Buckfast oder Carnica

  • Hallo Miteinander,
    ich habe eine Frage, kann es sein, dass zwischen der Carnica und der Buckfast so große Unterschiede im Futterverbrauch sind, dass wie es die Sabine erleben musste, die Buckfast im Gegesatz zur Carnica 20 kg an Futterreserven "verbraten" hat - lohnt sich da wirklich die Umstellung auf Buckfast?
    Ein besorgter in Umstellung befindlicher Carnikaimker!

  • Hallo Sabine, hallo Xaver,
    das was Sabine da beschreibt deitet auf die Lingustica hin. Sabine, schmeiß die Viecher raus, die überleben den Winter nicht.
    Xaver, die Königin, die du von mir gekauft hast ist eine Buchfast.Die fressen keine 20 kg in drei Wochen. Du hast doch bei mir meine Völker gesehen, und was hatten die drin? Honig, jedee Menge Brut und im Brutraum auch Honig, wir hatten aber genauso ein schlechtes Wetter wie Ihr.
    Der einzige der nicht drin hatte war eine.....,oder?
    Was der Mehler macht ist eine Riesensauerrei.So etwas unter den Namen der Buckfast zu verkaufen:((
    Jder der so beschiessen(Entschuldigt meine Wortwahl,bin echt sauer) solte Ihn in Produkthaftung nehmen.
    Sabine, Xaver kauft eich mal ein parr Bücher z.B. Bruder Adam : Auf der Suche o. Züchtung der Honigbiene oder vom Ries das Buch alles verlegt der Koch.
    Allso Xaver keine Angst , die frißt dir nicht die Harre vom Kopf. Sie brauchen über en Winter vieleicht so 4-5 kg(im Dadantmaß) mehr wie die Carnica, sie überwinter im grüßeren Völkern.
    Frag deinen Kumppel der dabei war.
    All so haltet die Ohren steif und schimpft nicht auf die echte Buckfast.
    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Xare, hallo andere hoffnungsfrohe „Umsteiger“ :smile:


    Nur ein Motor der gut geschmiert wird, fährt auch gut.
    Spart man am Öl gibt es bald einen Kolbenfresser!


    Grundsätzlich verbraucht die Buck über das Jahr gesehen mehr Futter als die Carnica.


    In der Zeit des „großen Blühens“ fällt das nicht auf, da sich diese Riesenvölker sehr gut selber versorgen können und trotzdem noch einen entsprechend großen Überschuss in den Honigräumen für uns ablagern. Im Herbst wird dieser Umstand zumindest bei den Ablegern sehr deutlich, ebenso bei Buck´s, die nicht in ihrem „Maßanzug“, der Dadantbeute gehalten werden. Wirtschaftsvölker , z.B. auf DNM oder Zander werden bei der letzen Schleuderung i.d.R. viel zu scharf abgeerntet. Auf diesen Miniwaben haben die Buck´s keinen Platz für Vorräte. Ein normal großes Volk auf DNM benötigt im Juli ca. 3 Zargen nur für Brut und Pollen, es bräuchte noch mindestens eine vierte Zarge Honig über sich, aber welcher Imker belässt es ihnen? Das kann man doch wunderbar abernten :sad:
    Nun werden diese Völker mit ihren drei Zargen Anfang August nach „Carnica-Betriebsweise ein- und aufgefüttert, jede freiwerdende Brutzelle wird sofort mit Zuckersirup aufgefüllt und verdeckelt. Die Königin findet keine freie Zelle mehr für die Stifte und stellt die Eiablage schließlich frustriert ein. Die Jungbienen, die aus den drei Brutzargen schlüpfen, sind noch keine Winterbienen, sie wollen Brut pflegen die nicht mehr entsteht und werden dadurch vorzeitig zu Sammelbienen, die noch mehr Pollen und Nektar/Honigtau eintragen. Das Brutnest wird immer kleiner und die Volksstärke nimmt bis zum regulären Einwinterungstermin ende September, Anfang Oktober rapide ab. Die Zahl der Winterbienen ist nur gering und ein Überleben des Volkes ist über den Winter recht fraglich. Zumindest wird es sehr schwach auswintern.


