Gemeinschaftsprojekt Artenvielfalt

  • Gemeinschaftsprojekt zum Erhalt der Artenvielfalt:

    Eine Bienenweide auf 10 Hektar entstehen lassen....


    weitere Infos hier:

    https://www.kreiszeitung-woche…n-jork_a138308?ref=curate

    und hier:

    https://lefers.de/


    ich finde hervorragend und deshalb jederzeit als Vorbild Gegen Schottergärten dienen könnend!!


    auch Schottergärtner Aufklärung:

    Bericht in der Bioland-Zeitschift 03/2019 u.a. über das Projekt "Bienenbotschafter" in Buchholz:

    Blühflächen Begeistern

  • Ich bin da noch skeptisch. Klar ist es toll, blühende Flächen zu haben und ich unterstütze das auch. Damit das wirklich sinnvoll und hilfreich ist muss es aber einigermassen dauerhaft angelegt werden.


    Bis zum Herbst, bis das "große Blühen" vorbei ist und es für die Bienen zu ungemütlich wird, möchte Cord Lefers die Fläche als Bienenweide einsetzen. "Wenn es gut läuft", sagt er, "wird daraus vielleicht ein dauerhaftes Projekt."

    Und sinnvoller als wenige große Flächen wäre eine bessere Biotopvernetzung. Also breite Feldraine, mit Sträuchern (Knicks), die sich wie ein großmaschiges Netz übers Land ziehen. Das würde auch Überwinterungsmöglichkeiten schaffen. Die Blühflächen werden ja doch wieder untergepflügt oder schlimmstenfalls totgespritzt (nicht im konkreten Fall vermutlich, der stellt ja grad auf Bio um).


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg, ein Weg oder der falsche Weg ist.

    Bunte Inseln in der Monotonie können doch nicht das wahre sein.

    Mir wäre es lieber, wenn es überall wieder breitere Ackerrandstreifen gäbe, Hecken zwischen den Feldern, vielleicht mal wieder Kornblumen in den Feldern und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge.

    10ha Blühfläche umgeben von 200ha Mais werden es auch nicht reißen .


    Erst wird Geld damit gemacht, alles unerwünschte von den Feldern zu verdrängen...bis zur nächsten Fahrbahnkante und dann wird wieder Geld damit gemacht, auch wenn es hier eher nur der Nutzungsausfall ist, es wieder zu begrünen...wo da doch eigentlich Nahrungsmittel wachsen sollten.


    Warum verfällt man vom einen extrem in das andere, was ist denn mit einem Mittelweg.

  • Einerseits klingt es ja erst mal gut,

    aber auch ich denke mir, daß es nicht der Weg sein kann unsere Bienen so zu füttern. Sie sollten in der ganzen Umgebung genug finden und nicht auf einzelnen Flächen hochgepäppelt werden. Sollen wir die Bienenkisten jetzt drumherum aufstellen?

    Ich denke, daß die Bienen hier vier große Probleme haben.

    Haben wir die Varroa einigermaßen im Griff, bleiben immer noch großflächig wenn nicht flächendeckend angewandte

    Insektizide,

    Fungizide und

    Herbizide.

    Und ihr wisst genau, wo man dieses Zeug antrifft.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich meine, Eigentum verpflichtet.


    Je größer die Fläche ist, die jemand sein Eigen nennt und mit der er Geld erwirtschaftet, desto größer ist auch zwangsläufig sein Einfluss auf die Flächen, die im nicht gehören. Also sein Einfluss auf die Nachbarn, die Umgebung, die Umwelt von uns allen, kurzum sein Einfluss auf uns alle.


    Je größer also die Fläche ist, die jemand bewirtschaftet, desto größer ist auch seine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.


    Die Übernahme dieser Verantwortung könnte natürlich freiwillig erfolgen - die Erfahrung lehrt aber, dass das in der Fläche und Masse nicht funktioniert.

