Was mache ich mit meinem Ableger, wenn ich ihn bekomme?

  • Hallo,


    für mich ist das Imkern absolutes Neuland und mein Kumpel und ich haben uns gestern die gesamte Ausrüstung plus Beute bestellt.

    Jetzt fehlt nur noch das Bienenvolk und da hätte ich eine Frage: Wenn mein Bienenvolk im Ableger kommt, fungiert der Ableger dann als Beute oder muss ich die Rähmchen aus dem Ableger in unsere Beute umdesponieren?


    Ich hoffe die Frage ist nicht allzu blöde, aber ich würde mich über Antworten sowie Tipps für den Einstieg echt freuen. Abgesehen von Forenbeiträgen und YouTube Videos habe ich noch gar keine Erfahrung. Fachliteratur ist natürlich auch schon bestellt.

  • Hallo Duft,

    wie immer: Neben YouTube, Forum und Literatur, ist eine praktische Anleitung persönlich kaum zu ersetzen. Diese gibt es in Anfängerkursen, von Imkerpaten oder in Imkervereinen. Darauf sollstest du keinesfalls verzichten, wenn du deine Bienen nicht unnötig quälen willst. Mindestens mit einer Sorte davon sollte man direkt an den Bienen von einem erfahrenen Imker lernen können und Dinge IRL gezeigt bekommen.


    Üblicherweise kauft man einen Ableger (oder bekommt ihn vom Paten beim Kurs geschenkt) in der Nähe und erwirbt diesen mit Beute (also der Kiste) oder man setzt ihn vor Ort Rähmchen für Rähmchen in die mitgebrachte Beute um. Ein erfahrener Verkäufer wird dir dabei sicher behilflich sein und auch sonst noch Tipps geben. Ableger von Bienen der Region gibt es eher so im Juni, da hast du noch Zeit zu lesen und zu lernen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich bin am Ende meines 1. Jahres, aber hier meine Tipps:


    Du Fängst zu weit hinten an. Eigentlich liest man die Literatur zuerst, dann oder parallel macht man einen Kurs (den solltest Du auf jeden Fall noch machen) und sucht sich nach Möglichkeit einen Paten. Frag beim Imkerverein um die Ecke nach, die Kurse starten bald.


    Wenn Du einen Ableger kaufst, dann sollte die KÖ auf jeden Fall schon stiften. Den Ablegerkasten brauchst Du idR nicht, und der Imker von dem ich meine Ableger hatte, wollte diese auch nicht verkaufen.

    Die Bienen müssen auf Dauer eh in eine Beute, daher nimm Deine Beute mit, und setz die Rähmchen mit Bienen in Deine Beute um. Ggfs. für den Transport mit MW auffüllen, oder Rähmchen mit Reißzwecken gegen das Verrutschen sichern.

    Ein Spanngurt kann auch nicht schaden, sonst wird bei einer Bodenwelle dein Auto zur Beute.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Hallo Duft,


    bei uns bringt der Käufer seine eigene Beute mit und die Rähmchen werden umgesetzt.

    Ich verkaufe doch nicht jedes Jahr mein Beuten, um dann wieder neue kaufen zu müssen!

    Auch werden keine leeren Rähmchen getauscht. Zanderrähmchen ist nicht gleich Zanderrähmchen!


    Für einen Imkerkurs wird es dieses Jahr wohl zu spät sein! Bei uns starten die schon im Januar mit einem Theorietag und dann geht es ab März monatlich weiter! Deshalb auch mein Rat, wende dich an den örtlichen Verein. Du kannst da einfach unverbindlich mal vorbei schauen!


    Woher bekommt ihr den Ableger? Oft kann euch da der Verein auch weiterhelfen!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Duft : Amape hat es in #3 zutreffend geschildert. Man kann die Bedeutung von Grundkurs und praktischer Ausbildung nicht genug unterstreichen: Jeder Imker-Anfänger muß zunächst einmal einen systematischen Überblick über die Grundzüge imkerlichen Handelns, das Leben/die Grundbedürfnisse von Bienen im Jahreslauf incl. ihrer Parastiten, Bienenkrankheiten und nicht zuletzt über die eigenen rechtlichen (auch seuchenrechtlichen) Pflichten bekommen (Grundkurs) und praktisch lernen, wie dieses Grundwissen anzuwenden und umzusetzen ist (Imkerpate). Sich dem freiwillig zu unterziehen, gehört zum Mindesten, was man an Verantwortungsbewußtsein den Bienen und den anderen Imkerkollegen gegenüber aufbringen soll und muß.