    Füttert man solch ein Volk nur langsam und in kleinen Gaben von 2-3 Kg pro Woche (ab Juli) so „verzuckert“ das Brutnest nicht und man gibt ihnen lediglich ihren Vorrat, den man als Honig geerntet hat in Form von Zucker zurück. Die Bienen „verbrüten“ ihn natürlich und der Carnicagewöhnte Imker wundert sich über den hohen „Verbrauch“ seiner Bienen. Das ist er von der Carnica nicht gewohnt, denn die schränkt im August ihr Brutnest ein und geht in den Winterbetrieb über. Die Buck behält jedoch ihre Trachtstärke bis weit in den September hinein. Nach zehn Wochen Fütterung (ca. 20 – 25 Kg) stellt man fest, das es praktisch keine Vorräte gibt. Die Beute platz aber vor vitalen Bienen, die nun endlich auf die Einfütterung warten :wink:


    In Dadantkästen stellt sich dieses Problem nicht. Hier haben die Bienen bei 12 Waben im Brutraum mindestens 4 Waben voll unschleuderbarem Honig und wenn der Imker seine Bienen kennt, lässt er ihnen auch noch einen Honigaufsatz zum Naschen. Bis zur Einfütterung im Sept./Okt. Versorgen sich die Mädels selber und behalten dabei ihre Trachtreife (für Heide/Tanne)
    Bei der Einfütterung werden die freiwerdenden Zellen mit Zucker gefüllt und der vorhandene Eigenvorrat wird mit Zucker überlagert, so das es keine Überwinterungsprobleme gibt (Wald und Heidehonig). Dagegen steht dieser Honigvorrat den Völkern im nächsten Frühjahr zur Verfügung und mir kann keiner weismachen, das Zucker für die Bienen besser ist als ihr eigener Honig. Wäre es so, dann hätte unser Schöpfer einen schwerwiegenden Fehler gemacht. :wink:


    Und wie sieht es nun mit den Ablegern aus? Fressen die auch soviel?


    Ja natürlich, gerade sie brauchen Futter ohne Ende. Für einen Ableger oder Kunstschwarm, im Juni gebildet endet das Bienenjahr nicht im Juli, da fängt es praktisch erst an. Was haben diese kleinen Völkchen noch alles vor sich.... Waben müssen gebaut werden, ein Volk, das selber überleben kann muss aufgebaut werden, Vorräte müssen invertiert und eingelagert werden, die Winterbrut muss erzeugt, gepflegt und „arbeitsfrei“ gestellt werden. Hier muss die junge Königin zeigen was sie drauf hat, bei „Umstellern“ hat sie es auch noch besonders schwer, argwöhnisch von ihren Carnica-Stockbienen beobachtet (stimmt die Legeleistung?) arbeitet sie ständig mit einem Messer (Stachel) im Rücken. Legt sie mehr Eier als Ammenbienen vorhanden sind hat sie bald keinen Platz mehr zum stiften und die Legerate geht zurück. Ihre Stockbienen werten das als „Schwäche“ bzw. „unzureichend begattet“ , wird dann das Brutnest auch noch durch falsche Fütterung (zuviel auf einmal) und zuwenig Baustellen (Mittelwände) eingeschnürt ist ihr Ende besiegelt. Sie darf noch ein paar Weiselzellen bestiften und dann raus mit der Versagerin.


    Wie wird nun gefüttert? Die Ableger können und sollen sich nicht selbst versorgen. Eine Waldtracht z.B. ist für die Ableger tödlich, sie arbeiten sich dabei auf und erzeugen nicht genug Brut. Der Imker muss sie füttern und zwar langsam, flüssig und am Anfang mit möglichst dünnflüssigem Futter 1:1. Wir müssen das Brutnest ständig im Auge behalten und die Fütterung mit dem Umfang des Nestes erhöhen, einerseits durch mehr Futter und andererseits mit einer erhöhten Konzentration der Lösung. Bestiftete Leerwaben, die von den Ablegern nicht gepflegt werden können müssen umgehend durch ausgebaute Leerwaben ersetzt werden. Die Eiwaben gehen zur Pflege in starke Standvölker und werden dem Ableger zurückgegeben sobald sie verdeckelt sind.
    Niemals, wirklich niemals darf die Jungweisel in Legenot kommen, die Stockbienen verstehen darin überhaupt keinen Spaß, erst recht nicht, wenn die Königin fremd ist und bei Ihnen eingeweiselt wurde. Der Zuckerverbrauch bei einer normal legenden Buckfastkönigin ist bis zur Einwinterung enorm. Je nach dem, wann der Ableger gebildet wurde kommen da schon 20 Kg (Juni) bis 30 Kg (ende April) zusammen.
    Dafür hat man dann aber im Oktober Eingewinterte Völker auf 2-3 Zargen DNM bzw. 7-8 Waben Dadant. Kleiner sollte man die Buck´s auch nicht einwintern. Hat man bei der Ablegerbetreuung Fehler gemacht (bei der Umstellung von einer anderen Biene, ganz normal) vereinigt man lieber zwei oder mehr Ableger.


