• Hallo liebe Imker(innen),


    nach durchstöbern des Forums - nein - ich müßte eigentlich durchforsten sagen, bin ich auch auf die "Kleinere Zellen - Kleinere Biene ergo varroatoleranter" (!?) gestoßen.
    Meine Frage nun: Wie rege ich am besten den
    Naturwabenbau an ? Gibt es noch andere Möglichkeiten, als einen Anfangsstreifen einzuhängen ? Wo und wie hängt man den Anfangsstreifen in das Rähmchen ? Welche Fläche gemessen an der Rähmchengesamtfläche sollte der Anf.streifen haben ? Müssen die Rähmchen gedrahtet sein ? Info zu den Rähmchen - habe mich entschlossen mit Langstroth-Flachzarge zu imkern.
    Hoffentlich nicht zu viele Fragen.:smile:


    Gruß Matthias

  • Hallo Matthias
    Wenn Du mit einer Flachzarge imkern möchtest, so brauchst Du die Rähmchen nicht unbedingt zu drahten. Bevor Du sie jedoch erstmals schleuderst mußt Du darauf achten, das sie an allen vier Seiten fest mit dem Rähmchenholz verbaut sind, sonst gibt es Bruch. Denk mal darüber nach diese Rähmchen ungeschleudert und komplett zu Verkaufen.
    Türken und Griechen sind dankbare Abnehmer.
    Die meisten sind es aus der Heimat so gewohnt und freuen sich über solch ein Angebot. Der Preis dafür kann sich auch sehen lassen, mehr Geld bei weniger Arbeit, :smile: was will man mehr.
    Absolut rückstandsfreies Wachs ist natürlich oberstes Gebot dabei. Am sichersten erreicht man das, indem man auf jegliche Bauvorgabe aus Wachs verzichtet und die Bienen absolut jedes Gramm Wachs selbst erzeugen lässt. Also keine Mittwandstreifen o.ä. Damit die Bienen dennoch die Rahmen exakt ausbauen klebe ich eine Dreieckleiste unter den Rähmchenoberträger. Ist die Beute mit der Wasserwaage genau ausnivelliert ketten die Bienen sich genau an der spitzen Unterkante der Leiste auf und ziehen die Wabe gleichmäßig aus. Schlägt man die Bienen als Kunstschwarm auf solche Rähmchen erhält man absolut reines Wachs, frei von jeglichen Rückständen. Macht man das mit mehreren verschiedenen Völkern und misst die Zellen unter einer Lupe oder mit einem Messokular eines Mikroskops aus, so kann man die Bienen sehr gut auf die kleine Zellgröße selektieren.
    Viel Erfolg und gutes Gelingen --- Harry---



    Noch ein Nachtrag:
    Wenn Du ganze Zargen so ausbauen lassen willst, mußt du den Bau regelmäßig beobachten. Bei Guter Tracht bzw. Fütterung "überspringen" die Mädels gerne jeweils einen Rahmen und wollen Dickwaben bauen. Um das zu verhindern werden die angebauten Rähmchen zu einem Block zusammengerückt und die noch unausgebauten ebenfalls in einem Block daneben. Das wiederholst Du solange, bis alle Rähmchen ausgebaut sind. Bei Flachzargen und guter Fütterung sollte das in 8-10 Tagen erledigt sein.


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Harry am 2002-07-31 01:51 ]</font>

  • Hallo Matthias,


    Harry hat Recht - man kann ungedrahtete Honigwaben schleudern. Dir ging es wohl doch um die Brutwaben - die werden nicht geschleudert, also kein Problem. Ich gedenke, im Honigraum z.T. auch Mittelwände weiterhin zu verwenden und im Brutraum nur Naturbau zu haben. Das kommt den Bienen insofern entgegen, als sie im Honigraum größere Zellen bauen, so man sie läßt.
    Den Anfangsstreifen, mindestens ein Zelle hoch (aber auch beliebig hoch) am Oberträger dort einlöten, wo die Mittelwand hinkommt. Am besten mit Bienenwachs einlöten.
    Harry, die Dreiecksleisten werde ich mal testen. Bringt es was hinsichtlich des Überspringens, die Waben im Honigraum gleich auseinanderzurücken, also Dickwaben anzubieten? Ich machte es bisher umgekehrt - Mittelwände ausbauen lassen und dann auseinanderrücken.


    Viele Grüße, Thomas

  • Lieber Harry, lieber Thomas,


    danke für die guten Berichte mit Bild.


    Das mit der Leiste habe ich auch schon mit Erfolg probiert, jedoch habe ich gedrahtet.


    Frage geht es bei Zander wirklich ohne drahten?


    Im Honigraum kann man dann ja Plastikwaben nehmen, die zerbrechen auch nicht!


