bilder

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  • ...(Leider war mein Schwarm übers Haus hinaus weitergezogen ;()


    ...Ich möchte auch gerne diese Chance zum Behandeln nutzen.

    zu 1.: Ich werbe für das Beschneiden eines Flügels bei jeder Kö....


    zu 2.: Nach dem, was Du im letzten Herbst alles berichtet hast, müßte Deine Spätherbst-/Winterbehandlung 2018 die Restmilbenzahl unter 50, also ausreichend abgesenkt haben. Da muß man nicht jetzt schon wieder TAM einsetzen. TBE wolltest Du ja ohnehin gegen Varroa einsetzen. Das kann man auch jetzt schon tun, ohne den Honigertrag zu mindern, so wie es Dr. Radtke praktiziert und propagiert:

    Vortrag: Varroa-Bekämpfung - Bioland


    https://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP.../Radtke_Varroabekaempfung.pdf


  • TBE wolltest Du ja ohnehin gegen Varroa einsetzen. Das kann man auch jetzt schon tun, ohne den Honigertrag zu mindern, so wie es Dr. Radtke praktiziert und propagiert:


    Das heisst, Du erwartest in 14 Tagen das Ende der Saison?


    =O=O

  • TBE wolltest Du ja ohnehin gegen Varroa einsetzen. Das kann man auch jetzt schon tun, ohne den Honigertrag zu mindern, so wie es Dr. Radtke praktiziert und propagiert:


    Das heisst, Du erwartest in 14 Tagen das Ende der Saison?


    =O=O

    Dr. Radtke teilt seine Völker während der Schwarmzeit in 2 Etappen und nutzt dabei normale Brutwaben als Fangwaben. D.h. integrierte Varroabehandlung. Das hat nichts mit dem Ende der Saison zu tun, sondern ist eine Kombination aus Schwarmverhinderung und Varroabehandlung ohne Ertragseinbußen. 2 Eingriffe und das Thema Schwärme und theoretisch auch Varroa hat sich für das Jahr erledigt.

    Einfach mal seine Dissertation lesen. Es lohnt sich! Äußerst effektive und wenn man will auch voll biologische Betriebsweise!

  • An diesem Tag, als sie schwärmten, habe ich sofort allen verbliebenen Müttern einen Flügel gestutzt, da drei von ihnen vom Züchter gekaufte von letztem Sommer sind.

    Gut, da werde ich mich auf die Hände setzen.

    ( Wollte im übertragenen Sinne mein Varroa-Trauma bearbeiten, um mich zu beruhigen.... ) TBE ist fest geplant.

  • Bei strenger Auslegung könnte die Lebensmittelüberwachung sogar zur Ansicht kommen, daß Honig von OX-behandlten Völkern im Behandlungsjahr generell nicht verkehrsfähig ist, denn die besprühten Waben kommen ja schließlich (auch) für die Honigproduktion zum Einsatz - wenn auch als BrW - Zitat aus der Fachinformation Zf. 4.5. Abs. 1:

    "Nicht auf Waben sprühen, die für die Honigproduktion im laufenden Jahr verwendet werden."

    Da sind noch keine Waben, die bauen ja erst halbe MW aus ... und Honig zum Umtragen ist da auch noch nicht.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • beenutzerin : Du mißverstehst meine Bemerkung. Mit OX werden ja üblicherweise die erwachsenen Bienen eingesprüht - wenn sie auf den BrW sitzen. Dabei bekommen die BrW naturgemäß OX ab, d.h. auch die darin evtl. befindlichen Futterkränze oder die Nektareinfuhr des Tages, die dort für einige Stunden zwischengelagert wird.

    Daß man die HoW im HoR nicht mit OX einsprüht (ob ganz oder halb ausgebaut), hatte ich als selbstverständlich vorausgesetzt. Die HoR-Bienen müssen eben im BrRaum konzentriert werden, wenn man OX-behandeln will. So hatte ich Deinen Vorschlag mit der Bienenflucht in #1 jedenfalls verstanden.

