Öko/Bio-Futterzucker

  • Moin Stugger,


    Zitat von Stugger

    Wie wirkt sich die anwendung von biozucker gegenüber normalen zucker aus.

    Zucker meint in unseren Breiten Saccharose, nichts anderes. Es gibt rein chemisch da also keinen Unterschied, ob Bio oder nicht. Man kann also, wenn es sich wirklich um reine Saccharose handelt nicht daran nachweisen, ob sie Bio- erzeugt wurde oder konventionell. Die Herstellung oder eigentlich sogar nur der Anbau macht den Unterschied, der im Endprodukt Bienenfutter nicht festzustellen ist.

    Zitat

    Gibt es besondere belastungen im wachs oder honig wenn ich mit normalen zucker einfüttere?

    Nein, die kann es nicht geben, denn s. o.

    Zitat

    Müßte doch eigentlich sonst ist das mit dem biozucker nur geldschneiderei und quatsch.

    Es geht um die Art der Zuckererzeugung und ob man da beschissen wird muß man schon selber einschätzen

    Zitat

    Leider habe ich nichts gefunden weder im internet noch bücher was auf belastung normalen zuckers auf qualität und spuren von irgend etwas hinweist.

    Da wird man auch kaum was finden, außer man landet auf nicht ganz wissenschaftlichen Seiten, auf denen Menschen bemerkt haben wollen, daß es ihnen besser geht, seit sie nur noch BIO-Zucker verwenden. Daß sie sich besser fühlen will ich ja noch glauben, aber Saccharose bleibt ansonsten Saccharose. :lol:

    Zitat

    Wenns nun wirklich 100 prozentig bio sein soll müßte man nicht seine völker mit ihrem selbst gesammelten honig überwintern und nur den wirklichen produzierten überschuss entnehmen?

    Nein, dann muß man den Völkern im Baum ihren Frieden lassen und nicht durch Ausräuchern und Wabenschneiden in die Natur eingreifen. :o Ansonsten gilt. Überwinterung auf Eigenhonig ist nicht gut für die Bienen. Schon Freudenstein hat den Zusammenhang Ruhr und Waldhonig bewiesen. Den Zusammenhang Rapshonigstein und Verhungern, braucht man nicht auszuprobieren. Da quält ein reines Gedankenexperiment weniger. Auf Lindenhonig (und anderen länger flüssigen und aschearmen Honigen) kann man allerdings sehr erfolgreich überwintern, wenn die Menge stimmt. Doch den will man ja eigentlich ernten. Oder?

    Zitat

    Aber da ich auch nicht alles weis und verstehe würde ich mich freuen aufgeklärt zu werden

    Ich hoffe, ich habe meinen Beitrag geleistet. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Nein, dann muß man den Völkern im Baum ihren Frieden lassen und nicht durch Ausräuchern und Wabenschneiden in die Natur eingreifen.


    Lieber Henry,


    Ihr Problem ist, daß Sie Natur und Kultur nicht unterscheiden können (oder wollen?).


    Wenn der Mensch anfängt, mit der Natur was zu machen, beginnt die Kultur - darin unterscheidet es sich von den Naturwesen.
    Er unterscheidet sich insbesondere dadurch, daß er keine ihm durch seinen Organismus endgültig aufgezwungene Grundlage hat, wie er in der Natur zu handeln hat (siehe auch unten).


    Dadurch entstehen die Konfliktfelder.


    Und die Kultur der Natur durch biologischen Land- und Gartenbau bedient sich eines anderen Hintergrundes als die sogenannte konventionelle, oder besser chemisch-technische Methode.


    Da äußert sich dann auch der Unterschied im Zucker: Wie sind Rohr oder Rüben zustande gekommen, was passierte dabei mit der Umwelt, wie ging es den Wesen und den Menschen dabei, die damit zu tun hatten usw.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Moin Michael Weiler,


    wenn das mit der Kultur der einzige Kritikpunkt meines Postings ist, dann war das hier ja regelrecht Zustimmung. :wink: Ich habe auch ganz bewußt möglichst wertfrei geantwortet. Meine Meinung zur Abgrenzung BIO-Imker / konvertioneller Imker ist wohl dennoch nicht zu verbergen. Ganz sicher und auch wertfrei betrachtet, ist die Grenze zwischen BIO und "konventionell" eine von Menschen erdachte und von Menschen gemachte. Und "wesensgemäß" ist dann ja wieder Bißchen anders. Das sind dann aber ausschließlich ethische, kulturelle oder auch spirituelle Ansichten, die man bei der Zuckerfrage und den möglichen Rückständen und die Wirkung auf Bienen vielleicht nicht beachten muß.


