Dadant Beginn

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    schulle Wie rase richtig sagt: Grau ist alle Theorie. ;) Ich imkere mittlerweile auch auf Dadant, weitgehend Naturbau. Allerdings mit Absperrgitter. Dadant ist schon toll: Man kann damit hervorragend erwerblich imkern (Buchempfehlung hier z.B. «Imkern mit Dadant» von Reiner Schwarz aka Immenreiner ), aber auch ziemlich extensiv und naturnah (was auch immer das heissen mag). Da würde ich mich an die Hinweise von Hymenoptera hier im Faden halten (und ihr Buch lesen: «Natürlich imkern in Grossraumbeuten»). Für einen eigenen Weg musst Du den Superorganismus «Bien» verstehen. Diesbezüglich lege ich Dir wärmstens das Buch von Ferdinand Gerstung «Der Bien und seine Zucht» ans Herz. Genial, was dieser Imker vor über hundert Jahren schon beobachtet und beschrieben hat! :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Vernünftige Kiste ist relativ. Das Problem steht meist hinter der jeweiligen Behausung. Und die Bienenkiste ist durchaus praktikabel und ja man kann das gleiche Volk mehrere Jahre drin halten, Know How vorausgesetzt.

    Der grosse Vorteil ist, man kann nicht wahllos drin rumrühren, permanent Deckel auf zu Unzeiten und Wabenpuzzle spielen. Dann braucht man kein Volk zum "Totgucken" und auch der Materialeinsatz ist erst mal finanziell überschaubar. Fluglochbeobachtung ist auch aussagefähig, wenn man einordnen kann, was man sieht.

  • Du würdest doch auch erst mal eine Grund-Ausbildung als KFZ-Mechaniker absolvieren, bevor Du Dich daran machst, einen Formel-1-Wagen zu konstruieren.

    ...ich würde die Ausbildung aber nicht bei den Nutzfahrzeugen machen, wenn ich Rennwagen konstruieren möchte. Man sollte sein Handwerk solide lernen und zwar in dem Bereich, in dem man arbeiten möchte, nicht in irgendeinem anderen...

    Jetzt tu doch nicht so, als hättest Du nicht verstanden was gemeint war.


    Ganz gleich in welchem Rennstall Du anheuerst, man wird Dich nicht schon im ersten Lehrjahr an den wertvollsten Ferrari ranlassen.


    Es geht darum, erst einmal die Grundlagen zu lernen und zu verstehen bevor man sich an anspruchsvolle Aktionen traut, an denen schon Leute mit erheblich mehr Erfahrung gescheitert sind.


  • Vernünftige Kiste ist relativ. Das Problem steht meist hinter der jeweiligen Behausung. Und die Bienenkiste ist durchaus praktikabel und ja man kann das gleiche Volk mehrere Jahre drin halten, Know How vorausgesetzt.

    Ich habe mir mal erlaubt, in Deinem Beitrag die entscheidenden zwei Worte rot hervorzuheben.


    Ich habe ja nun nicht erst seit gestern Bienen. Eine Bienenkiste vernünftig zu betreuen würde ich mir aber nicht zutrauen.

  • rase danke an die Gedankenstütze.

    An Drohnenbau im 2. Jahr habe ich gar nicht mehr gedacht, weil ich von der Schwarmausbauidee so begeistert war und weiß, das sie im Startmodus erst einmal nur Arbeiterinnenbrutzellen bauen.


    Zum Verständnis, was würde denn generell gegen die only LS Variante sprechen ("Groß"wabe nur ein Maß BR/HR)?


    Ist es besser im 1. Jahr in Änderung meiner Idee ein vollen 10er LS Brutraum auf Dreiecksleisten mit Fütterer 1:1 oben drauf ausbauen zu lassen?

    Wenn die damit fertig sind, würde der Schwarm nicht beginnen die 2. Zarge mittels eine Aufstiegswabe auch weiter mit auszubauen?


