CPV und Weiselzellen

  • Hallo,

    Ich habe auf 6 Waben Dadant ein Carnicavolk Königin hat super gelegt und massig Bienen produziert. Letzten Sonntag war alles unauffällig und sie haben richtig angefangen loszulegen und alles sah super aus zumindest für mich. Mittwoch habe ich dann seltsam zuckende Bienen auf dem Flugbrett gesehen. Hab dann Tante Google bemüht und alle Anzeichen für das Chronische Paralyse Virus entdeckt.. Fast Schwarze zuckende Bienen mit asynchron abgespreizten Flügeln. Auch zuckende auf den Oberträgern. Dann gelesen was zu tun ist. Heißt ja das es mit starker Varroa Belastung zu tun hat. Ich hab also Mittwoch die Windel eingeschoben. Heute wollte ich dann entscheiden ob ich eine TBE mache oder auf Spontanheilung hoffe. Varroa lag bei 0 hab heute ausgezählt. Zuckende Bienen waren heute nicht mehr zu sehen aber der Totenfall vorm Flugloch ist doch sehr stark.Dafür habe ich heute reichlich angepflegte Waisselzellen gefunden. Die Königinn habe ich leider nicht gefunden. Auch keine frischen Stifte. Alles schon min. 2-3 Tage alt. Ich habe die Zellen erstmal stehen lassen. Das Volk ist trotz des vielen Totenfalls noch Randvoll und es sind noch ca. 4 Waben mit verdeckelter Brut kurz vorm auslaufen. Wie gehe ich jetzt am besten vor ? Das war mein bestes Volk am Stand. Ist es Sinnvoll, das Volk die Zellen ziehen zu lassen und dann kurz vor Schlupf die Waben und Zellen auf Ableger zu verteilen ? Oder besser nur eine stehen lassen und den Rest brechen ? Ich hätte gern Honig geerntet aber ich bin mir grade nicht sicher was Sinvoller ist. Geplant war mit Zuchtstoff von der Königinn im Honigraum nachzuziehen und TBE nach der Raps Ernte.

  • Könnte es auch ein Schaden durch die ungewollte Aufnahme von sog. Pflanzenschutzmitteln sein ?


    Varroa (be)findet sich jetzt nahezu komplett der Brut...

  • Hallo Chris,

    CBPV ist ein noch recht unbeschriebenes Blatt - guter Rat ist also schwierig.

    Die Krankheit gilt als Erkrankung der erwachsenen Biene. Wenn du einem solchen Volk, die noch gesunde Brut wegnimmst (TBE), hilft das nicht. Im Gegenteil, du müsstest versuchen die kranken Altbienen loszuwerden. (Anders als ABPV ist CBPV meines Wissens auch nicht mit Varroabefall in Verbindung zu bringen)

    Um die (kranken) Altbienen loszuwerden, könntest du versuchen, das Volk 20-30m vom jetzigen Standort abzufegen, so dass nur die gesunden Bienen zurückfliegen können. Leider verlierst du dabei auch Jungbienen.

    Da die Brut bei einem solchen Verfahren eine gewisse Zeit unbesetzt ist, würde ich das nur bei gutem Wetter machen. (Und sicherheitshalber das Volk ein paar Tage vorher auf einen separaten Stand bringen, um Ansteckung bei Nachbarvölkern zu vermeiden)

    Man geht von Krankheitsübertragung durch Körperkontakt aus, weshalb durchaus starke Völker von der Krankheit betroffen sind. Bei Durchfallerscheinungen ist auch der Kot ansteckend.

    In England wird deshalb empfohlen, solche Völker zu separieren, ihnen Raum (Erweitern) zu geben (um Körperkontakt zu reduzieren) und insbesondere bei schlechtem Wetter, flüssig zu füttern. (Um Hungerstress zu reduzieren (und das Brutgeschäft anzukurbeln) (letzteres ist bei dir schwierig)

    Evtl. Kotspuren reinigen, Stress vermeiden und Daumen drücken.