    BIO- oder ÖKO-, Fair-Trade oder konventionell, Koscher oder gesegnet, aus unbestrahltem Zuckerrohr oder aus auf Wasseradern angebauten Rüben, Chemie bleibt Chemie und Saccharose eben nur Saccharose.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    das die regierungen und menschen sich kaum mit was befassen was nicht profit bringt ist uns doch schon allen klar.
    Ich habe meine probleme mit dem schlagwort bio. Denn auch mit dem bio wird ordentlich kasse gemacht.
    Es sind immer findige leute mit einfluss die auf der suche nach dem markt der eigentlich übersättigt ist eine nische zu finden und es zu vermarkten.
    Die neue biowelle nach den vielen skandalen von geflügel und fleisch kommt da gerade recht zum aufspringen. Bei viehaltung und gemüse sehe ich es noch ein wenn da weder gespritzt noch anders nachgeholfen wird, aber bei bienen, naja.
    Wer denkt sich sowas aus? meistens sind es leute die damit kräftig verdienen wollen.
    Ich sehe da keinen sinn biozucker verwenden weil es so gefordert wurde. Bio zucker, biopuderzucker das spielt doch bei den insekten, die ja nicht zum verzerr gedacht sind dann keine rolle. Somit ist biohonig wie henry schon beschrieben hat betrug am kunden. Ich behaupte dann das mein honig mindestens qualitativ genauso gut, unbelastet und gesund ist wie jeder bio-honig vielleicht sogar besser. Ihr müsstet ebend raufschreiben da ihr euch abgrenzen möchtet vielleicht "natur nahe haltung"
    Selbst die holländischen tomaten die vollgepumpt mit giften und weis ich noch was sind biologisch gesehen immer noch tomaten. Da ist nichts Syntetisches oder künstliches drinn.
    gruss stugger

  • Hallo Stugger,
    beim Bio-Zucker geht es nicht nur darum ob das Endprodukt(Zucker) Rückstände enthält sondern es kommt auf die Art des Anbaus an, d.h. es wird keine Chemie beim Rübenanbau verwendet und damit unsere Umwelt sauber gehalten.


    Auch wir Imker sind ständig auf der Suche nach Vermarktungsmöglichkeiten. Warum geben wir uns denn so viel Mühe unsere Kunden davon zu überzeugen dass unser Honig viel besser ist als der von Aldi und Co? Der Aldihonig ist doch sooooviel billiger und ob die meisten Kunden den Unterschied schmecken? Ich konnte das vor einem Jahr jedenfalls nicht. Ob ich jetzt einen Blindtest bestehen würde :o ich werde es mal versuchen. Wo bekomm ich jetzt Aldihonig her? Kaufen werde ich das Zeug nicht und geschenkt will ich es auch nicht :D .
    Wir leben in einer Marktwirtschaft und da versucht jeder seine Nische zu finden wenn er etwas verkaufen will.
    Auch als Arbeitnehmer begeben wir uns auf den Arbeitsmarkt und versuchen unseren zukünftigen Chef zu überzeugen dass wir eine bessere Arbeitskraft sind als unsere Mitbewerber, sonst würden wir den Job nicht bekommen.


    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • hallo,
    also meine kunden behaupten immer das man den unterschied schmeckt.
    Klar werbe ich mit meiner qulität weil ich ja weis wo der honig herkommt ,wie er verarbeitet wird . Je nach jahr schmeckt der honig anders und das macht es für die kunden interessant, nicht wie der aldi honig der immer gleich schmeckt :o
    Weiter bin ich für meine kunden greifbar wenn mal was sein sollte, aber ob ich auch biohonig habe hat noch nie einer gefragt, warum?
    Weil sie wissen das der honig unbelastet ist und weil ich ihm selber esse.


