Die "kombinierte Wildbaumethode" zur Schwarmverhinderung

  • Hallo,


    da meine Suche im Forum ergebnislos war eröffne ich einen neuen Thread. Ich bin kürzlich über dieses Video gestolpert. Ein recht junger Imker erzählt, dass es in seiner (wohl elterlichen) Imkerei seit 10 Jahren keine Schwärme gibt. Dadurch, dass unter dem Brutraum eine weitere Zarge für Wildbau eingesetzt wird, hätten die Bienen so viel Raum und Beschäftigungsmöglichkeit, dass kein Schwarmtrieb einsetzt. Daher könne man sich jegliche Brutraumkontrolle während der Schwarmzeit sparen und erst wieder im späteren Sommer kontrollieren, wenn sich die Bienen in die Brutraumzarge zurückgezogen haben. Dann kann der Wildbau eingeschmolzen werden. Der Honigertrag sei trotzdem sehr stark.


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    ich denke das ist ein interessanter Ansatz wenn er denn tatsächlich funktionieren sollte. Die Bienen werden nicht zwangsweise geteilt oder geschröpft und "auseinandergerissen" und auch im Brutraum nicht weiter gestört. (Alles was sonst noch wichtig ist z.B. Weisellosigkeit u.ä. lässt sich ohnehin über Fluglochbeobachtung erfahren) Der Bien hat theoretisch die Möglichkeit zu schwärmen, entscheidet sich aber aus freien Stücken bei einer solchen Behausungssituation nicht dazu. Wenn ich daran denke wie lange es dauert, bis ich meine aktuell 17 Völker durchgeschaut habe Woche für Woche dann verzichte ich gerne auf ein paar Gläser Honig (zu Gunsten Wachs). Werde ich evt. mit einigen Völkern am Haus, wo ich Schwärme entdecke mal testen. Bin noch zu keiner abschließenden Meinung gekommen ob es wert ist ausprobiert zu werden, da es ja erheblich von der Betriebsweise abweicht, die ich im Lauf der letzten 7 Jahre als für mich passend entwickelt habe.


    bin mal gespannt auf Kommentare, wird wie immer wohl viel Skepsis und Kritik geben, denn bekanntlich ist ja die eigene, in Stein gemeisselte Methode ja grundsätzlich die einzig wahre, stimmts? ;) :D


    aber Diskussionen schaden ja nie und helfen nur.


    schöne Grüße

  • Was'n Quark. Ich hab in den hohen Böden oft Wildbau und rat mal, wo die Zelle dann ist. Der hat einfach Glück mit der Genetik (gute Nachbarschaft) oder bekommt es gar nicht mit, wenn sie fliegen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi

    Probier es doch einfach aus und berichte hier.

    Gruß

    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Wenn ich nie rein schaue, merke ich auch nichts von der Schwärmerei, ausser ich stehe gerade daneben. Hört sich nach Käse an, aber befolg doch Patricks Rat, dann kannst Du aus erster Reihe berichten.

  • Hallo, hab das Video letztes Jahr gesehen und für mich zum Entschluss gekommen das es nur schwarmdämpfen wirken kann und nicht denn Schwarm verhindert. Meine Gründe dafür sind das es letzten Endes nichts anderes ist wie Naturwabenbau ob nun auf zwei Zargen Segeberger, 1 Zarge Dadant oder halt ERB und co. Somit dürften meine Völker auch nicht in Schwarmstimmung kommen, tun sie aber😢. Vielleicht ein bisschen seltener aber spätestens jedes 2 Jahr. Das schöne ist ja wenn man nicht reinschaut und die sich nicht kaputt schwärmen, sieht man nach zwei Wochen kaum noch was vom Schwarmabgang😂. Lg Klaus

  • Moin, moin,


    bin da bei Ralf.

    Könnte man Uploadfilter so auslegen, dass die widersinnigen Quärgel erkennen und die Publikation verweigern?

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • naja ich finde alles hat die Berechtigung diskutiert zu werden statt einer "Einheits-Ertrags" orientierten Meinung. Es ist ja hier kein Verein in dem alle auf Linie getrimmt werden sollen... oder?


    Vielleicht werde ich tatsächlich mal 2 Völker testweise so führen und dann berichten, entscheide ich die nächsten Tage. In den Kommentaren des Youtube Videos gibt es mindestens einen anderen Imker der es offenbar mit gleichem Erfolg genauso macht. Habe ja auch nebenbei noch eine Bienenkiste mit einem seit einigen Jahren sehr pflegeleichten Volk und finde alternative Ansätze grundsätzlich spannend. (habe u.a. Naturwabenbau, keine Folien, so wenig Störungen/Eingriffe wie möglich etc.)

