Schwarmsaison 2019

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    Also ich hab dieses Jahr meine ganze verloren geglaubte Imkerei (siehe Mistjahr Beitrag) dank dieses Schwarmjahres wieder zufriedenstellend aufbauen können. :)

    Ein Hoch auf planlose Wanderimker.....

  • Nachdem ich das Muttervolk eines Schwarms geteit hatte und bei jedem mehrere Schwarmzellen belassen hatte, fand ich gestern (3 Wochen später) neben dem Flugbrett eines dieser Völker eine Königin mit 10 Pflegebienen. Im zugehörigem Volk war sie offensichtlich nicht mehr erwünscht.

    Heißt das, das sich die Bienen relativ spät entschieden haben, welche Königin sie behalten wollen?

  • Heißt das, das sich die Bienen relativ spät entschieden haben, welche Königin sie behalten wollen?

    Wäre ungewöhnlich,

    a) das die Königin lebend vor die Tür gesetzt wird.

    b) das auch noch Hofstaat mit dabei ist.

    Hier haben die Bienen, respektive die Erstgeborene, sowas von reinen Tisch gemacht und zwar unmittelbar nach Schlupf.

  • Ich wurde am Donnerstag leicht verunsichert/nervös angerufen, ob ich mal vorbei kommen könnte, bei einer Familie ein paar Dörfer weiter sei ein Bienenschwarm. Meine Frage, ob der da noch irgendwo sichtbar hängt und einzufangen sei wurde verneint, sie seien in die „Wand“ einer Scheune eingezogen. Zuerst dachten die Hausherren an Wespen und waren recht ängstlich. Dass es doch Bienen waren, hatte ihr Nachbar schon aufgeklärt. Heute war ich also dort: definitiv ein Schwarm Honigbienen (keiner von meinen Bienen... ;)) und sie sind nicht in die Wand sondern in die Zwischendecke eingezogen, Ein- und Ausflug durch einen Spalt in der Stülpschalung in etwa 2,80 m Höhe. Im netten Gespräch mit den frischgebackenen, unfreiwilligen Bienenhaltern ;) konnte ich die Ängste ausräumen, die Leute waren grundsätzlich bienenfreundlich eingestellt und wollten auch keine Chemie einsetzen, um die Bienen abzumurksen. Dass das Volk nun dort wohnen bleibt wollten sie eigentlich erst auch nicht, konnten sich aber damit abfinden nachdem ich ihnen gesagt hatte, dass wir es ohne Öffnung der Wand oder des Fußbodens dort nicht heraus bekommen. Habe ihnen auch erklärt, dass sich der Fall mit gewisser Wahrscheinlichkeit in 1-2 Jahren von allein erledigt, aber auch dass dort auch gern wieder ein neuer Schwarm einziehen wird. Haben dann noch ne ganze Weile geschnackt und als ich nach Hause fuhr, bekam ich als Dankeschön ein Fläschchen selbstgemachten Holunderblütenlikör in die Hand gedrückt, konnte sogar noch ein Glas Honig absetzen (das ich rein zufällig im Auto hatte... 8o) und zwei beruhigte Hausherren hinterlassen. Schöner Start in den Sonntag! :)

  • Habe ihnen auch erklärt, dass sich der Fall mit gewisser Wahrscheinlichkeit in 1-2 Jahren von allein erledigt, aber auch dass dort auch gern wieder ein neuer Schwarm einziehen wird.

    ... und das Varroabehandlungskonzept der umliegenden Imker möglicherweise damit über den Haufen geworfen...

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • ... und das Varroabehandlungskonzept der umliegenden Imker möglicherweise damit über den Haufen geworfen...

    Wenn deren Varroakonzept darauf beruht, allein auf der Welt zu Imkern, vielleicht. Müssen sie halt mal wach werden. Ich hab jedenfalls kapituliert. Ich weiß von bestimmt 30-40 Schwärmen, die jetzt im Umkreis von +/-15km in Wände, Lüftungsschächte, Bäume und Schornsteine eingezogen sind, oder frei bauend unter einem Dachvorsprung wohnen. Alle von diesem Jahr! Von wieviel hunderten mehr weiß ich's nicht?


    Einfach Imkern war gestern, heute hat man einfach Bienen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Was hättest du denn gemacht bzw. wie willst du die da in der Decke gegen Milben behandeln?!? Lieber den Kammerjäger gerufen und alles totgespritzt?

    Und wenn andere Bienen dann den kontaminierten Honig finden, machst Du den umliegenden Imkern ihr Varroakonzept vielleicht sogar überflüssig.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...Gespräch mit den frischgebackenen, unfreiwilligen Bienenhaltern ;) konnte ich die Ängste ausräumen, die Leute waren grundsätzlich bienenfreundlich

    Solche Leute lassen sich ggf. sogar noch für einen kleinen Dienst an der Wissenschaft engagieren:

    Nur 2 x jährlich den Flugbetrieb beobachten (1 x im Frühjahr/ca. April und 1 x im Herbst/September, Oktober jeweils bei gutem Flugwetter) und dann online an die Doktoranden melden:

    https://www.beetrees.org/start

  • ... und das Varroabehandlungskonzept der umliegenden Imker möglicherweise damit über den Haufen geworfen...

    Was hättest du denn gemacht bzw. wie willst du die da in der Decke gegen Milben behandeln?!? Lieber den Kammerjäger gerufen und alles totgespritzt?

    Weiß ich nicht was ich gemacht hätte, wenn man nicht dran kommt, ist die Abtötung wahrscheinlich humaner als die Bienen an der Milbe eingehen zu lassen.


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Was hättest du denn gemacht bzw. wie willst du die da in der Decke gegen Milben behandeln?!? Lieber den Kammerjäger gerufen und alles totgespritzt?

    Und wenn andere Bienen dann den kontaminierten Honig finden, machst Du den umliegenden Imkern ihr Varroakonzept vielleicht sogar überflüssig.

    Läßt man dann natürlich auch alles offen? Was natürlich seuchenschutzrechtlich astrein wäre.


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Wie ist es denn eigentlich, theoretisch gilt der Hausbesitzer wo der Schwarm eingezogen ist als neuer Besitzer? Sprich muss dort eine Meldung an die Stadt erfolgen bezüglich Standort oder Bienenhaltung, Veterinäramt, TSK? Sprich wird man unfreiwillig zum Bienehalter mit allen Rechten und Pflichten?


    Das wäre doch mal feierlich, wenn es dann dort zu nem AFB Sperrbezirk kommt ...


    Grüße,

    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Zum Halter wird man, wenn man etwas (bewusst) hält.

    Ich bin auch kein Karnickelzüchter, nur weil die bei mir auf der Wiese/Wald Karnickel buddeln und sich vermehren.

    Irgendwo muss die Kirche auch mal im Dorf bleiben.


    Liebe Grüße Bernd.