Spendervolk nach Sanierung verloren

  • Ich glaube der entscheidende Hinweis ist von rase :


    Es wäre alles gut gegangen, wenn Du sie nicht zu einer Kälteperiode hin getrennt hättest.

    Denn letztlich ist ja wurscht, ob sie nun 3, 4 oder 5 Wochen aufeinander stehen. Nur sollte man aufpassen, dass ein solches Zwei-Königinnen-Volk ggf. Platz braucht ... was ja mittels ASG und HR obendrauf jederzeit möglich ist.


    Noch ein Gedanke: wenn Du am WE hinfährst, schau mal genau, ob da noch die Königin liegt. Aggravierende Hypothese könnte noch sein, dass die obere Königin so attraktiv war, dass unten keine mehr wahr ... entsprechend die meisten Pflegebienen oben, und beim Trennen die dann weg und die Flugbienen: übrig bleibt ggf. ein eher jämmerliches Häufchen mit Brut, aber ohne Weisel, Futter und Erfahrung.

    Ich gehe aber davon aus, dass Dir Weisellosigkeit beim unteren Teil beim Trennen aufgefallen wäre?!


    Keep it up, Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Der Gedanke kam mir als erstes - dass die Kö des Spenders vielleicht nicht uberlebt hatte. Andererseits gab es Stifte zum Zeitpunkt der Trennung.

    Die "Doktoren" sagen ja sehr deutlich, dass es sehr wohl wichtig ist, die Volker nicht länger als 3, MAX 4 Wochen zusammen zu lassen. Eben damit nicht eine der Königinnen dabei stirbt.


    Ich habe eine solche Sanierung ja auch schon mal sehr erfolgreich durchgeführt, aber, wie du schon richtig sagst, Ralf - ohne Schied und im 2 Zarger.

    Tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrung gemacht hast.

    Ich persönlich habe es nach 6 Jahren noch nicht geschafft, mir das Aua in der Brust abgewöhnen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Es tut mir leid, dass das passiert ist.


    Ich kann noch nichts Fachkundiges dazu beisteuern.

    Vielen Dank aber dafür, dass du diesen Mißerfolg hier diskutierst - so können andere daraus lernen. Ich auch.


    In dem Zusammenhang ein Danke an das ganze Forum. Ich lerne hier sehr viel. :thumbup:

  • Hallo Ralf!


    Das Schieden um des Schiedens Willen ist einfach das Problem. Wieso soll ich mir einen großen Brutraum antun, wenn dieser dann auf Teufel komm raus eingeengt wird? Etwas schieden tue ich auch, weil ich meine, dass die Entwicklung etwas besser läuft auf so Großwaben.


    Was ich nicht mache ist, dass ich das ganze Futter hinter das Schied hänge. Soll man, aber ich mache es nicht. Weil es mir egal ist, was andere darüber denken...


    Ich bin von 10er Zander Einraum auf 10er Zadant gewechselt, weil ich Reserven von Futter wollte. Das ständige Herumschieden ist mir ein Gräuel. Ich schiede vorsichtig, wenn das Wetter passt. Eher eine Wabe mehr zum Bebrüten vor das Schied als das Geizen mit Futter.


    Man muss nicht jeden Trend und Hype mitmachen, nur weil es hipp ist.


    Für mich sind Futterwaben geil!

    Ich mag 10 Waben Platz zum Brüten.

    Und ich halte es wie Bruder Adam wenn er sagt: Eine Königin, die nicht 10 Waben zum Brüten braucht, entspricht nicht seinen Vorstellungen.


    Wo steht da bitte was vom Schieden?

    Zum Honig raus quetschen ist das genial, das Schieden. Für Zucht und bienengemäß Imkern weniger geeignet. Lass zukünftig einfach Mal etwas Futter im Brutraum. Die meisten Völker verhungern genau in solchen Wetterkapriolen der letzten Wochen.


    Und noch was:


    Schwächlingen lasse ich inzwischen keine Chance mehr auf Vermehrung. Daumen und Zeigefinger sind neben dem Winter die beste Selektion. Aufsetzen auf starke Völker macht deine Imkerei nicht besser. Im Gegenteil: jetzt ist das gute Volk tot und du hast vielleicht ein mittelmäßiges Volk.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich sage Danke zu dem oben ausgeführten.

    Es lohnt eben, sich den Kopf zu zerbrechen.

    Nichts geht über Futterwaben im Frühjahr mit seinen Wetterschwankungen.