    Daher sollte sie gesetzlich geregelt werden.


    Z.B. eben, dass mit steigender Eigentumsfläche ein steigender Anteil der Fläche für bestimmte Zwecke freigegeben werden muss, z.B. für Ackerrandstreifen, Gewässerrandstreifen, sonstige Abstandsflächen, Biotope, Brachflächen und vieles mehr.

    Ich finde sogar, dass das durchaus ohne Entschädigung passieren müsste - eben weil diese Maßnahmen eigentlich umgekehrt die Kompensation für die negativen Auswirkungen der Bewirtschaftung sein sollen!

    Denn z.B. je größer jemand wirtschaftet, desto industrieller arbeitet er und desto negativer ist sein Einfluss z.B. durch Stickstoff- und Pestizideintrag auf das Grundwasser, dessen Reinigung und Aufbereitung aber wir alle bezahlen müssen, obwohl nur die Landbewirtschafter dafür verantwortlich sind und auch nur sie den Vorteil daraus ziehen!


    So ein System hätte den reizvollen Nebeneffekt, dass kleinere Landwirtschaftsstrukturen automatisch attraktiver werden würden, mit allen bekannten Vorteilen für das "Große Bild". Quasi ein kleiner Selbstregulierungsmechanismus.


    Ich weiß, das sind alles Träume, die nie wahr werden.

    Aber ganz abwegig sind sie trotzdem nicht.


    Auch die Forstwirtschaft darf nicht nur an ihre eigenen Interessen denken, sondern muss mehrere Funktionen erfüllen, muss sich also zugunsten übergeordneter Interessen einschränken und darf nicht einfach machen, was sie will. Stichwort Schutzwald (Erosion, Lawinen, Wasserqualität etc.), Erholungswald und ähnliches.
    Warum also nicht auch bei der Landwirtschaft?

  • Beitrag von abc ()

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  • Hallo,

    Eigentum verpflichtet!

    Was macht aber ein Eigentümer, der verpachtet? Und mehrere 100km entfernt wohnt?

    Der Nutzer ist der Ansprechpartner!


    Und der Eigentümer / Pächter hat ev. auch noch Verpflichtungen gegenüber seinen Angestellten.

    Das ist mir alles zusehr von der falschen Seite her aufgezogen.

    Wo hat der Landwirt den so oft geforderten Spielraum?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • "Der Landwirt" (sic!) soll doch dazu mal seinen überaus schlagkräftigen Bauernverband fragen. Diese gut aufgestellte Lobbyorganisation hat jahrzehntelang die eigenen kleinen Mitglieder an die Wand gefahren (wachsen oder weichen) und auf Einkommen über die Masse gesetzt. Die Sachzwänge die jetzt beklagt werden (Preisdruck, Höfesterben, intensive Landwirtschaft aka industrielle Lebensmittelerzeugung und deren Folgen) hat der Bauernverband selbst (zumindest mit) forciert. Und ich unterstelle mal soviel Sachverstand, dass die Auswirkungen für die Funktionäre erkenn- und erwartbar waren.


    Weisst Du was mit meinem Geschäft passiert, wenn ich falsch investiere, auf Trends setze, die dann nicht eintreffen oder Umweltschäden verursache und deshalb zu Recht (!) Auflagen bekomme, die existenzbedrohend sein können? Da kommt garantiert keiner und entschädigt mich dafür, dass ich keinen weiteren Scheiß baue! Spielräume gibts nur im Kindergarten.


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Die Idee ist aller Ehren wert, allerdings ist die Frage was solche Blühflächen und die Nisthilfen langfristig bringen. Wenn sich der Hype in ein paar Jahren gelegt hat, ist dann die Fläche wieder Weihnachtsbaumplantage?


