Spendervolk nach Sanierung verloren

  • Und was macht man dann mit den Schwächlingen, wenn nicht vereinigen, nicht auflösen und nicht päppeln? Ableger bilden, noch bevor Drohnen verfügbar sind?

    Auflösen geht immer. Oder eng setzen und einfach stehen lassen, manchmal kommen sie ja noch. Bernhard mach 2K Völker draus. Ich nicht. Ich hab aber nicht viele Schwächlinge, weil ich das VOR dem Einwintern regel. Irgendwie geht grade alles Imker-Allgemeinwissen verloren. Man wird als elitär angepampt, wenn man gegen ach so praktische Einwabenkacke argumentiert, dann kommen die tausend Tricks dem Dackel Galopp beizubringen, und am Ende sind's die Herbizide oder der nicht 15cm dicke Wohlfühldeckel aus ungesäuertem Fichtenreisig. Nervt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ohne Wasser würden die Bienen nicht verhungern, aber für die Larven eventuell nicht die nötige Menge Futtersaft produzieren können.

    Aber die Bienen sind verhungert. Ich bin da Heikes Meinung, zu wenige Bienen, die sich nicht von der Brut weg bewegt haben.


    Das Trennen dieser 2 Völker mit Verbleib am gleichen Stand verursacht bei dem Verstellten immer einen Entwicklungsknick, mangels Flugbienen.

    Ich würde deshalb immer auf einen anderen Standort stellen.

  • Auflösen geht immer. Oder eng setzen und einfach stehen lassen, manchmal kommen sie ja noch. Bernhard mach 2K Völker draus. Ich nicht. Ich hab aber nicht viele Schwächlinge, weil ich das VOR dem Einwintern regel. Irgendwie geht grade alles Imker-Allgemeinwissen verloren. Man wird als elitär angepampt, wenn man gegen ach so praktische Einwabenkacke argumentiert, dann kommen die tausend Tricks dem Dackel Galopp beizubringen, und am Ende sind's die Herbizide oder der nicht 15cm dicke Wohlfühldeckel aus ungesäuertem Fichtenreisig. Nervt.

    Bin zwar nur ein Anfänger, aber: DAS. Gehört meines Erachtens ins Best of.


    Ich hatte das Glück, einen Imkerkurs (sind hier in der Schweiz 18 Halbtage) bei einem guten Leiter absolvieren zu dürfen, der rigoros davon abgeraten hat, Schwächlinge einzuwintern. Bei den Merkblättern des Schweizer Dachverbandes (https://www.bienen.ch/) findet man entsprechende Handlungsanweisungen. Ist also nun wirklich keine neue Idee.


    Noch eine Anekdote zum Abrunden ;) Ich habe letzten Herbst einen Schwächling auf Risiko eingewintert, weil es das erste und einzige Volk meines Vaters war (das ich mitbetreue). Es hat den Winter überstanden, aber was haben wir nun? Scherereien! Die andern Völker sind quasi Selbstläufer; dieses hier braucht mehr Pflege als meine eigenen Völker alle zusammen …

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Schieden an sich ist nicht das Problem, sondern eher eine Lösung für die Völkerentwicklung. Die Extrem-Schieder werben seit einigen Jahren wider den Grundsatz "Futter gehört in den Stall". An diesem Beispiel zeigt sich, daß Brutwaben ohne Futterkranz im Frühjahr gefährlich sind.

    Ich habe sogar bewusst wahrgenommen, dass im Brutnest kein Futter und wenig Pollen vorhanden war. Im Sinne der Schiedtheorie eigentlich perfekt.

    Welcher Schiedtheorie? Es gibt mehrere Schied-Schulen, nicht nur die des Herrn Binder.

  • Welcher Schiedtheorie? Es gibt mehrere Schied-Schulen, nicht nur die des Herrn Binder.

    Wenn Heuvel und Binder die gleichen Maxime vertreten, dann ja: Im Binder'schen Sinne geschiedet.


    der rigoros davon abgeraten hat, Schwächlinge einzuwintern.