    Ich kann mich an ein 2,5kg KS Juni 2017 erinnern, der hat mir 12DD BW + 10DD HR Waben allerdings aus MW ausgebaut.

    Wenn ich das vergleiche, sind dann 20 LS komplett Naturbau wohl doch etwas zu viel.


    Liebe Grüße Bernd

  • ...

    Ich habe ja nun nicht erst seit gestern Bienen. Eine Bienenkiste vernünftig zu betreuen würde ich mir aber nicht zutrauen.

    Ich glaube viele (gestandene) Imker sehen das so. Die meisten auch, weil sie es noch nicht probiert haben, was kein Vorwurf ist.


    In der Welt der Anfänger sind die verschiedenen Bienenkisten (z.B. Bienenbox) felxibel, ökologisch und einfach.


    Anfänger finden zu diesen unterschiedlichen Aussagen auch nur schwer objektive Vergleiche.


    Bei allem Verständnis für die optimale Beute, die ideale Betriebsweise, das gute Karma, oder und das wohlergehen des Bien. Jeder Anfänger braucht auch heute noch die Hilfe/Unterstützung anderer Imker. Von daher sollte man ein System wählen, welches der Imker/Verein bereit ist zu unterstützen.

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Vernünftige Kiste ist relativ. Das Problem steht meist hinter der jeweiligen Behausung. Und die Bienenkiste ist durchaus praktikabel und ja man kann das gleiche Volk mehrere Jahre drin halten, Know How vorausgesetzt.

    Ich habe mir mal erlaubt, in Deinem Beitrag die entscheidenden zwei Worte rot hervorzuheben.


    Ich habe ja nun nicht erst seit gestern Bienen. Eine Bienenkiste vernünftig zu betreuen würde ich mir aber nicht zutrauen.

    Es ist alles händelbar, vorausgesetzt man informiert sich vorab und auch während des Tuns. Nicht nur dünn drüber und Internet. Letztendlich muss es zu den Rahmenbedingungen passen, Standort, Witterungsbedingungen, Trachtsituation.

    Deshalb nehm ich auch Abstand zu DD, das Kleinklima ist dafür denkbar ungeeignet. Das sieht in 15 km Entfernung schon ganz anders aus. Unser Verein hat mittlerweile viele Neuimker, bis auf Top Bar Hive alles vorhanden, inkl Bienenkiste und Weißenseifener Hängekorb (Liebhaberei). Profitiert haben Alle, die Neulinge und die Älteren. Vorurteile werden nicht mehr so stark gepflegt.

  • Rainfarn : Ich finde es sehr positiv, wenn im Verein möglichst viel vertreten ist. Leider kann ich mir bestimmte Systeme im Echt nur ansehen, wenn ich weit fahre. Niemand hat hier beispielsweise die ERB je probiert. Ratschläge hat man jedoch übermäßig viele. Leider war das ein Grund dem Verein abzuschwören.

  • Warum muss hier eigentlich jeder (auch Anfänger) rumprobieren wollen?

    Meine Güte... wenn du wesengemäß imkern willst, dann schau zu den Bioimkern und deren Richtlinien... (außer Demeter).

    Lass ruhig den Honig komplett drin... wenn du im Herbst ne Melezitosetracht hast, wirst du im Frühling keine Bienen mehr haben... Imkerei ist mehr als ein Anfängerkurs und paar Bücher von Liebig und Co.


    Leute... nutzt doch bitte Beute und Betriebsweise, die zusammen funktionieren und tausendfach erprobt sind... :rolleyes:

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Meine Güte... wenn du wesengemäß imkern willst, dann schau zu den Bioimkern und deren Richtlinien... (außer Demeter).

    Wieso außer Demeter? Das sind die einzigen, die "wesensgemäß" imkern.

    Wir anderen Bioimker imkern nur "artgerecht".

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Meine Güte... wenn du wesengemäß imkern willst, dann schau zu den Bioimkern und deren Richtlinien... (außer Demeter).

