Königinnenzucht im schwarmtriebigen Volk

  • Servus beinand,

    das haut schon hin mit der Zucht im schwarmtriebigen Volk.

    Sogar sehr gut!

    BR verstellen, 20 Meter weit weg, HR auf altes Bodenbrett, 1 offen Brutwabe belassen.

    Flugtag sollte sein.


    Hat man Kg. gesichert, dann noch 3-4 Waben Pflegebienen mit offener Brut dazukehren.

    Findet man Kg. nicht, dann die Brutwaben ins Volk mit Kg. kehren, AS-Gitter drauf und oben rauf hängen, wie bei einem Saugling. Nach ein paar Stunden dann in HR kehren.


    Am nächsten Tag Brutwabe im HR (Anbrüter) entfernen, Zuchtrahmen geben nach ca. 1 Std., bis die Wabengasse mit Bienen gefüllt ist.


    Am nächsten Tag Kontrolle, beiderseits des Zuchtrahmens 1-2 gedeckelte Brutwaben hängen

    wg. Wärme.


    Griass Simmerl

  • Simon, dann lags wohl bei mir an der zu kurzen Wartezeit. Wie gesagt, anders gelesen direkt bei Joos Guth. Ich hab auch keine Brutwabe für 24 Stunden reingegeben. Ich starte morgen einen neuen Versuch...

    Die Flugbienen müssen erstmal zum größten Teil zu Hause ankommen und das "Dilemma" erfassen. Wartezeit ist wichtig bei der HR-Methode.


    Im schwarmtriebigen Volk dagegen, reicht die Wahrnehmung der Weisellosigkeit < 1 Std. Darum finde ich die Methode so vorteilhaft. Man muss aber peinlichst genau WZ entfernen!

  • Man muss aber peinlichst genau WZ entfernen!

    Gestern wollte ich eine Serie in die Brutbox umhängen und glaub, ich seh nicht richtig... =Oalle 20 von 24 angezogenen Zellen weg! Der Sammelbrutableger wurde jedes mal mit der Brutwabe verstärkt, die ich zum umlarven genommen habe. Auf der letzten gab es dann aber leider eine Zelle, die ich übersehen hatte...

    Ich hab also einen neuen Sammelbrutableger zusammengestellt mit einer Zarge voller Pollen und Futterwaben und darauf noch eine Zarge mit den übrigen verdeckelten Brutwaben aus dem alten Sammelbrutableger und je 2 neuen Brutwaben aus 2 anderen starken Völkern, dazu natürlich reichlich Bienen und dazu kamen nach nicht mal einer Stunde 2 ganze Zuchtrahmen. Umgelarvt wurde mit Gele Roale aus einer verbauten Zelle, die ich deswegen verworfen hatte. Heute wollte ich die zwei Zuchtrahmen auf einen reduzieren, weil ich mit einer schlechten Annahme gerechnet hatte, aber es waren 37 von 48 Zellen angezogen! Ohne warten, ohne Schwarmtrieb, ohne hin und her gestelle, alles Quatsch. Offener Anbrüter u.s.w. ... hab ich alles vor ein paar Jahren ausprobiert. Es gibt aber einfach nichts besseres, als einen schönen starken Sammelbrutableger mit ordentlich Futter und Pollen aus mehreren Völkern zusammenzustellen, selbst wenn sie alle am selben Stand sind und direkt nebeneinander stehen.

  • Es gibt aber einfach nichts besseres, als einen schönen starken Sammelbrutableger mit ordentlich Futter und Pollen aus mehreren Völkern zusammenzustellen, selbst wenn sie alle am selben Stand sind und direkt nebeneinander stehen.

    War auch schon ein Adam-Starter beim Vergleich dabei?

  • Nein, nix mit Starter und Finnisher, nur reinhängen und nach 5 Tagen rausnehmen und neu bestücken, soll ja auch keine Massenproduktion werden, ist alles nur Hobby und da muß man aufpassen, das es nicht in Arbeit ausartet. ;)

    Heute hab ich alleine für das befüllen von 20 Versandkäfigen mit Futterteig, Begleitbienen und frisch geschlüpften Königinnen den gesamten Abend bis jetzt verbracht. Klar trödelt man dabei rum. Zum Schluß gab es noch Honigtröpfchen auf jeden Käfig und das summen wird sofort viel ruhiger, das gibt dann einfach ein gutes Gefühl, alles so optimal wie möglich erledigt zu haben, 2.12 Uhr, morgen gehts zur Post, was für ein schönes Hobby... gute Nacht!

  • Besser mit einer frisch geschlüpften Königin - die Zelle muß halt gut gewärmt werden. Begattet muß sie nicht sein. Zur Not geht auch 'ne Krabbelzelle, aber dann solange Kellerhaft, bis die sicher geschlüpft ist.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Aktualisierung: Alle 10 Königinnen sind in den Begattungseinheiten geschlüpft. Ich nutze dazu jew. eine BW bienenbesetzt im Standmaß mit entsprechender Ausrüstung (FW, LW) und setzte die schlupfreifen Zellen zu. Kellerhaft bedarf es nicht, nur Abwandern der Einheiten aus dem Flugbereich, damit die Flugbienen erhalten bleiben.


