Imker-Führerschein gefordert

  • Guten Morgen,


    der Artikel ist gar nicht vom 01. April...


    Es finden sich immer sehr leicht- besonders in D- Befürworter für Einschränkungen und Kontrollen.

    Natürlich immer bei "den Anderen"....


    Ob der Initiator da eine Geschäftsidee für sich entdeckt hat? Nein, es geht im sicher um das Wohl der Bienen.


    Was so ein "Führerschein" wohl leisten kann?

    Bürokratie, Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren, Lehrgangsmaterial...


    Ob´s dem Wohl der Bienen dient? Und der flächendeckenden Bestäubung? Ich denke nein.


    Frohe Ostern noch

  • Das Problem wäre ja nicht, Vorgaben zu machen, sondern deren Kontrolle.

    Wir machen etwas Ähnliches hier in MV ja schon: Für die Förderung durch das Landwirtschaftsamt muss man die Teilnahme an einem Anfängerkurs nachweisen, der durch den Landesimkerverband anerkannt ist. (Der prüft allerdings nur das Curriculum.)

    In der Form könnte das auch Sinn machen: Man setzt positive Anreize (Förderung) für eine Ausbildung statt Verbote, die ohnehin keiner kontrollieren kann und will.


    Außerdem bringt das die Neulinge mit den Vereinen in Kontakt, und damit mit erfahrenen Imker/innen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sehe das ähnlich wie Wolfgang. Wenn man das nicht mit vertretbarem Aufwand kontrollieren kann, ist es ein bürokratisches Monster, das nichts bringt. Eher melden dann einige mit wenig Ahnung und etwas Youtube die Bienen nicht einmal mehr an, weil sie sonst ja auch den Nachweis bringen müssten. Gerade die wollte man aber ja schulen...


    Ich sehe es auch eher so, dass man einen Anreiz für die Ausbildung schaffen sollte. Besser als Geld fände ich sowas wie eine Beratung, die man als registrierter Imker nach der Grundbildung in Anspruch nehmen darf - also das, was man bei guten Vereinen bekommt auch von einer Stelle, die keine Mitgliedschaft erfordert. Manche wollen einfach keinen Verein und die wollen dann auch nicht in Kontakt gebracht werden.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hm... Interessant, was im letzten Absatz steht: "...Bienendichte in der Stadt bei zu geringem Nahrungsangebot..." Soso... Es geht ursächlich bei diesem Ansatz demnach eher um die seit Jahren wieder modern gewordene Stadtimkerei. Man hat den Kern des Gedankens im Artikel dezent ans Ende gesetzt und allgemeine Dinge in den Vordergrund gestellt.


    Ich gehe im Gegensatz zu meinen sonstigen Rückschlüssen nicht davon aus, dass der Initiator eine Geschäftsidee hat, sondern wirklich daran interessiert ist, den auf einer Mode basierenden Wildwuchs in der Bienenhaltung einzudämmen. Was man auch hier im Forum oft mehr oder weniger zwischen den Zeilen nachlesen kann, dass sich Leute hier einfinden, die drei silberne Kreuze ziehen, wenn man das pöse Wort "Imkergrundkurs" schreibt...


    Der Gedanke im Artikel ist auch vom Ansatz auch nicht unbedingt sinnfrei, wenn man bedenkt, dass Bienen in vielen ländlichen Regionen - eben auf dem Land - fehlen, wo sie eher gebraucht würden, als in der Stadt, wo das Trachtangebot zeitlich noch begrenzter ist. Dann darf man die zuständigen Ämter und Behörden aber nicht verstohlen im Schatten stehen lassen, denn die haben auch ihren Anteil an einer Misere, wenn man das so ausdrücken will...


    Die ungleiche Verteilung der Bienenvölkerdichte in der Fläche ist schon häufiger auch von damit befassten Fachleuten thematisiert worden. Wie so oft passt auch hier die Antwort, dass man keine verschärften Gesetze oder Regelungen braucht, sondern die vorhandenen Regelungen und Verfahrenweisen konsequenter praktiziert.


    Gruß Andreas

  • Bis jetzt konnte in keinen Bundes-Land der Bedarf an praktischer Imkerausbildung für Hobbyimker abgedeckt werden, selbst teure Kurse sind ausgebucht.


    Wer will schon mit Bienen aufs Land wandern, Diesel-PKWs die bisher für Hängerbetrieb vorteilhaft waren, kann man in der Stadt nicht mehr nutzen. Die Trachtbedingungen sind besser als auf dem Lande, auch weil der Innenstadtbereich wärmer ist und genug Bäume in Parkanlagen stehen, wenns dann auch mal regnet, und man idR weniger Ärger mit PSM hat. Bestäubungsprämien werden kaum gezahlt.


    Die Bienennahrungskonkurrenzdiskussion kam in Berlin bisher nur vom Nabu. Wie man 2018 auf einen Durchschnittswert von 23kg/Volk in Berlin kommt, ist mir auch noch ein Rätsel. Die hohe Bienendichte mit vielen Haltern als auch die nichtorganisierten Imker + ungemeldete Schwarzimker stellen ein Problem dar, aber das löst man mit Verboten nicht.