  • Die HRe/Bienenflucht sitzen über einem frisch eingeschlagenen Schwarm. So hatte ich das auch beschrieben. Und das war auch meine Frage. Wie man das "üblicherweise" macht interessiert mich hier nicht.


    Kann ich die "nackerten" Bienen, brutlos, futterkranzlos, nektarlos (die nächsten 2 bis 3 Tage auch ziemlich sicher keine Tracht lt. Wetterbericht) in der Bautraube mit Ox behandeln, dann HR wieder aufsetzen und ist der einige Tage später eingetragene Nektar und daraus resultierende Honig dann ok?

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • beenutzerin : Aus #1 geht nicht hervor, wie lang Deine Schwärme schon in der Kiste sitzen und wieviel Wabenwerk sie haben. Deine Bemerkung "kaum Brut zu pflegen" hatte ich so verstanden, daß sie bereits Brutnester (auf Wabenwerk) angelegt haben.

    Unabhängig davon: Du mußt selbst abwägen, wo Reste von OX verbleiben und wie lange. Die m.E. bestehenden Risiken habe ich in #3 beschrieben. Auch auf die erwachsenen Bienen selbst wird ja OX-Lösung appliziert. Die muß erst einmal eintrocknen, abgeputzt und aus dem Stock geschafft werden. Wie schnell das geschieht, kannst nur Du vor Ort beurteilen.


    I.ü. habe ich den Eindruck, daß sich die TAM-Hersteller in letzter Zeit einen Wettbewerb liefern um die kürzesten bzw. Null-Karrenzzeiten. Bei MAQS bspw. war der Herstellerhinweis "Wartezeit: Null" viel zu optimistisch, wie selbst die Institute festgestellt und gewarnt haben. Ich persönlich vermeide TAM, wenn es irgend geht, resp. wenn es andere Möglichkeiten gibt. Auf die wurde hier bereits verwiesen.


    Schließlich: Meine persönliche Erfahrung mit meinen Völkern war bisher, daß Schwärme keine oder nur sehr wenig Varroen mit sich trugen. Das hängt aber - noch dazu so früh im Jahr wie heuer - u.a. davon ab, wie hoch bzw. niedrig die Varroastartlast der Herkunftsvölker im Frühjahr war, resp. wie gründlich die Restentmilbung im Nov./Dez. des Vorjahres verlief.

  • Natürlich kannst Du den nackten Schwarm behandeln. Wenn die Anfang Mai allerdings soviele Milben haben, daß das nötig ist, dann würde ich eher an der Winterbehandlung feilen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es scheint ja von der Zulassung erlaubt zu sein. Nach mehreren Tagen wird wohl auch weniger in den Honigraum verschleppt. Außerdem nutzt man ja minimale Mengen OS, die sich dann auf viele Kilogramm Honig verteilen und damit verdünnen.

    => Somit gehe ich davon aus, dass du den Schwarm mit OS besprühen kannst und sie jetzt mit fein dosiertem Futter bauen lassen kannst, ehe du dann in ein paar Tagen zum Flugwetter die Honigräume drauf zugänglich machst. Aber wie rase geschrieben hat, sollte jetzt nach ein paar Wochen Bruttätigkeit eigentlich auch kaum Milbenlast vorhanden sein und meiner Erfahrung nach nehmen die Schwarmbienen auch noch weniger Milben mit als im Stock zurückbleiben. Du könntest allerdings jetzt damit die Last vielleicht so weit senken, dass du bei Schadschwellenbeobachtung vielleicht ohne Sommerbehandlung auskommst...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Milbenlast bei Schwärmen - da gehen die Meinungen auseinander, es gibt auch anderslautende Berichte. Aber ich denke auch, dass es nicht viele sind, die meisten sitzen sicher in der But m Muttervolk.


    Aber der Gedanke ist natürlich trotzdem, jetzt bei Brutfreiheit mit minimalem Aufwand behandeln und damit evtl. die Sommerbehandlung sparen.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de