    Ich würde an deiner Stelle das Volk separieren, die Beute regelmäßig reinigen, für Futter sorgen, beobachten und auf das beste hoffen. Ich würde keine Ableger machen und hoffen, dass sie zumindest eine neue gesunde Königin bekommen. Bienen- und Brutkontakt (Wabenaustausch) zu anderen Völkern würde ich vermeiden. (Also auch keine Brut aus diesem kranken Volk in ein anderes schwaches, aber gesundes Volk stecken.) Wegen der Weisellosigkeit, würde ich auch auf das Abfegen verzichten. (Aber insbesondere letzteres ist reines Bauchgefühl - den Fall hatte ich zum Glück noch nicht.)

    Du kannst eine Matte vor das Flugloch legen, um die toten Bienen vor dem Flugloch leichter aufsammeln und entfernen zu können. (Infektionsmasse)


    Gruß

    Ludger

  • Abgesehen von den zuckenden Bienen, die Du jetzt ja nicht mehr gefunden hast, ist die Frage:


    Bereiten die den Schwarmabgang vor oder brauchen sie eine neue Königin?


    Mit anderen Worten: sind das Schwarm- oder Nachschaffungszellen? (Ein Was-ist-Was gibt es hier: Überblick von beetic)


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Danke für den Link für mich sah das aus wie die Nachschaffungszellen von beetic. Die Zellen glänzen weißlich und es krabbeln ständig Bienen hinein. Ich gehe also davon aus das sie auch belegt sind. Die Damen haben die auf dem Drohnenrahmen, auf dem sie aber nur teilweise Drohnenbau errichtet haben gebaut. In die untersten Zellen 4 oder 5 Näpfe und auch noch auf 3 anderen Rähmchen eher mittig im Brutnest je 2-3. In den letzten Tagen sind sehr viele Jungbienen geschlüpft. Diese scheinen alle gesund zu sein. Bei der Durchschau heute waren noch genau eine Biene zitternd auf den Oberträgern und 5 oder 6 Tote auf dem Flugbrett. Die Züchtung ist sehr Ordentlich und der Boden war fast frei von Totenfall. Am Mittwoch lagen sehr viele Zuckend vor der Beute das war heute nicht mehr so entweder Tod oder normal bis auf die eine auf dem Oberträger. Darum schrieb ich es war nichts mehr zu sehen.

    Raum geben kann natürlich nicht schaden. Das werde ich Morgen machen im Moment regnet es immer mal wieder. Abfegen möchte ich im Moment nicht ist auch ein Bauchgefühl.

    Ich habe mir gestern auch den Totenfall etwas genauer angesehen. Es waren einige Bienen dabei die den Rüssel ausgestreckt hatten von dennen die ich angesehen habe etwa 20 - 30% ich gehe aber nicht von einer Vergiftung aus. Vielleicht latent was den Ausbruch des Virus begünstigt hat. Aber so genau weiß ich das natürlich auch nicht. Wenn Mogen das Wetter besser ist versuche ich mal ein paar Fotos zu machen

  • ...Mittwoch habe ich dann seltsam zuckende Bienen auf dem Flugbrett gesehen...Zuckende Bienen waren heute nicht mehr zu sehen aber der Totenfall vorm Flugloch ist doch sehr stark.

    CBPV heilt nicht innerhalb von 3 Tagen, noch dazu, wenn imkerlich keine Therapieschritte erfolgen. Für mich sieht das eher nach einem typischen Vergiftungsschaden aus. Dafür sprechen auch die ausgestreckten Rüssel der Bienenleichen.

    Ob man die Vergiftung jetzt noch nachweisen kann, wäre einen Versuch wert. Die Gifte zerfallen sehr bald nach Ausbringung, deshalb wird immer schnelle Sicherung der Proben (erkrankte/tote Bienen, frischer Polleneintrag, Wabenmaterial etc.) empfohlen, notfalls erst einmal einfrieren. Vielleicht erkundigst Du Dich, welche PSM vom Mo. - Mi. im Flugkreis Deiner Bienen ausgebracht wurden (Pflanzenschutzdienst beim Landwirtschaftsamt etc.).