    Frohe Ostern

  • Jaja die Stadtimker...

    In Hamburg gibt es leider keinen Wanderwart mehr (oder hat es noch nie gegeben!?). Denke das wäre mal ein Ansatz ein wenig auf die Bienendichte einzugehen.

    Es würde dann natürlich nicht nur einen Wanderwart geben...


    Mal ein Ansatz der überlegt werden könnte...

  • Ist ja lustig....erinnert sich noch jemand an Klaus' Initiative dazu? Jahre her, auf der Grünen Woche, Riesen-Tamtam und viel Diskussion dazu....siehe auch Ein hier bekannter Imker fordert Führerschein für Imker

    und

    i.S. verwahrloste Bienenstände: Veterinäramt befreit Tiere aus katastrophaler Haltung


    Bis heute gibt es nun keinen; geschweige denn einen einheitlichen Standard. Die nunmehr verabschiedete Bienenstrategie fordert zumindest diesen für die Berliner Stadtimkerei.

    Aber für's Hühner-halten brauche ich eben auch kein Kurs selbst wenn ich die Hühner-Eier anschließend verzehre - also gar nicht so einfach.


    Da sollte der Imkerverband doch einfach mal konkrete Vorschläge machen als nur "fordern"...


    M.

  • Jaja die Stadtimker...

    Soll das als versteckter ein Vorwurf an mich gerichtet sein? Von mir stammt dieser Artikel nicht. Ich lese das aus dem Artikel als versteckten Vorwurf an die, die die neue oder schon abgeflaute Mode, bzw. wiederbelebte Stadtimkerei hochgejubelt und gefördert haben.

    Hier im Forum ist vor einigen Jahren schon auf einen möglichen Bumerang hingewiesen worden...

    Bis jetzt konnte in keinen Bundes-Land der Bedarf an praktischer Imkerausbildung für Hobbyimker abgedeckt werden, selbst teure Kurse sind ausgebucht.


    Wer will schon mit Bienen aufs Land wandern, ...

    Ich sehe es so: es gibt sicher genug Städter, die taugliche Grundstücke auf dem Land haben. Weil ich es nicht nur bei mir vor Ort sehe. Sind zwar weniger bis gar keine Besitzer aus Berlin, aber dennoch mittlerweile gefühlt mehr Auswärtige als Einheimische. Was ich aus zwischen den Zeilen aus diesem Artikel zu erkennen glaube, ist der Blick speziell auf Seuchen, weil das wohl in Berlin allmählich ausufert, wenn ich die Themen speziell für den Bereich Berlin richtig deute.


    Hier wird der alljährliche Imkergrundkurs mittlerweile begrenzt, man könnte bequem zwei oder drei kleinere pro Jahr abhalten. Auch das Argument mit dem Trachtangebot ist zwar vordergründig korrekt, hinter den Kulissen sieht es aber anders aus. Hier klagen die Landwirte über fehlende Imker, auch wenn sie nicht primär auf Bestäubung angewiesen sind und auch das Thema Wanderwart spielt da mit rein. Hatte ich im parallelen Thema nur nebulös angedeutet, dass man sich nicht auf amtliche Genehmigungen verlassen kann - betraf exakt das Thema WW...


    Hier ist das Trachtangebot auf dem Land nämlich noch ausreichend für mehr Imker, als nur die, die unter der Hand auf die einträglichsten Äcker verteilt werden... Mehr und länger Grün als auf dem Land kann und wird es in Städten nie geben, nur die Art des Grüns ist etwas anders.


    Gruß Andreas

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  • Hallo, dann brauche ich leider auch einen Lehrgang. Habe so etwas nie besucht.

    Die ganzen aelteren haben keinen Lehrgang, wie soll das geregelt werden?

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • dann brauche ich leider auch einen Lehrgang. Habe so etwas nie besucht.

    Willkommen im Club...

    Allerdings war Anno Dazumal die Beschaffung der Völker nicht so einfach. Bei mir war es so, dass ich ein Jahr lang bei meinem Imkerpaten assistieren musste und erst als ich mich bewährt hatte, ein Volk erhalten habe. Einen "überzähligen" Schwarm, den er nicht mehr unterbringen konnte, habe ich dann auch noch erhalten.

    Völkerkauf wäre möglich gewesen, wenn ich mir einfach so, ohne Internet, Adressen von Verkäufern hätte beschaffen können.

    Man setzt positive Anreize (Förderung) für eine Ausbildung statt Verbote, die ohnehin keiner kontrollieren kann und will

    Da hast Du bestimmt recht. Es ist hier in der Stadt leider oft so, dass bei Kursen auch zu anderen Themen, z.B. Volkshochschule, die lange Bindung und damit Termintreue ein Killerkriterium ist.

