Öko/Bio-Futterzucker

  • Wie nennt ein Koch die holländische Tomate? Schnittfestes Wasser ...

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • hallo ,die tomaten aus holland werden auch wasserbomben genannt :D
    Da wir ja alle unseren honig vermarkten macht ja jeder imker eine Marktanalyse.
    Also geht man zum aldi fragt die nette verkäuferin wenn sie zeit hat wieviel honig sie so in einer woche verkauft. Dann sieht man sich so die menschen an die dort einkaufen, sind es arbeitssuchende, gechäftsleute,bänker oder arbeiter. Dann geht man in einem supermarkt mit großer auswahl von honige und anbieter. Schaut sich das angebot an die preise und man sieht ja auch gleich wo die meisten gläser fehlen. Man kann ja noch die verantwortliche für das sortimen nach den meist gekauften honig fragen. Vielleicht ist noch "echter deutscher honig" von honigerzeugergemeinschaften für 2,99 dabei. Und dann michael kannst du ja beim kunden der gerade zum billigsten honig im 250 gr gebinde weil der noch "preiwerter" ist den spruch von John Ruskin ablassen ,bin schon auf die antwort des "kunden" gespannt.
    gruss stugger

  • Zitat

    wenn man sich ein wenig mit den Aktienmärkten der lebensmittelkonzerne wie spaar zum beispiel beschäftigt sieht man die...


    Auf der Seite http://europa.eu.int/comm/enterprise/food/agriprod.htm lese ich:


    Zitat

    In the year 2001, NA I - products with a value of about 271 billion € were produced.


    NA-I-products sind landwirtschaftliche Erzeugnisse...


    Ich glaube nicht, daß 271 Milliarden Euro im Sand versickern....wobei daß nur die in Europa produzierten Güter sind: die importieren stellen wohl einen ebenso großen Markt dar.


    Ich weiß nicht, was Spaar macht, aber was Nestle:


    http://tool.boerse.de/index.php3?WKN=887208


    Es gibt auch Verlierer, wie Kraft Foods Deutschland: siehe WKN 655910. Immerhin der zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt. Obwohl sich die Chartbewegung durchaus als Konsolidisierung interpretieren läßt. (über mehrere Jahre hinweg betrachtet).


    Auch auf dem Lebensmittelmarkt wird monopolisiert. Der Markt an sich ist und bleibt aber umkämpft. Die Verlierer bleiben die Konsumenten und Produzenten. Wir zahlen nicht die niedrigsten Preise, wenn man die für Subventionen aufgebrachten Steuern mit in die Kosten einberechnet. Eine kurze Suche im Internet ergab: jeder Deutsche bezahlt 680 Euro Subventionen für die Landwirtschaft. Also 680 Euro auf die Lebensmittelausgaben pro Jahr dazu rechnen. 48 Milliarden Euro europaweit, circa die Hälfte des EU-Haushaltes.


    40% des Einkommens des durchschittlichen Landwirtes: Subventionen und Prämien.


    Quelle:
    http://www.mehr-freiheit.de/faq/subvent.html
    [Ich kenne die Seite nicht, habe nur schnell ergoogelt]


    OK, 680 Euro im Jahr, ungefähr 56 Euro im Monat. Das entspricht ungefähr dem, was ich für unseren Zweipersonenhaushalt insgesamt im Monat ausgebe für Nahrungsmittel. Das heisst,, mein Essen ist durch diese Politik doppelt so teuer. Ich nehme an, daß niemand mehr als 200 Euro pro Person ausgibt im Monat. Das wäre dann ein Viertel Aufschlag auf den Kaufpreis.
    25-100% Aufpreis - jepp, iss klar. Und wir haben billiges Essen???...*grins*


    Ja, aber warum ist dann unser Geld knapp? Weil wir vereimert werden.


    Ich plädiere stark dafür, den Produzenten lieber direkt das Geld zu geben, als es über Umwege zu tun. Dann hat der Produzent auch die Freiheit, zu wirtschaften, wie er will und muß sich nicht irgendwelchen Prämienvorschriften beugen. Der Landiwirt ist dann durch die Konzerne nicht mehr steuerbar und unabhängig von deren Märkten.