    Wieso außer Demeter? Das sind die einzigen, die "wesensgemäß" imkern.

    Wir anderen Bioimker imkern nur "artgerecht".

    Und wie imkern wir Nicht-Bioimker dann? :/

    Was bedeutet eigentlich wesensgemäß? Es bedeutet (für mich) die Ausrichtung von Beute + Betriebsweise am Wesen der Bienen. Im Einklang mit den Bienen werden Arbeiten etc. durchgeführt. Unterstützende Maßnahmen, richtungslenkend... nicht in die elementaren Gegegebenheiten eingreifend.


    Kann man sich sicher drüber streiten.


    schulle ich weiß nicht, warum du kein Schied einsetzen willst, aber ich kann mir gut denken, dass du nicht weißt, welche Funktion es überhaupt hat... imkern ohne Absperrgitter ist auch so eine Sache... wenn du eine gute Königin hast, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese in den Honigraum geht und Eier legt. Wie willst du denn dann den Honig ernten? Es gibt schon sehr gute Gründe, warum es das Absperrgitter gibt. ;)

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Es bedeutet (für mich)...

    Es ist wenig förderlich in der Diskussion, wenn man Begriffe privat mit eigener Bedeutung belegt.

    Der Begriff "wesensgemäß" kommt aus der Anthroposophie und gehört ins Umfeld der Demeter-Imkerei.

    Er meint also nicht allgemein "biologisch" oder "artgerecht".

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo in die Runde,


    ich habe ja nun mehrfach betont, dass ich natürlich ein System nutzen möchte, welches es bereits gibt. Also kein probieren sondern schon etwas, wo andere sagen es klappt. Daher Frage ich ja hier bevor ich was bestelle und anfange.


    Das Imkerei nicht nur Lesen ist, ist mir ebenso klar. Allerdings empfinde ich das nun mehr als Unterstellung, aber dabei möchte ich es nun unterlassen.


    Ich freue mich, dass so zahlreiche Antworten zu verzeichnen sind, auch wenn diese sich durchaus erheblich unterscheiden. Mir hilft es jedenfalls die Informationen zu haben.


    Bedanken möchte ich mich jedoch auch bei denen, welche den Weg über die PN gewählt haben.


    Ich werde mir in Ruhe alles noch mehrmals ansehen und mich schließlich entscheiden.


    Was ich nicht möchte ist, dass dieser Thread zu einer endlosen Diskussion wird.


    Meine Fragen sind nahezu alle beantwortet. Was ich aus diesen Antworten mache, werde ich gern irgendwann hier bereitstellen.


    Bis dahin nocheinmal Danke!


    Grüße,

    schulle

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von schulle () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Also ich(als Zanderimker), rate zwar jedem der neu anfangen will nur normalerweise zu Dadant.

    In deinem Fall, wenn du auf das AG verzichten willst und auf Honig überwintern möchtest, würde ich dir jedoch zu Zander oder DNM raten, mit gleichem Wabenmaß im BR und HR. Gerade weil, wegen dem fehlendem AG, es ebnen keine wirkliche Trennung BR und HR gibt.

    Du erweiterst einfach nach Bedarf durch aufsetzen einer Zarge... Entnimmst Honig Waben oder Zargen weise.

    Zum Winter hin wird, naturgemäß, der Honig im oberen Teil eingelagert sein. Im Frühjahr dann der Bienensitz dementsprechend auch in der oberen Zarge. So kannst du die untere, die dann so gut wie leer sein sollte einfach entfernen und im Laufe des Jahres wieder nach oben erweitern. So bekommst du alte Waben raus und hast nicht das Problem, dass sie dir in die Halbzargen bei Dadant reinbrüten.

    Mit Naturwaben ohne Mittelwände habe ich jedoch keine Erfahrung, sollte aber auch hier funktionieren, wobei ich zumindest Anfangstreifen nutzen würde.