    Manchmal kommt mir es vor als ein großlandbesitzer in brüssel in der agrafraktion sitzt, vergessen hat oder zu geizig ist spritzmittel für seine schon hoch subvenzionierten rüben zu kaufen und dann den einfall hatte den verunkrauteten zurückgebliebenden rüben noch teuer als bio zu verkaufen um noch mehr zu kassieren, man kanns auch übertreiben
    Aber der imkerbund spielt da ja mit ,zertifikatchen dafür ein anderes dafür...
    gruss stugger

  • Hallo Stugger,
    ok, Du hast Dich mit dem Thema BIO noch nicht so richtig beschäftigt denn dann wüsstest Du wie lange ein Landwirt warten muss bis er das Bio-Siegel führen darf. Bis zu 5 Jahre kann die Umstellungzeit dauern und in der Zeit darf er nicht das Bio-Siegel führen, muss aber so wirtschaften wie ein Bio-Bauer. Pflege weiter Deine Vorurteile!


    Gruß


    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Moin @ Stugger,


    da ist nichts künstliches in Tomaten drin? Die Tomaten, deren Saatgut gentechnisch verändert wurde, damit die Früchte grün geerntet werden können? Die Tomaten, die täglich gespritzt werden und wöchentlich gedüngt? Die Tomaten die dann in der Gaskammer reifen?


    Lieber Stugger, ich habe ein Jahr in Australien als Landarbeiter und Erntehelfer gearbeitet. Unter anderem auch in Tomaten. Dort wurden wir, während wir dort arbeiteten, mit dem Zeug eingesprüht. Die fuhren stumpf an uns vorbei und hauten ihr Zeug raus. Auf den Tomatenpflanzen selbst war immer eine dicke blaue Schicht Chemie. Eine angenehme Arbeit.


    Ich würde allen hochtrabenden, ignoranten sogenannten ErsteWeltlern empfehlen, mal als Landarbeiter in Deutschland, Österreich, Frankreich oder Spanien zu arbeiten. Versucht euch mal als illegaler Landarbeiter und ihr werdet von der kommerziellen Landwirtschaft ein ganz anderes Bild bekommen. Die Umstände, unter denen wir unser Essen auf den Tisch bekommen, sind katastrophal. Jeder mit einem bisschen Mitgefühl für Mensch und Wesen sollte sich da mal informieren. Dieser Raubbau an allem verursacht viel Leid - und allen ist es egal: hauptsache man ist satt und kann sich abends ins warme Bettchen kuscheln. Gewissen - nein danke.


    Und dabei werden wir verarscht bis zum geht nicht mehr. Wir denken unser Essen ist billig - doch das ist eine Lüge. Wir bezahlen in Form des Kaufpreises des Nahrungsmittels und dazu noch die Steuern, die wieder in Subventionen fliessen für die Landwirte. Die Landwirte bekommen nichts mehr für ihre produzierten Lebensmittel. Und wir Konsumenten bezahlen doppelt. Der Gewinner ist der Lebensmittelhandel: wenige große in ganz Europa.


    Wir Imker sind genauso Landwirte. Wir bekommen keine Subventionen. Deswegen erscheint dem Kunden unser Honig als teuer.


    Ich finde, es macht einen gehörigen Unterschied, wie der zu verfütternde Zucker zustande kommt. Ob dafür das Barrier Reef vor der australischen Küste platt gemacht wird (Hauptursache des Sterbens des Reefs: chemische Behandlung des Zuckerrohrs) - oder ob dafür weniger Menschen an Krebs sterben, weil sie nicht in den chemischen Nebel leben und arbeiten müssen. Ich esse seither keine Tomaten mehr aus dem Supermarkt - ich weiß warum.


    Es macht einen Unterschied und alle die noch ein Fünkchen Gewissen haben sollten sich informieren, woher ihr Essen kommt und wie es angebaut wurde.


