Neem gegen Varroa

  • Liebe Imker,


    Erster Beitrag von mir und dann gleich so ein Thema und obendrein auch noch von einem NOCH nicht Imker :D


    Nun, da ich gerne mit dem Imkern beginnen möchte, informiere ich mich seit 2 -3 monaten rund um das thema - u.a. hier im Forum (DANKE dafür)

    Darunter leidet natürlich auch meine bessere Hälfte - immerhin labber ich Sie jeden Tag ordentlich voll ;(:D

    Nun gestern kamen wir auf Schädlinge - im speziellen Varroa - zu sprechen und sie meinte ja besprüh halt alles mit Neemöl...


    Für jene die Neemöl nicht kennen ganz kurz: Neemöl ist ein Insektizid welches aus den Samen des "Niembaum" gepresst wird. - wichtig es muss kaltgepresst sein

    Ist also ein absolutes Naturprodukt und frei von jeglicher Art synthetisierung für die denen das wichtig ist.

    Nun was macht es?

    Der Enthaltene Wirkstoff Azadirachtin A führt bei Schädlingen (im speziellen Milben) dazu das sie sich nicht mehr Fortpflanzen können bzw. ihre gesamte Entwicklung gehemmt wird.

    De fakto (schreibt man das so?) sterben Milben innerhalb weniger Generationen völlig ab.

    Das funktioniert hervorragend! Hab einen 10 Meter hohen völlig verseuchten Kirschbaum innerhalb einer Woche völlig von Milben befreit.


    Ursprünglich entschieden für Neemöl als Insektizid habe ich mich aufgrund der Tatsache das Neemöl völlig harmlos für Bienen ist!!!!

    http://orgprints.org/1997/1/mi…yretrin-naturhaushalt.pdf


    "Neemhaltige Präparate
    Die Nebenwirkungen von Neem auf die Nützlingsfauna sind artenabhängig unterschiedlich.
    Gegen viele Nützlinge wie parasitische Hautflügler und die Honigbiene zeigen Neemprodukte
    keine oder nur geringe Wirkung. Selbst bei der höchsten beantragten Aufwandmenge ist
    NeemAzal-T/S mit LD50 –Werten von > 100 µg/Biene nicht bienengefährlich. Hinsichtlich seiner Auswirkungen auf weitere Nutzarthropoden außer Bienen wird NeemAzal-T/S wie
    folgt eingestuft:
    ¾ nicht schädigend für: Typhlodromus pyri (Raubmilbe) Coccinella septempunctata (Marienkäfer) Poecilus cupreus (Laufkäfer) Aphidius rhophalosiphi (Brackwespe)
    ¾ schädigend für: Episyrphus balteatus (Schwebfliege) Encarsia formosa (Schlupfwespe) Chrysoperla carnea (Florfliege) "


    Meine Frage : Gibt es bereits Versuche Neemöl gezielt gegen die Varroamilbe einzusetzen? Hat das schon mal jemand gemacht?

    bislang wird es ja ausschließlich als Pflanzenschutz verwendet...


    und wenn das Mittel anschlagen würde und die Milbe dauerhaft abtötet ohne die Völker oder deren Genetik zu schaden oder zu beeinflussen, bekomme ich dann von jedem im Forum ein Glas Honig?:D:D:D


  • Nun, die Idee ist nicht ganz neu. Die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim hat das schon 1997 ausprobiert. Ergebnis:

    "Auch wenn noch einige abschließende Tests ausstehen, scheint dieser Naturstoff leider nicht unsere Bekämpfungsmöglichkeiten zu erweitern. Unerklärlich bleiben die früher festgestellten Effekte durch Neem-Extrakt auf Varroa-Milben."

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • Nun was macht es?

    ....2-3 Tropfen Neemöl reichen aus, um vom Geruch, einen kompletten Brutraum mit seinem Eigengeruch für längere Zeit derart zu 'versauen', dass Du das komplette Futter schlicht und einfach vergessen kannst. Wenn dann noch einen HR oben auf ist, auch diesen.

    Ich hatte schon vor 12 Jahren diese Idee unserer .bienenhilfe@ etwas Neemöl beizufügen... der Geruch ist nicht vertretbar. Die Stockluft der Bienen wird länger überdeckt, was ich nicht für sinnvoll halte.


