Imker-Führerschein gefordert

  • Man sollte vielleicht, bevor. Man losdiskutiert und gleich bemängelt, erst einmal definieren, was gefordert werden SOLLTE.

    Was ist an Grundkenntnissen schlecht?

    Wie mir ein Seuchenbeauftragter einmal erzählte hatte er einen Imker mit bis zu 13 Jahre altem Wabenwerk, und das nicht vor 20 Jahren bei.... Einer Faulbrut Sanierungsmaßnahmen !


    Was spricht gegen Grundkurse?

    Die Absolvierung mit einer kleinen Förderung verbunden und die Leute stürzen sich drauf... Wie in Österreich.

    Was man mit dem Vorgetragene dann in der Praxis anstellt... Die einen bringen Ihre Völker regelmäßig um, andere haben aus drei geförderten ein Jahr später 15 gemacht.

    Das ist dann die Anwendung des Vorgetragene.

    Man investiert anfangs mehrere 100 EUR. Warum nicht einen Teil davon, um einen anderen Teil gefördert zu bekommen?

  • Da ärgert sich ein Stadtimker und Bürokrat über die Futterkonkurrenz anderer Imker und möchte gleichzeitig auch noch das wuchernde Krebsübel der deutschen Bürokratie fördern.

    Ich werde mich auch ärgern, wenn sowas kommt und mich als Schwarzimker auf die Zucht afrikanischer Killerbienen-Hybride konzentrieren.

    Das lesen von Name und Anschrift an meinem Bienenstand wird dann die letzte Amtshandlung des Kontrolleurs sein ;-)

  • Diese Idee ist genau so ein Blödsinn, wie das Demonstrieren der Schüler am Freitag, statt was zu lernen. Die Theorie nützt wenig, für die Bienen braucht man Verständnis, Liebe und Zeit. Wie schreibt doch ein alter Imkervater: "Ein Theoretiker bleibt ein Leben lang ein Stümper."

    Wenn die jungen "Umweltdemostrierer" in ihrer Freizeit Bäume und Sträucher pflanzen würden, täten sie was für die Umwelt, aber dazu hätten sie bestimmt keine Lust.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Wenn die jungen "Umweltdemostrierer" in ihrer Freizeit Bäume und Sträucher pflanzen würden, täten sie was für die Umwelt, aber dazu hätten sie bestimmt keine Lust.

    Ich verstehe jetzt den Zusammenhang nicht. Bäume pflanzen wird dem Klima nicht viel helfen. Es geht um Emissionsvermeidung und das ist eine politische Aufgabe, bei der Deutschland mit viel Absicht versagt. Ich frage mich eher, warum die Schüler so brav sind. Meine Generation hätte angefangen, die SUVs anzuzünden.


    Aber zurück zum Thema: Der Führerschein besteht bekanntlich aus Theorie und Praxis. Deswegen verstehe ich auch dieses Argument nicht.

    Ich weiß nicht, ob das vielleicht am österlichen Eierpunsch liegt, aber argumentativ bist Du gerade nicht ganz auf der Höhe, lieber Drobi.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo, dann brauche ich leider auch einen Lehrgang. Habe so etwas nie besucht.

    Die ganzen aelteren haben keinen Lehrgang, wie soll das geregelt werden?

    Bis bald Marcus

    Hallo Marcus,


    so ähnlich wie beim Motorsägenführerschein. Wird einfach angeordnet! Weil ich nur in meinem privaten Wald gehen, konnte ich die Behörden bisher abwimmeln, ansonsten müsste ich nun auch noch nach 40 Jahren Waldarbeit und ungezählten Festmetern Holz auch noch einen solchen Schein machen. Deutschland halt. In diesem Fall diktiert von den Berufsgenossenschaften und Versicherungen. Wenn kein Schein und doch mal Unfall > keine Kohle.

    Gruß

    Werner

  • Wieso oft liegt die Wahrheit zwischen Drobi und WFLP!

    Es ist die Frage der Intention die dahinter liegt.

    Demonstriere ich wegen des Schule schwänzens, wäre die Energie in Bäume pflanzen sicher besser angelegt.

    Demonstriere ich und lebe selbst nicht danach, wird man schnell sehr unglaubwürdig und hätte besser Bäume gepflanzt.

    Demonstriere ich für etwas und lebe auch danach selber, womöglich wenn man daneben noch ein paar Bäume und Hecken pflanzt, verdient das eigentlich in dem Fall den höchsten Respekt.