    Wenn man tatsächlich langfristig etwas tun will, ist die Anlage von Hecken, das Schaffen von Strukturen und das Pflanzen von Großbäumen vermutlich der bessere Weg. Vor allem sollte man Dinge schaffen die nach einer Anlaufphase selbstständig, großflächig und ohne Pflegeaufwand existieren können. Eine Linde steht 200 Jahre, eine Schlehenhecke wächst wie Unkraut, eine Weide ist nicht tot zu kriegen. Die Blühfläche, oder das Staudenbeet, kannst Du ohne regelmäßige Pflege nach einem Jahr vergessen.


    Im Grunde hat man die Landschaft in den letzten zweihundert Jahren mit viel Aufwand verarmt (das hatte natürlich auch seine Gründe): Flüsse begradigt, Melioration betrieben, Wege und Feldraine untergepflügt, Superschläge angelegt und jede vermeintliche Dreckecke beseitigt. Wollen wir tatsächlich dem Insektenschwund entgegenwirken, müssen wir wohl oder übel die Fehler der Vergangenheit mit noch mehr Aufwand großflächig reparieren.


  • Denn z.B. je größer jemand wirtschaftet, desto industrieller arbeitet er und desto negativer ist sein Einfluss z.B. durch Stickstoff- und Pestizideintrag auf das Grundwasser, dessen Reinigung und Aufbereitung aber wir alle bezahlen müssen, obwohl nur die Landbewirtschafter dafür verantwortlich sind und auch nur sie den Vorteil daraus ziehen!

    in meinen Augen ist das genau umgekehrt. je größer ein landwirtschaftlicher Betrieb ist, desto neutraler ist sein Einfluss auf z.B. das Grundwasser oder die Umwelt.

    Ein großer Betrieb kann sich Präzisere Ausbringtechnik für den Pflanzenschutz, die mineralische Düngung, und auch die organische Düngung leisten, die zu Einsparungen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln führen. Deshalb wird der Einfluss neutraler und nicht negativer.

    Durch einen Eintrag von Pflanzenschutzmitteln oder Nitrat in das Grundwasser zieht auch der Landwirt keinen Vorteil. Auch er muss die Kosten für die Aufbereitung zahlen, denn auch ER bzw. seine Tiere wollen Wasser in Trinkwasser Qualität.

    Auch ist es nicht in Ordnung den Landwirt als allein Schuldigen hinzustellen. An dieser Stelle will ich keinem Eine/die Schuld zuschieben. Aber zu PSM in Grundwasser möge man bitte mal an die Ganzen Städte und Gemeinde denken, in denen Herbizide auf Versiegelten Flächen eingesetzt wurden. Oder Klein/Heim-Gärtner die "Round-UP" und andere Mittelchen gar unverdünnt auf Wegen/Gemüsegärten/Räser versprüht haben.Auch die deutsche Bahn benutzt zur Reinigung des Gleisbettes Totalherbizide.

    Nitrat Eindrang ins Grundwasser kommt auch von den Kanalisationen, die aufgrund ihres Zustandes Undicht sind. Auch "Private" streuen z.B. Gemüsebeete oder Rasenflächen mit Mengen die in der LW seit Jahren verboten sind.

    Z.B. eben, dass mit steigender Eigentumsfläche ein steigender Anteil der Fläche für bestimmte Zwecke freigegeben werden muss, z.B. für Ackerrandstreifen, Gewässerrandstreifen, sonstige Abstandsflächen, Biotope, Brachflächen und vieles mehr.

    Ich finde sogar, dass das durchaus ohne Entschädigung passieren müsste - eben weil diese Maßnahmen eigentlich umgekehrt die Kompensation für die negativen Auswirkungen der Bewirtschaftung sein sollen!

    ich sag nur Greening. Ein Landwirt muss, sofern er Gelder von der Eu-annimmt mindestens 5% seiner Fläche (egal ob Eigentum oder Pachtfläche) für ÖVF-Maßnahmen zur Verfügung stellen.