    Meint,


    Bernhard

  • Moin Imkers,


    alle Jahre wieder kommt dieses Thema. Und immer wieder schlagen sich relativ neue Teilnehmer die Köppe deswegen ein. :roll: Das ist sehr schade, weil immer wieder Vorurteile und Fakten vermischt und verdreht werden. Wenn die Frage nach Rückständen und Unterschieden von BIO- oder konventionellem Haushaltszucker gestellt wird, dann kann die Antwort nur lauten, das Produkt selbst ist nicht zu unterscheiden. Und ich glaube genauso war die Frage gestellt und bislang hat da wohl auch noch niemand widersprochen. (warum auch :wink:)


    Zur BIO-Diskussion will ich nur soviel sagen: (weils mir auch Bißchen langweilig wird) Aus unserer Sicht heute, war konventionell um 1920 100% Bio. Keine Spritzmittel in der Landwirtschaft, wenig Zuckerzufütterung, keine Behandlung mit Nervengiften. Damals hat allerdings die Korbimkerei die Mobilimker auch als Bienenquäler verunglimpft. Vonwegen Brutnest und Völker wöchentlich zerreißen, gnadenlos ausnehmen und billigsten Zucker einfüttern usw. Es ist geradezu lächerlich die Diskussion über die Natürlichkeit von Honig vor diesem Hintergrund zu sehen. Honig, nach der Honigverordnung und nach dem Lebensmittelgesetz ist schon per Definition ein Naturprodukt. Natürlichen Honig noch natürlicher zu machen macht Gleiches gleicher.


    Den dahinter stehenden Gedanken sollte man allerdings nicht einfach abtun. Entscheidet sich jemand aus ökonomischen Gründen für's ökologische Siegel, dann ist das schlicht Marketing (und eigentlich auch nicht verwerflich). Ist es ehrliche Einstellungssache, dann laß' ich ihm die. Und dann tut er mir manchmal sogar Leid, wegen der in meinen Augen oft unsinnigen Anforderungen an seine Erzeugung und weil er so oft und so leicht zu betrügen ist. (Wachs, Zucker, nachwachsendes Holz ect.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat von Stugger

    Und dann michael kannst du ja beim kunden der gerade zum billigsten honig im 250 gr gebinde weil der noch "preiwerter" ist den spruch von John Ruskin ablassen ,bin schon auf die antwort des "kunden" gespannt.


    In der Art kann man schon argumentieren:


    Wenn ein Kunde zu mir sagt "ja, den guten Honig, den nehme ich für aufs Brötchen, in den Tee nehme ich den von Aldi" kriegt er von mir die Antwort: "Davon wird der Tee aber auch nicht besser"


    Es gibt ein Sprichwort:
    "Der Klügere gibt nach!"
    wenn man sich das mal in der Konsequenz überlegt, kommt dabei nur heraus:
    "Die Welt wird dumm enden!"


    Wir sind schon dabei ...


    Es gibt so eine bestimmte Form von Ignoranz, der in Sabi(e)nes früherer Signatur drinnen stand.


    Für Qualität und "Geiz ist Geil" und "billig" gilt eben genau das auch.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Forum,


    ich möchte erstmal eines loswerden: Ein dickes Lob euch, die ihr hier so sachlich und unpolemisch ein solch "heisses Eisen" diskutiert.
    Es spricht sicher für die Qualität dieses Forums, und ich finde es schön, solche "Kollegen" zu haben!
    In der Sache möchte ich mich einigen Vorrednern anschliessen:
    Die Großkonzerne der Lebensmittelbranche haben sehr wohl bemerkt, dass sich das Käuferverhalten in den vergangenen Jahren immens geändert hat, und dem entsprechend reagieren sie.
    Kaum ein Konzern, der nicht in seinem Sortiment irgend ein "Bio"-Label führt, um auf dieser Schiene verloren gegangenes Terrain wieder gut zu machen.
    Denn die Jungs haben den Trend der Zeit und den Markt, der sich da auftut, sehr wohl erkannt. Und so wird Honig aus China im "Bio"-Laden
    verkauft, Hauptsache er ist ökologisch korrekt verpackt und die Produktionsbedingungen sind halbwegs als "biologisch" zu bezeichnen. Dass er den Äquator per Schiff zweimal überquert hat und mehr als 1/3 seines Preises aus Treibstoffkosten herrühren, merkt ja keiner, hoffen wenigstens die Anbieter.
    Aber genau da drin liegt doch unser Marktsegment, unsere Käuferschicht:
    Honig aus der Region, und zusätzlich noch aus biologisch arbeitenden Betrieben, dieser Bereich ist unsere Chance.
    Ich kann jeden Kunden zu mir nach Hause einladen, er kann "vor Ort", wenn er will, sogar bei den Bienen, vorbeischauen, damit müssen wir in die Offensive gehen!
    Ich will und kann nicht gegen Metro und ALDI anstinken, aber eine Nische für meine Produkte sehe ich sehr wohl noch.
    Oder seht ihr das anders?

  • Hi, Michael,


    und zusätzlich noch aus biologisch arbeitenden Betrieben


    ohne diese Aussage fände ich Deinen Beitrag besser. Wie, wenn nicht biologisch, soll nach Deiner Ansicht ein Betrieb imkern können?