    Gruss Friedhelm

  • @ Thomas
    Ich habe es auch schon versucht, die Waben direkt als Dickwaben ausbauen zu lassen.
    Das funktioniert leider nicht richtig.
    Unsere Wünsche und die der Bienen gehen zu weit auseinander. :smile: Bei dem großen Abstand der Rähmchen errichten die Luder jede Menge Wildbau zwischen den Rahmen.
    Besser ist es erst normale Waben bauen zu lassen und die fertigen dann auseinanderzuhängen.


    @ Friedhelm


    Warum soll es bei Zander nicht gehen?
    Solch kleine Rähmchen sind doch kein Problem.
    Wandern darfst Du mit diesem Wabenbau aber erst, wenn "alle" Rahmen auch an der Unterleiste fest verbaut sind.
    Ich habe im Moment leider kein Bild zur Hand, aber vielleicht glaubst Du mir ja auch so, wenn ich Dir sage, das ich Dadantwaben - ungedrahtet- als Naturbauwaben habe. Ich will Dir aber auch nicht verschweigen, das es dabei schon mal das eine oder andere Unglück gab. Sind die Waben erst zur hälfte ausgebaut und hebt man sie etwas verkantet aus der Beute fallen sie aus dem Rahmen. Eine Dadantwabe mit Pollen,Brut- und Honigkranz wiegt locker 3-4 Kg. Ist sie nicht allseitig am Rähmchen verbaut, fällt sie einfach raus.
    Z.Zt. teste ich Fahradspeichen, je zwei pro Wabe, senkrecht zur Stabilisierung. Mal sehen wie es wird.


    --- Harry ---

  • Liebe Harry,


    das mit den Speichen habe ich bei Dadant auch schon probiert, aber da hat mir das drahten schon besser gefallen.


    Übrigens ich bin kein Unläubiger und man muss mir nicht immer alles beweisen.


    Gruss Friedhelm

  • Hallo liebe Imker(innen),


    potzblitz, daß ging ja schnell! Tja , man muß nur die richtigen Fragen stellen.:smile:
    Harry : Mal wieder Top-Info.Vielen Dank!
    Ich werde die Rähmchen aber zur Sicherheit erstmal drahten, bis ich beim schleudern mehr Routine habe.
    @Thomas:Richtig es ging mir primär um einen Rückbau der Brutzellen auf "natürliche" Größe, ohne sich gleich kleinzellige Mittelwände zu bestellen.Ich denke da fällt auch das selektieren der Völker, die von sich aus kleinere Zellen bauen leichter.


    Gruß Matthias
    _________________



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matthias Bauer am 2002-07-31 18:51 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matthias Bauer am 2002-07-31 18:52 ]</font>


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matthias Bauer am 2002-07-31 18:53 ]</font>

  • Hallo Harry (und alle anderen),


    ich bin mal wieder über einen deiner interessanten Artikel "gestolprt". :D


    > Denk mal darüber nach diese Rähmchen ungeschleudert und komplett zu Verkaufen.
    > Türken und Griechen sind dankbare Abnehmer.
    > Die meisten sind es aus der Heimat so gewohnt und freuen sich über solch ein
    > Angebot. Der Preis dafür kann sich auch sehen lassen, mehr Geld bei weniger
    > Arbeit, was will man mehr.


    Feiner Tip. Ich möchte ja ebenfalls europaweit exportieren - und der mittlere Osten soll auch eine dankbare Abnehmerregion sein. :)


    > Absolut rückstandsfreies Wachs ist natürlich oberstes Gebot dabei. Am sichersten
    > erreicht man das, indem man auf jegliche Bauvorgabe aus Wachs verzichtet und
    > die Bienen absolut jedes Gramm Wachs selbst erzeugen lässt. Also keine
    > Mittwandstreifen o.ä. Damit die Bienen dennoch die Rahmen exakt ausbauen
    > klebe ich eine Dreieckleiste unter den Rähmchenoberträger. Ist die Beute mit
    > der Wasserwaage genau ausnivelliert ketten die Bienen sich genau an der spitzen
    > Unterkante der Leiste auf und ziehen die Wabe gleichmäßig aus.


    Wenn man auch die Honigwaben komplett bauen lässt vergeht doch sehr viel Zeit? In dieser Zeit könnten die Bienen doch vorhandene,
    fertige Waben mit Nektar füllen. Ist dieses Verfahren denn auch ökonomisch machbar? Eventuell den Bau der Waben nach der Tracht
    provozieren (durch Auffüttern oder so)?


    Diese Dreiecksleite. Hast du da vielleicht eine Abbildung wie diese auszusehen hat (ein Bild habe ich im Forum nicht bekommen/gefunden)?
    Eventuell könnte man diese doch direkt bei der Produktion des Rähmchens mitfertigen(?).


    Was sind Dickwaben?


