Elgon und Varroa

  • Einfach toll was ihr euch für Arbeit macht! 3x Daumen hoch!

    Ich arbeite mit den MiniPlus ähnlich, nur ist bei mir nur eine Überwinterungszarge unter einer siebener Dadantzarge.

    Ich halte Carnica und es wäre toll wenn es da bei uns in Österreich ähnlich aufwendige Bemühungen gäbe und weniger Rassenstreitereien.

  • Gibt es!


    http://www.buckfast.at :u_idea_bulb02:


    Wende dich an den Thomas Kodym und sag nen Gruß von mir.:p_flower01:


    Und auch bei Carnika gibt es viele, die sich auch sehr viel Arbeit machen:

    http://www.toleranzzucht.de/home/die-ag-toleranzzucht/


    Oder in Kirchhain...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Luffi du bist zu krass! ;-) Dank für den Beitrag und das du nicht aufgibst!

    Für solche Zeilen bin ich hier!


    grün = Befall unter einem Prozent

    gelb = Befall zwischen 1% und 3%

    rot = Befall über 3%

    weiß = gänzlich unbehandelt

    Frage: Bei der CO2 Methode. Was gelten für dich für Grenzen für Juli und August? also z.B. 10 Juli und 10 August? Oder machst du da gar nichts?


    Gruß

    Jürgen

    "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)

  • Frage: Bei der CO2 Methode. Was gelten für dich für Grenzen für Juli und August? also z.B. 10 Juli und 10 August? Oder machst du da gar nichts?


    Gruß

    Jürgen

    Das kommt drauf an...


    Also es werden alle Völker so gebildet wie ich das ja schon schrieb. Vom Mini zum großen Überwinterungskasten und dann weiter auf 6er Zadant.


    Manche Völker werden aber einfach nur umgeweiselt. Die Bienen da drin wurden in aller Regel dann behandelt, wenn sie über 3% Befall hatten.

    :wink:


    Also nur zur Verdeutlichung:


    Hat ein Volk Mitte Juni mehr als 3% Milbenbefall, dann geht es zu den Varroamilbenspendervölkern zum Testen der neuen Generation VSH-Königinnen.


    Dazu wird die Königin aus so einem vermilbten Volk passend zu unserem Termin der VSH-Auszählung ca. 36 Tage vorher mit einem Scalvini gekäfigt. In 2018 war die VSH-Auszählung beginnend am Freitag, 10. August.


    12 bis 14 Tage vorher wird das Miniplus, das auf maximal 2 Zargen a 6 Waben Miniplus sitzt mit ca. 150 bis 200 Varroamilben infiziert. Die Milben werden mit Puderzuckermethode geerntet. Alle abgeernteten Völker sind dadurch weitgehend milbenfrei danach.


    Das ist dann in 2018 das WE 28./29. Juli gewesen.


    Wiederum 21 bis 24 Tage vorher wird die Königin so eines Varroamilbenspendervolkes eben gekäfigt.

    24 Tage, um auch noch Drohnenzellen auslaufen zu lassen UND damit auch wirklich alle Arbeiterinnenbrut geschlüpft ist. Bei Völkern mit vielen Milben dauert die Entwicklungszeit der Brut oft etwas länger. Erste Anzeichen von einem bald bevorstehenden Zusammenbruch stark varroamilbenparasitierter Völker...


    D.h. ich habe den Käfig in der 1. Juliwoche eingelegt. Wann ich da eben Zeit hatte.


    Habe ich zuwenig potentielle Milbenvölker - wie in 2018 - dann teste ich noch mal schnell die Mitte Juni gezählten Völker, die grenzwertig waren. Also so um die 2 bis 3%. Ist aber auch etwas Gefühlssache...


    Bei Völkern unter 1% Befall Mitte Juni mache ich mir keine Gedanken, dass diese nicht den August erreichen. Die Kontrolle Mitte Juli lasse ich da inzwischen ausfallen. Irgendwie hat man ja auch noch ein anderes Leben außer die Bienen und deren Varroamilben...

    :eek:


    So und nun kommt es ganz darauf an, was die Tanne so im Schwarzwald macht:


    Honigt es im Juli noch gut, dann stehen die Völker in der Tannentracht. Mitte bis Ende Juli mache ich entweder TBE oder ich lege aus Faulheit - vielleicht sollte ich eher sagen aus Zeitmangel - einen Scalvini in jedes Volk ein. Die Völker lasse ich dann noch bis zum Auslaufen der Brut am Wanderplatz stehen. Wenn es nicht honigt, dann mache ich gleich spätestens Mitte Juli TBE oder Scalvini.


