Varoamilben die 1000. Frage

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich hab dieses Jahr mit einem Schwarm angefangen zu imkern. Nun ist es soweit, die Milben sind auch bei mir eingezogen. Nun meine Frage: wenn ich mit Ameisensäure arbeite, kann ich ja nur die Bienen und nicht die Brut erreichen. Soll man jetzt die bestehende Brut kpl. entfernen und bauen die Bienen noch eine genügend große Brut auf, dass diese eine überwinterungsfähige Größe erlangen?


    Schon mal danke für die Tipps


    Franz

  • Hallo Franz,
    Ameisensäure wirkt auch in die Brut. Wenn du aber noch Honig schleudern willst, ist es aber nicht ratsam vor der Schleuderung mit Ameisensäure zu behandeln, da du den Honig damit übersäuern kannst. Die Behandlung mit Ameisensäure eilt auch noch nicht so, es ist noch genügend Zeit, um vor der Geburt der Winterbienen, die normalerweise im September/Oktober zur Welt kommen eine gesunde Basis für deren Überleben zu schaffen. Der Schwarm war bestimmt einige Zeit brutfrei, sodass durch diesemn Umstand der Varroadruck noch nicht beängstigend sein wird. Näheres über die Behandlung hatten wir schon früher im Thema.

  • Hallo Franz!


    Du kannst beruhigt mit Ameisensäure behandeln damit erreichst du die Milben auf den Bienen und sogar teilweise die Milben in der verdeckelten Brut.
    Ob die AS der offenen Brut schadet oder ob diese sogar tödlich wirkt ist meines Wissens noch nicht entgültig geklärt.
    Ich komme mit zwei AS-Behandlungen pro Jahr sehr gut aus.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Meinungen. Ich war immer der Meinung, dass AS die Brut nicht erreicht. Dann werd ich das mal versuchen, und entgegen der Meinung eines Imkers die Brut nicht kpl. herausnehmen.


    Grüße Franz

  • Unter Umständen funktioniert eine AS Behandlung ohne Brut nicht wirkungsvoll. Die Bienen würden ohne Brut den Säuredämpfen ausweichen und vor dem Flugloch sitzen.

  • Wenn alle Bienen bei Temperaturen um die 10 -15 Grad derzeit bei Abendbeginn, wo der richtige Anfangszeitpunkt der Ameisensäurebehandlung ist, der Ameisensäure vor den Flugloch sitzend ausweichend verharren, dann hat der Imker wahrscheinlich die Dosierung mit den Tankwagen vorgenommen. Tut mir leid, aber diese Argumente kenne ich genug von den "Bayvarol und Perzinschüttern", die erzählen mir auch das Märchen oft genug, dass alle Bienen mitsamt der Königin bei der Anfangsbehandlung mit Ameisensäure beim Flugloch raus sind, das ist Märchenstunde pur. Wenn man schon nicht mit der Ameisensäure umgehen kann, sollte man auch niemand verunsichern.

  • Ich behandle meine Völker auch bei 30 Grad in der prallen Sonne mit AS. Am Bienenflug ändert sich nichts, auch lagern sie nicht vor dem Flugloch. Das funktioniert bestens mit dem Liebig Dispenser oder mit dem Tellerverdunster. Meine Überlegung bezieht sich auf Völker, denen die Brut genommen wurde. Vermutlich weichen die den Säuredämpfen aus.

  • Zitat


    Simon Hummel schrieb am 2002-07-24 21:30 :
    Ich behandle meine Völker auch bei 30 Grad in der prallen Sonne mit AS. Am Bienenflug ändert sich nichts, auch lagern sie nicht vor dem Flugloch. Das funktioniert bestens mit dem Liebig Dispenser oder mit dem Tellerverdunster. Meine Überlegung bezieht sich auf Völker, denen die Brut genommen wurde. Vermutlich weichen die den Säuredämpfen aus.


    So etwas dachte ich mir schon, darum schrieb ich auch, wenn jemand schon nicht mit der Ameisensäure umgehen kann, dann sollte er auch nicht andere verunsichern. Ich würde dringensd raten, das Buch mit dem Titel "Einfach Imkern" von Dr. Liebig zu lesen, denn da steht ausdrücklich auch bei seiner Tellermethode die Temperaturabhängigkeit an oberster Stelle. Bitte dies genau durchlesen, dann wird man auch nicht bei 30 Grad die Bienen dem Ameisensäuremartyrium aussetzen durch den Tellerverdunster, womöglich dann auch noch mit 85% AS, da wundert es mich dann auch manchmal nicht, dass die AS so einen schlechten Ruf hat, wenn nicht mal die einfachsten Grundregeln der AS - Methode beachtet werden.

  • Die Verunsicherung bei der AS Behandlung erscheint mir recht groß, der Tonfall zeigt es.
    Dr. Liebig´s einfach imkern und seine Beiträge in diversen Fachzeitschriften sind die vernünftigsten Anleitung für den Ameisensäureimker.
    Das Faltblatt "Varroatose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg" ist die Synopse des Leitfadens und versucht Behandlungsarten auf Kochrezeptlänge zu komprimieren.
    Mann muss alle diese Anleitungen nicht nur lesen, sondern auch verstehen können.
    Die Lücke zwischen Lesen-Verstehen-Anwenden von Behandlungsanleitungen schließt die Auswertung des Ergebnisses und die Rücksprache mit Experten. Bestens dazu geeignet ist die Teilnahme am Feldversuch "Tellerverdunster" der LaBi in Hohenheim. Neben den "Prinzipien" und "Grundregeln" im Umgang mit der AS, bekommt man eine hervorragende Auswertung (Versuchsbericht) der eigenen Behandlungsergebnisse durch Dr. Liebig. Nebenbei erfährt man auf dem Abschlusstreffen der "Milbenzähler" auch neue Methoden der Behandlung (Osinal-Tuch) oder auch bei welchen (extremen) Temperaturen man 85%ige AS mit dem Tellerverdunster ausbringen kann und welche Verdunstergröße dabei angebracht ist; ob dabei die Brut geschädigt wird und ob dies Auswirkung auf die Einwinterungsstärke hat.
    Wann ist eine Nachbehandlung mit OS (oder Osinal) notwendig?
    Was führte im Einzelfall zu Königinnenverluste? (Hinterbehandlungsbeuten, schwache Völker)
    Wo sind die Knackpunkte im Umgang mit den Verdunstern? (Verdunstermaterial, Aufstellung)
    Wie hoch muss eine wirkungsvolle Dosierung in den unterschiedlichen Beutentypen sein? (Kunsstoff, Holz, DN)
    Vielleicht reicht in Zukunft eine AS + eine Osinal Behandlung?
    Auf viele Fragen bekommt man eine fundierte Antwort, auf jeden Fall mehr als nur Meinungen und Rezepte.


    Das Ergebnis des Feldversuches zeigt, dass man ausschließlich mit der Ameisensäure auskommen kann.


    Viel Spaß beim rückstandsfreien imkern wünscht
    Simon