2. Brutraum wird unten verbaut

  • Hallo ihr Lieben,

    ich bin gerade mit meinem - zugegebenermaßen noch sehr dürftigem - Imkerlatein am Ende und brauche euren fachkundigen Rat.


    Zur Situation:

    Nachdem meine Mädels den ersten Winter gut überstanden haben (Zander einzargig überwintert) und sich prächtig entwickelt haben, habe ich letzten Samstag den 2. Brutraum aufgesetzt. Zarge 1 war bis dato rappelvoll, alle Wabengassen gut besetzt, 6 Brutwaben verdeckelt, 4 Futterwaben noch so ca. zur Hälfte verdeckelt, zur Hälfte leer.

    Ich habe also eine 2. Zarge mit leeren Rähmchen aufgesetzt. In den Rähmchen sind keine Mittelwände, sondern nur Anfangsstreifen, da ich auf Naturbau setzen möchte.


    Zum Problem:

    Nun wird aber nicht - wie normalerweise üblich - am Anfangsstreifen schön im Rähmchen nach unten gebaut, sondern die Biester fangen UNTEN in Zarge 2 an, die Rähmchen quer mit einander zu verbauen. || Also nicht nur Wildbau zwischen Zarge 1 und 2, sondern schon auch in der oberen Zarge, auch innerhalb der Rähmchen, aber halt wild durcheinander. Es sieht von oben betrachtet so aus, als würden die direkt den Wildbau von den Seiten der Oberträger aus Zarge 1 hochziehen, an den Unterträgern der Rähmchen in Zarge 2 vorbei, und dann grad so wie sie lustig sind. 8| Ich hoffe ihr könnt euch das halbwegs vorstellen, keine Ahnung wie ich das beschreiben soll^^.


    Beespace stimmt überall, also daran kann es nicht liegen.


    Dummerweise hat es hier (Südbayern) auch gerade ganze 5 Grad und Regen, so dass ich mir das nichtmal genauer ansehen kann, außer von oben durch die Folie. Beim Kippen von Zarge 2 würde ich aber auf jeden Fall die gebauten frischen Waben aufreissen.


    Was würdet ihr nun an meiner Stelle tun?

    - alles öffnen, sobald es wieder wärmer wird und genau nachsehen

    - den Wildbau mit dem Stockmeisel komplett entfernen ist ja denke ich unvermeidlich oder?

    - aber dann?

    - wie bekomme ich die Damen dazu, den oberen Raum "anständig" auszubauen?

    - sollte ich eine Futterwabe aufritzen und hoch hängen?

    - unten habe ich noch eine leere Wabe vom letzten Jahr drin, diese hoch hängen?


    Ich hab echt keine Ahnung :/:/:/ bin dankbar für alle Tipps!


    Liebe Grüße

  • Häng halt Mal was ausgebautes in die Mitte der oberen Zarge. Angeritzte Futterwabe ist prima. Als Steighilfe und zur Orientierung.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Danke für den Tipp


    Was denkst du ist das kleinere Übel?

    Den Eingriff jetzt noch schnell machen (momentan ca. 8 Grad, windstill und trocken) oder warten bis die Temperaturen wieder besser werden. Eigentlich will ich das Volk bei der Kälte ja nicht öffnen, aber das Wetter wird die nächste Woche nicht besser werden.....passiert da viel, wenn ich das so lasse bis es wieder wärmer wird?


    Edit: Ich muss dazu sagen, dass ich keine überzählichen Waben habe, müsste also die Wabe zum nach oben hängen aus der unteren Zarge entfernen, deshalb die Frage nach der Temperatur. Das wird also dann schon ein Eingriff von ein paar Minuten Dauer werden.

  • Bienisch denken.