    Wobei ich inzwischen Scalvini nicht nur wegen des geringeren Aufwands favorisiere, sondern auch deswegen, weil man wenn alle Brut ausgelaufen ist auch alle Varroamilben auf den Bienen des Volkes sitzen hat. Bei den Völkern die für die Zucht im nächsten Jahr in Frage kommen, stelle ich dann den Varroamilbenbefall mit CO2 fest. Um auch wirklich ganz sicher zu gehen auch mit der Auswaschmethode. Das sind Völker bis maximal 1,5% Varroamilbenbefall auf den Bienen zu diesem Zeitpunkt. Ich lasse solche Königinnen wieder frei und entnehme alte Waben. Und ich lasse auf jeden Fall mindestens 1, besser 2 oder 3 Futterwaben sowie junge bebrütete Waben auch drin. Den Honig nehme ich auch gleich weg. Ist er drunten wird nur noch flüssig gefüttert. Solche Völker mit max. 1,5% Varroamilben haben in der Regel mindestens 50% VSH. Da muss ich gar nicht groß zählen... Kann aber sein dass sie so wenig Miloben wegen Grooming haben. Aber auch gut! Das ist auch was nachzuchtwürdiges!


    Bei Völkern bei denen der phoretische Befall über 2% (2017), maximal 3% (2018) wird zunächst wie die unbehandelten Völker verfahren, also Königin aus dem Scalvini freisetzen, Honig runter, altes Zeug raus, Futterwaben und Mittelwände rein und füttern. Einziger Unterschied ist: Sie werden jetzt sofort mit Oxalsäure behandelt. Sprühen oder bedampfen ist dabei mein Favorit, inzwischen habe ich auch mal das Träufeln von 150 ml je Volk als Sommerbehandlung im brutfreien Volk ausprobiert (So wird das in Kirchhain gemacht). Auch das funktioniert sehr gut. Mein Ziel ist es ja nicht, alle Varroamilben restlos zu entfernen, sondern meine Bienen sollen ja bewusst Varroamilbenrestbestände haben. Nur mit Varroamilben kann man auch Varroaresistenz testen.

    :p_flower01:


    Dann lasse ich die Mädels erst einmal laufen und je nachdem, wie es eben die Wochen zuvor mit Tracht usw. gelaufen ist, dann weisel ich die Völker erst im September um oder auch schon gleich wenn ich die Königinnen aus dem Scalvini frei lasse Ende Juli oder Anfang/Mitte August.


    Je früher desto besser, weil dann die Völker/Königin mit den eigenen Bienen in den Winter gehen kann.


    Das mache ich frei Schnauze eben dann wenn ich Zeit habe.


    Und die Mitte August auf VSH getesteten mehrdrohnbesamten oder belegstellenbegatteten Königinnen, die noch im Miniplus sind, nehme ich dann nach bestandenem Test auch gleich her zum Umweiseln von Völkern die behandelt wurden, weil sie über 3% phoretischen Milbenbefall hatten. Kriegen also immer eine 0-jährige Königin!


    Die letzten Altvölker weisele ich dann erst Ende September/Anfang Oktober mit 0-jährigen Königinnen um. Ich mache ja mit den besten Königinnen aus den eindrohnbesamten VSH-Völkchen noch eine ganz späte Zucht. Da gehen die Königinnen erst Ende August auf eine Belegstelle mit VSH-Drohnen. Zurück geholt werden sie erst nach mindestens 2 1/2 Wochen, weil diese späten Begattungen sehr "schwierig" sind. Eben je nach Wetter- und Drohnensituatuion. Und die ist jedes Jahr anders. Und ein paar Wochen brauchen die Königinnen, bis sie in voller Eilage sind. Im September geht das nicht so ratz fatz wie im Mai oder Juni!


    Ich teste auch noch zur Sicherheit alle Völker - egal ob behandelt oder unbehandelt - Mitte September auf Milbenbefall mit CO2. Alles was hier auffällig ist, das wird dann behandelt oder auch noch gleich mit neuer Königin beweiselt. Da entnehme ich aber keine Brut mehr, sondern lasse bewusst Milben in den Völkern.


    Aber das schrieb ich schon mal irgendwo...


    Meine Grenze zum behandeln ist also bei 3%.


    Im ersten Jahr behandelte ich alles was über 1% Milbenbefall hatte, im 2. Jahr alles über 2%. Jetzt eben alles über 3%.


    Jetzt klarer?

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)