    Übrigens: Buckfastimker verfüttern keinen Zucker an ihre „Fresser“, sie „Investieren“.


    So geführte Völker wintern „Trachtreif“ aus und entwickeln sich im Frühjahr zu Wirtschaftsvölkern, die diesen Namen auch verdienen. Ich habe schon Ableger ausgewintert, die Volksstärker waren als manche Carnicavölker in der Rapstracht.


    Die Buck ist nun mal kein „Hünglertyp“ und das muss mit Futter bezahlt werden.
    Unterm Strich, nach der Honigernte weiß aber jeder Buckfastimker warum er „Investiert“ hat. Wenn ich die „Schwarmmeldungen“ der Carnicaimker verfolge, kann ich mir manchmal nicht vorstellen, das die Bilanz dort immer aufgeht.



    So, das war mal etwas Umfangreich, aber manche Dinge lassen sich einfach nicht in zwei Sätzen sagen :smile:



    Viele grüße und volle Honigtöpfe --- Harry ---



    ---
    Heute mal ein bisschen Werbung:
    Ich habe eine Stockkarten-Excel-Anwendung für 30 Völker entwickelt.
    Eine Beschreibung und ein kostenloses Testprogramm für 3 Völker gibt es


    hier</p>

  • Hallo, Xare,und Harry,
    ich glaube, wir waren uns schon vor Wochen einig, daß das was Mehler als "Buckfast" verkauft, keine Buckfast sind!!!
    Soweit meine bisher rein theoretischen Kenntnisse reichen, braucht eine echte Bucki niemals bei drei Wochen Schlechtwetter alles an Vorräten auf. Da hat Heike schon voll und ganz recht, das sind Ligustica!
    Die Königin und die Bienen mögen wie Buckis aussehen, sind auch sehr lieb, aber wenn ich mir die Drohnen ansehe, von denen für eine diesjährige Königin viel zu viele da sind, dann ist es eine absolut undefinierbare Kreuzung! Und niemals echte Buckfast!!!!!
    Bei echten Buckis habe ich keine vier verschiedene Drohnen von einer Königin, genausowenig wie bei einer echten Carnica!
    Was immer da verkauft wird, laßt die Finger davon und kauft nur von lizenzierten Züchtern!
    Ich werde rein aus Interesse ein Volk nicht umweiseln, sondern versuchen, es über den Winter zu bekommen. Bericht wird folgen...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Harry,


    dem, was Du über die Buckfast schreibst ist hinsichtlich Brutgeschehen und Futterverbrauch nichts hinzuzufügen. Dieses Durchbrüten der Bucki ist für mich ein Grund, nicht mit fliegenden Fahnen überzulaufen, bin aber gerade am Testen. Da die Tracht bei mir mit der Linde endet, bin ich ganz froh über eine Biene, die sich einschränkt. Diese Jahr füttere ich aber auch.
    An einer Stelle komme ich aber nicht klar - Du sagst eine Dadantbeute reiche vom Platz her, drei DNM-Zargen eigentlich nicht (4. wäre nötig). Ein 12-er Dadantkasten bietet 2,6 qm Fläche, drei DNM-Zargen zu nur 9 Rahmen bieten jedoch 4,0 qm. Kannst Du es einmal näher beleuchten?


    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas


    Das Du nicht mit wehenden Fahnen zur Buck überläufst sondern sie erst im kleinen Rahmen testest spricht sehr für Dich. Viele machen den Fehler und weiseln ihren gesamten Stand auf die „Superbiene“ um, aus welchen Quellen sie auch immer stammt, Hauptsache der Verkäufer nennt sie Buckfast und sie kostet nicht viel. Nach dem Motto, „Biene ist Biene“ wird sie dann wie eine Carnica durchs Bienenjahr geführt und der Misserfolg ist vorprogrammiert. Nimmt man sich dagegen nur ein paar neue Völker an den Stand und behandelt sie richtig, so hat man den direkten Vergleich und man kann sich in aller Ruhe aneinander gewöhnen. Der Imker muss in vielen Dingen umdenken und sich dieser Biene anpassen. Besonders hilfreich ist dabei ein Buckfastimker dem man bei der Arbeit an und mit den Bienen über die Schulter schauen kann, dabei lernt man mehr und wesentlich schneller als aus Büchern.