    Der Vollständigkeit halber: Keines der beiden betroffenen Völker war im Herbst ein Schwächling. Der Schwächling wurde erst im Laufe der Winterperiode zu einem, vermutlich ab Mitte Januar, wenn ich das Gemüll richtig deute.

  • Auflösen geht immer.

    Ja. Hatte ich ja auch genannt. Hast das vielleicht überlesen, obwohl Du es selbst zitiert hast?


    Oder eng setzen und einfach stehen lassen, manchmal kommen sie ja noch.

    Manchmal.


    Und dafür, dass sie vielleicht irgendwann kommen, hat man zusätzliche Arbeit.


    Kann man machen. Will ich aber nicht (mehr) machen.


    Der Unterschied zum Päppeln ist da aber auch nicht mehr gross..


    Bernhard mach 2K Völker draus.

    Irgendwie geht grade alles Imker-Allgemeinwissen verloren.

    2K-Völker sind Imker-Allgemeinwissen? Wusste ich noch nicht. Da muss ich dringend nochmal zum Grundlagenkurs...

    Ich hab aber nicht viele Schwächlinge, weil ich das VOR dem Einwintern regel.

    Oh. Und ich dachte Du hast keine Schwächlinge. Weil "nicht viele" sind mehr als "keine". Und bei "nicht viele" hat man ja dann doch welche und benötigt eine Verfahrensweise damit umzugehen.


    Meine Verfahrensweise ist: vereinigen oder auflösen. Vielleicht gehe ich irgendwann mal dazu über, 2K-Völker damit zu bilden. Wenn ich denn mal so viel Erfahrung habe wie Du...


    Wie Deine Verfahrensweise ist, ist mir aus Deinen Beiträgen leider nicht ersichtlich. Vereinigen, Auflösen und Päppeln gehören ja offensichtlich nicht dazu. Schlussfolgerung: Du machst aus allen Deinen Schwächlingen 2KV?

    Man wird als elitär angepampt, wenn man gegen ach so praktische Einwabenkacke argumentiert, dann kommen die tausend Tricks dem Dackel Galopp beizubringen, und am Ende sind's die Herbizide oder der nicht 15cm dicke Wohlfühldeckel aus ungesäuertem Fichtenreisig. Nervt.

    Aha. Das erklärt natürlich #21.

  • ...Volk war aufgrund Imkerfehler schwach (Ruhrsymptome im Januar durch überlastete Kotblase, weil Störung).

    Welche Art von Störung meinst Du? Hintergrund meiner Frage: In diesem Winter störte ab Januar (vermutlich) der Waschbär an jeder meiner Beuten und zwar "gefühlt" täglich, bei einigem Nachdenken und Fährten-/Spurensuche mindestens 2 x wöchentlich. Bei manchen Beuten gelang es ihm sogar, den Flugkeil zu entfernen und in die Waben hineinzulangen (Bienen saßen in der unteren Zarge). Trotzdem überlebten alle Völker und zeigten keine Ruhrsymptome. Ich hatte allerdings im Sommer scharf abgeschleudert und sofort zugefüttert. 3 Völker hatten trotzdem auskristallisiertes Futter - vermutete Ursache: starker Eintrag von der späten und 2018 hier lang anhaltenden Efeublüte.

  • Oh. Und ich dachte Du hast keine Schwächlinge. Weil "nicht viele" sind mehr als "keine". Und bei "nicht viele" hat man ja dann doch welche und benötigt eine Verfahrensweise damit umzugehen (...)

    Schlussfolgerung: Du machst aus allen Deinen Schwächlingen 2KV?

    Ertappt. Ich hab nur Schwächlinge. Aber 2K Völker hab ich nicht. Hatte ich auch geschrieben. Bin ich auch zu doof für. Sonst noch jemand ohne Fahrschein?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Aufeinandersetzen von Schwachen auf Starken mache ich schon lange nicht mehr - oft vereinigten die sich praktisch und die 2. Königin ging eben doch perdü.