    Ich habe ein Volk in Warre auf „Grosswaben“ geschmiedet.

    4 BW, rechts und links eine FW und 2 FW hinters Schied.

    Bis vor einer Woche alles gut: Auf 8Wabenseiten große Brutfelder, Futter wird umgetragen.

    Da ich z. Z. nicht kontrollieren kann gehe ich trotzdem davon aus, dass das Volk gut in die warme Wetterphase gehen wird.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • In der Durchführungsanweisung heißt es übrigens auch, dass 20-25 % in die Wicken geht, bei dieser Sanierungsmaßnahme. Da war diese Aktion dann da wohl bei.

    Gemeiner Imker neigt zum Päppeln. Da schließe ich mich gar nicht aus. Bringt aber nur selten etwas.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Ein probates Mittel gegen das Päppeln von Schwächlingen sind mehr Völker. Das verschiebt zum einen die Perspektive, und man lernt es schneller.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Mein Beileid zum Verlust!


    Noch ein weiterer Gedanke: Sagt man nicht, dass die frisch geschlüpften Bienen einige Tage brauchen, bis sie beginnen zu sammeln? Jene Bienen, die heute sammeln, sind nicht vor 21 Tagen als Stift in die Zelle gelegt worden, sondern vor 40 Tagen. In den letzten 19 Tagen haben sie im Stock andere Aufgaben verrichtet. Mit der Trennung in einem falschen Augenblick und der gleichzeitigen Entfernung der Flugbienen könntest Du eventuell just all jene Bienen radikal entfernt haben, die das Futter hinter dem Schied ins Brutnest getragen hätten … Nur so eine Idee. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer. 😐

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Um dem möglicherweise entstehenden Eindruck etwas entgegen zu setzen, ich hätte das alles leichtfertig, wenn nicht sogar fahrlässig gemacht, hier noch mehr Details zu den vorangegangenen Überlegungen - auch zur Dokumentation für Nachlesende:


    Warum überhaupt sanieren?

    Würde sich eine Sanierung für diese Königin lohnen? Ja, denn die hatte im Vorjahr ein starkes, gesundes Volk aufgebaut, Honig gebracht und sich bei Varroa ok gemacht. Das Volk war aufgrund Imkerfehler schwach (Ruhrsymptome im Januar durch überlastete Kotblase, weil Störung). Mitte März war aber ein kleines, gesundes Brutnest vorhanden, alle Stadien, gleichmäßig, keine Kotspuren mehr im Volk, aber eben wenig Pflegebienen.

    Daher schien mir das den Versuch wert.


    Den weiteren Fortgang habe ich oben beschrieben. Zunächst sah ja alles gut aus - bis zur Trennung.


    Was würde der Verlust der Flugbienen bedeuten?

    Darüber habe ich tatsächlich auch nachgedacht. Meine Hauptsorge war die Bienenmasse. Allerdings war einiges an schlupfreifer Brut vorhanden, von daher war ich optimistisch, dass das passen müsste: Ein paar Tage weniger Flugbetrieb, aber die Wärme müsste eigentlich gehalten werden können, dazu waren ja genug Ammenbienen im Volk und dank des Schieds ein optimaler Wärmehaushalt gewährleistet.

    Ich habe sogar bewusst wahrgenommen, dass im Brutnest kein Futter und wenig Pollen vorhanden war. Im Sinne der Schiedtheorie eigentlich perfekt.

    Jenseits des Schieds gab es Futterwaben, also war ja für alles gesorgt, dachte ich - die Bienen tragen das Futter ja um.

    Das mit dem Futter-umtragen erwähnt der Bernhard in seinen Vorträgen, ergänzt um den Hinweis, dass das auch bei kalten Temperaturen kein Problem ist, weil durch die Brutwärme ja die Oberträger umlaufen werden können.

    Ich habe Temperatursensoren in zwei Völkern, und mit diesen habe ich vor Aufsetzen der Honigräume am Oberträger gemessen.

    Ergebnis: Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sank die Temperatur am Oberträger nicht unter 16 Grad Celsius. Insofern ist Bernhards Behauptung plausibel und stichhaltig, zumal ich dieses Verhalten bei allen anderen auch beobachte: Im Brutnest gibt es kein/kaum Futter, die Futterwaben hinterm Schied leeren sich langsam. Allein der Blick durch die Folie zeigt das schon, wie die Bienen die Oberträger überqueren und in den Futterwaben sitzen.