    Dadant : DNM


    Thomas, was nützen Dir 4 qm Platz mit einer unmöglichen Raumaufteilung?
    Ich habe in Amsterdam mal ein Haus gesehen, 6 Stockwerke hoch, aber nur 3 Meter breit. Jedes Zimmer hatte eine eigene Etage und war zwischen 12 und 15 qm groß. Das war bestimmt lustig darin zu wohnen, aber wenn Du vom Bad in die Küche über fünf Stockwerke musst, dann ist das bestimmt nicht praktisch.


    Das Leben der Bienen dreht sich um Kugeln und Kreise. Alles was sie macht ist bestimmt von diesen Formen. So wie sie sich im Winter zu einer Kugel zusammenfinden, so gestalten sie im Frühjahr und Sommer auch ihr Brutnest, es ist immer Kugelförmig. Beginnt die Königin im zeitigen Frühjahr ihr Brutgeschäft, so fängt sie auf einer Wabe an und dehnt es auf ihr beidseitig kreisförmig aus, um später über die anderen Waben zu gehen und es dreidimensional kreisförmig (Kugel) auszuweiten. Bei dem Bienenwidrigen Maß DNM stößt sie sehr schnell an die Beutenwand. Bei Kunststoffzargen legt sie auch in der Nähe der Wände ihre Eier ab, bei Holzzargen lässt sie einen Sicherheitsabstand von mindestens einer halben Wabe (Luftpolster). Besonders die Buckfast wird dadurch in die Höhe getrieben, da sie auch bei schlechtem Wetter ihr Legeprogramm abspult. Bei einem Kälterückschlag fällt es den Bienen wesentlich schwerer dieses Eiförmige Nest zu wärmen als wenn es die wesensgemäße Kugelform hätte. Bei drei Zargen DNM wird die untere Zarge praktisch nicht bebrütet, das Nest hängt hier höchstens mal kurzfristig hinein, wenn bei Tracht der Druck von oben zu stark wird. In der Regel finden sich in der Bodenzarge die Pollenvorräte, oder sie bleiben einfach ungenutzt leer. Die meisten Buckfastbienen sind selektiert auf brutnestferne Honigstapelung über dem Nest. Bei der Segeberger Beute ist die zweite und dritte Zarge i.d.R. mit 18 Waben durchgebrütet, flankiert jeweils mit 2 Pollenwaben, darüber kommen dann 2-3 Honigräume. Erntet man nun die 4. Zarge (1. Honigraum) mit ab, geraten die Bienen in Panik. Restlos alle Vorräte sind weg und es sind noch Tausende hungrige Mäuler zu stopfen. Selbst wenn man nun sofort füttert hilft man ihnen nicht. Wohin sollen sie mit dem Futter? Futter gehört über die Brut (halbKREISförmig) Also wird jede Brutzelle die durch eine schlüpfende Biene frei wird mit Zuckersirup vollgetragen. Das Nest verzuckert und die Königin wird in eine Legepause gezwungen, solange bis der gesamte Stock reorganisiert ist.