    Das Brutnest ist bevorzugt kugelförmig. Das ganze Bienenvolk orientiert sich an einer kompakten Form und breitet den Wabenbau VON DORT AUS in alle Richtungen aus. Wenn Du eine leere Zarge nur mit Anfangsstreifen gibst, verlangst Du von den Bienen, dass sie irgendwo in einigem Abstand eine Außenstelle gründen und von dort aus auf das Brutnest zubauen. Fände ich als Biene nicht so verlockend...

    Wenn es warm und das Volk fett ist, dann mag das gehen. Ansonsten ist es eher schwierig. Wie Du gerade feststellst...

    Ein bis drei MW über der höchsten Stelle des Brutnestes fänden Deine Damen bestimmt im Wortsinne sehr entgegenkommend.

  • Vielen Dank für eure lieben Tipps,

    stimmt ... so im Nachhinein betrachtet ist das durchaus logisch. Dann wars die letzte Woche auch noch so mies vom Wetter her, da konnten die ja gar nix eintragen. Ich hab jetzt kurzerhand die obere Zarge ausgetauscht gegen eine andere und von unten 2 Waben von Position 2 und 8 gemopst, die jetzt oben in der Mitte hängen.


    Wenns jetzt net klappt kriegen sie nen Bauplan reingepinnt xD

  • Ich probiere auch gerade den Naturbau aus.

    Das Wetter ist hier im Niederrhein suboptimal dafür. Die Bienen ziehen sich bei kühlen Temperaturen in den Brutraum zurück und dann fangen die manchmal an den Brutraum zu verbauen.

    Wie beschrieben musst du denen einen Anreiz verschaffen, dass sie nach oben in den Brutraum gehen. Viele Kollegen hängen hierfür eine Brutwabe natürlich ohne Königin in den Honigraum. Ich hänge die Waben voll Nektar von den Brutraum in den Honigraum. Hier blüht allerdings der Raps. Auch ist es sinnvoll in der Mitte ca drei ausgebaute Waben zu hängen. Von hier aus können die dann mit dem Ausbau starten. Das hat beim Rähmchen mit Mittelwänden jedenfalls funktioniert.

    Schwache Völker gehen allerdings momentan auch dann nicht nach oben. Da muss das Wetter für besser werden. Die bekommen trotzdem einen Honigraum, damit sie den schonmal putzen können und der Imker beim Wetterumschwung nicht überrascht wird. Nur bei ganz schwachen Völkern kommt kein Honigraum oben drauf. Eins davon habe ich Gestern aufgelöst.

    Viel Erfolg.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ich hänge leere Rähmchen (mit oder ohne Anfangsstreifen) erst einmal zwischen ausgebaute Waben mittig übers Brutnest, damit die Baurichtung vorgegeben ist. Die anderen Leerrähmchen müssen links und rechts warten, bis die in der Mitte so weit ausgebaut ist, dass die Richtung stimmt. Dann kommen wieder welche vom Rand her dazwischen. So scheint es zu gehen.

  • Kleiner Tipp am Rand: Falls Du irgendwann mal die beiden Zargen voneinander trennen möchtest, versuch zuerst, einen dünnen Draht zwischen den beiden Zargen durchzuziehen. So trennst Du den Verbau einigermassen sauber und hebst dann mit der zweiten Zargen nicht gleich auch alle Rähmchen der unteren Zarge mit. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Nochmal danke für die Tipps.

    Ich hab das "Problem" gestern Abend ja wie gesagt doch noch behoben. Die Zargen waren nicht mit einander verbaut, also konnte man sie problemlos lösen. Der Wildbau fand tatsächlich nur in der oberen Zarge und dort innerhalb der Rähmchen statt, aber halt quer :D

  • Alternativ wäre auch noch Mittelwand Anfangstreifen im Wechsel eine Möglichkeit.

    damit Du dann im Wechsel Dick- und Dünnwaben erhältst!? Im Wechsel gibt meistens Murks. Immer im Block, mittig was und damit auch die Ränder sauber aus- und nicht angebaut werden, idealerweise auch was am Rand 'ne Leerwabe/MW.

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