    Jonas

  • "..... wurde einFreilandversuch zur Varroatose-Bekämpfung durchgeführt.

    Bei 18 Varroa-befallenen Völkern wurde in 3 Konzentrationen der Wirkstoff auf Platten (ähnlich der Illertissener Milbenplatte)auf die Rähmchen gelegt über 3 Wochen die Bienenschäden, der Varroa-Totenfall und dieVarroa-Fortpflanzung erfaßt...."


    vl. liegt da das Problem... lediglich eine Anwendungsmöglichkeit.

    Ich denke mir sich der wirkstoff nicht ordentlich im Stock ausbreiten konnte - eventuell wäre ein besprühen der Waben effektiver, da sich die Milben ja in der Wabe mit Brut drinn fortpflanzen.


    Im übrigen verflüchtigt sich der Wirkstoff auch recht rasch bei Sonneneinstrahlung..

    Aber ich gehe bei dem Versuch jetzt mal von einer sauberen Arbeitsweise - is ja ein institut,..^^


  • Nun was macht es?

    ....2-3 Tropfen Neemöl reichen aus, um vom Geruch einen komplettren Brutraum mit seinem Eigengeruch für längere Zeit derart zu 'versauen', dass Du das komplette Futter schlicht und einfach vergessen kannst. Wenn dann noch einen HR oben auf ist, auch diesen.

    Ich hatte schon vor 12 Jahren diese Idee unserer .bienenhilfe@ etwas Neemöl beizufügen... der Geruch ist nicht vertretbar. Die Stockluft den die Bienen wird überdeckt, was ich nicht für sinnvoll halte.


    Jonas

    und bei Behandlungen mit Ameisensäure? - ich frag dumm weil laie..

  • Auch am Institut in Bayern wurde in dem Zeitraum Neemöl in verschiedenen Applikationen untersucht. Mit dem gleichen Ergebnis, nämlich keine Wirksamkeit gegen

    AS macht in Bezug auf das Futtern keine Probleme.

  • ...Neemöl ist ein Insektizid, welches aus den Samen des "Niembaum" gepresst wird.

    Öle sind lipophil, reichern sich also im Wachs an und gehen dort nicht mehr raus. Der Anwender bringt damit bleibend Substanzen in den Körper des Superorganismus Bien ein, die nicht dorthin gehören. Das Wabenwerk ist nicht nur Vorrats- und Reaktionsbehältnis für hochwertigste Nahrung (Nektar, Honig, Pollen, Perga), sondern gehört selbst zu den lebenswichtigen Organen des Bien, hat bspw. Funktionen einer Gebärmutter usw. Schaut man sich Bieneneier an und (mit optischen Hilfen) daraus schlüpfende kleinste Bienenlarven, mag man erahnen, wie empfindlich Bienenlarven sind. Ebenso, wenn man sich die komplizierten Entwicklungs- und Umbauprozesse, Metarmophosen der Brut bis zur fertigen Biene vor Augen führt.

    Weitere Wirkung von latent in das Wachs eingewanderten Wirkstoffdosen ist der bekannte Gewöhnungseffekt auf den "Zielorganismus" und die damit verbundene Erzeugung von Resistenzen.


    Es gibt also bessere Alternativen zur Varroabehandlung, nicht zuletzt biotechnische Methoden, die ganz ohne TAM auskommen und so eine ganz andere "Zuchtauswahl" beim Überleben der Milben treffen. Aber das sollte alles Stoff eines Imker-Grundkurses sein, der wenigstens einen Überblick über verschiedene Alternativen geben muß.

  • Und jedes Jahr grüßt das Murmeltier :S

    da Du mit dem imkern ERST beginnen möchtest - beschäftige Dich nicht mit sinnlosen Zeugs, ist verschwendete Zeit - nimm das gängige / Jahrzehnt erprobte an, imkere ein paar "Tage" und lerne von dem Bien.

    Es gibt absolut nichts neues bis Dato, was der Varroa den gar ausmachen könnte und man als Neuling der Imkerschaft zeigen könnte ...

    Ansonsten erfreuen sich dann immer die Anderen an Deinem tun, indem Du dann neue Völker von denen brauchst ;)