    Das kühle Wetter hier im Norden macht die Standbegattung etwas mühselig - es wird schon werden, wenn mal wieder Sonne kommt. Dazu bringe ich die Einheiten nach 5 - 6 Tagen wieder zurück an den Stand.


    Noch ein Wort zur alten Königin: Die hatte ich in einem BW-Ableger "geparkt", wo sie auch ihren Dienst weiter verrichtet hat. Nach Entnahme des Zuchtrahmens aus dem Altvolk habe ich sie samt BW mit ansitzenden Bienen wieder zurück transferiert und in den BW-Ableger eine WZ gegeben. Nun spaziert sie wieder im alten Volk herum, legt aber kaum noch. Dafür gibt es Nachschaffungszellen, die ich bis auf 2 reduziert habe. Ich hoffe, dass da keine Schwarmgedanken sind und lasse alles so wie es ist; denn das Volk soll ja noch Linde sammeln...

  • Sorry, das Wichtigste vergessen:


    Diese Methode hat sich gut bewährt - würde ich wieder so machen. Es reicht für eine kleine Serie ohne große Vorbereitung mit Umschichten von HR und BR, Waben umhängen etc. Man nutzt elegant den Schwarmtrieb, ohne dass sie schwärmen, d.h., die Honigleistung bleibt weitgehend erhalten. Lediglich die Brutlücke über 10 - 12 Tage senkt versetzt etwas den Sammeltrieb, dies jedoch in der üblichen Trachtlücke nach Raps und Weißdorn.

  • Hi Leute,

    mal eine Frage zu dem Thema:

    Ich hab dieses Jahr mit der Zucht etwas Mühe gehabt, vielleicht auch, weil von falschen/schlechten Vorraussetzungen ausgegangen bin:

    Mein Orangenes Volk mit Kö aus 2016, welches ich zum SBA machen wollte, hat die Kö vor meinem Start-Termin selber beseitigt und WZ angesetzt. Das hab ich genutzt: WZ gebrochen (da wußte ich noch nicht, dass keine Kö mehr drin war) und innerhalb von 2 Tagen die neu angesetzten WZ nochmals gebrochen und eine Zuchtlatte eingehängt. Da das Volk nicht ganz so stark war, sind von 20 Maden 12 angeblasen worden und 9 Kö's gekäfigt im Volk geschlüpft (siehe anderer Beitrag;-))

    Soweit so gut.....

    Mein gestreiftes Volk hatte Schwarmzellen angesetzt und daher wollte ich das auch gleich zur Zucht nutzen. Also noch mal mit Brut verstärkt (SBA soll ja schön fett sein). WZ gebrochen.

    Ende vom Lied: Volk hat wieder WZ angesetzt und ist mit einem anderen Volk (rot) geschwärmt.

    Ich hatte es ja auch schön fett gemacht (völlig irrsinnige Idee ein schwarmtriebiges Volk noch so zu puschen).

    Wie beim orangenen Volk dachte ich, ich könnte die beiden abgeschwärmten Völker genauso zur Zucht nutzen. Also auch hier die WZ gebrochen und beide Völker wie einen SBA betrachtet. Nach 9 Tagen noch mal kontrolliert und die letzten WZ rausgenommen und Zuchtlatte reingehängt.

    Sonntag Kontrolle und bei beiden Völkern alle Zellen ausgeräumt.

    Ist hier die Idee, ein bereits geschwärmtes Volk für die Zucht zu nutzen, auch wenn es immer noch stark ist, blödsinnig?

    Wahrscheinlich wäre die Methode von Rainer, die Kö vom gestreiften Volk zu einem Kö-Ableger zu machen, besser gewesen.


    Noch mal eine Verständnisfrage zur Zucht im Weiselrichtigen Volk:

    HR auf alten Boden, Kö mit BW wegstellen.

    Nach wieviel Stunden kann ich eine Zuchlatte zuhängen? Ich dachte nach 1-2h (ich dachte vorbereiten, Zuchtstoff holen, Zuchtlatte einhängen, fertig)

    Nach 24-48h das Volk wieder zurück bauen, 2 BW in den HR neben die Zuchtlatte hängen.

    Korrekt so?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Noch mal eine Verständnisfrage zur Zucht im Weiselrichtigen Volk:

    HR auf alten Boden, Kö mit BW wegstellen.

    Nach wieviel Stunden kann ich eine Zuchlatte zuhängen? Ich dachte nach 1-2h (ich dachte vorbereiten, Zuchtstoff holen, Zuchtlatte einhängen, fertig)

    Nach 24-48h das Volk wieder zurück bauen, 2 BW in den HR neben die Zuchtlatte hängen.

    Korrekt so?

    So habe ich die Anleitung in der Broschüre von Reiner verstanden. Irgendwo habe ich noch gelesen, dass weisellose Völker gute Starter, aber schlechte Finisher seien. Offenbar ist es wirklich wichtig, die angeblasenen Zellen in weiselrichtigen Völkern pflegen zu lassen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).