Ableger ziehen aus Volk mit Kalkbrut

  • Werbung

    Hallo zusammen,


    ich habe dieses Jahr folgendes Problem:


    Ich habe ein sehr starkes Volk aus welchem ich gerne einen Ableger, ggf. auch 2 Ableger ziehen möchte. Gestern habe ich jetzt festgestellt, dass das Volk kalkbrütig ist.

    Würdet ihr aus diesem Volk einen Ableger ziehen? Kalkbrut KANN ja vererbt werden...


    Danke!

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Klar, mach ruhig - das wichtigste Werkzeug bei der Zucht ist der Daumen. Zieh mehrere Königinnen und dann schau und handel aber auch.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine Anfälligkeit für kalkbrut gibt es. Höher ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass du über den Zuchtstoff die Pilzsporen verschleppst. Das muss nicht sein.
    Wenn ein sehr starkes Volk JETZT um diese Zeit schon Kalkbrut hat wäre ich sehr vorsichtig. Falls der Wabenbau recht alt ist, könnte das der Grund sein. Mit "Ableger ziehen" verstehst du wahrscheinlich auch einfache Brutableger mit eigener Nachschaffung, oder? Dann hast du die Pilzsporen unvermeidlich in den neuen noch nicht etablierten Jungvölkchen. Kalkbrut ist nicht lebensgefährlich für ein Volk, aber tierisch schwer aus dem Bestand wegzubringen, wenn man nicht sorgfältig handelt, sprich die Infektionsquelle isoliert.

  • Ich hatte im letzten Jahr ein Volk mit Kalkbrut.

    Die Symptome besserten sich schon, als ich es eng gesetzt und den Standort verändert habe.

    Vom Gefühl her hatte ich den Eindruck, dass sie die Kalkbrut schwächte.

    Die Königin war knapp 3 Jahre alt. Vielleicht spielte das auch mit hinein.

    Sie bekamen eine neue Kö. vom Züchter.

    Seit dem keine Symptome mehr.

    Wie Reiner schrieb, die Sporen und deren Verbreitung waren auch meine Angst.

    Gesunde Völker kriegen das in Griff, jedoch anstecken oder weiter vermehren will man lieber nicht.

  • Es gibt 2 hauptsächliche Gründe für Kalkbrut. Das ist ersten, ein kühler feuchter Standort und 2. liegt es oft an der Königin. Ableger von diesem Volk würde ich als letztes machen. Ich würde die Königin wechseln und das Volk so schnell als möglich auf frischen Wabenbau setzten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Wenn alle anderen Eigenschaften der Königin toll sind, würde ich es probieren (umlarven, kein Brutableger) und die Töchter genauestens beobachten. Und ggf. war's halt nix. Drauf verlassen würde ich mich auf keinen Fall!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Eine Anfälligkeit für kalkbrut gibt es. Höher ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass du über den Zuchtstoff die Pilzsporen verschleppst. Das muss nicht sein.
    Wenn ein sehr starkes Volk JETZT um diese Zeit schon Kalkbrut hat wäre ich sehr vorsichtig. Falls der Wabenbau recht alt ist, könnte das der Grund sein. Mit "Ableger ziehen" verstehst du wahrscheinlich auch einfache Brutableger mit eigener Nachschaffung, oder? Dann hast du die Pilzsporen unvermeidlich in den neuen noch nicht etablierten Jungvölkchen. Kalkbrut ist nicht lebensgefährlich für ein Volk, aber tierisch schwer aus dem Bestand wegzubringen, wenn man nicht sorgfältig handelt, sprich die Infektionsquelle isoliert.

    Hallo,


    ja genau. Brutableger mit eigener Nachschaffung.

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Hallo Christian,


    nimm dir rase 's Hinweise zu Herzen.


    Kalkbrut ist eine Pilzinfektion (Ascosphaera , aus der Familie der Schimmelpilze). Damit ein Volk daran wirklich erkrankt, kommen meist mehrere Faktoren zusammen. Ungünstige Aufstellung des Volkes, mangelhaftes Putzverhalten, hoher Krankheitsdruck (infizierte Waben). Ist die Königin selbst infiziert, kann die Infektion schon mit der Eiablage an die nächste Generation weitergegeben werden.