  • naja ich finde alles hat die Berechtigung diskutiert zu werden statt einer "Einheits-Ertrags" orientierten Meinung. Es ist ja hier kein Verein in dem alle auf Linie getrimmt werden sollen... oder?


    Vielleicht werde ich tatsächlich mal 2 Völker testweise so führen und dann berichten, entscheide ich die nächsten Tage. In den Kommentaren des Youtube Videos gibt es mindestens einen anderen Imker der es offenbar mit gleichem Erfolg genauso macht. Habe ja auch nebenbei noch eine Bienenkiste mit einem seit einigen Jahren sehr pflegeleichten Volk und finde alternative Ansätze grundsätzlich spannend. (habe u.a. Naturwabenbau, keine Folien, so wenig Störungen/Eingriffe wie möglich etc.)

    Hallo wir Imkern nur mit Naturwabenbau und darunter ist auch eine BiKi, ERB‘s aber auch die wollen nach dem 1 Jahr schwärmen. Schwarmdämpfend würde ich unterschreiben. Klar das jemand der immer Brutnester auseinander reist und die zum Teil wieder anders zusammenbaut für Stress sorgt bei denn Bienen und das kann Folgen haben aber keine Schwärme? Ich bin gespannt was Ende des Jahres berichtest.

  • man könnte zumindest eine hölzerne Bausperre über die Leerzarge einfügen, darunter würde m.E. trotzdem Wildbau entstehen. Ich denke nicht, dass der Effekt, wenn es einen gäbe dadurch groß beeinträchtigt würde.Wäre dann wohl eher wie ein sehr hoher Boden. Vorteil wäre, dass Rähmchen trotzdem bei Bedarf oder für den Test mal gezogen werden könnten. Nach dem Motto "Vertrauen ist gut..." Wenn man dann sieht da passiert nichts könnte man die Versuche ausbauen um die These genauer zu prüfen. Aber auch ich bin ja noch etwas skeptisch, mal sehen.


    Am wenigsten Schwarmneigung (und Varroen) hatte ich bisher mit 1 Zander BR bei trotzdem sehr starken Völkern.

  • Hi,


    Bin ja noch blutiger Anfänger...

    Sprich seit Oktober 2 Völker und der Lehrgang läuft noch...


    Als weiteren negativen Punkt würde ich aber vermuten, dass das Drohnenbrut schneiden zur Varoa-Reduzierung dann auch sinnlos ist.


    Gibt es eigentlich Statistiken wie viele Imker das Ausschneiden praktizieren / nicht praktizieren?


    Ist die Verlustrate deutlich höher wenn man es nicht durchführt?

  • Da verbindet einer die falsche Ursache mit dem Effekt. Das Video wurde hier auch schon mal vorgestellt. Vielleicht stehen da ja noch mehr Meinungen zu der Vorgehensweise.

    "In einer Demokratie hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten."

    aus "Mensch, Erde"

  • Drohnenbrut schneide ich nicht mehr. Winterverluste hatte ich dieses Jahr 1 Volk von 18 davor die letzten 3 Jahre kein einziges (nur eines war vorletztes Jahr im Frühjahr drohnenbrütig aber das hat wohl nichts mit Varroa zu tun). Klappt bei mir mit sehr umsichtiger Varroa-Behandlung auch so.

  • Beim Lesen von Foren, Zuhören von Imkern usw. erstaunt mich als Anfänger nach wie vor am meisten, dass bei fast allen Themen offenbar viele Wege nach Rom führen...


    Mir hat auch schon ein Imker erzählt, dass er von Ameisensäure usw. weg ist und schon seit längerem Varoa nur noch durch massives Drohnenbrutschneiden (mehrere im Stock verteilte Baurahmen) behandelt. Wie er sagte erfolgreich... Aber ich will hier in deinem Beitrag kein neues Thema beginnen ;)

  • Es gibt ja auch Meinungen wonach man durch das Drohnenbrutschneiden die Varroen danach selektiert eben nicht mehr in die Drohnenbrut zu gehen. Hab ich mich nicht damit beschäftigt und kann daher keine eigene Einschätzung abgeben, aber ich finde es ein relativ unnötiges Gemetzel und für einige Imker sinds halt auch lästige Mitesser.... Die Bienen haben ja auch sehr viel Energie in die Drohnenbrut reingesteckt. Wenn es auch so mit einer anständigen Methode funktioniert ist es mir ohne das Schneiden jedenfalls lieber.