    Heuer habe ich es wieder gemacht - zwei eher schwach ausgewinterte Königinnen bei denen mir eine Vereinigung auch Recht gewesen wäre.

    Beide eng geschiedet und Futter hinter dem Schied. Fliegen auch jetzt noch munter und sind fidel - weil sie halt die letzte kalte Woche zusammen verbracht haben. Denke, sie hätten das auch alleine geschafft aber dann bräuchte es wohl noch länger bis die aus dem Knick kommen.


    Denke, genau das war die Krux: Zu früh getrennt. Die hatten sich vermutlich schon schön eingespielt, alles eingerichtet und dann die Trennung unter Verlust der Flugbienen kurz vor dem Kälteeinbruch. Die geschlüpften Jungbienen waren da nicht in der Lage, die Umlagerung zu schaffen; lt. der Stockwaage gingen die Temperaturen hier im Norden Berlin vom 6.4. schrittweise in den Keller; am 9.4. war dann auch tagsüber nicht mehr viel zu reissen. Habe deshalb bei der letzten Durchsicht auch immer genau die Honigräume gecheckt: Wer da nicht ordentlich angetragen hatte, dürfte unten noch etwas Futter hinter dem Schied behalten....


    Nun ja, Lehrgeld mal wieder... aber gut, dass Du alle daran teilhaben lässt!


    M.

  • joew/rase Stöckchen?! Bitte einfach liegen lassen.

    Ich finde viel fruchtbares kann man zum Thema nicht mehr beitragen.

    Die Lehren möge bitte jeder selbst draus ziehen.


    Ob oder ob nicht schieden hier das Problem war ist imho eine Standpunktfrage. Vielleicht würden nicht mal mehr benachbarte Futterwaben für Futter benutzt werden können.


    Der Einwand mit Holz zu Holz ohne Futterkranz scheint für kalte Jahreszeiten trotz allem nicht ganz ungerechtfertigt in dieser besonderen Situation.


    Liebe Grüße Bernd

  • Ertappt. Ich hab nur Schwächlinge. Aber 2K Völker hab ich nicht. Hatte ich auch geschrieben. Bin ich auch zu doof für. Sonst noch jemand ohne Fahrschein?

    Hier geht es nicht um Fahrscheinkontrolle.


    Du hast geschrieben, dass "auflösen oder vereinigen" Käse ist.


    Da würden mich doch brennend die Alternativen interessieren, die für Leute wie mich (also mit deutlich weniger Erfahrung als Du) sinnvoll sind.


    Darüber, dass Päppeln keine Lösung ist, scheinen wir uns ja einig zu sein.


    Jetzt gib mal Butter bei die Fische.

  • Welche Art von Störung meinst Du?

    Ich habe dazu mal etwas zusammengeschrieben: Link, und es wurde auch schon mal hier im Forum diskutiert (wobei ich das jetzt auf die Schnelle nicht wiederfinde).


    Im Wesentlichen ging es um Beobachtungen zum Thema "Durchfall im Januar nach einer späten Blockbehandlung".

    Die von mir genannte "Störung" als Auslöser für den Durchfall ist eine begründete Vermutung, mehr nicht.

    Tatsache ist wiederum, dass zum Zeitpunkt der Sanierung die Ruhr-Symptome weg waren und seither auch nicht wieder aufgetreten sind - falls das überhaupt noch der Wahrheitsfindung dient.

  • Blockbehandlung - vermutlich als Sublimation - im Oktober erscheint mir als Ursache für die Schwächung jetzt Mitte April (erster Reinigungsflug war hier am 14.2.19) ziemlich unwahrscheinlich. Unter dem Aspekt der (mechanischen) Störung erst recht: Es wird ja schließlich bei der Applikation Wärme eingetragen. Außerdem gab es von Oktober bis Dezember 2018 genügend Flugtage zum Abkoten.

    Ich schließe mich daher der These an: Diskrepanz zwischen Personalnot (plötzlicher Flugbienenverlust durch Verstellen) in Kombination mit Kaltwettereinbruch (erhöhter Personalbedarf zum Brutwärmen und zum Futterumtragen).