    Mit mangelndem Putztrieb ist definitiv eine genetische Komponente im Spiel - schlechte Ausgangslage für eine Nachzucht. Stimmen aber sonst alle anderen Eigenschaften, kann man den Versuch machen. (Siehe Rase)

    Alle anderen Faktoren sollte man dann aber optimieren. D.h. du solltest dir den Aufstellort genau ansehen und du darfst kein infiziertes Material übernehmen. D.h. weder Bienen, noch insbesondere Brutwaben. Einen einfachen Ableger würde ich also von einem solchen Volk auf keinen Fall nehmen. (Ich hatte mal einen Imkernachbarn, der das versucht hat - er hat in 4 Jahren aus 3 Völkern insgesamt 3 Waben Honig geschleudert)


    Du kannst eine klassische Zuchtserie mit Bienen aus gesunden Völkern versuchen und von deinem Volk Zuchtstoff nehmen. (Ist aber Riskant, weil die Königin selbst infiziert sein könnte) Hier greift dann Ralfs anderer Hinweis. Du musst genug Königinnen ziehen, dass du beobachten und auswählen kannst. (Und du musst einen Notfallplan haben, falls alles nichts hilft)


    Kurz - lass die Finger davon. Außer du züchtest schon länger und hängst an der Linie, weil sie sonst wirklich interessante Eigenschaften hat.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo


    das ist genau die Stelle
    an der die menschgemachte Vermehrung
    in die Sackgasse läuft


    Welche Chance hätte das Volk, ohne menschliche Hilfe,
    sich zu vermehren ?


    Man sollte keine Probleme vermehren,

    da kommt nichts gutes raus


    Gruß Uwe

  • Einer fürs Best off!!

    Ein Freund;)erzählt mir das die Nachzuchten eines renomierten Züchters kalkbrutanfällig seien......

    Mein Freund:liebe002:, siehe oben! Überleg wo rein du den Zuchtstoff hängst.

    LG Wasi

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Einfachster Weg, wäre neue Königin einweiseln, wenn vorhanden.


    Ansonsten würde ich die alten Brutwaben über ASG in neuer Zarge auf BR aufsetzten, Königin mit einer bienenbesetzten Wabe separat in eine weitere Beute weghängen.

    Aus einem anderem Volk eine Brutwabe mit Stiften und jüngsten Larven in den neuen unteren Brutraum hängen.

    Unten schaffen sie sich mit dem Fremdstoff dann eine neue Königin nach.

    Auf der unteren Brutwabe nur die älteren Nachschaffungszellen einmal brechen und

    die Nachschaffungszellen der oberen alten Waben regelmäßig brechen.

    So könntest die Waben oben auslaufen lassen. Du kannst sie dann entfernen/einschmelzen, wenn du willst.


    Bei deiner alten Königin in der anderen Beute mit zusätzlich frischen Wabenwerk schaust, wie es wird. Meist schleppt sich das über mehrere Jahre und daran dann rumdoktern ist reine Zeitverschwendung. Wenn es weiter ohne Kalkbrut geht ok, aber wie gesagt im nächsten Jahr hast das dann evt. doch wieder.


    Bisher hatte ich das 2x.

    Das 1. mal habe ich 2 Jahre "laboriert", weil ich die Königin aus bestimmten Gründen unbedingt erhalten wollte und dann doch ausgetauscht.

    Im 2. Fall sofort Königinnentausch und weg war das Problem am alten Standplatz mit altem Wabenwerk.


    Liebe Grüße Bernd

  • Moin,

    ich mache dafür mal keinen neuen Faden auf, denn irgendwie passt es auch hierher:

    • Volk mit Kalkbrut, so doll, dass auch der Jungimker das sofort erkennt.
    • Brutnest im Vergleich zu anderen Völkern lückig.
    • Im Vergleich zum Vorjahr kommt das Volk nicht so richtig aus dem Quark.
    • Königin ist von 2017

    Ich gehe unterschiedliche Optionen durch:

    • Umweiseln,
    • TBE (was ja ähnlich zum KS ist, oder?), und BW gleich in den Schmelzer.

    Standort kann höchstens ein Nebenfaktor sein, weil kein weiteres Volk davon betroffen ist. Volk ist geschiedet, also eng gesetzt. Tracht ist eher so lala zur Zeit.

    Ich mache mir um die Ansteckungsgefahr der anderen Völker Gedanken.
    Da ich aber gerade den Stand leer wandere (Hallo Linde!), dachte ich mir, die einfach stehen zu lassen und dann X zu unternehmen.


    Was würdet ihr machen?

    Grüße und vielen Dank,

    Ralf