    Die ideale Bienenbeute ist aus der Sicht der Biene eine hohle Kugel. Betrachtet man sich einmal den Naturwabenbau der Bienen, so erübrigt sich auch die Diskussion über Warm und Kaltbau. In einer natürlichen Höhlung bauen die Bienen beides. In der Mitte vom Flugloch aus gesehen entsteht Kaltbau und je weiter der Bau seitlich voranschreitet umso mehr biegen sich die Ränder der Waben seitlich um, bis die Randwaben sich im Warmbau um den Kaltbau herumschlingen. Würde man solch einen Stock horizontal aufschneiden und von oben betrachten... man sähe eine zerschnittene KUGEL.
    Der „Weißenseifer Hängekorb“ bietet einen Ansatz um eine wesensgemäße Bienenbeute zu schaffen. Leider kann man mit ihm nicht oder nur sehr wenig Honig ernten, so das er sich in der Imkerei nicht durchsetzen kann oder wird. Diese Art der Bienenhaltung bleibt ein paar wenigen Idealisten vorbehalten. Die Form, die einer Kugel geometrisch für uns praktische und ertragsorientierten Imker am nächsten kommt, ist der Würfel...
    Die 12er Dadantbeute ist solch ein Würfel, mit der Einschränkung des reinen Kaltbaus. Wer will schon mit krummen halbkreisförmigen Waben imkern? Die Bienen können hier ein großes Kugelförmiges Nest anlegen, unterhalb der Kugel und seitlich den Pollen lagern, oberhalb eine dünne schicht Honig, die über dem Absperrgitter nahtlos in Bienengemäße Dickwaben übergeht. Honigkränze in Naturbau sind immer Dickwaben. Selbst wenn man restlos alle Honigräume zur Ernte abnimmt, verbleibt immer noch eine Reserve über dem Brutnest, nicht sehr viel, aber genug um Brut und Volksgemeinschaft ein paar Tage zu versorgen. Nach der Ernte besteht für die Bienen kein Grund zu Panik oder Frustration. Die 12er Dadantbeute ist für eine fruchtbare Biene wie die Buckfast das idealste was man für sein Geld bekommen kann. Auch die Carnica wurde und wird erfolgreich in Dadant gehalten, aber eigentlich ist diese Beute eine Nummer zu groß für diesen Hünglertyp (das ist nicht abwertend gemeint). Bevor sie diese Beute mit Brut gefüllt hat ist sie schon mehrfach abgeschwärmt. Es liegt nun mal in ihrer Natur und die üblichen Schwarmverhindernden Maßnahmen lassen sich in einer Dadantbeute nicht durchführen. Diese Biene lebte ursprünglich in einer eher kargen Umgebung und den größten Teil ihrer Vorräte konnte sie nur in der Frühtracht einbringen. Also überwintert sie sparsam in kleiner Volksstärke um im Frühjahr zu explodieren. Um die Art zu erhalten und um die eingebrachten Vorräte für den Winter zu sichern (es reicht nicht für alle) war sie zu extremer Vermehrung (Schwärmen) gezwungen. Diese Eigenart und ihr schnelles Ansprechen auf Witterung, Legepausen bei Schlechtwetter, sorgte dafür, das sie eigentlich niemals ein großes Volk aufbauen konnte. Die ursprünglichen Kärntner Kästen waren alles andere als geräumige Beuten, sie waren dieser Biene aber angepasst. DNM war früher einmal eine Hochwabe und erst mit Einführung der Magazine wurde sie einfach flachgelegt. DNM-flach ist eigentlich nur ein Notbehelf, umso erstaunlicher, das es sich solange hat halten können.


    Noch ein Wort zum Durchbrüten der Buck. Normalerweise brütet sie nicht in den Winter hinein oder durch. Durch die lange Brutphase bis weit in den September hinein erzeugt sie aber ein sehr starkes Wintervolk. Entsprechend stark wintert sie aus und viele Bienen bringen viel Honig. Versuche die Buck, die du an Deinem Stand hast möglichst lange in Brut zu halten. Im nächsten Frühjahr, wenn Deine Carnicas gerade wach werden, wirst Du Deinen Bucks wahrscheinlich den ersten Honigraum geben können. Es ist aber immer wichtig zu wissen welche Buckfast man hat. Die Unterschiede können sehr groß sein. Daher ist es sinnvoll die ersten Bucks von einem guten Züchter zu kaufen. Dort erhält man nicht nur irgendeine Buck fragwürdiger Herkunft, sondern auch das Pedigree UND eine Leistungsbeschreibung. Ein Beispiel: - Auszüge aus den Leistungsbeschreibungen zweier Buckfast Bienen -
    „Die A24(TR) ist eine langlebige Biene. Sie legt eine relativ lange Winterpause ein und hat eine sprunghafte Frühjahrsentwicklung“
    „Die I205(TR) legt nur eine kurze Winterpause ein..... u.s.w.“


    Zwei Bienen, zwei Buckfast, zwei gänzlich verschiedene Überwinterungen.


    So, es ist wieder mal etwas viel geworden, aber wenn die Finger erst mal warmgeschrieben sind :wink:


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Hallöchen alle miteinander,
    Harry, hat recht!! Und wir Gelbe verkaufen dann unsern Honig an die Grauen!! :wink: 
    Bitte ,bitte nicht lynchen, hab doch nur a Spässle gmacht :D , vieleicht mit einen Funken Wahrheit.
    Gruß an alle und nichts für ungut,
    Heike :lol:

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Harry,


    einmal rein spekulativ (wir sind fast ein Carnica-Reinzuchtgebiet) welche Buckfast wäre für eine Sehöhe von 750 m mit Schnee von Mitte November bis Mitte April, mäßiger Löwenzahntracht (kommt auf das Wetter an) und Fichte/Tanne Haupttracht von Mitte Juni bis Ende Juli die geeigneteste? Auch in Bezug auf den Ausbau von kleineren Zellen.
    Mein Wanderlehrer-Obmann wird mich zwar allein schon für die Frage steinigen, aber was soll`s. Oder ist in unserem Gebiet der Hungertyp Carnica sowiso das Beste.

    mfG, Rohringer Franz
    aus dem schönen Salzkammergut

  • Hallo Franz,


    ich bin (noch) kein Züchter und ich arbeite mich gerade duch die Pedigrees um diese und ähnliche Fragen für mich selber zu klären.