  • Ich habe hier ein paar Bilder für Euch. Leider gibt es wieder mehr zuckende Bienen auf den Oberträgern. Die Zellen an den Drohnenwaben waren nicht bestiftet und sind nur zu Spielnäpchen gebaut worden. Die anderen sind insgesammt 6 Nachschaffungszellen. Ich habe auch ein video gemacht kann es aber leider nicht hochladen. Ich habe jetzt die Kiste mit Mittelwänden aufgefüllt

    Ich hoffe das mit den Bildern hat geklappt

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  • Fast schwarze (haarlose?) Bienen spricht eher für CBPV als für PSM Schäden, auch wenn das in der Regel nicht nach drei Tagen weg ist, wie ribes schon schreibt. Hier und da hatten wir in Versuchsvölkern (per Laborbefund bestätigte) CBPV-Infektionen, wo Symptome und Mortalität entsprechend dokumentiert wurden. Es kam dabei durchaus vor, dass diese Symptome innerhalb von 7-10 Tagen wieder verschwanden und der Totenfall sich wieder normalisierte, auch ohne imkerliche Maßnahmen. Wenn die Symptome nun kurz nach deiner vorletzten Kontrolle begannen und drei Tage nach deiner letzten Kontrolle verschwunden sind liegt CBPV also durchaus im Rahmen des möglichen. Vermutete Ursachen waren meist Trockenstress oder längere Wanderungen bzw. eine Kombination des beider Faktoren. Weisellosigkeit und/order ausbliebende Stifte konnten wir in den genannten Fällen allerdings nicht beobachten, kenne mich da aber zu wenig aus um da einen Zusammenhang ausschließen oder herstellen zu können.


    Dennoch: Sobald ein Verdacht auf PSM-Schäden vorliegt sollten unverzüglich Proben genommen und ans Julius-Kühn-Institut gesendet werden. Dies ist nicht allzu aufwändig und (abgesehen vom Porto) kostenlos. Hier beschreibt das JKI ausführlich und detailliert wie im Verdachtsfall vorzugehen ist. Nach drei, vier Tagen wird es vermutlich zu spät sein um noch viel nachzuweisen, aber einen Versuch ist es vielelicht noch wert. Ansonsten als Info fürs (hoffentlich ausbleibende) nächste Mal.



    Nachtrag: Sehe gerade deine Bilder. Anhand der Bilder kann zumindest ich keine qualifizierte Aussage treffen. Die Bienen die in Großaufnahme gut zu erkennen sind zeigen nicht das typische CBPV-Bild, diese sind dann fast ganz schwarz und meist haarlos. Der ausgestreckte Rüssel kann ein Vergiftungsymptom sein, muss aber nicht. Auch viele "normal" verstorbene Bienen strecken den Rüssel raus.

  • Nichts Genaues weiß man nicht, solange es nicht nachgewiesen wurde. Ich würde den Weg zum JK-Institut wählen und die verdächtigen Bienen hinschicken. Es ist ja kein sooo großer Aufwand.


    Wie steht es um die Tracht in der Umgebung - ein Bienenvolk besteht nicht nur aus Bienen, Wachs und Vorräten, sondern korreliert immer mit der Umgebung; die gehört m.E. zwingend zum Volk !

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  • Dass die betroffenen Bienen dunkler sind als die anderen, kann sich schlicht daraus erklären, dass nur Flugbienen betroffen sind, was bei einer Vergiftung ja nachliegt.

    Ältere Bienen haben weniger Haarkleid.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das ist richtig, der optische Unterschied zwischen älteren Flugbienen und CBPV-erkrankten Bienen ist aber vor allem im direkten Vergleich meist gut erkennbar. Derart dunkel und haarlos sind zumindest die Sammlerinnen der mir bekannten Völker nicht. Allerdings imkerte ich bislang ausschließlich mit Carnica, möglich dass es bei anderen Rassen anders ist und die Unterschiede hier schwieriger zu erkennen sind.

  • Ich würde den Weg zum JK-Institut wählen und die verdächtigen Bienen hinschicken.

    Finde ich auch!

    Ist es bei Dir eigentlich auch so trocken? Versuch doch mal die Bienen mit Wasser etwas zu besprühen.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...