    Henry hat vollkommen recht, daß momentan die Lebensmittelindustrie die Bioschiene fährt. Sogenannter Biohonig im Supermarkt kommt immer noch aus Südamerika. Ich will nicht unterstellen, daß die Imker dort nicht vielleicht doch "ökologisch" imkern könnten - aaaaber allein der Transport von dort nach hier ist dermaßen unökologisch, daß es zum Schreien ist.
    Trotzdem ist es für alle möglich, sich Lebensmittel zu beschaffen, die OK sind, wenn man sich nur genügend kümmert. Übrigens hat ein Haushalt vor ein paar Jahrzehnten noch 70% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben - heute geben wir 10% für Lebensmittel aus (direkte Kosten, Steuern=Subventionen nicht mitgezählt).


    Ich bin auf dem Standpunkt, daß die Natur perfekt ist. Wir sind aber zu blöde, die Natur richtig zu verstehen, weshalb wir ständig versuchen, die Natur zu verbessern. Die Folgen sind die, die wir sehen: Plagen über Plagen. Auch die Varroa ist ein Zeichen dafür, daß wir auf den falschen Dampfer fahren mit unserer Bienenhaltung und Zucht. Wir sind zwar gut informiert über die Bienen, ernten auch respektabel viel Honig - aber wir wissen nur um die Vorteile für uns. Die Bienen kommen zu kurz dabei. Ähnlich den Tomaten: wir essen selbst im Winter Tomaten, der Landarbeiter der an Krebs erkrankt kommt zu kurz.


    Bienen- und menschgerechte Haltung - das ist eine Aufgabe der sogenanten "ökologischen" Imkerei. Wie bekomme ich genug Honig, ohne in das Leben der Biene das ganze Jahr über eingreifen zu müssen? Die Natur ist perfekt. Dadurch das wir die ganze Zeit vom Kapital leben und nicht von den Zinsen - betreiben wir Raubbau. Dadurch, daß wir alle Vorräte abernten und dann den Honig im Prinzip für nix weiterverkaufen (man rechne die Kosten der industriellen Imkerei dagegen!) - ja dadurch betreiben wir Raubbau.


    Du hast vollkommen Recht, Henry, wenn Du die "Ökolandwirte" angreifst. Dort wird sich auch spezialisiert und prinzipiell die kleine Industrie nachgeahmt, anstatt nochmal ganz von vorne anzufangen. Sich nicht zu spezialisieren. Nicht Massen produzieren.


    Die Ökoimker stehen noch ganz weit am Anfang. Aber wenigstens fangen wir an. Lieber ein Anfang mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.


    Zucker oder Biozucker - denkt nach. Wer den Unterschied zwischen einer Tomate aus dem eigenem Garten und der Tomate aus dem Supermarkt kennt, der wird sich für Biozucker entscheiden (nur prüfen, wie dieser Zucker sich unterscheidet!). Allen anderen empfehle ich Urlaub in El Ejido. Einen Monat lang in Unterkünften aus Chemikalienkanistern und Gewächshausplanen, ein Monat Arbeit unter den Folien. Ich garantiere 100% Bekehrung


    Bis denn,


    Bernhard

  • hallo Bernhard,
    also erstmal mit dem spritzen und tierhaltung, käfighaltung von hühnern oder vom eintagskücken bis zum broiler in 38 tagen halt ich auch nichts.
    Aber trotzdem ist die tomate auch noch so vollgepumpt und gentechnisch verändert biologisch gesehen eine tomate macht zusammen eine biotomate.
    Wenn der name geschützt ist ok sonst kann man jede tomate eine biotomate nennen.
    Ich kann dir versichern das die lebensmittelindustrie den großen reibach mit den argraproduckte nicht macht. Denn die leute haben hier in deutschland viel weniger geld und können nicht mehr für lebensmittel ausgeben. Es herscht hier ein knallharter verdrängungswettbewerb und wenn du mal in einen supermarkt gehst und dir die lebensmittelpreise anschaust müste es dir auffallen. Es muß immer billiger produziert werden ,also hilft nur noch chemie und hormone. Bei den landwirten geht es um existenzen, ein reiner überlebenskampf. Solange da die EU nicht einschreitet und viele chemische mittel verbietet wird es immer noch mehr denn der druck wird immer größer und die steuern immer höher, armes deutschland.
    So jetzt zum bio zucker, wenn jemand bio zucker essen möchte ok aber an die bienen zu verfüttern weil es vom bio rübenbauer in einer boizuckerfabrik hergestellt wurde aber ausser dem höheren preis weder gesunder noch unbelasteter ist halte ich schlicht weg für geldschneiderei. Naja wer gerne auf zertifikate steht soll es machen ,ökologische bienenhaltung wie die demeter soweit wie es noch möglich ist ok ,aber denn bitte mit der hier mal beheimateten dunklen biene sonst könnte der bauer ja auch genveränderten mais anbauen in ökologisch behandeln und als biomais vermarkten. (vielleicht geht das sogar)
    gruss stugger