    Die entscheidende Frage ist, tun die Personen das dann auch noch, wenn sie selber Arbeiten müssen und für Haus und Hof sorgen müssen. Womöglich wenn sie dann ein entsprechendes Amt bekleiden. Da wird die Luft sehr dünn.

    Einen wie auch immer gearteter Imkerführerschein scheitert genau hier.

    In meinen Augen scheitert es nicht so oft an den Anfängern. Natürlich machen die Fehler. Es scheitert eher daran, dass es viele Wissen und es trotzdem nicht tun oder nicht aus uneigennützigen Motiven.

    Respekt gilt denen, die seit Jahren sich für Imker und Bienen einsetzen, aber für sich nicht den Heilgenstatus oder Papststatus fordern. Die auch als.Vorbild vorangehen.

    Da werden kostenlose Umlarvaktionen gestartet und Ableger zum kleinen Preis bzw sogar umsonst abgegeben. Das erreicht man nicht mit einem weiteren Zertifikat was man sich auf dem Klo hängen kann.

    Eben solchen Leuten habe ich den heutigen schönen Tag zu verdanken. 14 Völker bearbeitet ohne Imkeranzug und Schleier. Drei Stiche kassiert, wovon ich zwei selber schuld bin. Zufriedene Bienen und ein zufriedener Imker.

    Bienen und Wissen stammen eben von solchen Leuten.

    Zweifel und Unmut von der anderen Klientel.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • OT: Den Motosägenführerschein halte ich für äußerst sinnvoll. Ich habe schon alte Haudegen gesehen, die ungezählte Festmeter verarbeitet haben und wirklich gestaunt, dass die beim Arbeiten im Holz so lange von Unfällen verschont geblieben sind und keine anderen Personen verletzt haben (mehr Glück als Verstand!). Als Versicherung würde ich mich da auch weigern zu zahlen! Und auch wenn man bei einem Kurs mit Theorie- und Praxisteil jahrzehntelange Routinen nicht eliminieren kann, ein gewisser Lernprozess wird dabei in Gang gesetzt.

  • Bevor man solch eine PR-Aktion startet sollte man sich informieren wie es in Teilen Berlins aussieht mit der Bienenhaltung.

    Für Spandaus Kleingärten ist es seit fünf Jahren augenscheinlich so das folgende Unterlagen vor der Erlaubnis des Grundstückeigentümers, in dem Fall Land Berlin, eingereicht werden müssen…


    1. Nachweis der Fachkunde entweder durch Absolvierung eines Einsteigerkurse oder Ausbildung
    2. Anmeldung beim Veterinäramt
    3. Einverständniserklärung diverser Nachbarn
    4. Mitgliedschaft im Landesverband Berlin
    5. Beschränkung der Völkerzahl auf 3
    6. Kein Honigverkauf und keine Werbung auf der Parzelle


    Was bitte möchte man nun weitere 5 Jahre später erneut fordern? Erneut, weil jemand auf die glorreiche Idee kam, das die Einwilligung des Vorstandes betreffender Kolonie nicht ausreichend sei und die Unterlagen nach 5 Jahren einforderte. Aus eigener Erfahrung kann ich also nur beisteuern dass, wenn da nicht Bienen gestanden hätten kaum welche hinzugekommen wären, da die Bürokratie Zeit und Nerven ohne Ende kostet.


    Ob man dem Kleingartenwesen und der Imkerei damit einen Gefallen tut lasse ich offen, knüpfe aber mal provokant die Forderung daran die oben genannten Forderungen auch auf private Grundbesitzer auszudehnen um die Bienendichte zu senken ;)

  • Einen Imkerführerschein lehne ich grundsätzlich ab.

    [...]

    Der sogenannte Angelschein ist für mich das beste Beispiel, so etwas gar nicht zu fordern.

    [...]

    Über den Umweg der Seuchen kann man ja den Imker zur Anmeldung zur Bundesseuchenkasse zwingen.