    Auch die Ökologie finde ich missbraucht, solange es nicht gelingt, ohne Pestizide (auch Varroazide jeglicher Art) zu imkern. Es ist einfach unehrlich, aus dem Umstand es nicht anders zu können, eine Mogelpackung zu machen.


    Gruß


    Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Zitat von Manne

    Wie, wenn nicht biologisch, soll nach Deiner Ansicht ein Betrieb imkern können?


    Man kann auf vielerlei Weise imkern:


    technisch, chemisch, mechanisch, industriell usw. ...


    Dabei kann die Biologie häufig ziemlich auf der Strecke bleiben
    (das ist ja gerade in Landwirtschaft und Gartenbau oft nicht viel anders)
    - aber das ist natürlich eine Frage des Bewußtseins dessen,
    in welches Verhältnis ich mich zur mich umgebenden Welt und Natur stelle,
    wenn ich sie in Kultur nehme.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Was daran liegt, daß im Osten ein Glas Honig vom Imker schon immer ein Stück unberührte Natur war und wertvoll als Schmierstoff. Unbezahlbar eben und kein käufliches Massenprodukt. Dieses Bewußtsein kriegst Du eben nicht raus und das muß erst aus den Köpfen raus ehe Du das als Öko-, Bio- oder Demeter wieder rein schieben kannst.


    Da wo Honig vom Imker immer schon Natur war, ist Öko eben kein Marketingmittel, weil kein erkennbarer Unterschied dargelegt wird. Das mag im Westen anders sein. Wir Ossis lassen uns eben die Eigenschaft "grün" bei Rasen nicht extra verkaufen. Nicht, solange wir davon ausgehen, daß Rasen eben irgendwie immer grün sein muß und alles andere dann eben kein Rasen, also auch nicht vergleichbar sein kann.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    genau Henry bin voll und ganz deiner Meinung.
    Es muß nicht was neu erfunden werden was es hier im osten schon immer gegeben hat.
    Meck/Pomm ist eine Ländliche Gegend da bekommt man sein Hühnchen für 10,-€ vom Bauern sowie die Eier und zum Herbst für 15,-€ eine Ente und wer will kann sich noch zum Herbst ein halbes Schwein holen. Honig vom Imker,da fragt hier niemand ob der Ökologisch ist man weiss das es was gutes ist es ist ja vom Imker und der ist immer greifbar.


    gruss stugger

  • Moin Stugger,


    wäre doch schön, wenn das auch im Westen wieder so würde. Oder?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    das war es auch!


    ist aber schon lange her!


    Seit hier bei uns der Honig aus der ganzen Welt zu kaufen gibt, haben wir sehr viel Marktanteil verloren!


    Die Imkerei in der alten BRD war auch nicht in der Lage die große Nachfrage, welche mit dem Wohlstand der 60er gekommen war, zu decken!


    Auch waren die Producktionsmethoden eben nicht auf große Honigmengen ausgerichtet!


    Bienenhäuser und Hinterbehandler steckten auch den damaligen Berufsimkern die Grenzen!


    Der Verbraucher aber, der hatte bei uns frühr genau die gleiche Einstellung zu Honig, wie bei euch z.T. heute noch!


    Der Unterschied zu heute ist ganz einfach der, daß wir im Westen schon eingie Jahrzente länger mit den Honigimporten, und der ganzen Problematik die damit verbunden ist, zu kämpfen hatten!


    Daher auch die Biobewegung!


    und dazu gekommen ist, daß bei vielen Biobetrieben (Ackerbau) auch eine Imkerei mit im Betrieb integriet ist. Diese aber eigentlich für alle Produkte aus ihrem Betrieb eine Zertifizierung brauchten! und somit ist dann auch für Honig eine Biozertifizierung notwendig geworden!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,
    ja die gute alte Zeit wo bei uns der Imker 17,- Mark für ein kilo vom Abfüller bekommen hat ohne das ihm das Finanzamt und Berufsgenossenschaft im Genick saß, und wir Tabletten zum abbrennen bekamen die wohl mehr den Imker anstatt die Milbe tötete.
    Nach der wende war alles anders die Menschen kauften die hübsch bunten und ewig flüssigen Honige. Die Imker schwefelten zum großen teil ihre Völker ab fütterten vor Verzweiflung ihre Bienen mit Honig ein weil sie nicht wußten wohin mit ihren Honig.
    Aber durch die Lebensmittel skandale wurde ihr sinn wieder geschärft und das alte Bewußtsein das doch alles was vom Erzeuger kommt nicht schlecht ist. Meine Kunden haben mich noch nie gefragt ob das Biohonig ist sie setzen voraus und vertrauen daß es ein Naturproduckt ist ohne Chemie und ich bin überzeugt das die meisten Imker hier den Honig genau so behandeln.
    gruß stugger