  • Hallo Stugger


    Vielleicht willst du es einfach nicht verstehen oder nicht akzeptieren das es auch andere imkerliche Wege gibt !!!!! Versuch doch mal alle Kriterien in deiner Imkerei auch ohne Kontrolstelle nur für dich einzuhalten. (mit Wachs und Honiguntersuchung...)schauen was rauskommt. Der Honig mag gleich schmecken und gleich aussehen und vielleicht sogar chemisch gleich zusammengesetzt sein aber die Biokontrolle verhilft dem Produkt zu einer gewissen Wertigkeit welche sich der Honig auch verdient hat!!!!
    (Auserdem wird dem Imker die Kontrolle ja nicht geschenkt ;Kosten bis zu 500Euro)


    Um mit diesen Vorurteilen aufzureumen dieser Link:


    http://www.abg.at/dynamisch/be…s/Biologisch%20Imkern.pdf


    Man darf nicht immer nur von sich selber ausgehen ,manche Menschen sind eben bereit mehr für hochwertige Produkte auszugeben!!!


    Beim Zucker geht es ja nicht darum das man den Bienen besseren Zucker anbietet (obwohl Bio Apiinvert durch die Zusammensetzung allemal besser ist als eine Zuckerlösung aus normalem Haushaltszucker)
    sondern das manche über Ihren Gartenzaun hinaus weiter denken.
    Biozucker heist==> weniger Dünger ,weniger Spritzmittel, weniger Umweltbelastung aber da diese Umweltbelastung ja nicht vor der eigenen Tür stattfindet ist sie ja egal oder?? :wink:


    Es geht nicht um Zertifikate es geht um hart erwirtschaftete Quälität



    Leb in deiner Welt werde glücklich aber kritisiere nicht was du selber noch nicht erreicht hast.


    Gruß aus Tirol

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • Zitat

    Denn die leute haben hier in deutschland viel weniger geld und können nicht mehr für lebensmittel ausgeben. Es herscht hier ein knallharter verdrängungswettbewerb und wenn du mal in einen supermarkt gehst und dir die lebensmittelpreise anschaust müste es dir auffallen.


    Nein, das stimmt SO nicht!
    Deutschland hat von allen EU-Ländern die niedrigsten Lebensmittelpreise, der statistische Deutsche muß nur noch 12% seines Einkommens für Lebensmittel ausgeben, statt wie 1960 satte 37%.
    Können könnten wir also schon, aber wollen wollen wir nicht...


    Womit du recht hast: daß der Handel die Preisspirale nach unten in Gang gesetzt hat.
    Daß die Leute da kaufen, wo die gleiche Ware am billigsten ist, kann man nachvollziehen...
    ABER: daß das so nicht mehr lange gutgehen kann, müßte selbst dem dumpfbackigsten Bildzeitungsleser auffallen.


    Es wird eine Monopolisierung des Marktes angestrebt, um danach die Preise diktieren zu können.
    Dann allerdings auch dem Verbraucher und nicht wie jetzt "nur"den Produzenten.


    Und die Macht der Handelsketten ist gigantisch.


    Warum müssen sich z.B. die Molkereien denn jedes Jahr drücken lassen?
    Weil sie ihre Produkte anders nicht verkauft bekämen.


    Um überhaupt eine Kette beliefern zu können, mußt du eine gewisse Größe haben.
    Hast du die, bist du auf Gedeih und Verderb deinem Großkunden ausgeliefert, weil du dann soviel produzierst, daß du es woanders nicht mehr los wirst.


    Langfristige Lieferträge über 10 Mio.kg MIlch mit den Bauern, und dein Kunde sagt, okay, aber 1ct. weniger pro kg oder gar nix.