    > Bei Guter Tracht bzw. Fütterung "überspringen" die Mädels gerne jeweils einen
    > Rahmen und wollen Dickwaben bauen. Um das zu verhindern werden die angebauten
    > Rähmchen zu einem Block zusammengerückt und die noch unausgebauten ebenfalls
    > in einem Block daneben.



    > @ Thomas
    > Ich habe es auch schon versucht, die Waben direkt als Dickwaben ausbauen zu lassen.
    > Das funktioniert leider nicht richtig.


    Im ersten Abschnitt hört es sich so an als ob Dickwaben unerwünscht seien, im zweiten (an Thomas) ist das Gegenteil der Fall...( :-? )


    Viele Grüsse aus Siebenbürgen
    Wolf

  • Hallo Wolf,


    den Bienen das Bauen ersparen bringt nicht sehr viel. Erstens ist die Menge Wachs, die produziert werden muß, garnicht so viel, auch wenn man pro Kilogramm Wachs das zehnfache an Honig veranschlagt, der dann fehlt. Weiterhin haben Bienen das Bedürfnis zu Bauen. Wenn Du ihnen gar keine Möglichkeit gibst, bauen sie an Stellen, die Dir nicht behagen (eben Wirrbau). Auch sieht es so aus, als ob die Harmonie im Volk besser ist, wenn sie bauen dürfen (es bauen ja außerdem die sonst "arbeitslosen" Jungbienen, auch wenn die Arbeitsteilung nach Lebensalter nicht so streng ist, wie früher vermutet). Die bessere Harmonie ist auf jedenfall dem Honigertrag förderlich.
    Nach neueren Untersuchungen wird gebaut, wenn etwa 80% der Waben gefüllt sind und gute Tracht ist.


    Dickwaben hat man gern im Honigraum - gleiche Honigmenge bei weniger Waben, also weniger Arbeit. Bei Brutflächen dagegen werden Dickwaben abgeschrotet, bis sie die richtige Dicke haben. Dickwaben bauen die Bienen selber - Du brauchst Dir nur mal die Honigkränze am oberen Rand der Brutwaben anzuschauen, sie sind dort viel dicker als im Brutbereich.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    meine diesbzgl. Anfrage bezog sich auf den Prostest eines hiesigen Imkers der nicht so begeistert von meiner Überlegung war die Waben komplett bauen zu lassen. Zumindest sollten Mittelwände vorgegeben werden, andernfalls würden die Bienen mit dem Bau der Waben sehr viel Zeit verlieren, Zeit die sie mit dem Eintragen von Honig besser verbringen könnten.


    Irgendwie leuchtet mir das auch ein: Wenn viel Tracht vorhanden ist müssen die Bienen ihre Waben erstmal bauen und können erst dann den Nektar eintragen. Die Altbienen können nunmal nur so schnell arbeiten wie die Jungbienen es vorgeben. Andererseits, wenn die Waben schon da sind können sie diese gleich auffüllen ... (?)


    Wie lange dauert der Bau einer Wabe a) ohne und b) mit Mittelwand?


    In einem anderen Beitrag (Abgeschleudert - was nun mit den Waben?) wurde auch über das 'wohin' derselben diskutiert. Also macht es doch Sinn die Waben aufzubewahren und wiederzuverwenden und nicht alles komplett neu bauen zu lassen?!


    Es ist also immer noch nicht ganz klar ob es in der professionellen (ertragsorientierten) Imkerei vertretbar ist die Waben immer wieder komplett bauen zu lassen...


    *** Dickwaben
    Wenn ich das richtig verstehe sind das normale Waben bei denen die einzelnen Zellen länger ausgezogen wurden (damit sie mehr Volumen haben)?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Wolf


    Ich glaube das Imker, die solche Rechnungen aufmachen, sich nie mit der Biologie der Biene auseinandergesetzt haben. Eine Baubiene, die gerade vom Stoffwechsel her ihre Wachsdrüsen entwickelt hat, wird deshalb nicht sofort zur Trachtbiene weil schon ausgebaute Waben da sind. Bienen sind zwar flexibbel in ihrer Arbeitsteilung, das zeigt gerade ein Schwarm, aber ganz aus ihrer altersbestimmten Rolle kann sie halt auch nicht raus.



    Mit imkerlichen Grüßen



    Reinhard

  • Hallo Wolf,


    dein vielzitierter "hiesiger Imker" kann keine große imkerliche Leuchte sein.
    Jeder Praktiker weiß, daß ein Volk in der Aufwärtsbewewegung, gute Tracht vorausgesetzt, die Waben schneller ausbaut, als er sie einhängen kann.
    Selbst erlebt, ich glaube, viele können dies bestätigen: Eine Zarge (mit MW) aufgesetzt, am nächsten Nachmittag komplett ausgebaut, am darauffolgenden Tag wird schon Honig eingetragen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-