    Ohne Entschädigung ist es wahrscheinlich, dass es nicht umgesetzt wird, da auf der Fläche der Landwirt sein Gehalt erwirtschaftet. Und warum sollte der Landwirt seine Fläche "opfern" ohne eine Gegenleistung zu erhalten? Was würden sie Sagen wenn sie auf ihrer Arbeit plötzlich 2h am Tag ohne Lohn arbeiten müssten ?


    Grüße aus der Praxis

    PS. Wenn es plötzlich nur Kleine Betriebe geben würde, Wo würde ich oder die hälfte meiner Berufsschulklasse dann quasi als Landwirt ohne eigenen Betrieb arbeiten gehen?

  • Wenn es plötzlich nur Kleine Betriebe geben würde, Wo würde ich oder die hälfte meiner Berufsschulklasse dann quasi als Landwirt ohne eigenen Betrieb arbeiten gehen?

    Stimmt, die kleinen Betriebe sind ja die Rationalisierungsvorreiter. Die arbeiten quasi komplett ohne Arbeiter.

    Ein Landwirt muss, sofern er Gelder von der Eu-annimmt mindestens 5% seiner Fläche (egal ob Eigentum oder Pachtfläche) für ÖVF-Maßnahmen zur Verfügung stellen.

    Wenn er den vollen Betrag erhalten will, nicht wenn er grundsätzlich etwas bekommt, soweit ich weiß. Und was heißt denn eigentlich zur Verfügung stellen? Das hört sich so uneigennützig an, ist das wirklich so?

    Warum bekommt der Landwirt denn überhaupt Zuschüsse? Ist es denn nicht angebracht, dass die Zuschüsse auch mit Bedingungen verbunden werden, um bestimmte Ziele zu erreichen? Ist das nicht der Sinn und Zweck von Zuschüssen und Zahlungserleichterungen? Und wenn der zahlende die Bedingungen festsetzt? Wer die Musik bezahlt, der bestimmt was se spielt.

    Was würden sie Sagen wenn sie auf ihrer Arbeit plötzlich 2h am Tag ohne Lohn arbeiten müssten ?

    Jau, das ist doof. Aber meine EU-Zuschüsse für die 2 Stunden ohne Lohn, waren in den letzten Jahren auch genau null. Und ich hatte sicher einige Stunden ohne Lohn mehr....Bei den Landwirten ist da keine null. Irgendwer bezahlt die Zuschüsse an die Landwirte auch; wer war das noch mal?:/


    Es sollen ja gar keine Landwirte gedroschen oder an den Pranger gestellt werden. Aber es kann doch nicht sein, das mieses Verhalten nur durch Hinweise auf mieses Verhalten andernorts gerechtfertigt wird. Sollten wir nicht einfach mal irgendwo anfangen? Vielleicht jeder bei sich selbst?


    Da ist ein Gemeinschaftsprojekt Artenvielfalt in jedem Fall besser als nix. Gibt vielleicht besseres, aber vieles gibts davon dann halt nicht, weil keiner anfängt.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Sorge doch bitte JEDER dafür, dass DER Landwirt den Preis für sein Produkt selbst bestimmen kann.

    Oder schonmal was davon gehört, das euer ...Händler den Preis für Autos, ... selbst bestimmt?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • achso .. die Agrarlobby aka Bauernverband hat das jahrzehntelang verkackt (wachsen oder weichen, billiges Fleisch für Otto) und jetzt ist der Verbraucher schuld? Und so nebenbei ... wir importieren Bio, weil innerdeutsch die Nachfrage nicht gedeckt wird ...


    Verkauf eine echte Sau (und Kraut und Rüben), die gerne gelebt hat, aus echter Nachbarschaft, wo die Kids ausm Kindergarten ums Eck ohne psychologische Begleitung den Stall besuchen können und ich versprech Dir .. das funzt! Und mach Druck auf Deinen Lobbyfuzzi dass genau sowas gefördert wird .. dann wären alle glücklicher!


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de