    Ich würde die Frage gerne an Heike weitergeben.
    Als Imkermeisterin mit langjähriger Erfahrung in der Buckfastzucht ist Sie die weitaus kompetentere Ansprechpartnerin.


    Aus meiner (in dieser Frage eher beschränkten) Sicht, halte ich die A24(TR) für geeignet. Basis dieser Biene ist die Kreuzung 1997-pure anatolica Canciri x B238(PN). Laut ihrer Leistungsbeschreibung eine langlebige Biene mit sehr guten Überwinterungseigenschaften. Sie legt eine relativ lange Winterpause ein und hat eine sprunghafte Frühjahrsentwicklung. Ihre Schwarmträgheit und ihr ruhiger Wabensitz sind überduchschnittlich.
    Das vollständige Pedigree kann ich die Mailen wenn du möchtest.
    Weitere Fragen zu dieser Biene beantwortet dir sicher gerne der Züchter(Vermehrer) Herr Van den Bongard info@bienenland.de


    Ich hoffe das ich helfen konnte --- Harry ---

  • Hallo Franz,


    ich kann mich der Meinung von Harry anschließen. Eine Buckfast auf Anatolierbasis macht sich bei mir auch sehr gut. Ich liege zwar nur auf 600m und das am Alpenrand, aber ich denke einen gewissen Anhaltspunkt gibt das schon.


    In bezug auf kleine Zellen sollte mal eine Monticola-Kombination versucht werden. Die bewähren sich in Skandinavien sehr gut.


    Schönen Gruss
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Guten Morgen,
    Wie Harry und Reiner schon sagen eine Anatolicamischung ist sehr Winterhart.Meine überleben unseren Bayerwald Winter meistens sehr gut.
    Alles was schlechter auswintert verwendet ein guter Züchter(Vermehrer) ja sowieso nicht.
    Mit der Futterhaushaltung bin ich auch sehr zufrieden.
    Heutzutage ist in fast jeder guten Buckfast eine Einkreuzung der Anatolica vorgenommen worden, da der Futterverbrauch auch uns Buckfastlern etwas zu hoch erschien.Gerade bei mir mit den langen Wintern(dieses Jahr schon ab Mitte September).Sie fanden Mitte Januar mit dem Brüten an und bleiben auch bei einem Schlechtwetterumschwung in Brut.
    Sie brüten nicht so lange, d.h. selbst bei jungen Königinnen ist Ende September meistens Schluß ganz selten noch das eine Anatolicaanparrung im November noch Brut hat( ich habe etwas andere Wetterverhältnisse )
    Da du ja auch sehr hoch liegst ist für dich glaube ich diese Buckfast am besten geeignet.
    Wenn du damit anfangen willst lege dich aber bitte nicht nur auf diesen Typ fest, probier noch andere aus damit du wirklich sagen kannst : Der ist es!!
    Das wichtigste dabei ist es auch Buch zu führen damit du dir sicher sein kannst , die Richtige für dich zu finden.
    Auf der Insel Baltrum wurde dieses Jahr auch eine Anatolicaanparrung gestellt. Ich bin sehr gespannt wie die Königinnen über den Winter kommen und sich weiter Entwickeln. Auch auf die Nachzuchten freue ich mich. Sehen jetz schon SEEEEHHHHR GUT aus.



    Sabine hat mit Buckfast auf kleinzellige Mittelwände sehr gute Erfahrungen gemacht.Sie hat aber meistens mit Kunstschwärmen gearbeitet(stimmt das Sabine?).In dieser Sparrte kenne ich mich überhaupt noch nicht aus, lese mal der Sabine Ihre Artikel . Außerdem beantwortet sie dir garantiert deine Fragen , auch privat.
    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hi Heike,


    .. und woher nehmen die "Gelben" dann ihre Abstammungen, wenns keine Reinzüchter anderer Abstammungen (mehr) gibt ?
    Auch ein kleiner Funken Wahrheit ... ? :wink:


    Grüsse
    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-