    Beim Thema Hund gab es die Diskussion ebenfalls. Wer kennt nicht auch die Rasse "der-tut-nix-und-braucht-keine-Hundeschule"? Auch da wird einfach im Netz gekauft oder aus dem Ausland mit gebracht.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Bei Hunden ist es noch ne andere Hausnummer.

    Meine Haltung ist da durchaus ambivalent. Die Kurse sind nur so gut, wie die Dozenten und es bringt einem Beginner ohne Erfahrung nur bedingt etwas, die Verfahrensweisen eines langjährigen Berufsimkers mit entsprechendem Background präsentiert zu bekommen, noch dazu mit dem Hinweis, es sei der allein seligmachende Weg.

    Manche haben es auch mit Kurs und nach Jahren nicht im Griff, weil es ausser Kenntnissen, auch immer noch ein bisschen Fingerspitzengefühl für die jeweilige Volkssituation erfordert. Kommt dann noch eine gewisse Beratungsresistenz dazu, dann kann man noch soviele Führerscheine machen, wird nicht helfen.

  • Einen Imkerführerschein lehne ich grundsätzlich ab.

    Aber fangen wir mal mit der Bienendichte auf dem Lande an.

    Bei der Faulbrutsanierung im Stadtgebiet Geilenkirchen (tiefstes Land für einen Berliner) wurden in einem Umkreis von 2-3 Kilometer fast 100 Völker beprobt.


    Der sogenannte Angelschein ist für mich das beste Beispiel, so etwas gar nicht zu fordern. Deutschland ist eines der wenigen Länder die so etwas hat.

    Viele meiner Angelkollegen in der Grenzregion haben den nicht, da sie in den Niederlanden angeln gehen. Dieser Schein hat sich neben den hohen Gebühren als echter Hemmschuh für die heimische Angelei entwickelt. Es gibt Vereine die über Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen klagen. Ferner kann man in so einem Schein nicht alle Arten der Fischei abdecken.

    Das Ganze verursacht dann noch zusätzliche Kosten und Zeitaufwand, wo viele gar nicht bereit zu sind. Sie gehen dann lieber an private Gewässer fischen. Hier kann Vater Staat keinen Angelschein abfordern.

    Letztendlich hat der Schein dann noch zu einer hohen Schwarzfischerei geführt.

    Vater Staat kann nicht alles kontrollieren und die Strafen sind lächerlich. Da sparen sich einige lieber die hohen Vereinsgebühren und restlichen Quatsch.


    Ähnliches gilt für die Imkerei. Es ist unmöglich alle Facetten der Imkerei abzudecken.

    Ein solches Anliegen würde eher das vollständige Abtauchen einiger Imker fördern.

    Das Geschrei über die Inhalte einer solchen Prüfung und deren Inhalte, möchte ich nicht hören. Die einen wollen den Einwabenableger, die anderen den Adam Starter und die nächsten lieber eine Liste von "Bezugsquellen".

    Dann gehen die Meinungen über DNM, Zander oder Dadant ja schon weit auseinander.

    Von Rassen wie Carnica, Buckfast und den vielen Anderen mit den verbohrten Ansichten wird dann zum finalen Gezeter führen.

    Die Imkergrundkurse sind ja jetzt schon überfüllt. Über die Autoren darf man ja schon teilweise nichts mehr schreiben, ohne einen Gewittersturm der Entrüstung zu ernten.

    Die viel bessere Alternative eines Imkerpatens wird kaum berücksichtigt werden können.

    Wer soll denn letztendlich die Hoheit über den Imkerkurs haben?

    Aus meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Imkerverband sind die ja noch nicht mal in der Lage, ihre Vereine zu unterstützen. Das habe ich ja über Landesregierungen bis nach Brüssel anbringen lassen.

    Zudem ist das ein juristischer Hintergrund zu beachten.

    Über den Umweg der Seuchen kann man ja den Imker zur Anmeldung zur Bundesseuchenkasse zwingen.

    Im Gegensatz zu vielen Angelgewässern, stehen die Bienen meist auf privaten Grund.

    Für den Eingriff auf privaten Grund, muss ein essentielles öffentliches Interesse bestehen. Ich würde mich jedenfalls direkt einer Sammelklage gegen dieses Vorhaben anschliessen.

    Gerade die deutsche Vergangenheit hat ja gezeigt, was passiert, wenn sich der Staat auch in die Nutzung privaten Eigentums einmischt.


    Aber vermutlich ist das Ganze eh ein Aprilscherz oder ein Troll oder wie immer der Unsinn auf Neudeutsch heisst.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich bin auch kein Freund von deutschen Befähigungsnachweisen. Obwohl oder gerade weil ich einige davon habe.

    In dem Artikel steht nicht viel über den geforderte Imker-Führerschein. Der Führerschein wird in den Zitaten, mit dem Angelschein verbunden oder soll ein Qualifikationsnachweis sein.

    Was soll so ein Schein als Ziel haben? Die Anzahl der Imker begrenzen, die Imker vernetzen, die Lebensbedingungen des Bien verbessern (am ehesten nicht ?(), die Qualität oder die Qualifikation der Imker verbessern?

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive