Spendervolk nach Sanierung verloren

  • Da würden mich doch brennend die Alternativen interessieren

    Ich lasse meine akzeptablen Schwächlinge normal weiterlaufen. Die bekommen weniger Honigräume und werden zur passenden Zeit zu Sammelbrutablegern verarbeitet. Das bietet sich bei geringer Völkerzahl an, so braucht man die wenigen Wirtschaftsvölker nicht extrem dafür zu schröpfen.

  • Darüber, dass Päppeln keine Lösung ist, scheinen wir uns ja einig zu sein

    Ich bin zwar nicht rase, möchte aber trotzdem dazu etwas schreiben. Bei schwachen Völkern im Frühjahr muss man beurteilen, ob sie von sich aus zur Entwicklung fähig sind, wenn man sie eng setzt und mit Futter versorgt hat. Und man muss untersuchen, ob sie krank sind und demzufolge abgetötet werden müssen.

    Wenn man das getan hat, braucht man sich für 3 Wochen erst einmal nicht mehr darum zu kümmern - erst müssen einmal Bienen schlüpfen.

    Nach den 3 Wochen schaut man von oben in das Volk. Wenn nicht entwickelt, dann wieder die Frage "auflösen oder nicht?". Wenn entwickelt, dann mit Leerwaben erweitern, auf Futter achten und wieder 3 Wochen in Ruhe lassen, u.s.w.

    Das ist kein Päppeln, weil das wenig Arbeit macht.

    Für Gegenden, wo es nur Frühtracht gibt, ist aber so etwas keine sinnvolle Option. Da würde ich schwach-mit-schwach vereinigen bevorzugen.

    Gruß Ralph

  • So, ich habe gerade mächtig Blutdruck, weil keines der geschossenen Bilder mehr auf dem Smartphone zu finden ist - warum auch immer, aber trotzdem kann ich jetzt ein paar konkretere Dinge nachliefern:


    Im BN war tatsächlich kein Fitzelchen Futter mehr. Auf zwei Waben steckten hunderte Bienen kopfüber in den Zellen.


    In der Mitte waren viele freie Zellen von geschlüpfter Brut, außen rum immer ein Kranz verdeckelte Zellen. Diese waren teilweise wie perforiert - keine Ahnung, was das bedeutet.


    Der Großteil der Bienen lag auf dem Boden, die rot gezeichnete Königin mittig oben drauf. Ein bitterer Anblick.


    Ich habe rund 430 Gramm Totenfall gewogen, also rund 4000 Bienen.

    Das ist schon eine ganze Menge, und es erstaunt mich immer noch, dass die das Futter, welches 5 cm Luftlinie entfernt war, nicht erreichen konnten - immerhin waren ja keine wirklich winterlichen Temperaturen mehr tagsüber.

    Aber die Zeichen sind ja eindeutig.


    Ich habe bei ein paar Bienen mal den Kot rausgedrückt. Wassermangel war nicht erkennbar, alles schön flüssig.


    Ich habe heute noch eine weitere Sanierung beendet.

    Diesmal hat der Spender jeweils eine FW rechts und links des BN bekommen, Futterteig auf dem Oberträger und eine Wasserwabe an den Rand. Die sind umgeben von Ressourcen...Verhungern oder verdursten sollte jetzt also eigentlich kein Thema mehr sein. Aber um sicher zu gehen, fahren ich morgen hin, nachsehen.


    Mein Fazit: Ich werde künftig nicht mehr sanieren. Vereinigen oder laufen lassen und dann zu Ablegern/Begattungseinheiten verwursten.

  • Verhungert. Flugbienen weg, Rest wärmt die Brut. Bis zum bitteren Ende. Die Moral von der Geschicht: in der Durchlenzung spielt man nicht. Da ist alles auf Kante genäht.

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo rall0r

    erst mal den Daumen hoch das du so einen gravierenden Fehler zugibst und davon berichtest. Ich habe mir den ganzen Thread gar nicht erst durchgelesen, mir tun einfach die Bienen leid, aber ich gebe nochmal ein Beispiel, was hier passiert ist.

    Wenn man einem Kleinkind die Eltern wegnimmt und sagt es hat ja einen vollen Kühlschrank, würde das gleiche passieren und dazu noch kalte Nächte. (Brutnesttemperatur 35 °C)


    Wir haben die letzten Jahre immer aus dem Vollen schöpfen können und gute Erträge gehabt, es gibt auch andere Jahre. Völker in HBB kann man gut beobachten wie sie sich entwickeln. Bei mir hat jetzt ein Volk die erste MW ausgebaut und gestern den HR mit 4 Leerwaben bekommen und das ist völlig normal im Durchschnitt der Jahre.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Ralf!


    Auch von mir Danke für die Veröffentlichung. Das würde nicht jeder machen, dass er einen solchen falschen imkerlichen Eingriff zugibt. Man kann daraus viel lernen. Insbesondere, dass es manchmal besser ist nichts zu machen und zu beobachten!

    :u_idea_bulb02:


    Außerdem sagte mein Imkerlehrmeister zu mir immer:


    Man braucht als Imker so viele Völker, dass man nicht jedem Schwächling nachweint.

    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Das würde nicht jeder machen, dass er einen solchen falschen imkerlichen Eingriff zugibt.

    Wieso "falscher imkerlicher Eingriff"?


    Genau das wird ja in Fachzeitschriften, Monatsanweisungen und von den Doktoren immer wieder propagiert und wiedergekäut.


    Man braucht als Imker so viele Völker, dass man nicht jedem Schwächling nachweint.

    Ack!

  • Genau das wird ja in Fachzeitschriften, Monatsanweisungen und von den Doktoren immer wieder propagiert und wiedergekäut.

    Da muss man jetzt genau aufpassen, das ist ja der springende Punkt bei mir gewesen:

    Ich habe durch das Schied-setzen Brut und Futter sauber voneinander getrennt.

    Bei der Betriebsweise der Doktoren ist das nicht der Fall. Dadurch gibt es immer einen Futterkranz über der Brut oder Futterwaben direkt am Brutnest.


    Bei mir haben die Bienen das Futter hinter dem Schied nicht "gefunden", während bei der klassischen Zander-Liebig-Betriebsweise nichts gefunden/umgetragen werden muss, weil da immer Futter unmittelbar erreichbar ist.

    Und dieses Detail habe ich nicht bedacht.

  • Nachdem mein erster Sanierungsfall ja sehr erfolgreich war, habe ich danach hier in etlichen threads über die Misserfolge gelesen. Das hat mich damals schon motiviert, nur noch starke Völker einzuwintern, ggfs eher zu vereinigen. Aber alle Misserfolge rührten eher vom Königinnen Verlust eines der beiden Völker her. @RallOr s Fall ist, glaube ich, einmalig hier und daher eine sehr wertvolle, wenn auch traurige Erfahrung. Daher auch von mir noch Danke fürs Teilen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Ich habe durch das Schied-setzen Brut und Futter sauber voneinander getrennt.

    Das ist eine Variante für den Sommer! Ich habe das schon mindestens zwei mal geschrieben, wenn noch Kälteeinbrüche zu erwarten sind, kommt eine Futterwabe AN das Brutnest... - und in den letzten 6 Wochen war jede Woche einmal so einer...

  • 1. Wo steht das, dass es so von den Fachzeitschriften... propagiert und wiedergekäut wird?

    2. Was bedeutet "Ack!"?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)