    Was würdest du denn dann tun?


    Nein danke sagen, pleitegehen und deine Vertragsbauern gleich mit?


    erklär mir doch bitte mal DEINE Lösung des Problems....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo sabiene,
    wenn man sich ein wenig mit den Aktienmärkten der lebensmittelkonzerne wie spaar zum beispiel beschäftigt sieht man die enorme bewegung. Es werden sparten verkauft umgelagert im lebensmittelbereich weil die ebend nichts mehr bringen oder verluste bringen. Der nächste discounter kauft die sparte versucht seine stratigie durchzusetzen mit nonfood artikeln kunden zu locken und wieder sparten zu verkaufen.
    Es geht ebend nur was billig ist weil einfach das geld und die kaufkraft schwindet. Durch hohe energiepreise, mieten haben die menschen kein geld mehr und kaufen nur wo es am billigsten ist also versucht man die kunden zu halten durch noch billiger sein. Die großen ketten müssen um zu bestehen preise drücken bis aufs blut für den erzeuger der es am meisten spürt.
    Aldi verdient kaum was an seine produckte aber durch ein zahlungsziel von 6 monaten kann er mit dem geld arbeiten und geldverdienen.
    Qualität wird nicht gefragt nur der preis macht es.
    Das es nicht so ewig weiter geht ist schon klar,aber es geht solange weiter bis alles zusammenbricht und das land mit den hösten kosten oder nebenkosten wird als erstes auf der strecke bleiben.
    gruss sugger

  • Stugger: die Tomaten sehen nur aus wie Tomaten. In Wirklichkeit ist es eine rote Hülle mit viel Wasser und Nitrat drin. Unkonventionell hergestellter Honig unterscheidet sich _auch_ dadurch, daß wesentlich mehr Nektarquellen ausgenutzt werden. Der Honig aus Mischtrachten muß überhaupt nicht gerrührt oder erhitzt werden und bleibt trotzdem streichfähig. Imker impfen ihren Honig doch auch, um diesen Effekt zu erzielen.


    Vielleicht ist das auch das Problem moderner Bienenvölker, die nicht mit ihrem eigenem Honig überwintern können: die Armut an verschiedenen Trachtquellen. Das fehlende Impfen des Honigs mit vielerlei Sorten Nektar.


    Auf der einen Seite wird dem Kunden vorgeschwärmt, wieviele tolle Inhaltsstoffe der Honig hat, auf der anderen Seite verfüttern wir unseren Tieren reinen Zucker. Ja hallo - ob diese tollen Inhaltsstoffe nicht auch den Bienen fehlen? Die Bienen richten ihren Honig ja extra so her, daß er sie versorgt. Zucker kann da kein vollwertiger Ersatz sein, der über die Jahrzehnte hinweg ohne Schäden zu verursachen, verwendet werden kann.


    Pflanzen haben viele Heilstoffe in sich. Von Schleimstoffen, Gerbsäuren usw. Von diesen Stoffen gibt es nicht(!) soo viele - aber die Zusammensetzung der Stoffe in einer Pflanze bestimmt die Wirkung derselben auf den Körper (eines Menschen oder einer Biene). Ein Teil Schleim- zwei Teile Gerbstoffe wirken sich anders aus, als zwei Teile Schleim- und einen Teil Gerbstoff.


    So und jetzt kommen wir: wir essen Tomaten, die nichts enthalten, was natürlich an Mineralstoffen aus dem Boden käme. Nichts, was ein langsamer Prozeß des Reifens innerhalb der Tomate produzieren würde. Im Gegenteil, die Tomaten werden noch mit Geschmacksverstärkern geimpft.


    Uns Menschen wie den Bienen fehlen einfach die zusammengesetzten Wirkstoffe in einer bestimmten Konzentration. Und zwar in wechselnder Zusammensetzung. Menschen heutzutage werden viel häufiger krank, Bienen auch. Ich möchte ja nicht behaupten, daß das ausschließlich nur am Essen liegt, nein auch an der Lebensweise. Und da ist Handlungsbedarf bei uns und bei den Bienen.


    Ich persönlich würde ja wieder in einer Höhle leben ;o) aber das möchte ich ja keinen zumuten. Es würde ja völlig ausreichen, wenn sichergestellt ist, daß unsere Nahrung - die vorher Lebewesen in Form einer Pflanze oder Tiere war! - ohne Leid produziert worden ist. Mit Rücksicht und ein bisschen Denken geht das auch. Kein Dünger, kein Spritzmittel - nichts davon ist notwendig. Die Natur ist perfekt und solche aufgezwungenen Kulturen nur unbeholfene Versuche, sie perfekter zu machen.


    Ich gebe ein Beispiel: jeder Hobbygärtner weiß, daß Tomaten bloß unkrautfrei stehen, hochgebunden werden müssen, zu viele Triebe ausgezwickt, regelmäßig gedüngt werden und der Regen darf die Erde nicht an die Stengel spritzen. *lachweg* Nach diesem Rezept habe ich nur Krautfäule und Riesenwasserballons produziert. Heute lasse ich Tomaten verstreut in einer Unkrautwildnis wachsen. Die Tomaten wachsen hoch, legen sich auf dem Unkraut ab und erfreuen sich - ohne einen Tropfen Wasser zusätzlich gegossen zu haben(!) - allerbester Gesundheit. Nicht ein Blatt mit Krautfäule! Das meterhohe Unkraut versorgt die Wurzeln mit Wasser, da das Unkraut Wasser und Nährstoffe aus dem tieferen Grund zieht (Wildpflanzen haben meist angepasstere Wurzeln, die tiefer eindringen). Das Unkraut spendet Schutz vor zu starker Sonne und vor Schlagregen. Das Bodenleben ist genial: Würmer ohne Ende. Würmer düngen den Boden, ohne das der Gärtner wirkllich was machen müsste. Dafür sind die Tomaten mineralreicher und nicht so voller Nitrate. Das gleiche gilt für Kartoffeln, Bohnen, etc etc. Wer versteht, was die Pflanzen wirklich brauchen, der hat wenig Arbeit mit Ihnen. Noch nicht mal säen brauche ich bei einigen Pflanzen: die haben sich sozusagen verselbstständigt und säen sich selbst aus.


    Ich habe mal die Aussage gehört, daß in der Hobbygärtnerei mehr Spritz- und Düngemittel verbraten werden, als in der konventionellen deutschen Landwirtschaft. Schaue ich mir die Gartenzeitschriften und die Abteilungen der GartenCenter an, weiß ich Bescheid...


    Was für die Tomaten gilt, gilt auch für die Bienen: wenn die Bienen gesund sind und artgerecht leben dürfen, würden wir mit weniger Arbeit genauso gut imkern können.


    Ich glaube, die meisten hier imkern nicht wegen der Erlöse, sonder einfach um zu imkern. Der Bienen wegen. Und gerade diese Imker könnten es sich leisten mit weniger Aufwand, weniger Chemie und Technik zu imkern. Im Endeffekt bekäme man dasselbe heraus - hätte aber die Bienen geschont und deren Überleben für die weitere Zukunft gesichert.


    Damit die 1000 Jahre überdauernde Kunststoffbeute noch in 100 Jahren überhaupt Bewohner findet. ;o))


    Bernhard


    "There is no strength in numbers, have no such misconception..."

  • "Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.
    Wenn Sie zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.


    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
    Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko noch etwas hinzurechnen. Aber wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um was Besseres zu bezahlen!"
    John Ruskin - um 1830


    "Es gibt nichts, das sich nicht ein wenig schlechter herstellen ließe, um dann ein wenig billiger verkauft werden zu können...
    Aber die, die ausschließlich auf den Preis sehen, sind dann die zu recht bestraften!"
    John Ruskin - um 1830


    "Das Billigste ist uns zu teuer!"
    Jakob Fugger - um 1500



    Ich bin gar nicht reich genug, um mir mindere Qualität leisten zu können, denn die ist schon längst vergangen, wenn mich echte Qualität noch lange erfreut!"


    Ein paar Zitate zum Thema "Billig" - "Teuer"


    Viele Grüße


    Michael Weiler


    PS: Im übrigen, "teuer" ist etwas, was mehr kostet, als es wert ist - alles andere ist eher "wertvoll"!

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21