    [...]
    Für den Eingriff auf privaten Grund, muss ein essentielles öffentliches Interesse bestehen. Ich würde mich jedenfalls direkt einer Sammelklage gegen dieses Vorhaben anschliessen

    Von einem "freien Imker" hätte ich auch nichts anderes erwartet;). Fische haben aber Gräten und werden deshalb tierschutzrechtlich anders behandelt, deswegen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Bundeseuchenkasse gibt es nicht, wir in SH zahlen keine Beiträge, das ist Ländersache. Und mit dem Eingriff auf privaten Grund schießt du völlig übers Ziel hinaus und Sammelklagen gibt es nur in amerikanischen Filmen. Eine mögliche Verbandsklage des DIB kannst du als "freier" Imker nicht fordern^^

    In der Sache lehne ich den Imkerführerschein auch ab, setze im Gegensatz zu dir aber auf eine funktionierende Vereinsarbeit ...

  • Also als Grundstückseigentümer würde ich auch zumindest eine Verbandsanbindung fordern...schon wegen des umfangreichen Versicherungspakets. Und einen Sachkundenachweis fände ich auch nicht schlecht wenn ich mein Grundstück zur Verfügung stelle und das nicht bewerten kann.

    Kürzlich hat eine Bienenhalterin in Berlin-Mitte für einen Polizeieinsatz unter dem Motto "Bienenentsorgung auf Kitagelände" gesorgt. Die offenbar aus Möbelresten selbst gezimmerten, quadratischen Kisten im bewährten Jumbo-Format und die bienenbedeckte Fluglochseite, die ohne Füsse direkt hinter dem Zaun standen als seien sie einfach über den Zaun geworfen worden, hatten wohl für Aufregung gesorgt.

    Zum Glück hatten sie die Eigentümerin finden können ehe wir viel Einsatz in die Frage investiert hatten, wohin man die Bienen denn bringen könne so ohne Gesundheitszeugnis.


    Die Berliner Feuerwehr hat wohl auch zunehmend Bedenken wegen der vielen Dach- und An-Balkon-Imkereien so dass sie auch dagegen vorgehen möchte...offenbar gab es wohl Zwischenfälle mit umgewehten Bienenbeuten die die Feuerwehr aufräumen musste... wird also womöglich mehr dazu kommen, dass Sachkunde und ihr Nachweis eingefordert werden wird weil man ohne in der Stadt dann einfach keine Aufstellgenehmigung des Eigentümers bekommt.


    M.

  • ...

    Die Absolvierung mit einer kleinen Förderung verbunden und die Leute stürzen sich drauf...


    Man investiert anfangs mehrere 100 EUR. Warum nicht einen Teil davon, um einen anderen Teil gefördert zu bekommen?

    Da liegst du nicht ganz richtig. In Bundesländern in D werden die Teilnehmer von Imkergrundkursen gefördert, je Bundesland unterschiedlich in Höhe und Umfang, aber nicht in allen.

    Kurse sind auch ohne Inaussichtstellung von irgendwas überlaufen, die üblichen vorzeitigen Abgänge gibt es trotzdem. Förderung gibt es in Niedersachsen bsp. wenn man an 8 von 10 Kurstagen (bzw. "Veranstaltungen") teilgenommen hat.


    Wenn man andererseits den Interessenten die spätere Arbeit und Verantwortung schon bei Infoveranstaltungen ehrlicher kommunizierte, würde sich die spätere Kursgröße vermutlich spürbar reduzieren. Es wird meiner Ansicht nach zuviel geködert und eitel Sonnenschein gemalt aber später nicht entsprechend gekümmert. Hauptsache gesenkter Altersdurchschnitt, dann sieh zu, wie weit du kommst. So in etwa habe ich es erlebt.

    Selbst die ewige Blenderei mit den "50€ je Volk als Förderung" wird immer noch gepredigt - es stimmt einfach nicht. Fördermittel stammen aus einem Topf, der je nach Berechtigtenzahl auch mal kleiner je Einzelantrag ausgezahlt wird, das wird den Neulingen aber vorher nicht gesagt....


    Es hapert bzgl. der Kurse an anderen Dingen, die schon vor dem Kurs, bzw. danach schief laufen. Details verkneife ich mir, sonst rede ich mir wieder 'ne dicke Ader...

    Solche Kurse sollten niemals als Zwang angesehen werden, sowas muss man selbst aus eigenem Interesse wollen. Darum sollten die lieber fernbleiben, die nicht wirklich hinter dem stehen, was sie tun. Sie nehmen damit nur anderen, die wirklich gern wollen, den Kursplatz weg. Diese Vernunft bringen Manche aber nicht auf und Bunken gibt es überall. Aber dann sollen sie auch bitte schön keine Bienen halten, nur weil das ein zunehmend gern genommenes Geschäftsmodell zu sein scheint.


    Gruß Andreas