    Von daher habe ich mir um das Schied als mögliche Barriere zwischen Bienen und Futter keine Gedanken gemacht.


    War es jetzt also die Bienenmasse, die fehlte? Dadurch zu wenig Wärme im Kasten und keine Möglichkeit, an das Futter zu gelangen? Wäre möglich. Ich gebe aber zu bedenken, das es zwar kalt, aber nie wirklich lange, richtig kalt war. Trotzdem ist das eine Möglichkeit.

    Ich werde am WE den Totenfall wiegen, dann kann die Anzahl der Bienen recht präzise bestimmt werden.


    Oder ist mit dem Verlust der Flugbienen im Volk das Wissen um die Beschaffung des Futters - auch durch Umtragen - verloren gegangen, und die Bienen haben das Futter hinterm Schied schlichtweg nicht gefunden?

    DAS wäre dann tatsächlich etwas, das mir nicht einmal ansatzweise in den Sinn gekommen wäre.


    Es sind viele Jungbienen geschlüpft. Aber kann es sein, dass diese zur Futterbeschaffung, auch innerhalb des Stocks über ein Schied hinweg, einfach nicht in der Lage sind, weil das "Wissen" darum noch nicht vorhanden ist?

    Das ist die für mich eigentlich spannende Frage...


    Ich merke jedenfalls wieder einmal den Unterschied zwischen theoretischem Wissen einerseits und Erfahrung (oder der Mangel an solcher) andererseits.


    Solche Experimente mache ich aber auch bewusst um der Erfahrung willen. Aber ich mache die halt nicht einfach nur so, aus der Hüfte heraus. Geht halt dann trotzdem auch mal schief...

  • Jetzt zerfleische Dich nicht weiter. Es ist - aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen - schief gegangen. Dafür lebt nun der Schwächling, der es sonst vielleicht nicht überstanden hätte. Ist doch auch etwas!

    Ich habe diese Übung auch in meinem zweiten Frühjahr mit zwei schwächeren und zwei stärkeren Völkern absolviert. Mein Fazit war: viel Geigelei für ein zweifelhaftes Ergebnis. Seither habe ich diese Art der Sanierung nicht mehr durchgeführt. Schwächlinge benutze ich, um damit Miniplus oder meinen Schaukasten zu besiedeln oder Ableger zu erstellen oder als Reservoir für Ersatzköniginnen. Irgendeinen Job habe ich immer für solche Einheiten.


    LG Kikibee

    ...mehr als fünf...

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  • Schwächlinge gehören mit Schwächlingen vereinigt oder aufgelöst.


    IMHO.

    Das halte ich so verallgemeinert für ziemlichen Käse.

    Ein probates Mittel gegen das Päppeln von Schwächlingen sind mehr Völker. Das verschiebt zum einen die Perspektive, und man lernt es schneller.

    Und was macht man dann mit den Schwächlingen, wenn nicht vereinigen, nicht auflösen und nicht päppeln? Ableger bilden, noch bevor Drohnen verfügbar sind?


    Oder hat man keine Schwächlinge wenn man viele Völker (evtl zu viele für die verfügbare Zeit) hat?

  • Aber kann es sein, dass diese zur Futterbeschaffung, auch innerhalb des Stocks über ein Schied hinweg, einfach nicht in der Lage sind, weil das "Wissen" darum noch nicht vorhanden ist?

    Mir erscheint die These plausibler, dass zum Auflösen des Futters Wasser nötig ist. Wo keine Flugbienen sind, da gibt es auch keine Wasserholer.


    Klar, hinterher ist man immer schlauer.

  • Einen wunderschönen guten Morgen, an diesem wunderschönen guten Morgen :-)


    So schade es um ,wahrscheinlich gutes Volk ist, doch die Moral von der Geschicht:

    Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.


    Dieser Unsinn mit dem Schieden ohne Futter (eh so früh Schwachsinn) , den Sie laufen ja bei Tagestemperaturen von + 4 C. und Minustemperaturen in der Nacht über das Holzteil um Futter zu holen für sich und die Brut.

    Wer etwas mitdenkt und gelesen hat, der weiß das Brutwärme vor Futter geht. Dann würden alle Völker bei denen im Winter ein Futterabriß war noch leben.

    Möchte nicht wissen wieviel Völker jetzt nach der Kälteperiode verhungert sind.

    Ich glaub ich müsste <X

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike