Wachsausbeute

  • Hallo zusammen!


    Da ich gerade dabei bin, die alten Waben nach der Frühjahrsdurchsicht auszuschmelzen, habe ich die Ausbeute wieder einmal gewogen.


    Da ich vor 2 Jahren noch ein Fan des Nassausschmelzens mit vorherigem Einweichen war, siehe Thread:

    Wie lange Waben wässern zum Nassausschmelzen?


    bin ich inzwischen davon abgekommen. Es ist eine ziemliche ekelige Sache, wenn man arbeitsbedingt die Woche Einweichzeit nicht einhalten kann und das Ganze kippt.

    Ebenso hatte ich versucht, dem Trester durch eine Saftpresse einen höheren Wachsanteil zu 'entlocken'. Außer einer großen Matsche hat dies aber zu nichts geführt.


    Mit folgender Methode bin ich inzwischen zufrieden und werde dabei bleiben:


    • In einem geputzten 100 l Edelstahlkessel (bei Ebay gekauft), kommen 15 -20 Liter Regenwasser. Normalerweise wird er zum Rähmchenreinigen mit Sodalauge benutzt.
    • Hochkant kommen 20 Zanderrähmchen hinein. Kleine bis mittlere Flamme auf dem Hockerkocher. Volle Flamme ist sogar kontraproduktiv. Durch das langsame Hochfahren hat der Dampf Zeit das Wachs in den Larvenhäutchen zu verdrängen.
    • Wenn der Trester im Wasser liegt, werden die Rähmchenseiten in die sprudelnden Mitte gehalten, nochmals heiß gemacht, dann die Rähmchen abgeklopft und mit dem Stockmeisel abgeschabt. Die Edelstahldrähte sind so gut erhalten, dass vor dem Einlöten der MW zumeist nur nachgespannt werden muss.
    • Trester wird mit einem Edelstahlsieb abgeschöpft und in einen billigen Dampfentsafter geleert (Tip: Dr. Pia Aumeier).
    • In der 'Suppe' des großen Kessels schwimmen nur noch wenige Häutchen. Das Gas wird abgestellt und bis zum nächsten Morgen erhärtet ein schöner gelber Wachskuchen, der sich gut entnehmen lässt.
    • Der Dampfentsafter schafft auf einem alten Campingkocher so für sich hin (mindestens eine Stunde, besser zwei Stunden). Ab und zu lockere ich den Trester.
    • Wasser/Wachsgemisch wird abgelassen und darf über Nacht hart werden.
    • In beiden Fällen gibt es schöne gelbe Wachskuchen, die nur abgewaschen, aber nicht abgekratzt werden
    • Sie werden am nächsten Tag oder bald darauf noch einmal mit Regenwasser aufgeschmolzen und durch ein Sieb in einen konischen Wachstopf geleert.

    Die Ausbeute lässt mich zufrieden sein.


    Bei den 20 gemessenen Altwaben waren auch frische Pollenwaben dabei. Sollte es so warm bleiben im deutschen Südwesten, hängen bald wieder die Schwärme in den Bäumen.


    Wachskuchen aus dem großen Kessel: 1590 Gramm. Wachsausbeute aus dem Dampfwachsschmelzer: 562 Gramm.

    Fazit: Auf die Wabe umgerechnet, erntete ich 102 Gramm. Meine Mittelwände (gewalzt) wiegen 78 Gramm. So habe ich gegenüber der Mittelwand eine 22% höhere Ausbeute.


    Wenn ich davon ausgehen kann, dass die Bienen zur Mittelwand nochmals 40 Gramm hinzufügen, (irgendwo im Imkerforum gelesen), so kann ich mit den ca. 20 Gramm Verlust im Trester leben.

    Mit der oben beschriebenen Methode habe ich das für mich günstigste Verfahren (bei 7 Völkern) gefunden.


    Vielleicht ließe sich unter Dampfdruck aus dem Trester noch mehr herausholen, oder ich friere sie ein um die Zellwände platzen zu lassen. Aber der Gewinn von ein bisschen Wachs ist mir die strenge Diskussion mit meiner Frau wegen der Gefriertruhe nicht wert.


    Herzliche Grüße

    Andreas

    • Trester wird mit einem Edelstahlsieb abgeschöpft und in einen billigen Dampfentsafter geleert (Tip: Dr. Pia Aumeier).
    • ...
    • Der Dampfentsafter schafft auf einem alten Campingkocher so für sich hin (mindestens eine Stunde, besser zwei Stunden). Ab und zu lockere ich den Trester.
    • Wasser/Wachsgemisch wird abgelassen und darf über Nacht hart werden.

    Wachsausbeute aus dem Dampfwachsschmelzer: 562 Gramm.

    Zum besseren Verständnis: Du läßt nur das flüssige Wasser-/Wachsgemisch aus dem Dampfentsafter ab, der Trester bleibt in dem Siebtopf des Dampfentsafters zurück?


    @all: Wer hat Wachsausbeuteerfahrung aus dem Trester (nach DaWa) mit einer speziellen beheizten Trester-Knebelpresse (DDR- bzw. ehem. Imkerzentrale Görlitz)?

  • Hallo Ribes!

    Genau!

    Der Trester wird nach dem Abkühlen auf dem Kompost entsorgt.


    In der Anfangszeit meiner Imkerei mit wenigen Völkern versuchte ich noch den Trester im Strumpf mit einer ausgedienten Kartoffelpresse die letzten Wachsreste zu entlocken.

    Die Ausbeute war gering. Das Wachs war dunkel und nur aufwändig zu klären. Ich bin bald davon abgekommen.

  • Hallo VDM .

    bitte den Trester nicht auf den Kompost werfen. Jedenfalls nicht dann, wenn er offen ist und von Bienen angeflogen werden kann. AFB lässt sich nicht durch Dampfwachsschmelzen desinfizieren. Das ist leider ein Übertragungsweg.

    Mit imkerlichen Grüßen

    Ralf

  • Ich lasse den Trester erst einmal abtropfen, grob trocknen (bienendicht!, obwohl ich jährlich negative FKP habe). Dann fülle ich den in (bereits anderweitig benutzte, also nach VerpG bereits mit Entsorgungsgebühren belegte) Papiertüten ab und stelle sie zur Resttrocknung auf und verheize sie alsbald (Wachsmotten finden Leckerlis überall!).

  • Tjaha, das Thema Wachs ist eine Wissenschaft für sich. Ich habe viel ausprobiert: Sonnenwachsschmelzer (dauert zu lange, Ausrichterei, Räuberei), Schmelzen im Dampf (braucht gerade bei Futterwaben viel zu lange - min 1 Stunde mit Tapetenlösegerät) etc. pp.


    Meine beste Ausbeute hatte ich bisher mit uneingeweichten Waben, die in erhitztem Regenwasser (Waschkessel) geschmolzen werden. Durch Verwendung eines Siebeinsatzes bleibt der Trester in einem abgegrenzten Bereich und das Wachs kann gut abgeschöpft werden. Wird der Trester herausgeschöpft und dabei ausgepresst, ist der Trester auch gut trocken und wachsarm.


    Nachteil: Körperlich und zeitlich extrem herausfordernd; war danach vollkommen fertig und die Schöpferei und Presserei kostete den ganzen Tag; zudem muss das Wachs danach erneut aufgeschmolzen und mit Wasser aufgereinigt werden.


    Daher habe ich mich wirklich sehr gefreut, wie schnell und sauber das mit der HAMAG-Wachsschleuder geht - das ist wirklich irre schnell und wenn man das Wachs bei Auslaufen gleich durch einen Nylonstrumpf passieren lässt und es dabei am besten in einem Wasserbad auffängt und flüssig hält, dann kann man das Wasser-Wachs-Gemisch anschließend gut eingepackt abkühlen lassen - dann trennt sich das wunderbar.

    Nach dem Abkratzen des Wachskuchens wird der Block eingefroren und mit Hammer und Meissel gespalten...und kann so schnell wieder aufgeschmolzen und entsprechend verwertet werden. Einen weiteren Reinigungsschritt braucht es nicht mehr - zumindest für Mittelwände; Kerzen habe ich noch nicht probiert...


    Der Trester ist sehr wachsarm und der 6kw-Dampferzeuger so schnell, dass das Nachputzen der Rähmchen aus dem vorigen Schmelzgang der zeitlimitierende Faktor ist - dann sind 17 Bruträhmchen (DN, Langstroth, Zander, DN 1,5...was auch immer) in 20 Minuten ausgeschmolzen und geputzt.


    Leider ein teures Teil und braucht Drehstrom - gemeinschaftlich beschafft & betrieben macht das aber Sinn und Freude!


    Ein paar Bilder aus unseren ersten Erfahrungen unter https://www.imkerverein-reinic…tte.de/Wintergrillen-2019


    M.