Schleuderterminproblem

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    Ich habe, wie vermutlich alle, die Honigzargen auf meinen Völkern. Nun ist einem davon die Königin abhanden gekommen, was ich relativ spät erst bemerkt habe. Es ist noch reichlich verdeckelte Brut da, aber keine Vorstufen. Prinzipiell ist das kein Problem, da jetzt ein paar Weiselzellen aus einem anderen Volk drinhängen und die Damen bald wieder eine Königin haben werden - ABER in der Zeit in der Waben freigeworden sind, weil keine neuen Eier dazukamen, haben sie diese mit Nektar gefüllt und den Honigraum, in den sie vorher schon ordentlich eingetragen hatten, erstmal so gut wie ignoriert ... nun frage ich mich, ob sie a) den Nektar von unten nach oben tragen werden, wenn die Königin wieder da ist und b) ob ich mit dem Schleudertermin nun Probleme bekommen kann, weil der Teil der jetzt schon eine Weile drin ist, natürlich komplett anders sein wird, als das, was hoffentlich ab demnächst wieder dazugetragen wird.

    Das hat doch bestimmt von euch auch schonmal jemand gehabt, oder? Wie seid ihr das angegangen?

  • ob sie a) den Nektar von unten nach oben tragen werden, wenn die Königin wieder da

    Ja. das machen sie.

    b) ob ich mit dem Schleudertermin nun Probleme bekommen kann, weil der Teil der jetzt schon eine Weile drin ist, natürlich komplett anders sein wird, als das, was hoffentlich ab demnächst wieder dazugetragen wird.

    Meinst du jetzt wegen der Sortenreinheit oder hast Du Angst, dass der ältere Honig auskristallisiert.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ob sie a) den Nektar von unten nach oben tragen werden, wenn die Königin wieder da

    Ja. das machen sie.

    Meinst du jetzt wegen der Sortenreinheit oder hast Du Angst, dass der ältere Honig auskristallisiert.

    Dann haben meine Bienen dieses System wohl noch nicht verstanden. Bei mir wurde bislang noch kein Honig in den Honigraum umgetragen, wenn er einmal im Brutraum eingelagert wurde.

    Vielleicht nehmen sie diesen Honig im Brutraum jetzt in der Kältephase ohne Flugwetter zur sofortigen Nahrung an.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • solange er nicht verdeckelt ist, wird er bevorzugt verbraucht und wenn nötig, auch Bereiche für Eier geschaffen, und nach oben- mit Verlust- geschafft, wenn dort Platz ist. Kein Platzbedarf, keine Verlagerung. Zumal ohne Brut der Verbrauch merklich sinkt.

  • Sowohl als auch, denke ich. Wenn die Kö' weg ist wird in der Zeit bis zur erfolgreichen Nachzucht das Brutnest vollgetragen mit Pollen und Nektar; denn es braucht ja wieder viel Energie, um eine neue Frauschaft aufzubauen. Benötigt eine neue, begattete Kö' mehr Platz zum Stiften, wird der überschüssige Honig ins "Vorratslager" getragen.


    Die Honigräume lässt man am besten so wie sie sind und was später neu dazu kommt, wird entsprechend behandelt wie das bereits Eingelagerte.


    Insofern - weniger ist mehr.

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Der Nektar im Brutraum dort, wo eigentlich die Brutfelder wieder gefüllt werden sollten, ist noch komplett offen, also wirklich ganz frisch drin. Dann drück ich mal die Daumen, dass sie den nach oben räumen.

    WFLP - Ich hab Angst, dass der ältere auskristallisiert ist, wenn der neu dazugekommene reif ist. Die Sortenreinheit ist mir egal, da ich ohnehin nur im Familien- und Freundeskreis Honig rausgebe.

  • Hast du Raps in der Nähe?

    Dann solltest du die Waben ca. 1 Woche nach Ende der Rapsblüte schleudern.

    Das ist meines erachtens der einzige Nektar, der früh im Jahr kristallisiert, wenn er zu lange im HR verbleibt.

    Der Rest ist unkritisch, sollte dann zur Sommerernte mit geschleudert werden, aber das macht man normalerweise eh, damit der Sommerhonig (Linde/Wald) nicht kristallisiert.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo, ich hänge mich einfach mal an die Frage ran...


    Meine Honigräume sind zu 95% verdeckelt (Frühtracht, Obstblüte, Löwenzahn). Ob Raps in der Nähe ist, kann ich nicht sagen. Eventuell als Zwischenfrucht im Weinbau in 2-3 Km Entfernung.


    Jetzt war es die ganze Woche recht kalt und auch regnerisch. Hat das Auswirkung auf den verdeckelten Honig (Wassergehalt) und wenn ja welche?


    Ich überlege am WoE zu schleudern. Oder aber nächste Woche, da wird es wärmer...


    Danke

  • Moin,

    also wenn der Honig verdeckelt ist, sollte sich da nicht mehr viel in Richtung Wassergehalt ändern.

    Kritischer wäre es dann eher, wenn jetzt noch frischer Honig reinkommt, da der nicht so schnell getrocknet werden kann.

    Ich glaube, wenn du an deiner Kappa Grenze was HR's angekommen bist, und du zweifelst, dass noch Raps reinkommt, sollte Schleudern kein Thema sein. 95% verdeckelt (wenn es denn dem so ist), sehe ich als unkritisch an.

    ggf. Waben, die noch nicht verdeckelt sind per Spritzprobe prüfen und ggf. nicht mit schleudern (bei 1-2 Waben mit höherem Wassergehalt macht sich der Gesamtwassergehalt bei entsprechender Anzahl an Waben wenig bemerkbar).

    Viel Spaß!

    Ich warte noch 2 Wochen, hoffe allerdings auch, dass ich noch etwas an Raps reinbekomme (den ich zum Schleudertermin dann aber auch raus haben will;-)))

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Meine Honigräume sind zu 95% verdeckelt (Frühtracht, Obstblüte, Löwenzahn).

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    Ich überlege am WoE zu schleudern. Oder aber nächste Woche, da wird es wärmer...

    Wenn verdeckelt, dann unbedingt schleudern, noch bevor das Wetter besser wird und neuer Nektar eingetragen wird!


    Neuer Nektar wird den Wassergehalt ganz sicher nicht verringern...