Probleme mit unzureichender Begattung?

  • Hallo, zusammen,
    ich hatte mir trotz Umstellung auf Buckis noch Carni-Königinnen nachgezogen. 12 (von drei verschiedenen Müttern, nicht verwandt) umgelarvt, 10 angenommen, und auch alle 10 geschlüpft am 21.6. ohne sichtbare Mängel.
    Ich hab sie in Mini-Plus gepackt und das beste gehofft. Am 12.7. waren 6 noch da und legten auch.Kleine Brutnester, aber sahen ganz gut aus. Damit hab ich welche von den Wirtschaftsvölkern umgeweiselt. Hat auch geklappt, sind alle angenommen worden und legten auch, bei Kontrolle eine Woche später. Am 1.8. hab ich wieder nachgesehen: alle 6 Völker sind drohnenbrütig! Die Königinnen sind aber noch da und legen auch noch, also dürften sie schlecht begattet worden sein...
    Nahezu alle Kollegen in der Gegend schneiden fleißig ihre Drohnen aus. Kann es sein, daß es nicht nur am schlechten Wetter lag, sondern auch daran, daß tatsächlich insgesamt einfach zuwenig Drohnen unterwegs sind?
    Hat noch jemand ähnliche Probleme bei Standbegattung?


    _________________
    Gruß aus dem Sauerland, Sabi(e)ne


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: sabi(e)ne am 2002-08-05 08:33 ]</font>

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat


    Nahezu alle Kollegen in der Gegend schneiden fleißig ihre Drohnen aus. Kann es sein, daß es nicht nur am schlechten Wetter lag, sondern auch daran, daß tatsächlich insgesamt einfach zuwenig Drohnen unterwegs sind?


    Hallo Sabi(e)ne,


    ich glaube nicht, daß es am Ausschneiden der Drohnenwaben gelegen hat. Normalerweise erzeugt ein Bienenvolk auch auf den normalen Brutwaben genug Drohnenbrut. Diese Exemplare "erwischt" man beim Ausschneiden eh nicht.


    Die relativ großen Drohnenmengen eines normalen Bienenvolks sind lediglich "Luxus", sie sollen gewährleisten daß die Erbinformationen der Königin möglichst häufig weitergegeben werden.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo Sabi(e)ne ,


    wenn es dich etwas tröstet, das Problem trat in diesem Regensommer häufiger auf.
    Die Königinnen hatten oft nur Zeit zu einem einzigen Ausflug, danach gingen sie zwangsläufig in Eilage, da wochenlang kein Flugwetter war.
    Es ist sicher kein Problem der fehlenden Drohnen, das Phänomen der Drohnenbrütigkeit konnte ich auch bei einigen belegstellenbegatteten Königinnen feststellen.
    Aber .... nächstes Jahr wird alles besser ! :smile:


    M.



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-08-05 18:29 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • hallo, zusammen,
    nachdem ich in ganz vielen Sites gestöbert habe, glaube ich zu wissen, woran es liegt.
    http://website.lineone.net/~dave.cushman/newhome.html
    Da stehen interessante Sachen über die Wirkung von As und Os und Perizin o.ä. auf die Fruchtbarkeit der Drohnen!
    Die Site ist etwas grell, aber sehr informativ.
    Er benutzt übrigens eine interessante Lösung, um rauszukriegen, welche Bienen kleinzellige MWs ausbauen können.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Habe dieses Jahr 5 Völker umgeweiselt Königinen wurden begattet sind alle 5 Dronenbrütig. So etwas habe ich in meiner 40 jährigen Imkerlaufzeit noch nicht erlebt

  • Ich halte immer noch eine Zuchtkönigin, welche im März drohnenbrütig wurde in einem Miniplus mit einer Hand voll Bienen. Ist eigentlich nicht glaubhaft. Letztes Jahr das selbe Drama. Königinnen legen und werden dann drohnenbrütig.
    Remstalimker.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • vielleicht sind das tatsächlich schon die ersten "Erfolge" von Hyperthermiebehandlungen?


    Wieviel % der Imkerschaft macht denn sowas? 5 oder 10 %?


    Der Anteil derjenigen, die ständig Drohnen schneiden ist deutlich größer und deren Messer werden nach den selbstverständlich varroabedingten Völkerverlusten im letzten Herbst/Winter dieses Jahr noch häufiger gezückt, als die Jahre zuvor.


    Grüße Sven

  • ...manchmal liegts auch am Weibe selbst :cool:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Das bedeutet was?


    Waren die Schnitter unterwegs?


    So gründlich kann wohl kaum jemand die Drohnenbrut ausschneiden, als dass es tatsächlich zu Drohnenmangel in der Luft käme. Jedenfalls nicht in 'normalen' Regionen, über abgelegene Bergtäler kann ich nichts sagen. Desgleichen bei mit der Hyperthermie: selbst wenn die so negative Auswirkungen hätte - das wird nur von einem sehr kleinen Teil der Imker angewand, vermutlich nur an einem kleinen Teil ihrer Völker und erwischt dabei einen noch geringeren Anteil der Drohnen (wird ja schließlich nicht jede Woche gemacht). Völlig zu vernachlässigen.


    Wenn es tatsächlich zu außergewöhnlich häufiger, nicht durch das Wetter zur Begattung erklärbarer Drohnenbrütigkeit kommt, dann kann es eigentlich nur an chemischen Stoffen liegen oder an Krankheitserregern.



    Grüße,
    Robert

  • vielleicht passt der Artikel hier her, den ich eben gefunden habe:
    http://www.nationalgeographic.…kaempferische-bienensamen


    ".......Jedes Männchen mischt jedoch seinem Samen ein Sekret bei, das den Samen der Konkurrenten angreift, um sich somit selbst nach der Paarung noch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das ist ganz und gar nicht im Interesse der Königin, die möglichst alle Samen bewahren will, damit der Vorrat lange hält. Aus diesem Grund füge sie der Samenmischung ihrerseits eine Substanz bei, welche die schädigende Wirkung des männlichen Sekrets neutralisiere....."


    noch mehr Möglichkeiten oder Gefahren


    Gruß Doro