    Alle anderen "Lösungen" über Literatur, YT o.ä. können zwar partiell erhellen, führen aber nicht zum Gesamtüberblick und erst recht nicht zu eigener praktischer Ausbildung. Das geht dann immer auf Kosten der Bienen, die aber sehr robust sind und selbst grobe Fehler u.U. ausgleichen können. Deshalb werden eigene imkerliche Fehler oft nicht bemerkt oder mit falschen Schlußfolgerungen verknüpft. Im schlimmsten Falle enden sie mit Schiffbruch oder gar mit dem Ausbruch einer Bienenseuche, unter der dann alle anderen Imker des Sperrbezirks mitzuleiden haben.

    Deshalb auch von mir der dringende Rat und die Bitte: Kanalisiere Deinen Eifer zunächst in Grundkurs und praktische Ausbildung (bei einem Imkerkollegen mithelfen) und benutze Dein neu erworbenes Material erst danach - auch wenn es schwerfällt.

  • Ich schließe mich den meisten Vorpostern vorbehaltlos an.


    Nun auch mal etwas zum eigentlichen Inhalt, wenn jemand Ableger verkauft, bezeichnet man das im Allgemeinen, das von einem vorhanden Volk ein kleines Stück abgetrennt wurde, das nun mit einer höchstwahrscheinlich neuen Königin sich wieder ein neues Volk aufbaut.


    Somit weiß man das ist kein Vollvolk oder WirtschaftVolk (WV).


    Im seltensten Fall bekommt man dazu irgend eine Art von Beute, es sei denn es ist extra erwähnt (preislich optional).

    So gesehen bekommst du die Rähmchen auf der das neu gebildete Volk lebt und musst es in deine mitgebrachte Beute einlogieren.

    Ausnahmen gibt es natürlich auch, dazu gibt es "Einmalversandboxen" (Pappkarton/Sperrholz ....).

    Verfahren wieder genauso, Waben raus in eigene Beute einlogieren.


    Liebe Grüße Bernd

  • Bienen leben nicht wie Hunde und Katzen über 10 Jahre, aber trotzdem sollte Käufern klar sein, das sie Verantwortung für Lebewesen übernehmen. Und sich vorher kundig machen.

    Man rettet nicht die Welt, indem man Bienen hält, sondern verbessert die Umwelt, wenn man sich um insektenfreundliche Umgebung kümmert! Weil man Bienen gesund halten möchte und Honig ernten möchte, haben Imker besonders ein Interesse an vielfältiger Blühwelt statt grünem oder grauem Beton. Wo es Bienen gut geht, findet man auch andere Insekten von Schmetterlingen, Wildbienen, Wespen, Hornissen u.a.- Wachsmotten.

    Vielleicht schaffen die Imkervereine es auch, einen "Bienenführerschein" zu etablieren. Bei uns im Verein kamen schon der Vorschläge nur nach Nachweis von Kenntnissen/Lehrgang Ableger abzugeben bzw Lehrgangsbesuchern(egal wo) den ersten Jahresbeitrag zu erlassen.


    Der Verkäufer des Ablegers sollte immer ein Wanderzeugnis/Gesundheitszeugnis vom Veterinäramt nachweisen und als Kopie mitgeben(über Kreisgrenzen hinweg PFLICHT!), mindestens negative Futterkranzproben auch bei Abgabe innerhalb des Kreises oder Stadtbezirks!

    Ich habe es am liebsten, wenn die Käufer (ab 2 Ableger/Völker) spätnachmittags in MV mit ihren vorbereiteten Beuten kommen, dann wird gemeinsam umgesetzt und der Käufer erlebt wie seine Bienen reagieren. Nebenher lernt er mehr als aus jedem Youtube-Video.

  • Bienen leben nicht wie Hunde und Katzen über 10 Jahre,

    ...sondern ewig!

    Bienen, genauer: Ein Bienenvolk lebt ewig, sagt bspw. Prof. Dr. Tautz in seinem "Phänomen Honigbiene"(...wenn der Imker keine elementaren Fehler macht - füge ich als stillschweigende Grundvoraussetzung zu).